Termine für unsere COPD-Gruppentreffen im Jahr 2019

um 16:30 UHR

02.01.2019 im kleinen Raum

06.02.2019 „

06.03.2019 „

03.04.2019 „

08.05.2019 „ fällt aus , dafür Teilnahme an Hagen blüht auf am 04.05.2019

05.06.2019 „

03.07.2019 „

07.08.2019 „

04.09.2019 „

02.10.2019 „

06.11.2019 „

 

18.12.2019 um 16 UHR im großen Raum Weihnachtsfeier

Für einen offenen Umgang mit der COPD

Viele COPD-Patienten verschwenden viel Energie darauf, ihre Erkrankung vor anderen zu verbergen. Schluss damit!

COPD und Lungenemphysem sind – vor allem mit zunehmendem Fortschreiten - sichtbare Erkrankungen. Das heißt, dass die Krankheit im fortgeschrittenen Stadium von außen erkennbar wird, z.B. wenn

·        sich auffällige Symptome wie Hustenanfälle mit Auswurf und Atemnot einstellen,

·        die körperliche Leistungsfähigkeit bei Belastungen im Alltag abnimmt

·        oder der Einsatz von Hilfsmitteln wie Sauerstoffbrillen notwendig wird.

Eine körperliche Schwäche zeigt niemand gerne!

Zumal vor Nachbarn, Bekannten und Freunden, die vielleicht auch im Alter noch rüstig jeden Gipfel erklimmen. Wer will schon beim Ausflug mit Freunden der Hemmschuh sein, der alle aufhält? Oder beim Bäcker gefragt werden, warum man neuerdings eine Sauerstoffbrille trägt?

Wer so denkt, dem fallen immer mehr Gründe ein, warum man lieber zu Hause bleibt: Ich will keinem zur Last fallen! Ich muss mich schonen! So kann ich mich doch nicht blicken lassen!

Dieser schleichende Rückzug aus dem gewohnten Leben ist jedoch weder für die Krankheitsbewältigung noch für den Erfolg der Behandlung hilfreich. Ein offener und ehrlicher Umgang mit der COPD ist deshalb die bessere Lösung!

Tipps für einen offenen Umgang mit der COPD

1. Die COPD akzeptieren

Ein offener Umgang mit der COPD - das heißt zunächst einmal, dass wir selbst die Erkrankung akzeptieren und in der Öffentlichkeit nicht verbergen.

Akzeptieren heißt jedoch nicht, sich in sein vermeintliches Schicksal zu ergeben. Im Gegenteil: Wer die neue Situation annimmt, kann den Kampf gegen die Erkrankung aufnehmen.

2. Schluss mit den Ausreden

Gründe, zu Hause zu bleiben, gibt es viele. Die Gründe, weiterhin am Leben teilzuhaben, sind aber vergleichsweise viel bedeutsamer:

·        Die Teilhabe am öffentlichen Leben ist eine wichtige Quellen für unser seelisches Wohlbefinden.

·        Beziehungen zu Freunden und Familie geben uns Kraft und Zuversicht, um die Krankheit zu bewältigen.

·        Aktiv sein und Bewegung wirken dem Fortschreiten der Erkrankung entgegen.

3. Offen über die Krankheit sprechen

Als Betroffener steckt man nicht selten in einer Wahrnehmungsfalle: Während man selbst denkt, den anderen lästig zu sein, ist unser Umfeld meist nur allzu gerne bereit, Rücksicht zu nehmen und auf unsere Bedürfnisse einzugehen.

Dafür gibt es jedoch eine Voraussetzung: Nur wer offen und locker über die Erkrankung spricht, betreibt Aufklärung in eigener Sache und sorgt für Verständnis, Anteilnahme und Rücksicht.

Eine Sauerstoffbrille zum Beispiel ist kein Grund zur Scham, sondern ein hilfreiches Instrument, dass uns zu mehr Kraft und Ausdauer im Alltag verhilft. Wer schlecht sieht, braucht eine Brille und wer zu wenig Luft bekommt, braucht mehr Sauerstoff. Ganz einfach!

 

 

 

Copd Symptomatik – Die Symptome der Copd Krankheit (AHA)

Die Symptome der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung sind recht vielfältig und treten in vielen Fällen, vor allem in frühen Stadien oft nur vereinzelt auf. Im Anfangsstadium der Copd Krankheit sind viele Patienten sogar beschwerdefrei und nehmen keinerlei Notiz von dieser sehr ernsten Krankheit. Doch auch wenn Symptome der COPD Krankheit auftreten, deuten viele Erkrankte diese Zeichen nicht oder nicht richtig. In fast allen Fällen findet anfangs eine bewusste oder unterbewusste Verharmlosung statt.

Oft wird chronischer Husten mit oder ohne Auswurf einfach als Raucherhusten abgestempelt. Dieser allgemein als harmlos geltende Husten ist in der Regel nichts anderes als eine stetig fortschreitende chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Wer bereits unter Raucherhusten leidet ist oft schon in Stadium 2 der Copd Krankheit angelangt, teilweise auch darüber. Man darf die auftretenden Symptome also keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. Da es sich bei COPD um eine irreversible Erkrankung handelt, also der Krankheitsverlauf nicht umkehrbar ist, muss jeder Patient so schnell wie möglich alle das Lungengewebe schädigenden Faktoren einstellen und mit der Behandlung beginnen. Denn während man den Krankheitsverlauf der Copd Krankheit nicht stoppen kann, so kann man ihn nach aktuellen Erkenntnissen und mit der richtigen Behandlung zumindest verlangsamen. 

Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten und die Therapie von COPD.

Die Symptomatik: Copd Symptome im Überblick

Die bei Copd auftretenden Symptome werden unter Medizinern und Erkrankten oft als AHA-Symptome zusammengefasst. Diese Namensgebung basiert nicht nur auf den Anfangsbuchstaben der häufigsten Symptome sondern steht auch in direkter Verbindung mit dem Gefühlsempfinden bei Bekanntwerden der Erkrankung. Während des langsamen Fortschritts in der Anfangsphase nimmt kaum ein Patient Notiz, erst bei Diagnosestellung tritt dann der Aha-Effekt ein und dem Patienten wird bewusst was die einzelnen Symptome zu bedeuten hatten. Die aufgeführten Symptome können gemeinsam auftreten, oft sind es aber nur einzelne Krankheitszeichen auf die man aufmerksam wird. Bei einigen Patienten treten die Symptome trotz bestehender Erkrankung gar nicht erst auf, dies ist vor allem in den Stadien 1 und 2 der Fall.

Atemnot

Während die Atemnot anfangs meist nur bei schwerer körperlicher Belastung auftritt wird diese bei fortschreitender Copd Krankheit immer präsenter. Oft fällt die Atemnot dann beim Treppensteigen, dem transportieren von schweren Lasten, Sport, sexuellen Aktivitäten oder ähnlich anstrengenden Tätigkeiten auf. Im Endstadium ist die Atemnot dann oftmals sogar im sitzen oder liegen vorhanden. Handeln Sie also rechtzeitig!

Husten

Der Husten wird ebenso wie die anderen Symptome mit der Zeit immer schlimmer. Während Anfangs oft nur kurze Hustenattacken zu beobachten sind entwickeln sich bei fortschreitender Copd regelrechte Hustenanfälle. Der Körper versucht krampfhaft Sputum abzuhusten wodurch teilweise recht lange andauernde Hustenanfälle entstehen die den Körper, insbesondere das Herz- und Lungengewebe stark beanspruchen.

Auswurf

Der Auswurf von Schleim ist ein häufiges Symptom der Copd Erkrankung. Nicht nur am Morgen wird der Schleim (auch Sputum genannt) abgehustet. Mit fortschreitender Krankheit verändert sich die Konsistenz des Auswurfs, er wird fester und oft klebriger. Daraus resultiert ein zunehmend schwerer werdendes Abhusten des Schleims und daraus resultierend eine weitere Verschlechterung der Atemkapazität.

Symptome von Exazerbationen der Copd Krankheit

Diese Symptome einer Copd Exazerbation (akute Verschlechterung) können in Kombination auftreten. Oftmals sind es aber auch nur einzelne Symptome die auf eine Exazerbation hinweisen. Sollten Sie den Verdacht auf eine Exazerbation haben so besprechen Sie dies bitte unbedingt und umgehend mit dem behandelnden Arzt.

  • Erhöhung der Atemnot

  • Mehr Husten als üblich

  • Erhöhter Auswurf von Schleim (Sputum)

  • Die Farbe des Auswurfs hat sich verändert

  • Allgemeine Abgeschlagenheit, Müdigkeitserscheinungen

  • Unwohlsein, teilweise einhergehend mit Fieber

  • Das Verspüren von Enge in der Brust, Brustenge

 

Diagnose der Copd Krankheit

Bei der Diagnose der COPD Krankheit muss der behandelnde Arzt auf eine Vielzahl von Faktoren achten. Einige Krankheiten rufen Copd ähnliche Symptome hervor, müssen jedoch anders behandelt werden. Insbesondere eine Abgrenzung zum Asthma gilt als sehr wichtig. Nach einer eingehenden Anamnese werden in der Regel mehrere Untersuchungen eingeleitet um sicher zu stellen, dass es sich bei der Erkrankung des Patienten um die chronisch obstruktive Lungenerkrankung handelt.

Typische Fragen zur Diagnose bei der eingehenden Anamnese

  • Haben Sie geraucht oder gehören Sie zu einer Berufsgruppe mit erhöhter Staubbelastung?

  • Wie lange haben Sie geraucht bzw. wieviele Zigaretten waren es im Tagesdurchschnitt?

  • In welchem Beruf arbeiten Sie und welchen Schadstoffen sind Sie dort ausgesetzt?

  • Wie häufig husten Sie und seit wann tritt dieser Husten auf?

  • Geht mit dem Husten ein Auswurf von Schleim einher?

  • Welche Farbe hat der ausgeworfene Schleim?

  • Leiden Sie bei körperlicher Belastung unter Atemnot?

  • Tritt die Atemnot bereits beim Treppensteigen oder dem heben schwerer Lasten auf?

  • Konnten Sie diese Form der Atemnot auch schon im Ruhezustand feststellen?

  • Haben Sie das Gefühl Ihre allgemeine Leistungsfähigkeit habe abgenommen?

  • Konnten Sie einen über einen längeren Zeitraum andauernden Gewichtsverlust feststellen?

  • Welche weiteren Erkrankungen und Symptome haben Sie?

 

Untersuchungsmethoden zur Feststellung bei der Copd Diagnose

 

Abhören der Lunge mit dem Stethoskop

 

Beim Abhören der Lunge mit Hilfe eines Stethoskops kann festgestellt werden ob beim Ein- und/oder Ausatmen Geräusche auftreten die typisch für eine COPD sind. Zum Beispiel ein Pfeifen, Brummen oder Rasseln.

Spirometrie - die Lungenfunktionsanalyse

Bei der Lungenfunktionsanalyse, der sogenannten Spirometrie, wird festgestellt wie hoch die Lungenkapazität beim Ein- und Ausatmen ist. Auch der Widerstand in den Atemwegen sowie das Gesamtkapazität der Lunge kann durch diese Untersuchung festgestellt werden. So ist auch eine Abgrenzung zu Asthma möglich, welches ähnliche Symptome auslöst wie die COPD.

