Wie alles begann mit der COPD

COPD - Wie alles begann

30.09.2016 11:26

Plötzlich COPD - so kam es mir vor, weil ich keinerlei Vorboten hatte, wie z.B. Raucherhusten, Auswurf, Rasseln in der Lunge etc. Hier erzähle ich meine Geschichte: Wie begann alles und auf welchem Stand befinde ich mich heute. Ich werde diesen Artikel regelmäßig aktualisieren und erweitern.

 

Mein Name ist Dagmar Pesta, ich bin am 03.10.1964 in Lübeck geboren. Ich wurde durch eine Diagnosestellung des Krankenhauses St. Vinzenz als COPD II eingestuft anhand der Lungenfunktionsprüfung. Alle anderen Befunde waren unauffällig.

Ich bin Lehrerin von Beruf, arbeite an einer Haupt- und Realschule, und war in der Vergangenheit einmal bis keinmal pro Jahr krank – nicht immer wegen Erkältungen, die hatte ich verhältnismäßig selten, da ich ein überdurchschnittlich gutes Immunsystem hatte, welches entweder gar keine Infekte bekam oder diese nach wenigen Stunden und wenn es hoch kam, nach einem oder zwei Tage wieder los wurde.
Ich spiele seit 8 Jahren schottischen Dudelsack und habe auf dem Instrument bisher einige Auszeichnungen gewonnen und Prüfungen bestanden – trotz eingeschränkter Lungenfunktion kann ich immer noch stundenlang spielen. Ich bin auch Deutschlands erste zertifizierte Dudelsacklehrerin.

Im September 2014 wurde ich an eine Grundschule mit 10 Stunden teil abgeordnet. Da fing der Leidensweg an. Im Januar 2015 bekam ich den ersten Infekt, den ich zwar nach drei Tagen wie gewohnt mit Hausmitteln auskurieren konnte, dann kam aber ein Rückfall der schwereren Sorte mit Superinfektion inkl. Gürtelrose, so dass ich Antibiotika und ein Medikament gegen Viren bekam. Ich kurierte alles super aus, war etwas länger krank geschrieben, damit ich den Infekt richtig auskurieren konnte, was mir auch gut gelang. Danach ging es mir wieder gut – genauso gut wie früher. 
Den nächsten Infekt bekam ich im April 2015. Für mich sehr überraschend, da ich niemals mehr als einen Infekt pro Jahr hatte. Aber die Ansteckungsquelle waren sicher die Grundschulkinder, sowie ich das von ärztlicher Seite auch hörte, dass die Kinderviren andere sind und nicht jeder Körper kann damit umgehen. Ich sei das nicht gewöhnt, da ich ja nur mit Großen bisher gearbeitet hätte.
Auch diesen Infekt konnte ich super auskurieren und danach ging es mir auch wieder gut. 
Der nächste Infekt folgte im Juni 2015. Da habe ich mich nicht krankschreiben lassen, da wir mündliche Prüfungen in der Haupt- und Realschule hatten. Trotzdem schaffte ich es, den Infekt auszukurieren.
Kurz vor den Sommerferien kam ich in die MHH nach Hannover, um mich einer Einleitung der Hyposensibilisierung gegen Insektengift zu unterziehen. Die Therapie war vom 15.07. bis 17.07.2015. Ich beschloss, die Gelegenheit zu nutzen, um mit dem Rauchen aufzuhören, was mir sehr leicht fiel. Ich war nie ein besonders starker Raucher, rauchte im Durchschnitt 10 bis 15 Zigaretten pro Tag, wenn ich Urlaub hatte oder am Wochenende, waren es auch weniger. Häufig rauchte ich stundenlang nicht, was mich nicht störte. Deswegen fiel mir das Aufhören auch leicht.

Mir ging es gut während der Hyposensibilisierungen, und auch bei den Behandlungen danach. Ich vertrug das Gift sehr gut. Ein Wespenstich im August 2015 konnte mir nichts anhaben, da ich durch die kurze Hyposensibilisierung schon geschützt war.