Blutgasanalyse – Der Sauerstoffgehalt im Blut

Bei der Blutgasanalyse wird der Sauerstoffgehalt im Blut gemessen. Je weiter die chronisch obstruktive Lungenerkrankung fortgeschritten ist, umso weniger Sauerstoff gelangt ins Blut. Auch zur Feststellung von Exazerbationen ist die Blutgasanalyse eine geeignete Untersuchungsform. Auch ein Alpha-1-Antitrypsinmangel kann bei der Analyse der Blut Gase festgestellt werden, welcher oft mitverantwortlich für eine Überblähung der Lunge, das sogenannte Lungenemphysem, ist.

Röntgen des Brustraums und EKG

Beim Röntgen des Brustraums kann eine Verengung der bronchialen Atemwege festgestellt werden. Ebenso verhält es sich mit dem Lungenemphysem, welches über Röntgenaufnahmen in der Regel problemlos diagnostizierbar ist. Auch das Elektrokardiogramm (EKG) ist oftmals notwendig um die Copd in der Diagnose von anderen Krankheiten mit ähnlichem Krankheitsbild abgrenzen zu können.

 

Copd Therapie: Behandlung der Copd Krankheit – Stand 2016

Ziele der COPD-Therapie

  • Krankheitsverlauf verlangsamen

  • Lungenfunktion verbessern

  • Körperliche Leistungsfähigkeit steigern

  • Lebensqualität im Alltag verbessern

  • Exazerbationen (Krankheitsschübe) bekämpfen

 

Was man selbst tun kann: Therapiemöglichkeiten zu Hause

Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung (s.u.) der Copd Krankheit durch einen Facharzt, gibt es einige Dinge, die man selbst tun kann, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen bzw. die Lebensqualität zu steigern. Oberstes Gebot bei der Copd Therapie ist der Stopp der Exposition mit Schadstoffen und Stäuben im allgemeinen. Hierdurch kann der Verlauf der COPD günstig beeinflusst und die noch vorhandene Leistungsfähigkeit der Lunge möglichst lange erhalten werden. Eine Behandlung ohne Medikamente ist nicht empfehlenswert.

Atemtherapie: Atemwege und Lunge trainieren, Schleim lösen

Durch die Nutzung eines Lungentrainers bzw. Atemtrainers kann die Lungenfunktion gesteigert werden. Die Atemtherapie ist eine sinnvolle Behandlungsmethode aus dem Bereich der Physiotherapie. Spezielle Geräte dienen der Schleimlösung und ermöglichen neben der Steigerung des Atemvolumens zusätzlich auch das Abhusten von festsitzendem Schleim.

Weiterlesen: Empfehlenswerte Lungentrainer zur Atemtherapie

Luftwäsche: Schadstoffe aus der Luft filtern

Um den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und die Atemwege zu entlasten empfiehlt sich die Nutzung eines Luftreinigers in den Wohnräumen oder am Arbeitsplatz. Mit einem Luftreiniger kann man Schadstoffe (Rauchpartikel, Feinstaub uvm.) aus der Luft filtern und somit für eine Entlastung der Atemwege sorgen.

Das Rauchen abgewöhnen

Mindestens genauso wichtig wie die Raumluft zu filtern ist es die Exposition mit Zigarettenrauch zu stoppen. Wer die Diagnose COPD erhalten hat sollte unverzüglich das Rauchen einstellen und dies als erste Therapiemaßnahme begreifen.

Hilfestellung: Wie Sie mit dem Rauchen aufhören können

Hilfsmittel nutzen

Wer an Copd und Atemnot leidet kann sich mit einfachen Hilfsmitteln das Leben erleichtern bzw. die Lebensqualität entscheidend verbessern. Das fängt bei Greifhilfen an geht über Fortbewegungshilfen, Duschhocker bis hin zu Therapiegeräten und Trainingsgeräten für das Heimtraining, um dem Muskelverfall entgegen zu wirken.

Hilfestellung: Hilfsmittel und Therapie Geräte für Copd Patienten

Ernährung und Konsum

Gerade als Patient mit bestehender Copd Krankheit ist richtige Ernährung und ein gesundes Konsumverhalten sehr wichtig. Die richtige Ernährung hilft Komplikationen zu verhindern und dem Körper speziell benötigte Nährstoffe zuzuführen. Auch ist eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme zu empfehlen um den Schleim möglichst dünnflüssig zu halten.

Weitere Informationen: Die richtige Ernährung – Ernährungstipps für Copd Patienten

Bewegung und Sport

Um dem bei COPD ständig drohenden Muskelschwund, also dem Abbau von Muskelmasse vorzubeugen bzw. neue Muskelmasse aufzubauen empfiehlt es sich (neben der richtigen Ernährung) auch sich angemessen sportlich zu betätigen. Neben dem Training zu Hause empfiehlt sich für Copd Patienten auch die Teilnahme an einer Lungensportgruppe.

Weitere Informationen: Bewegungstherapie und Sport bei bestehender Copd & Muskeln aufbauen als Copd Patient

Medikamentöse Therapie der Copd Krankheit: Behandlungsmöglichkeiten

Medikamente sind ein wichtiger Bestandteil der Leitlinie in der COPD-Therapie. Je nach Stadium der Copd Krankheit können unterschiedliche Medikamente eingenommen bzw. kombiniert werden. Generell kommen bei der Copd Therapie hauptsächlich zwei Medikamentengruppen zum Einsatz, die je nach Stadium auch kombiniert werden können:

  • Bronchodilatatoren (Beta-2-Agonisten, Anticholinergika, Methylyanthinen)

  • Kortison zum Inhalieren

Bei den Bronchodilatatoren handelt es sich um Medikamente zur Erweiterung der Bronchien. Sie bilden die Basis der medikamentösen Therapie, die täglich angewandt werden sollte. Sie werden hauptsächlich inhaliert und erreichen so schnell die kranken Bronchien. Man unterscheidet bei den Bronchodilatatoren zwischen Anticholinergika, Beta-2-Agonisten und Methylyanthinen. Diese Wirkstoffe haben prinzipiell eine sehr ähnliche Wirkung, allerdings unterscheiden Sie sich durch unterschiedliche Wirkmechanismen, also die Mechanismen durch welche die Atemwege beeinflusst werden. Auch hinsichtlich der potentiellen Nebenwirkungen und der stärke der Wirksamkeit unterscheiden sich die Wirkstoffe teilweise erheblich. Eine sinnvolle Beratung welche Wirkstoffe zur Therapie Ihrer Copd Krankheit in Betracht kommen ist nur durch den behandelnden Arzt möglich. Dieser kann alle einfließenden Faktoren hinsichtlich Ihrer Person und des Krankheitsverlaufs berücksichtigen.

Warnung: Vom Gebrauch des im Jahre 2007 eingeführten Respimat Haler in Kombination mit dem Medikament Spiriva wird wegen gesundheitlicher Bedenken abgeraten. Diese Warnung gilt alldings nicht für den bewährten Handihaler bzw. das Medikament Spiriva an sich.

Auch Glucocorticoide können bei einem Teil der Copd Patienten zu einer Verbesserung des Wohlbefindens beitragen. Diese werden hauptsächlich bei schwerer Copd Erkrankung ab Stadium 3 eingesetzt. Durch Kombinationspräparate aus Glucocorticoiden (z.B. Beclometason, Budesonid) und Beta-2-Agonisten (Salmeterol, Formoterol) kann die Entstehung von Exazerbationen um bis zu 25% reduziert werden. Auch der jährliche Abfall der Lungenkapazität beim Ausatmen kann durch die Einnahme dieser Kombinationspräparate verringert werden. Leider springen prozentual gesehen nur wenige Copd Patienten auf diese Therapieform an, weshalb beim Versuch dieser Behandlungsform genau auf den Krankheitsverlauf geachtet werden sollte.

Akuttherapie

In Ergänzung zu den Bronchodilatatoren wird bei schwerer COPD Krankheit mit häufigen Exazerbationen zusätzlich Kortison inhaliert. Als Inhalationsgeräte: empfehlen sich der Pari Boy SX und der Pariturbo Boy sowie das Inhalationsgerät MicroDrop Pro, welche in unabhängigen Tests gut abgeschnitten haben. Es handelt sich dabei um langlebige Medizinprodukte die von vielen Patienten täglich genutzt werden.

Sauerstofftherapie (Langzeittherapie) bei Copd

Unterschieden wird bei zwischen der akuten Sauerstoffbehandlung (siehe Sauerstoffdusche) und der dauerhaften zusätzlichen Versorgung mit Sauerstoff über längere Zeiträume (Langzeitsauerstofftherapie). Letztere wird ausschließlich bei starken Schweregraden zur Therapie der Copd Krankheit eingesetzt. Nach der Einleitung dieser Behandlungsmaßnahme wird die Langzeitsauerstofftherapie im Regelfall bis zum Lebensende des Patienten beibehalten. Durch die langfristige Versorgung mit Sauerstoff durch Hilfe der sogenannten Nasenbrille wird das persönliche Befinden der Patienten stark verbessert. Der Körper muss weniger Anstrengungen auf sich nehmen, um sich mit Sauerstoff zu versorgen. Durch die langfristige Behandlung mit Sauerstoff können auch die mit schwerer Copd oftmals einhergehenden Komplikationen (Siehe Folgeerkrankungen), aufgrund der besseren Verfügbarkeit von Sauerstoff in den Atemwegen, in ihrem Fortschritt gehemmt werden.

Natürliche Behandlung der COPD mit Homöopathie (Naturheilkunde)

Es gibt Ansätze in der naturheilkundlichen Behandlung die unterstützend zur schulmedizinischen Therapie angewandt werden können. Wissenschaftliche Studien bzgl. der Ziele und Wirksamkeit sind vorhanden. Die Erfahrungen der Studien gehen aber weit auseinander. Von Wirkungslos bis zu guter Linderung der Symptome reichen die Aussagen. Ich selbst habe wenig Erfahrung mit dieser Behandlungsform, würde aber generell sagen: Besser als nicht behandelt ist der Versuch allemal!

Empfohlene Impfungen bei bestehender Copd Krankheit

Da Copd Patienten ein stark erhöhtes Risiko haben an Virusinfektionen und Infektionen mit Bakterien zu erkranken empfiehlt sich die Impfung gegen Grippe und Pneumokokken. Besonders die Pneumokokken-Schutzimpfung wird an COPD erkrankten Menschen nahe gelegt. Pneumokokken sind eine Art von Bakterien die häufig vorkommen und Lungenentzündungen auslösen können. Besonders bei bestehender chronisch obstruktiver Lungenerkrankung kann eine Lungenentzündung fatale Folgen haben. Auch die Grippeschutz-Impfung ist für Menschen mit Copd Krankheit empfehlenswert, da die Influenza Infektionen häufig auch die Atemwege betreffen und den Krankheitszustand einer Copd verschlimmern können.

Chirurgische Maßnahmen bei der Therapie und Behandlung von Copd

Lungentransplantation
Eine Lungentransplantation findet bei COPD Patienten nur in sehr schweren Fällen statt. Dies ist neben dem Mangel an Spenderlungen vor allem durch die mit schwerer Copd einhergehenden Begleiterkrankungen bedingt, welche eine Lungentransplantation bei Copd Erkrankten erschweren. Im Falle dass eine Lungentransplantation vorgenommen wird, so kann je nach Indikation entweder nur ein Lungenflügel oder beide Lungenflügel transplantiert werden. Die Obergrenze des Alters bei Lungentransplantationen beträgt im allgemeinen 65 Jahre, je nach biologischem Alter kann die Grenze aber auch nach oben oder unten verschoben werden.

Da es sich bei einer Lungentransplantation um einen sehr schweren Eingriff handelt treten nach dem chirurgischen Eingriff oft Komplikationen auf. Innerhalb der ersten Wochen nach dem chirurgischen Eingriff können innere Blutungen, Probleme an den Nahtstellen und Lähmungserscheinungen des Zwerchfells auftreten. In einigen Fällen kommt es auch zu akutem Herzversagen bzw. Lungenversagen. Darüber hinaus muss innerhalb der ersten Monate auch mit Infektionen durch Krankheitserregern wie Viren und Bakterien gerechnet werden. Auch der Pilzbefall des transplantierten Lungengewebes ist möglich. Die Abstoßungsreaktionen des eigenen Körpers konnten dank neuartiger Medikamente stark reduziert werden, trotzdem ist die Gefahr einer Abstoßung des transplantierten Lunge nicht gebannt. Patienten müssen nach einer Lungentransplantation auf unbestimmte Zeit starke Medikamente einnehmen.

Operative Lungenvolumenreduktion
Bei der Volumenreduktion der Lunge (Lungenvolumenverminderung) muss der Brustkorb operativ geöffnet werden. Daher ist auch bei dieser Variante mit schweren Komplikationen zu rechnen, die ähnlich denen der Lungentransplantation sind. Da hier jedoch kein fremdes Gewebe implantiert wird treten keine Abstoßungserscheinungen auf. Generell ist die Lungenvolumenreduktion der verträglichere Weg um Copd Patienten zu helfen. Allerdings kann dieser chirurgische Eingriff nur vorgenommen werden wenn ausschließlich Teile der Lunge betroffen sind, also emphysematös sind. Sollte die gesamte Lunge betroffen sein ist dieses Verfahren nicht zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes geeignet.

Bronchoskopische Lungenvolumenverminderung
Mit dieser Behandlungsmethode kann vor allem Copd Patienten mit Lungenemphysem geholfen werden ohne das ein chirurgischer Eingriff erfolgen muss. Hierbei werden über ein Endoskop Ventile in die jeweiligen Lungenlappen eingeführt und fixiert. Dadurch können an den jeweiligen Lungenlappen angrenzende Bereiche besser mit Sauerstoff versorgt werden und die Ausatmung findet vollständiger statt. Dieses Verfahren befindet sich teilweise (Stand 2012 bzw. 2013) noch in der Erprobungsphase, wird aber bereits an einigen Chirurgie Zentren angeboten und kann mit guten Erfolgsraten aufwarten.

 

Leben mit Copd

Schnell und gesund abnehmen mit Trennkost – Schnell an Gewicht verlieren mit der Trennkost Diät

Mit Hilfe einer Ernährungsumstellung auf Trennkost kann man schnell Gewicht verlieren ohne dabei hungern zu müssen. Man kann ausreichend große Portionen zu sich nehmen und auch mal ein Glas Alkohol dazu trinken ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Wenn man dann noch leckere Trennkost Rezepte kennt oder sich selbst aus den kombinierbaren Lebensmitteln neue Gerichte zaubert wird schnell von dieser Ernährung überzeugt sein.

Prinzip der Trennkost:

Bei der Trennkost werden Lebensmittel in 3 Gruppen geteilt, a) Eiweisse b) Kohlehydrate und c) Neutral eingeordnet. Lebensmitteln aus den ersten beiden Gruppen kann man mit der dritten Gruppe C beliebig kombinieren und daraus Mahlzeiten zubereiten. Man darf nur a und b nicht miteinander kombinieren. Bei der Kombination von Eiweißen und Kohlehydraten wird die Verdauung verlangsamt, der Körper muss mehr Enzyme zur Aufspaltung bereitstellen und kann diese oft nicht in gewünschter Menge liefern. Bei der richtigen Kombination der Lebensmittel kann man schnell abnehmen und ernährt sich dabei zudem gesund.

Vorteile der Trennkost:

  • Man kann leicht und schnell abnehmen

  • Man kann sich satt essen

  • Gesünder für den Magen, Magenschonender

  • Gut für den Darm, Der Stuhlgang wird fester und weniger schleimig

Nachteile bei der Trennkost Diät:

  • In deutschen Restaurants wo viel Fleisch mit Kartoffeln serviert wird ist es schwierig passende Gerichte zu finden. Allerdings kann man bei der Trennkost auch ruhig den ein oder anderen Tag mal sündigen und sich so ernähren wie man möchte. Es gibt trotzdem keinen Jojo-Effekt wenn man danach wieder trennköstlich ist.

Wie zunehmen? Richtig zu nehmen bei Untergewicht – Schnelle Gewichtszunahme bei Unterernährung

Nicht nur Menschen die unter der Copd Krankheit leiden haben Probleme mit Untergewicht. Wer wirklich zunehmen möchte und es nicht schafft hat oft mit einem körperlichen Handicap oder psychischen Problemen zu kämpfen. Teilweise sind Menschen mit Untergewicht aber auch einfach nur zu schnell satt oder haben einen sehr aktiven Stoffwechsel. Wir möchten in diesem Artikel darüber berichten wie man unabhängig von der Ursache schnell und gesund zunehmen kann.

Zunehmen leicht gemacht – So schaffen Sie es Gewicht zuzunehmen

Als erstes sollte man sich Ziele setzen und diese in Meilensteine einteilen, also Gewichtsabschnitte setzen über deren Erreichen man sich freuen kann. Das ermutigt und hilft beim weiter zu nehmen. Wir empfehlen 6 gleichmäßig verteile Abschnitte zu setzen von denen der letzte das Ideal- oder Normalgewicht nach dem Bmi ist. Angenommen man ist stark untergewichtig und wiegt 55kg bei einem idealem Gewicht von 75kg, so teilt man die Differenz (in diesem Falle 20kg) durch 6. Man sollte also alle 3,3kg einen Meilenstein setzen und nach und nach zu einem gesunden Gewichtsverhältnis finden. Hat man sich seine Ziele abgesteckt kann es los gehen.

4 Mahlzeiten Ernährungsplan zur Zunahme von Körpergewicht

Besonders wichtig um akut Gewicht zunehmen zu können ist eine über den Tag verteilte und großzügig portionierte Nahrungsaufnahme. Um wirklich schnell Gewicht aufbauen zu können empfiehlt es sich Abends reichhaltig Kohlehydrate zu verzehren. Diese werden über Nacht nur schwer abgebaut und helfen am besten gegen Untergewicht. Wer trotz reichhaltiger Nahrungsaufnahme nicht zu nimmt kann auch Gewichtszunahme konsumieren. Im Anschluss finden Sie einen Beispielernährungsplan für Normalesser und weiter unten auch allgemeine Tipps sowie spezielle Tipps für Vegetarier mehr Gewicht zulegen möchten.

Ein Beispiel eines Ernährungsplans zur schnellen Zunahme von Gewicht:

Morgens: ausgiebiges Frühstück mit Butter, Milch, Joghurt, Marmelade, Honig, sowie fetthaltigem Käse und fetthaltiger Wurst auf Brot oder Brötchen. Ebenfalls gut geeignet sind Blätterteiggebäck und Croissants. Als Beilage empfehlen sich auch Tomaten, Knoblauch und Zwiebeln.

Mittags: Nudelgerichte mit Käse oder Fleischbeilage, Käsehaltige Aufläufe, Fleischgerichte in Kombination mit Kohlehydratreichen Nahrungsmitteln wie Kartoffeln oder Reis. Dazu Gemüse wie Erbsen, Bohnen, Kohlrabi, Schwarzwurzel, Spargel, Zuchchini, Kohl

Nachmittags: Milchkaffee oder Kaffee mit viel Sahne, wahlweise auch Tee oder ein anderes Getränk Ihrer Wahl mit Süßgebäck, Brot, Brötchen oder Croissants mit Nussaufstrich oder Marmelade, alternativ Butterbrot mit Wurst oder einem anderem kalorienreichen Belag.

Abends: Kohlehydratreiche Nahrung, z.B. Bratkartoffeln, Pommes, Weizennudeln, Butterbrote, Kartoffelchips, Erbseneintopf, Bohneneintopg, Kartoffelgratins und ähnliche Gerichte mit einer Fleischbeilage Ihrer Wahl. Als Getränke eignen sich Cola, Bier, Malzbier, zuckerhaltige Fruchtsäfte

Generelle Kombinationsmöglichkeiten
Sehr effektiv zu nehmen lässt sich mit Kohlehydrat-Eiweiß Kombinationen: Dazu zählen unter anderem Getreideprodukte wie Brot, Brötchen oder Weizennudeln in Kombination mit Tierprodukten wie Eiern, Butter, Käse und Wurstwaren. Auch Gerichte wie Kartoffelbrei mit Fleisch, Bratkartoffeln mit Eiern und Speck und ähnliche Kombis sind sehr gut geeignet.

Spezialnahrung zur Gewichtszunahme – Wirklich schnell zunehmen

Fortimel eignet sich als Zusatznahrung um Gewicht aufzubauen. Die Nahrungsergänzung gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen (teils sehr süß) und Produktreihen mit hoher Kalorienzahl

 

Fresubin ist eine Produktreihe zur Alleinernährung bzw. Zusatzernährung. Diese Spezialnahrung hat ist sehr kalorienreich und gut verträglich. Schmeckt je nach Geschmacksrichtung sehr süß.

 

Mega Mass Produkte werden hauptsächlich von Bodybuildern genutzt und gehören zur Gruppe der Weight Gainer. Sie können aber auch nicht Bodybuildern beim zunehmen helfen und sorgen für einen schnellen Gewichtsaufbau

 

Ernährungstipps zur Gewichtszunahme für Vegetarier und Veganer
Als Vegetarier mit Untergewicht hat man es nicht zwangsläufig schwerer als der normal essende Bürger. Wichtig ist das man die fehlende Kalorienzufuhr aufgrund des Fleischmangels durch andere Kalorienreiche Produkte ersetzt. Besonders eignen sich dazu tierische und pflanzliche Fette die in folgenden Produkten enthalten sind: Käse, Milch, Sahne, Joghurt, Schmand, Quark sowie Nüsse, Kerne, Samen (z.B. Hanfsamen). Generell empfiehlt sich eine Kombination aus Kohlehydratreichem Gemüse wie Kartoffeln und tierischen Fetten.

Für Veganer sind uns leider keine Ernährungstipps bekannt die einem Veganer dabei helfen Gewicht zu zunehmen. Über Ratschläge zur Ergänzung von Ihnen würden wir uns sehr freuen. Schreiben Sie uns dazu bitte eine E-Mail.