Die Sommerferien kamen und mir ging es sehr gut. Einerseits war da die Freude, dass ich nicht mehr in die Grundschule musste, andererseits ließ während der Sommerferien die Infektneigung nach, weil ich nicht mit kleinen Kindern zu tun hatte. Mir ging es gut, wir waren in Schottland im Urlaub, ich spielte dort wieder beim Wettbewerb mit, ansonsten waren wir sehr viel in Bewegung. Mir ging es sehr gut.

Dann fing im September die Schule wieder an und ich hörte Ende September, dass ich abgeordnet werden müsste mit 12 Stunden an eine andere Grundschule. Ich bettelte und bat, es nicht zu tun, da ich keine Krankheiten mehr haben wollte und ich mir meiner Gesundheit erst wieder sicher sein müsste, bevor ich so etwas wieder machen könnte.

Leider hörte man nicht auf mich. Ich musste also gehen und bekam kurz vor den Herbstferien wieder einen Infekt. Dieses Mal passierte etwas ganz Komisches: Ich bekam Reizhusten, der anfangs den ganzen Tag über ging, irgendwann war tagsüber Ruhe und er kam abends. Nachts war grundsätzlich Ruhe. Ich bekam Hustenblocker und Hustenlöser – nichts half. Es kam auch kein produktiver Husten. Ich bekam sogar Codein, was aber auch nichts half. Bis mein HNO-Arzt fünf Wochen später auf die Idee kam, ich könnte es ja mal mit Cortison probieren. Er verschrieb mir Budes (zweimal täglich) und ich bekam damit den Reizhusten in den Griff. Mit ging es wieder gut, ich konnte das Cortison absetzen. Allerdings hatte ich immer das Gefühl, dass ich mich nicht so ganz erholt hätte. Ich spürte manchmal eine leichte Schleimentwicklung im Rachen, die ziemlich nervig war, weil der Schleim sich nicht schlucken oder weg räuspern ließ. Seit November 2015 nehme ich Orthomol Immun, um das Immunsystem wieder zu stärken.

Ende Januar – zum Abschied von der Grundschule – denn ab Februar 2016 sollte ich wieder ganz an der Haupt- und Realschule sein – hinterließen mir die Kinder noch einen Infekt, trotz Orthomol Immun. Der Infekt war leichterer Natur. Mein Arzt sagte, wenn das mit dem Reizhusten wiederkommt, soll ich das Cortison wieder nehmen. Der Reizhusten kam wieder, ich nahm wieder Budes, konnte den Reizhusten innerhalb weniger Tage wieder eindämmen. Danach aber fiel mir auf, dass ich keinen ganzen Satz sprechen konnte ohne Luft zu holen, dass sich immer noch Schleim im Rachen bildet und dass ich manchmal sehr tief einatmen musste und dabei das Gefühl hatte, die Brust ist zu eng für die ganze Luft.

Ich ging am 29. Februar 2016 zu einer Ärztin, da mein Hausarzt nicht da war. Sie machte eine Spirometrie, die ich FEV1 = 78 % abschloss, aber sie sah diese typische abgeflachte Kurve und meinte, die würde auf Asthma Bronchiale oder COPD hindeuten. Das EKG, welches sie machte, war in Ordnung.
Sie verschrieb mir Foster. Ich fand das eigentlich ganz gut zur Weitstellung der Bronchien, aber als ich am 22. März 2016 bei meinem Hausarzt eine Spirometrie machen ließ, war der FEV1-Wert nur auf 62 %, trotz Foster. Innerhalb von einem Monat ist der FEV1-Wert um 16 % gesunken! Der Hausarzt tippte auf Infektasthma oder eine Mischform zwischen Asthma und COPD.
Ich machte einen Termin bei einem Lungenarzt in Salzgitter für den 29.04.2016 aus. Dieser machte eine Lungenfunktionsprüfung in einem Glaskasten. Das war das erste Mal, dass ich in so einer Kabine saß und sicher habe ich auch nicht alles richtig gemacht.