Untergewichtigkeit als Folge der Copd-Krankheit

Bei der COPD wird in späteren Stadien oft zwischen zwei Krankheitstypen unterschieden. Da ist zum einen der sogenannte „Blue Bloater“, ein zu Übergewicht neigender Mensch mit sehr schlechter Sauerstoffversorgung und daraus resultierender bläulich Färbung der Haut und zum anderen der sog. „Pink Puffer“. Bei letzterem handelt es sich um einen an Untergewicht leidenden Menschen der bedingt durch die schwergängige und häufiger stattfindende Atmung einen erhöhten Kalorienverbrauch aufweist.

Das Idealgewicht herausfinden – Den BMI (Body Mass Index) berechnen

Um zu wissen welches Gewicht man erreichen will sollte man sein Ideal- oder Normalgewicht kennen und sich eines von beiden als Ziel setzen. Früher hat man zur Berechnung des Idealgewichts eine einfache Faustregel zu Hilfe genommen. „Man ziehe 100cm von der Körpergröße in Cm ab und erhält das Normalgewicht in Kg“. Diese Annahme ist heutzutage überholt und wurde auf wissenschaftlicher Basis durch den Bmi abgelöst. Der Bodymassindex berücksichtigt als Berechnungsgrundlage das Geschlecht und das Alter der Person. Berechnet wird der Wert wie folgt: Körpermaße (kg) : (Körpergröße x Körpergröße) (in Metern) = BMI

Beispiel – Eine Person ist 1,80 m groß und wiegt 88kg:
88 : (1,8 x 1,8) wird zu 88 : 3,24 = 27,16 BMI

Bmi Wert

Klassifizierung

unter 16

stark untergewichtig

16 – 17

minder untergewichtig

17 – 18.5

leicht untergewichtig

18.5 – 25

normalgewichtig

25 – 30

übergewichtig

30 – 35

Adipositas I

35 – 40

Adipositas II

über 40,0

Adipositas III

Gut vorbereitet in die kalte Jahreszeit – Vorsorge als Copd Patient

Wenn die Tage kürzer, die Temperaturen kälter und das Wetter immer unbeständiger wird beginnt die kalte Jahreszeit und mit ihr die Zeit der Atemwegsinfektionen. Bedingt durch trockene Heizungsluft und Kälte wird der Atemtrakt strapaziert und den Krankheitserregern Tür und Tor geöffnet. Jetzt haben Sie es wesentlich leichter sich in den den Atemwegen festzusetzen. Besonders bei Menschen die an Copd leiden und deren Immunsystem ohnehin schon geschwächt ist haben die Erreger leichtes Spiel. Grund genug sich auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten.

Mit gestärkten Abwehrkräften auf in den Kampf

Allgemeine Verhaltenstipps

Um die allgemeinen Abwehrkräfte des Körpers auf einem hohen Level zu halten gilt es einige Dinge zu beachten. Die meisten davon sind ganz alltäglich, werden von uns Menschen jedoch all zu oft vernachlässigt. Machen Sie nicht den gleichen Fehler. Sorgen Sie für ausreichend Schlaf damit ihr Körper in den notwendigen Ruhephasen regenerieren kann. Vermeiden Sie psychischen und körperlichen Stress, bleiben Sie Ruhig und gelassen. Ebenfalls sehr förderlich um die körpereigenen Abwehrkräfte zu stärken ist regelmäßiger Sport. Achten Sie dabei aber unbedingt darauf das Sie nicht auskühlen oder zu stark außer Atem geraten. Auch der abrupte Wechsel von kalter in eine warme Umgebung sollte vermieden werden. Ziehen Sie sich warm an wenn Sie nach draußen gehen und nutzen Sie einen Schal sowie eine Kopfbedeckung. Legen Sie diese direkt nach dem Betreten von beheizten Räumen wieder ab. Halten Sie sich keinesfalls mit warmer Kleidung in beheizten Räumen auf um dann später wieder nach draußen zu gehen!

Ernährungstipps um die körpereigene Abwehr zu stärken

Eine gesunde Ernährung ist wichtig um die Abwehrkräfte zu stärken. Essen Sie also vermehrt Gemüse und Obst. Dadurch versorgen Sie Ihren Körper mit wichtigen Vitaminen. Empfehlenswert sind Paprikas, Kohlrabis, Zucchini, Möhren, Tomaten, Äpfel, Orangen und viele andere Obst und Gemüsesorten. Dadurch werden Sie mit Vitamin C und wichtigen Spurenelementen versorgt die Ihr Körper täglich braucht. Aber auch Nahrungsmittel wie Eier, Fleisch, Vollkorngetreideprodukte und Hülsenfrüchte sollten von Ihnen regelmäßig konsumiert werden. Diese enthalten unter anderem auch Zink, welcher bei der Entfaltung der Immunabwehr eine wichtige Rolle spielt.

Die Grippeimpfung

Nicht nur bei älteren Menschen wird zusätzlich zu einer allgemeinen Stärkung der Abwehrkräfte auch die Grippeimpfung empfohlen. Besonders bei Copd Patienten ist eine Grippeimpfung sehr sinnvoll und kann im Ernstfall sogar Leben retten. Die Folgen einer normalen Grippe können bei Copd Patienten nämlich drastisch sein und enden nicht selten mit einer Lungenentzündung. Daher sollte die Impfung gegen die Influenza jährlich durchgeführt werden. Die Kosten für die Grippeimpfung übernehmen dabei die Krankenkassen.

Vitamine und Spurenelemente – Zusätzliche Gabe von Vitaminpräparaten bei Copd Erkrankung

Damit es zu keinen Exazerbationen durch bakterielle Infekte oder Viruserkrankungen kommt ist es generell sinnvoll sich gesund zu ernähren und für eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen und Nährstoffen zu sorgen. Darüber hinaus haben sich in der Behandlung von Copd aber zwei Ansätze ergeben, welchen die zusätzliche Zufuhr der Vitamine D und A zu Grunde liegt.

Vitamin D
Da sehr viele Copd Patienten laut diverser Studien einen Vitamin D Mangel aufweisen, kann die orale Zuführung von zusätzlichem Vitamin D eine sinnvolle Maßnahme zur Behandlung der Copd Krankheit sein. In einer Studie aus Belgien fanden die Forscher anhand der Untersuchung von über 400 Copd Erkrankten heraus, dass es eine signifikante Korrelation zwischen dem FEV 1 Wert (der sog. Einsekundenkapazität) und dem jeweiligen Vitamin D Spiegel des jeweiligen Patienten gibt. Der zu niedrige Vitamin D Spiegel ließ sich vor allem bei Patienten mit starker Copd der Schweregrade III und IV nach Copd Gold Standard feststellen. COPD III Patienten wiesen dabei zu 60%, COPD IV Patienten sogar zu 77% einen ernsten Vitamin D Mangel auf. Laut Prof. Claus Vogelmeier sei diese Erkenntnis unter Umständen von großer Bedeutung. Sie müsse unbedingt die die Behandlung der Copd Krankheit einfließen. Auch wenn hier noch weitere Forschungen notwendig sind, eine zusätzliche Gabe des D-Vitamins scheint in jedem Falle sinnvoll zu sein. Das angesprochene Vitamin steigert die Aktivation von CD4 Zellen, erhöht die Kraft der sogenannten Skelettmuskeln und hat günstige Einflüsse auf den Knochenstoffwechsel. Auch die Interaktion zwischen dendritischen und T-Zellen wird von diesem Vitamin positiv beeinflusst. Uneinig ist man sich bislang, ob der Vitamin D Mangel Auslöser, Begünstiger oder einfach nur eine Folge der Copd Krankheit ist. Es muss weiter geforscht werden.

Vitamin A

Ein zusätzlicher Ansatz in der Copd Therapie bildet die Vitamin-A-Säure. Genauer gesagt geht es um Abkömmlinge der Vitamin A-Säure, welche Retinoide genannt werden. Diese sind unter anderem an der Alveolen-Entwicklung beteiligt. Außerdem besitzt das Vitamin A eine Emphysembildungshemmende Wirkung. Es wird vermutet das durch Vitamin A ein vorherrschendes Ungleichgewicht der Enzyme in den Magrophagen beseitigen kann. Genauer gesagt geht es um das Ungleichgewicht zwischen dem Enzym MMP-9 und TIMP-1, welche bei gesunden Menschen in gleicher Konzentration vorhanden sind. Bei Menschen mit Copd Erkrankung hingegen ist dieses natürliche Gleichgewicht gestört und es kommt zum Abbau von Lungengewebe. Wissenschaftler spekulieren, dass eine Vitamin A Gabe den Abbau von Lungengewebe verlangsamen kann in dem es durch die Hemmung des MMP-9 Enzyms das Gleichgewicht wieder herstellt.  Allerdings wurde in einer Studie der Universitätsklinik Marburg und Gießen festgestellt, dass eine übermäßige Zufuhr des A-Vitamins unerwünschte Nebeneffekte für Copd Patienten mit emphysematöser Lunge mit sich bringt. Auch hier sind weitere Forschungen notwendig.

Vitaminpräparate für Copd Patienten
Wir raten an dieser Stelle unabhängig von den Studien ausdrücklich von einer übermäßigen Vitaminzufuhr ab. Diese Warnung gilt indes nicht nur für Copd Patienten sondern für alle Menschen gleichermaßen. Eine übermäßige Vitaminzufuhr ist in keinem Falle förderlich, oftmals sogar schädlich. Im Gegensatz zur übermäßigen Zufuhr ist ein normaler Vitaminspiegelallerdings ein vernünftiges Ziel. Dieser ist am besten in Zusammenarbeit mit Ihrem behandelnden Arzt zu erreichen. Eine zusätzliche Vitaminzufuhr kann dieser anhand Ihrer aktuellen Blutwerte bzw. des Vitaminspiegels berechnen. Sollten einzelne Vitamine unterhalb des Sollwertes sein wird dieser mit Ihnen ein Vitaminprogramm ausarbeiten und entsprechende Produkte oder Nährstoffe empfehlen.

COPD und Sport – Warum körperliche Betätigung so wichtig ist

Bereits leichtes Training führt zu einer Verbesserung der körpereigenen Ausdauer und erhöht auf Dauer die Muskelmasse. Das Verhältnis von Fett zu rotem Fleisch nimmt ab. Kurzum, durch körperliches Training minimiert man nicht nur als Copd Patient das Risiko an Gefäßkrankheiten oder Herzkrankheiten zu erkranken. Auch die Osteoporose, ebenfalls eine häufig auftretende Begleiterkrankung, wird durch körperliche Betätigung in Ihrer Entwicklung gehemmt. Eine bestehende Copd ist also kein Hinderungsgrund sich sportlich zu betätigen. Sie ist vielmehr ein Grund dafür Sport zu treiben.

Wichtig ist das sich Patienten mit einer Lungenkrankheit nicht körperlich überanstrengen. Es sollte also auf ein angemessenes Training geachtet werden das den Patienten zwar fordert aber ihn nicht außer Atem bringt. Sprechen Sie vor Trainingsbeginn mit Ihrem behandelnden Arzt und stimmen Sie sich mit ihm ab. Entscheidend für die Gestaltung des persönlichen Sportprogramms ist auch der FEV1 Wert sowie die Tatsache ob neben der COPD Krankheit noch andere Erkrankungen vorliegen.

Sport für die Lungen – Wie Sie die Lunge trainieren können

Neben allgemeinem Körperlichem Training empfiehlt es sich für Copd Patienten besonders auch die Lunge zu trainieren. Hierfür stehen spezielle Geräte, sogenannte Lungentrainer, zur Verfügung. Diese kosten in den meisten Fällen unter 100 Euro und sind bei kontinuierlichem Training sehr gut dazu geeignet die Lungenleistung zu steigern. Neben dem Trainingseffekt ist auch die Schleimlösende Wirkung vieler exspiratorischer Lungentrainer positiv zu werten. Bei bestimmten Modellen ist eine vibrationserzeugende Komponente enthalten, wodurch der Schleim effektiv gelöst und leichter abgehustet werden kann. Siehe: Lungentrainer

Welche Sportarten sind geeignet für Copd Kranke?

Geeignete Sportarten für Copd Patienten sind vor allem bei den Ausdauersportarten zu suchen. Darüber hinaus ist auch eine Kombination mit leichtem Kraftsport als sinnvoll anzusehen. So wird nicht nur die Kondition trainiert sondern zusätzlich auch ein größeres Maß an Muskelmasse aufgebaut bzw. der Verfall dessen gestoppt. Besonders geeignet sind Sportarten bei denen kontinuierlich Energie verbraucht, also beispielsweise Fahrradfahren, Schwimmen oder Walking (stramm Spazieren gehen). Auch Golf ist aufgrund der großen Wege die man während dem Golfspielen zurücklegt eine empfehlenswerte Sportart bei bestehender Copd Krankheit.

Im Rahmen des Kraftrainings empfiehlt es sich besonders die Muskulatur des Oberkörpers zu trainieren, also Arme, Schulter-, Nacken- und Rückenmuskulatur. Auch das Training der Bauchmuskulatur empfiehlt sich, da sich dies auch positiv auf das Zwerchfell auswirkt. Im Grunde genommen also ein ganz normales Fitnessprogramm. Wichtig ist vor allem den Körper nicht übermäßig zu beanspruchen, sodass immer genügend Luftreserven vorhanden sind. Erarbeiten Sie dazu am besten in Kooperation mit Ihrem Arzt und einem professionellen Fitnesstrainer ein auf Ihren Krankheitszustand angepasstes Kraft- und Fitnesstrainingsprogramm.

Der Anfang – Lassen Sie es langsam angehen

Viele COPD Kranke haben in der letzten Zeit keinen oder kaum Sport getrieben. Deshalb ist es wichtig langsam an die Sache heranzugehen und die Leistungsgrenze Ihres Körpers nach und nach weiter nach oben zu verschieben. Es empfiehlt sich am Anfang also mit ruhigen Sportarten anzufangen um die Ausdauer zu trainieren und Ihren Körper auf einen erhöhten Sauerstoffverbrauch vorzubereiten.

Gehen Sie am Anfang erstmal langsam spazieren und erhöhen Sie bei angemessenem Tempo die Länge der einzelnen Spaziergänge. Kombinieren Sie das Lauftraining mit Streck- und Dehnungsübungen, dies können Sie je nach Übung sowohl während des Gehens als auch in kurzen Gehpausen durchführen. Alternativ können Sie bei bestehenden Gelenksproblemen auch mit dem Radfahren anfangen. Hier gilt das gleiche wie beim Laufen. Fangen Sie langsam an und steigern Sie kontinuierlich die Beanspruchung Ihres Körpers. Nutzen Sie die Fahrpausen für Dehnungs- und Streckübungen und um einen kleinen Snack zu sich zu nehmen. Achten Sie auch auf die Benutzung Lippenbremse (siehe Verhaltenstipps für Copd Patienten) um nicht außer Atem zu geraten.

Auch bei fortgeschrittenem Trainingszustand ist es wichtig mit Aufwärmübungen zu starten um den Körper nicht von einer Minute auf die andere zu überlasten. Nach den Trainingseinheiten sollten Copd Patienten für ausreichende Ruhephasen sorgen und das Training mit Atemübungen ausklingen lassen.

Lungensportgruppen – Gemeinsames Training in einer Lungensportgruppe

Um nicht alleine trainieren zu müssen aber auch um soziale Kontakte zu pflegen und sich gemeinsam über die Probleme von Lungenkranken austauschen zu können empfiehlt sich die Teilnahme an einer Lungensportgruppe. Hier wird gemeinsam ein auf die Bedürfnisse von Lungenkranken abgestimmtes Training durchgeführt. Die Kosten für die Teilnahme an einer Lungensportgruppe werden unter bestimmten Bedingungen bis zu 100% von den Krankenkassen übernommen. Eine aktuelle und nach Postleitzahlen gegliederte Liste von Lungensportgruppen finden Sie hier.

Geeignete Sportarten für Copd Patienten (Liste)

Wer nur unter leichter COPD Krankheit leidet hat es bei der Auswahl einer geeigneten Sportart relativ leicht. Sofern die Lungenkapazität ausreichend ist können Patienten mit leichter COPD auch an populären Breitensportarten wie Fußball, Basketball und Handball teilnehmen. Bei leichter COPD Erkrankung ist man bei der Wahl der Sportart also nicht so stark eingeschränkt wie es bei höheren Copd Stadien der Fall ist. Selbstverständlich sollten aber auch Patienten mit leichter COPD keinesfalls Apnoetauchen oder andere Sportarten ausführen, welche die Lunge zu stark strapazieren.

Bei schwerer Copd Krankheit fallen die meisten regulären Sportarten weg. Hier können nur noch bestimmte Sportarten ausgeführt werden, welche den Sauerstoffverbrauch nicht unkontrollierbar in die Höhe schnellen lassen. Bei sehr schwerer Copd Erkrankung gibt es dann nur noch sehr wenige geeignete Sportarten. Hier empfiehlt sich leichtes Krafttraining im Sitzen, leichtes Training mit einem Heimtrainer (z.B. Minitrainer) oder Therabändern (siehe auch Hilfsmittel bei der Copd Krankheit)

Geeignete Sportarten – COPD Sport

Diese Sportarten sind bei entsprechender Ausführung auch für Menschen mit fortgeschrittener Copd, teilweise bis in die hohen Schweregrade (Copd Gold – Die Copd Stadien) geeignet. Sprechen Sie vor dem Beginn eines sportlichen Trainings unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt.

Agility
• Angeln
• Bogenschiessen
• Bosseln
• Bowling
• Casting
• Croquet
• Curling
• Dart
• Flossenschwimmen
• Gateball
• Geocaching
• Gorodki
• Gymnastik
• Jeu de palets
• Kegeln
• Laufen
• Nordic Walking
• Radfahren
• Reiten
• Rudern
• Schießsport
• Schwimmen
• Segeln
• Sport Stacking
• Tanzen
• Thai Chi
• Tischfussball
• Tischtennis
• Wandern
• Wassergymnastik
• Yoga

Copd Exazerbationen vermeiden – Den Krankheitsschüben entgegen treten

Wer unter Exazerbationen bei der Copd Krankheit leidet weiss wie unangenehm diese Krankheitsschübe sein können. Nicht selten geht diese akute Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit starken Hustenanfällen, hohem Fieber, totaler Erschöpfung und Angstzuständen einher. Auch wer sich im Laufe der Jahre etwas an die plötzlich auftretenden Krankheitsschübe gewöhnt hat wird von teilweise unerwartet heftigen Exazerbationen überrascht und oft über Tage oder noch längere Zeiträume aus der Bahn geworfen. Doch was kann man gegen Exazerbationen der Copd Krankheit tun?

Die Ursachen für Exazerbationen der Copd sind meistens Infektionen der Atemwege. Ein ansonsten kaum bedrohlicher Schnupfen kann bei Copd Patienten zu einer schweren Exazerbation führen. Dies gilt selbstverständlich auch für alle anderen Arten von infektiösen Erkrankungen der Atemwege. Als Copd Patient sollte man deshalb das möglichste tun um den Kontakt mit Viren und Bakterien zu vermeiden. Auch Pilze können Auslöser von Exazerbationen sein.

Was Sie tun können um Exazerbationen zu vermeiden

Wichtig: Bitte beachten Sie auch die allgemeinen COPD Verhaltenstipps

Versuchen Sie den Kontakt mit infizierten Menschen zu meiden so gut es geht.
Waschen Sie sich vor dem Essen sowie jedes Mal wenn Sie nach Hause kommen die Hände.
Achten Sie auf Schadstofffreie Luft (Meiden Sie Tiefgaragen, stark befahrene Straßen).
Meiden Sie kaltes Klima und harte Übergänge zwischen Warm und Kalt (Klimaanlagen).
Gönnen Sie Ihrem Körper ausreichende Ruhepausen und durchgehende Schlafphasen.
Ernähren Sie sich ausgewogen und Vitaminreich um Ihre Abwehrkräfte zu stärken.
Trinken Sie täglich mindestens 3 Liter Flüssigkeit, vorzugsweise Wasser und Säfte.
Schutzimpfungen u.a. gegen Pneumokokken und Influenza sind ebenfalls empfehlenswert.

Medizinische Therapie von Exazerbationen und Vorbeugung

Neben den allgemeinen Maßnahmen bei der Copd Therapie und den vorbeugenden Schutzimpfungen gegen bestimmte Bakterien und Viren gibt es noch andere Ansätze zur Reduzierung von Exazerbationen bei Copd Patienten.

Laut einer Studie die an 22 chinesischen Gesundheitszentren durchgeführt wurde, können Mukolytica die Exazerbationsrate verringern. In der Studie aus dem Jahr 2008 wurde das Mukolytikum nach einer kurzen Gewöhnungsphase zwei mal täglich verabreicht. Es handelte sich dabei um Carbocistein das in einer Dosis von 250ml je Einheit verabreicht wurde. Dadurch konnte eine um knapp 25% geringere Rate an Exazerbationen erreicht werden. Bei der Lungenfunktion selbst konnte hingegen keine Verbesserung beobachtet werden.

Im Gegensatz zu dieser Studie kam die Bronchus-Studie jedoch eher zu negativen Ergebnissen was die Verringerung von Exazerbationen mit Mukolytica angeht. Allerdings wurde in dieser Studie ein anderer Wirkstoff verwendet, nämlich Acetylcystein.

Leben mit Copd

(sticky)

Wer die Diagnose Copd erhält muss erstmal lernen mit Copd zu leben. Dabei sollte man sich immer vor Augen führen das das Leben mit Copd nicht automatisch langweiliger gestaltet sein muss als bei gesunden Menschen. Auch mit Copd Krankheit kann man noch viel Spaß haben und sollte sich diesen auch nicht nehmen lassen. Es ist jedoch wichtig einige Dinge im täglichen Umgang mit der Krankheit zu erlernen und zu beachten.

 

 

COPD Lebenserwartung – Mythos und Wahrheit

Die durchschnittliche Lebenserwartung sinkt bei Feststellung der COPD-Krankheit im Durchschnitt um 5-7 Jahre. Durch erhöhten Tabakkonsum, insbesondere unter Jugendlichen und der Zunahme bei den Zahlen der weiblichen Raucherinnen ist dieser Wert aber mit Vorsicht zu beurteilen und könnte bald als überholt gelten.