Bei der Besprechung fragte er, ob ich mal geraucht hätte. Als ich bejahte, sagte er, ich hätte COPD, hätte nur noch eine Lungenfunktion von 50 %. Er hörte sich meinen Bericht gar nicht an. Er meinte, ob mich der Husten am meisten stört, er glaubte mir nicht, dass ich niemals Raucherhusten hatte und dass ich jetzt weder Husten, noch Atemnot, noch Auswurf hatte. Er verschrieb mir weiter Foster, obwohl ich ihm sagte, dass das Medikament nichts bringe. Als Bedarfsmedikament verschrieb er mir noch Berodual, welches ich niemals benutzt habe. Dann sagte er, ich solle in 6 Wochen wiederkommen, er mache dann wieder eine Lungenfunktionsprüfung, dann könne er sehen, wie sich das entwickelt. Er ließ mich laufen ohne weitergehende Untersuchungen, bis auf das Abhören der Lunge, die aber komplett frei war. Keine Verschleimung, kein Rasseln. Trotzdem schrieb er auf seinen Bericht für den Hausarzt „Raucherbronchitis“. Dabei habe ich doch gar keine Bronchitis.
Der Lungenarzt in Salzgitter hatte gelogen mit 50 %. Ich habe mir nachträglich den Ausdruck der Lungenfunktionsprüfung aushändigen lassen. Es waren FEV1 = 73 %.

Da ich sehr sauer über diese miese Behandlung war, habe ich mich selbst ins St. Vinzenz eingewiesen, um mich auf den Kopf stellen zu lassen. Ich kam am 09.05.2016 und ging am 17.05.2016. Bis auf die Lungenfunktion waren alle anderen Befunde o.B., was mich sehr freute. Ich bekam Ultibro, ein Medikament, mit dem ich sehr gut zurechtkomme. Ich habe keinerlei Nebenwirkungen und fühle mich auch sonst die meiste Zeit gut.

Stand der Symptome zu dem Zeitpunkt: Häufig sehr nervige Schleimentwicklung im Rachen, manchmal fühlen sich die Bronchien entzündet an wie bei einem Infekt. Kein Husten, kein Auswurf, keine Atemnot. Körperlich bestes Befinden bei Bewegung und Belastung. Körperlich schlechteres Befinden bei Ruhe (außer bei totaler Ruhe nachts – da geht es mir immer gut).

Ich habe seit Anfang Februar keinen Infekt mehr gehabt und glaube schlicht und einfach, dass die COPD durch die Infekte gefördert wurde.

Frühere Atemwegserkrankungen: Als Kind hatte ich die ersten 7 Jahre meines Lebens spastische Bronchitis, die aber laut Kinderarzt komplett ausheilte. Außerdem hatte ich Keuchhusten wie viele Kinder. Dieser verlief zeitgleich mit der spastischen Bronchitis.
Danach hatte ich nur immer Infekte ohne große bronchiale Beteiligung. Eine akute spastische Bronchitis hatte ich im Jahre 2001, wo auch die Lunge geröntgt wurde wegen Verdachts auf Lungenentzündung, der sich glücklicherweise nicht bestätigte.
Danach hatte ich keine Erkrankungen mehr, die mit einer akuten Bronchitis einhergingen.
Eine einfache chronische Bronchitis (Raucherhusten) habe ich nie gehabt – ebenso wenig hatte ich irgendwelche Symptome, die im Vorfeld auf eine COPD hindeuteten. Ich hatte während meiner Raucherzeit hervorragende Lungen werte bis zum Schluss.
Ich hatte niemals in meinem Leben eine Lungenentzündung, kein allergisches oder nicht allergisches Asthma, keine Atemnot oder sonstiges, was auf eine Erkrankung der Lunge hindeuten könnte.

Heutige Einschränkungen: Keine! Keine Atemnot bei Belastung – ich kann Treppen steigen und mache es jetzt auch immer. Gesunde kommen eher außer Atem als ich. Kein Husten, kein Auswurf. Ich arbeite und lebe mein ganz normales Leben weiter, mache jetzt aber mehr Sport. Ich habe mich zwar nie besonders schlecht ernährt, achte aber jetzt mehr auf gesunde Ernährung und habe mir vorgenommen, etwas Gewicht zu reduzieren.

Ich habe nun auch alternative Medizin und leichte Ernährungsumstellungen mit in mein Leben einbezogen und habe es geschafft, durch die Einnahme von Broccoraphan und einen nächtlichen Sole-Rauminhalator die Entzündungen in den Bronchien weg zubekommen und bin jetzt so symptomfrei wie vor dem Wissen um die Erkrankung.

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