Lebenserwartung bei Copd und der FEV1 Wert

Unter anderem ist die Lebenserwartung bei bestehender COPD Krankheit abhängig vom persönlichen FEV1 Wert. Dieser zeigt die Einsekundenkapazität an, also wieviel Luft eine Person innerhalb einer Sekunde maximal ausatmen kann. Je geringer die Ausatemkapazität ist, desto niedriger ist die Lebenserwartung. Der FEV1-Wert nimmt bei Copd Patienten durchschnittlich um 30ml pro Jahr ab. Sofern weiter geraucht bzw. die Exposition mit den verursachenden Schadstoffen nicht vermieden wird verringert sich die Lungenkapazität beim Ausatmen gar um durchschnittlich 90ml pro Jahr. Das bedeutet circa 1 Liter an Kapazitätsverlust nach 10 Jahren. Bei einem FEV-1 Wert unterhalb von 0,75 Litern stirbt etwa ein Drittel der Betroffenen innerhalb eines Jahres.

10 Jahre und mehr wenn der FEV1 Wert höher als 1250ml liegt
• Circa 5 Jahre bei einem wenn FEV1 Wert zwischen 750ml und 1250ml liegt
• Circa 3 Jahren wenn der FEV1 Wert unterhalb von 750ml liegt

Sollte im Bronchospasmolysetestes festgestellt werden das sich die Verengung der Bronchien wieder verbessern kann, so ist die Lebensprognose weitaus günstiger. Durch geeignete Behandlungsmethoden kann der Krankheitsverlauf bei günstigen Bedingungen aufgehalten werden. Eine richtige Heilung hingegen ist bislang nicht in Sicht.

Lebenserwartung erhöhen – Was kann ich tun?

Man kann einiges tun um das Leben trotz Copd zu verlängern. Als wichtigste lebensverlängerte Maßnahme gilt die Vermeidung der Exposition von Schadstoffen, welche die Lunge weiter schädigen. Das sind zum einen Feinstäube und andere Kleinstpartikel die über die Umgebungsluft in unsere Lungen gelangen.

Luftreinigung – Schadstoffe filtern

Reinigen Sie die Luft die Sie atmen. Wenn Sie in der Nähe von befahrenen Straßen, Innenstädten oder Industriegebieten wohnen, in Ihrer Umgebung Heizöfen genutzt werden oder Sie in einem Raucherhaushalt wohnen sollten Sie über die Anschaffung eines Luftreinigers nachdenken. Diese filtern auch kleinste Schwebeteilchen und Sporen aus der Luft, welche der bereits geschwächten Lunge schwer zusetzen und z.T. sogar Exazerbationen auslösen können.

Lungenfunktion trainieren, Schleim lösen

Die Lungenfunktion nimmt bei der chronisch obstruktiven Bronchitis immer weiter ab. Gleiches gilt für die restliche Muskulatur. Wenn man nichts dagegen unternimmt, sinkt die Lebenserwartung weiter nach unten. Man sollte daher möglichst früh mit Lungentraining bzw. Lungensportbeginnen. Gute Geräte lösen dabei den Schleim und trainieren gleichzeitig die Lungenkapazität. Zusätzlich zur Lunge sollte man auch die restliche Körpermuskulatur stärken, um die verbleibende Lebenszeit bzw. die Lebenserwartung zu erhöhen. Denn mit der Erkrankung COPD geht in den meisten Fällen auch ein schleichender Abbau der Muskelmasse einher, wodurch der Körper weiter geschwächt wird.

Mit dem Rauchen aufhören – länger leben

Raucher sollten sofort das Rauchen einstellen, zumindest aber stark reduzieren, wenn Sie sich den Rauchstop von einem auf den anderen Tag nicht zutrauen. Hier finden Sie Hilfestellungen wenn Sie mit dem Rauchen aufhören möchten.

Weitere Möglichkeiten

Weitere Informationen was man tun kann um den Fortschritt der Copd Krankheit aufzuhalten bzw. den Krankheitsverlauf zu verlangsamen: Behandlung und Therapie der Copd Krankheit

 

Berufskrankheit Copd – Arbeitsplatz wechseln

Auch berufsbedingte Schadstoffexpositionen, zum Beispiel durch Stäube, bestimmte Gase (Mehr dazu unter Berufskrankheit Copd) müssen schnellstmöglich vermieden werden. Streben Sie eine Versetzung in eine andere Abteilung an oder prüfen Sie die Möglichkeiten sich berufsunfähig schreiben zu lassen. Nicht vernachlässigen darf man auch die Schäden die durch Folgeerkrankungen der Copd Krankheit ausgelöst werden können. Diese können sowohl die Lebenserwartung als auch die Lebensqualität weiter senken. Durch eine geeignete Therapie können jedoch die meisten Folgekrankheiten von Copd vermieden bzw. zumindest deren Symptome gelindert werden.

 

Lungenemphysem – Emphysem in der Lunge

Das Wort Emphysem steht für ein übergroßes Luftvorkommen im menschlichen Körper. Auch wenn Luft an einer Stelle im Körper vorkommt an der sie nicht hingehört spricht man von einem Emphysem. Beim sogenannten Lungenemphysem befindet sich zu viel Luft in der Lunge. Man spricht bei der Lungenkrankheit des Emphysems deshalb auch von einer überblähten Lunge bzw. einer Ballonlunge.

Hintergrund des Lungenemphysems

Der Auftritt eines Lungenemphysems geht einher mit der unumkehrbaren Schädigung der kleinsten Luftbläschen in der Lunge, den sogenannten Alveolen oder Lungenbläschen. Das Lungenemphysem ist der traurige Höhepunkt einiger Lungenerkrankungen, darunter auch die chronisch obstruktive Lungenkrankheit, kurz COPD genannt.

Entstehung eines Lungenemphysems

Durch die Einwirkung von Schadstoffen oder hervorgerufen durch einen Alpha-1-Antitrypsin-Mangel kommt es zu Entzündungen im Bereich der Lunge. Die Alveolarsepten (Lungenbläschen) werden zerstört und der äußere Druck auf die kleinen Bronchien nimmt zu. Bei Exspiration (Ausatmen) fallen die Bronchiolen zusammen und die in den Lungenbläschen gespeicherte Luft bleibt erhalten, anstatt ausgeatmet zu werden. Dadurch kommt es zur Überblähung der Lunge.

Ursachen des Lungenemphysems

Die Hauptursachen bei Entstehung eines Lungenemphysems sind Schadstoffe die in die Atemwege gelangen. Schuld ist in vielen Fällen Rauch, hauptsächlich von Zigaretten, der in die Lungen gelangt und die Lungenstruktur schädigt. Ebenfalls verantwortlich für die Entstehung eines Lungenemphysems können auch Feinstäube und Quarzstaub sein. Auch eine erblich bedingte Stoffwechselerkrankung, der sogenannte Alpha-1-Antitrypsin-Mangel kann Schuld sein an der Entstehung eines Lungenemphysems.

Symptome des Lungenemphysems

Während in der Anfangsphase akute Atemnot nur bei körperlicher Belastung auftritt so tritt diese im weiteren Krankheitsverlauf auch während Ruhephasen auf, man spricht dann von einer sogenannten Ruhedyspnoe. Bedingt durch die Atemschwierigkeiten kommt es zu einer Unterversorgung des Blutes mit Sauerstoff, daraus kann eine bläuliche Verfärbung von Lippen, Zunge, der Haut selbst oder den Spitzen der Gliedmaßen resultieren. Man spricht in diesem Falle von einer Zyanose. Auch eine Vergrößerung des Brustkörpers kann auf ein bestehendes Lungenemphysem hindeuten. Ebenso eine auftretende Rechtsherzschwäche. Typisch sind auch hartnäckiger Husten sowie vermehrter Auswurf von Schleim (Sputum).

Therapie eines Lungenemphysems

Bei der Therapie des Lungenemphysems wird sehr ähnlich vorgegangen wie bei der Copd Krankheit. Der wichtigste Schritt vor allen anderen ist das Vermeiden der Inhalation von Schadstoffen. Erkrankte müssen das Rauchen aufgeben oder im Falle eines erkrankten Nichtrauchers die Exposition in Bezug auf die auslösenden Schadstoffe verhindern. Die medikamentöse Therapie wird wie bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung eingesetzt. Auch die Möglichkeiten mit der die Patienten selbst zu einer Steigerung der Atemkapazität (exspiratorische Lungentrainer), an die Leistungsfähigkeit angepasstes körperliches Training etc. sind die gleichen wie bei der Copd Erkrankung. Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Bei schweren Fällen empfiehlt sich eine langfristige Gabe von Sauerstoff im Rahmen einer Sauerstofftherapie. In sehr schweren Fällen kann eine Verbesserung des Gesundheitszustandes auch durch operative Eingriffe erzielt werden. Hier ist zum Teil eine Lungenvolumenreduktion sinnvoll. Hierbei werden funktionslose überblähte Lungenareale operativ entfernt. Dadurch nehmen in vielen Fällen die Beschwerden ab die mit dem Lungenemphysem einhergehen und die Effektivität der Atemmuskulatur wird wieder verbessert. Bei weit fortgeschrittenem Krankheitsbild des Lungenemphysems kommt nur noch eine Lungentransplantation in Betracht.

 

COPD - Die 10 wichtigsten Fakten

Was ist COPD? Diese Fakten und Hintergründe zur chronisch obstruktiven Lungenkrankheit sollte jeder Raucher und Patient kennen.

 

1. Die COPD ist eine obstruktive Lungenkrankheit

COPD steht für Chronik Obstructive pulmonary disease, zu Deutsch: die chronisch obstruktive Lungenkrankheit. Das Hauptmerkmal der COPD ist also eine dauerhafte Verengung der Atemwege (Obstruktion), die nicht vollständig heilbar ist. Ursache der Atemwegsverengung sind schädliche Partikel (z.B. enthalten im Zigarettenrauch), die sich in der Lunge festsetzen und dort entzündliche Prozesse auslösen.

Zu unterscheiden ist die COPD von anderen obstruktiven Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale oder Mukoviszidose.

2. Die COPD ist eine Volkskrankheit

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO ist COPD weltweit die dritthäufigste Todesursache. Schätzungen zufolge beträgt die Zahl der weltweit erkrankten Patienten mit einer COPD etwa 210 Millionen. In Deutschland leiden etwa 5 Millionen Menschen an einer chronisch obstruktiven Bronchitis - bei den über 70-Jährigen sind es mehr als 25 %.

Das Erkrankungsrisiko der COPD ist demnach hierzulande vergleichbar mit dem von Asthma bronchiale und höher als das eines Herzinfarktes. Vor diesem Hintergrund kann man die COPD getrost als Volkskrankheit bezeichnen.

3. Die COPD ist nicht heil-, aber therapierbar

Die Umbauprozesse der Lunge, die zu einer COPD führen, sind irreversibel. In allen Stadien der Lungenkrankheit sind jedoch Behandlungsmöglichkeiten vorhanden, die das Fortschreiten der Erkrankung verhindern.

Jeder Patient hat also mithilfe der Therapie gute Chancen, seine Lungengesundheit zu erhalten bzw. zu verbessern. Neben einem Rauch-Stopp und der Einnahme bestimmter Medikamente gehören weitere Bausteine zu einer erfolgreichen Therapie, wie z.B. körperliche Aktivität, eine Atemtherapie, eine Ernährungsumstellung und vorbeugende Maßnahmen.

Die Symptome der COPD

Die COPD beginnt meist mit Husten und Auswurf. Erkannt wird eine Erkrankung häufig erst, wenn ein drittes Symptom hinzukommt.

AHA! Die Symptome der COPD

Die Symptome der COPD werden oft als "AHA"-Symptome bezeichnet: Atemnot, Husten, Auswurf. Gemeinsam treten diese Symptome allerdings erst im Verlauf der COPD auf.

Husten

Der chronische Husten bei COPD ist eine Folge der vermehrten Schleimbildung und morgens nach dem Erwachen am stärksten. Durch das regelmäßige Abhusten befreien sich die Atemwege von Schleim, der sich in den Bronchien festgesetzt hat. Eine Ortsabhängigkeit des Hustens oder das Ausbleiben von Auswurf sind untypisch für eine COPD und deuten eher auf andere Krankheiten hin.

Auswurf

Der Husten wird meist von zähem Auswurf begleitet, der in der Medizin als Sputum bezeichnet wird. Bei der COPD ist das Sputum meist etwas bräunlich.

Atemnot

Im fortgeschrittenen Stadium der COPD kommt zu Husten und Auswurf das Symptom der Atemnot hinzu. Zunächst tritt Atemnot bei COPD nur bei Belastung auf, kann sich im Verlauf der Krankheit aber zu einer teilweisen bis vollständigen Bewegungseinschränkung der Patienten ausweiten.

Frühe Diagnose der COPD wichtig

Im Anfangsstadium sind die Patienten nach dem morgendlichen Abhusten oft beschwerdefrei, so dass sie die COPD-Erkrankung nicht wahrnehmen. Oft erfolgt die Diagnose deshalb erst, wenn sich weitere Symptome und Exazerbationen einstellen.

Um eine COPD am Fortschreiten zu hindern, ist jedoch eine möglichst frühe Diagnose wünschenswert. Therapeutische Maßnahmen sowie die erforderlichen Umstellungen im Alltag der Patienten könnten so schnell eingeleitet und der vergleichsweise niedrige Schweregrad der COPD gehalten werden.


Die COPD-Symptome im Krankheitsverlauf

Die COPD beginnt meist mit Husten und Auswurf. Erkannt wird eine Erkrankung häufig erst, wenn ein drittes Symptom hinzukommt.

Die Symptome im Verlauf der COPD

Die COPD lässt sich nach der Globalen Initiative für COPD(GOLD) in 4 Stadien einteilen.

Typisch ist ein schleichender Verlauf der Symptome:

Leichte COPD (Stadium I)

Im Anfangsstadium der COPD steht ein chronischer Husten - auch bekannt als Raucherhusten. Der Husten ist oft mit gelb-bräunlich gefärbtem Auswurf verbunden. Bereits in dieser Phase lassen sich entzündliche Atemwegsveränderungen nachweisen, die auf eine COPD schließen lassen.

Fortgeschrittene COPD (Stadien II und III)

Zu Atemnot kommt es meist erst in den fortgeschrittenen COPD-Stadien - anfangs nur bei starker körperlicher Belastung.

Im weiteren Verlauf der COPD vermehren sich die Symptome: Es kommt zu einer vermehrten Produktion von zähem Bronchialschleim und zu dauerhaftem Husten. Nun führt die Verengung der Atemwege auch immer häufiger zu Atemnot und bei vielen Betroffenen entwickelt sich ein Lungenemphysem.

Sehr schwere COPD (Stadium IV)

Im Endstadium der COPD ist die Lebensqualität der Patienten - vor allem durch das Symptom der Atemnot - stark eingeschränkt. Darauf reagieren viele Patienten mit der Einstellung jeglicher körperlich belastender Aktivitäten.

Kommt es zu einer chronischen Erschöpfung der Atem- und der Atemhilfsmuskulatur, kann eine Beatmung notwendig werden.

Die Behandlung der COPD-Symptome

In allen Krankheitsstadien lassen sich die Symptome der COPD mithilfe der Therapie deutlich lindern. Die Maßnahmen im Überblick.

Behandlung der COPD-Symptome

Die durch die COPD-Erkrankung entstandenen Veränderungen im Lungengewebe bilden sich nicht mehr zurück. Ein wesentliches Ziel der COPD-Therapie ist deshalb die Linderung der Symptome.

Husten und Auswurf

Ziel der Hustentherapie ist es, den Schleim in den Bronchien zu verflüssigen und damit das Abhusten zu erleichtern.

Diese Maßnahmen lindern Husten:

  • pflanzliche Schleimlöser

  • die Atemtherapie mit PEP-Systemen

  • Maßnahmen der Sekret Mobilisation

Atembeschwerden

Ursache der Atembeschwerden ist die Verengung der Bronchien, die mit fortschreitender COPD zunimmt. Die Folge ist ein drohender Verlust der Lungenfunktion, der sich jedoch aufhalten lässt.

Diese Maßnahmen lindern die Atembeschwerden:

Die 4 COPD Stadien nach GOLD

Die globale Initiative für COPD „GOLD“ teilt die Lungenkrankheit in 4 Stadien und 4 Schweregrade ein. Die GOLD-Stadien dienen der einheitlichen Umsetzung von Therapie-Richtlinien und Empfehlungen.

 

Ziel des GOLD-Standards ist es, die medizinische Behandlung der COPD zu vereinheitlichen und Hausärzten die Entscheidung für die notwendigen therapeutischen Maßnahmen zu erleichtern.

 

Je nach Schweregrad können Ärzte sich an den nationalen Therapie-Leitlinien orientieren und ihren Patienten die bestmögliche medizinische Versorgung bieten.

Die 4 COPD-Stadien im Überblick

Wichtigstes Kriterium für die Einteilung der COPD-GOLD-Stadien sind zwei Werte der Lungenfunktion: der FEV1-Wert und die forcierte Vitalkapazität (FVC). Diese Werte lassen sich durch einen Lungenfunktionstest bestimmen.

Die folgende Tabelle zeigt die Einteilung der 4 COPD-GOLD-Stadien im Verhältnis zu den Sollwerten, die abhängig von Geschlecht, Größe und Alter des Patienten sind.

COPD-Stadium

FEV1 (Sollwert = 100%)

FEV1/FVC       

I (leicht)

80% Soll

< 70%

II (mittel)

50% - 80% Soll

< 70%

III (schwer)

30% Soll - 50% Soll

< 70%

IV (sehr schwer)         

30% Soll oder
< 50% Soll plus chronische respiratorische
Insuffizienz


< 70%

Erläuterung zu den GOLD-Stadien

COPD GOLD I

Ein Patient im Stadium COPD GOLD I befindet sich im Anfangsstadium der COPD. Die Lungenfunktion weicht hier nur um 0-20% vom Normalwert ab und die Symptome sind meist noch so schwach ausgeprägt, dass die Betroffenen die Erkrankung gar nicht bemerken.

COPD GOLD I

COPD GOLD II

Im Stadium COPD GOLD II, der mittelschweren COPD, nimmt die Lungenfunktion weiter ab; sie weicht nun bereits um 20-50% vom Normalwert ab. Die Symptome nehmen weiter zu, werden aber teilweise von den Patienten immer noch nicht als chronisches Krankheitssymptom wahrgenommen. Dies trifft besonders dann zu, wenn die Betroffenen einen eher bewegungsarmen Lebensstil pflegen und so gar nicht erst in Atemnöte kommen.

COPD GOLD II

COPD GOLD III

Im Stadium COPD GOLD III, der schweren COPD, ist die Erkrankung nicht mehr zu ignorieren. Die Lungenfunktion weicht nun um 50-70% vom Normalwert ab, was teils massive Probleme mit Atemnot, Husten und Auswurf zur Folge hat. Schon bei leichten Anstrengungen, z.B. beim Treppen steigen, können sich die Folgen der Erkrankung bemerkbar machen.

COPD GOLD III

COPD GOLD IV

Im Endstadium COPD GOLD IV - der sehr schweren COPD - ist die Erkrankung bereits sehr weit fortgeschritten. Die Lungenfunktion weicht um mehr als 70% vom Normalwert ab. Patienten in diesem Stadium sind deshalb chronisch mit Sauerstoff unterversorgt. Sie leiden unter schwerer Atemnot auch im Ruhezustand, weshalb ihre körperliche Leistungsfähigkeit und ihre Lebensqualität stark eingeschränkt sind. Exazerbationen, also Krankheitsschübe, sind für Patienten im Stadium IV lebensgefährlich.

COPD GOLD IV

Der Schweregrad der COPD

Im aktuellsten GOLD-Report wird die COPD zusätzlich zu den FEV1-basierten Stadien in 4 Schweregrade unterteilt. Hinzu kommen dabei 2 neue Kriterien:

  • das Exazerbationsrisiko gemessen an der Häufigkeit von Krankheitsschüben in den vergangenen 12 Monaten

  • die individuelle Ausprägung der Symptome gemessen am CAT-Score oder alternativ am mMRC-Score

Daran anschließend wird der COPD-Schweregrad nun in 4 Patientengruppen (A, B, C und D) nach dem folgenden Schema unterteilt:

Schweregrad

COPD-Stadium

Exazerbationsrisiko

Symptomatik

A

I-II

niedrig
(0-1 Exazerbationen/Jahr)

wenige Symptome
CAT < 10
mMRC 0-1

B

I-II

niedrig
(0-1 Exazerbationen/Jahr)

vermehrte Symptome
CAT ≥ 10
mMRC ≥ 2

C

III-IV

hoch
(≥ 2 Exazerbationen/Jahr)

wenige Symptome
CAT < 10
mMRC 0-1

D

III-IV

hoch
(≥ 2 Exazerbationen/Jahr)

vermehrte Symptome
CAT ≥ 10
mMRC ≥ 2

Dabei zählt für die Bestimmung des Schweregrads immer der höchste Risikoparameter.

Beispiel: Ein Patient hat noch relativ gute FEV1-Werte (Gold-Stadium II), aber ein hohes Exazerbationsrisiko (2 oder mehr Exazerbationen im Jahr) und einen CAT-Score von 15. Sein Schweregrad ist D.

Das neue Schema wird der Tatsache gerecht, dass Exazerbationsrisiko und Symptome bei Patienten mit ähnlichen FEV1-Werten unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Diese Unterschiede werden mit dem neuen Schema nun berücksichtigt und wirken sich direkt auf die Empfehlung der therapeutischen Maßnahmen aus.

Symptome im COPD-Stadium I

Im nach GOLD klassifizierten Stadium COPD 1 spricht man von einer „leichten COPD“. Die Lungenerkrankung ist in diesem Stadium für die Betroffenen nur leicht spürbar.

Die folgende Tabelle zeigt die Einteilung der 4 COPD-GOLD-Stadien im Verhältnis zu den Sollwerten, die abhängig von Geschlecht, Größe und Alter des Patienten sind.

COPD-Stadium

FEV1 (Sollwert = 100%)

FEV1/FVC        

I (leicht)

80% Soll

< 70%

II (mittel)

50% - 80% Soll

< 70%

III (schwer)

30% Soll - 50% Soll

< 70%

IV (sehr schwer)

30% Soll oder
< 50% Soll plus chronische respiratorische
Insuffizienz


< 70%

Hauptsymptom im Anfangsstadium ist meist ein chronischer Husten, der von vermehrter Schleimproduktion begleitet wird. Jedoch kommt es auch vor, dass beides ausbleibt - dann ist eine COPD 1 nur am Symptom der Atemnot bei starker körperlicher Anstrengung bemerkbar.

Schleichender Verlauf bei leichter COPD

Der schleichende Erkrankungsprozess zu Beginn der Lungenkrankheit bringt ein Problem mit sich: Ein Großteil der Betroffenen interpretiert die Erkrankung in diesem Stadium als „gewöhnlichen“ Raucherhusten und ignoriert zunächst die sich mehrenden Symptome.

Bei seltener körperlicher Anstrengung kommt es auch selten oder gar nicht zu Atemnot, so dass die Sorge um die Gesundheit gering bleibt und der fällige Arztbesuch ausbleibt. Eine frühe Diagnose der COPD ist jedoch wünschenswert, um den fortschreitenden Verlust der Lungenfunktion aufzuhalten und die medizinische Therapie einzuleiten.

Medikamente bei COPD 1

Wird die Lungenerkrankung bereits im Stadium COPD 1 diagnostiziert, kommen bei Bedarf bronchialerweiternde Medikamente - sogenannte Bronchodilatatoren - zum Einsatz. Sie bilden die medikamentöse Basistherapie der COPD.

 

Dosieraerosole

Bronchialerweiternde Medikamente werden meist mithilfe eines Dosieraerosols inhaliert. Bei akuter Atemnot erhöhen sie die Sauerstoffzufuhr und lindern die Beschwerden.

Therapieempfehlungen bei COPD 1

Eine Rauchentwöhnung ist der wichtigste Schritt und stellt gewissermaßen die Voraussetzung für eine erfolgreiche COPD-Therapie dar.

Zudem tut Bewegung Ihrer Gesundheit gut - auch und gerade, wenn Sie Atemnot bei körperlicher Anstrengung verspüren. Mithilfe von Sport und körperlicher Aktivität können Sie die Symptome verringern und den Verlust der Lungenfunktion verhindern. Halten Sie Rücksprache mit einem Lungenfacharzt, welche Art der Bewegungstherapie für Sie geeignet ist.

Behandlung jetzt einleiten

Ergreifen Sie die Chance, die Ihnen die relativ frühe COPD-Diagnose bietet, und leiten Sie die entsprechenden Therapiemaßnahmen ein! Wenn Sie sich auf das Leben mit der Lungenkrankheit einstellen, können Sie Ihre Lebensqualität langfristig erhalten.

Symptome im Stadium COPD 2

Im Stadium COPD 2 nach GOLD spricht man auch von einer mittelschweren COPD. Die Symptome wie Husten und Auswurf sind nun schon deutlicher spürbar.

Die folgende Tabelle zeigt die Einteilung der 4 COPD-GOLD-Stadien im Verhältnis zu den Sollwerten, die abhängig von Geschlecht, Größe und Alter des Patienten sind.

COPD-Stadium

FEV1 (Sollwert = 100%)

FEV1/FVC        

I (leicht)

80% Soll

< 70%

II (mittel)

50% - 80% Soll

< 70%

III (schwer)

30% Soll - 50% Soll

< 70%

IV (sehr schwer)

30% Soll oder
< 50% Soll plus chronische respiratorische
Insuffizienz


< 70%

Atemnot tritt im Stadium COPD 2 meist nur unter Belastung auf, so dass Patienten, die nicht sportlich aktiv sind und insgesamt bewegungsarm leben, die Verschlechterung ihrer Gesundheit nicht bemerken. Starker Husten (vor allem morgens) und Auswurf sind zwar die Regel, können in einigen Fällen aber auch gänzlich fehlen.

Jeder fünfte Patient im Stadium COPD 2 leidet an Exazerbationen. Weil jede Exazerbation das Auftreten weiterer akuter Krisen begünstigt, ist eine den Leitlinien gemäße Therapie sehr wichtig, um das weitere Voranschreiten der COPD zu verhindern.

Prävention von Krankheitsschüben

In allen COPD-Stadien ist die Vorbeugung von Krankheitsschüben wichtig. Die folgenden Maßnahmen stellen gewissermaßen die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie dar:

  • An erster Stelle steht das Ausschalten der Erkrankungsursache, also in den meisten Fällen ein Rauch-Stopp. Patienten, die der Zigarette entsagen, leben im Schnitt 5-10 Jahre länger!

  • Grundsätzlich gilt es für COPD-Patienten aber, alle lungenbelastenden Schadstoffe zu meiden. Dabei kann es sich z.B. um Feinstaub, Industrie- und Verkehrsabgase oder Noxen am Arbeitsplatz handeln.

  • Als Schutzimpfungen empfehlen die Leitlinien eine jährliche Grippeimpfung und eine Impfung gegen Pneumokokken.

Medikamentöse Therapie

Ab dem Stadium COPD 2 werden dauerhaft mehrere bronchialerweiternde Medikamente gegeben (ß2-Mimetika, Tiotropium-/Ipratropiumbromid und Theophyllin), die eine Verbesserung der Lungenfunktion bewirken. Hilfreich ist auch das Training mit Athemtherapiegeräten.

 

Atemtherapiegeräte bei COPD

In den COPD-Leitlinien wird die Atemtherapie mit PEP-Systemen empfohlen. Das Training mit diesen Geräten (RC-Cornet®, Flutter VRP1®) erweitert die Bronchien und erleichtert das Abhusten.

Weitere Therapieempfehlungen

Die medizinische Therapie alleine reicht bei einer COPD nicht aus: So schwer es auch fallen mag - Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist die Aufgabe des Rauchens!

Sie sollten zudem versuchen, sich möglichst schnell mit der Erkrankung im Alltag zu arrangieren. Sport und Bewegung, beispielsweise in einer Lungensportgruppe, sollten dabei genauso auf ihrem Wochenplan stehen wie eine ausgewogene und bewusste Ernährung, die sich an den neuen Bedürfnissen Ihres Körpers orientiert.

Mehr dazu erfahren Sie im Artikel ‚Richtige Ernährung bei COPD‘

Therapie jetzt einleiten

Auch wenn die Diagnose COPD 2 sicherlich alles andere als eine gute Nachricht darstellt: Ergreifen Sie die Chance, die Ihnen die Diagnose bietet, und leiten Sie die erforderlichen Therapiemaßnahmen ein!

Symptome im Stadium COPD 3

Im Stadium COPD GOLD 3 weicht die Lungenfunktion um mehr als 50 % vom Normalwert ab.

  • Die Betroffenen haben in der Regel bereits bei geringer Anstrengung, z.B. beim Treppensteigen, mit Atembeschwerden zu kämpfen.

  • Husten und Auswurf treten bei den meisten Patienten auf. Vielen bereitet vor allem das morgendliche Abhusten Probleme.

  • Herz-Kreislaufprobleme deuten darauf hin, dass auch andere Organe vom Sauerstoffmangel betroffen sind und sollten unbedingt ärztlich untersucht werden.

Die folgende Tabelle zeigt die Einteilung der 4 COPD-GOLD-Stadien im Verhältnis zu den Sollwerten, die abhängig von Geschlecht, Größe und Alter des Patienten sind.

COPD-Stadium

FEV1 (Sollwert = 100%)

FEV1/FVC        

I (leicht)

80% Soll

< 70%

II (mittel)

50% - 80% Soll

< 70%

III (schwer)

30% Soll - 50% Soll

< 70%

IV (sehr schwer)

30% Soll oder
< 50% Soll plus chronische respiratorische
Insuffizienz


< 70%

Prävention von Krankheitsschüben

In allen COPD-Stadien ist die Vorbeugung von Krankheitsschüben wichtig. Die folgenden Maßnahmen stellen gewissermaßen die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie dar:

  • An erster Stelle steht das Ausschalten der Erkrankungsursache, also in den meisten Fällen ein Rauch-Stopp. Patienten, die der Zigarette entsagen, leben im Schnitt 5-10 Jahre länger!

  • Grundsätzlich gilt es für COPD-Patienten aber, alle lungenbelastenden Schadstoffe zu meiden. Dabei kann es sich z.B. um Feinstaub, Industrie- und Verkehrsabgase oder Noxen am Arbeitsplatz handeln.

  • Als Schutzimpfungen empfehlen die Leitlinien eine jährliche Grippeimpfung und eine Impfung gegen Pneumokokken.

Medikamentöse Therapie

Patienten mit einer COPD im Stadium 3 werden in der Regel mit einem langwirksamen Bronchodilatator behandelt, der die Bronchien für 24 Stunden weitet. Am häufigsten wird hier der Wirkstoff Tiotropium (Handelsname: Spiriva®) verordnet.

Insofern eine erhöhte Exazerbationsrate vorliegt, werden zusätzlich zu bronchialerweiternden Mitteln Kortison haltige Medikamente verabreicht. Wegen der zahlreichen Nebenwirkungen von Kortison sind dabei Medikamente zum Inhalieren der Tablettenform vorzuziehen.

 

Inhalationstherapie

Medikamente bei COPD werden meist als Dosieraerosole zur Inhalation verschrieben. Inhalier Hilfen erleichtern die Anwendung und verringern Nebenwirkungen im Mund und Rachenraum.

Für Patienten mit starker Verschleimung ist besonders das physiotherapeutische Training mit sogenannten PEP-Systemen empfehlenswert. Diese Atemtherapiegeräte helfen, zähen Schleim zu lösen und das Abhusten zu erleichtern.

Weitere Therapieempfehlungen

Aus Furcht vor Atemnot, die sich besonders bei Belastung einstellt, vermeiden viele Patienten mit schwerer COPD jegliche Anstrengung. Der resultierende Bewegungsmangel führt jedoch zu einem beschleunigten Fortschreiten der Lungenkrankheit. Sport und Bewegung sind deshalb ein wichtiger Bestandteil der Therapie, um die Lungenfunktion zu verbessern und die Symptome zu lindern.

Jedoch sollten Patienten im Stadium COPD 3 das Training nicht auf eigene Faust beginnen. In Lungensportgruppen, die sich auf das Training mit Lungenpatienten in ganz Deutschland spezialisiert haben, wird Sport unter fachlicher Anleitung betrieben.


Symptome im Stadium COPD 4

Im Stadium COPD GOLD 4 liegt die Lungenfunktion um mehr als 70 % unter dem Normalwert. Patienten in diesem Stadium sind deshalb chronisch mit Sauerstoff unterversorgt. Sie leiden unter schwerer Atemnot, weshalb ihre körperliche Leistungsfähigkeit und ihre Lebensqualität stark eingeschränkt sind.

Die folgende Tabelle zeigt die Einteilung der 4 COPD-GOLD-Stadien im Verhältnis zu den Sollwerten, die abhängig von Geschlecht, Größe und Alter des Patienten sind.

COPD-Stadium

FEV1 (Sollwert = 100%)

FEV1/FVC        

I (leicht)

80% Soll

< 70%

II (mittel)

50% - 80% Soll

< 70%

III (schwer)

30% Soll - 50% Soll

< 70%

IV (sehr schwer)

30% Soll oder
< 50% Soll plus chronische respiratorische
Insuffizienz


< 70%

Auch die Behandlung von Folgeerkrankungen der COPD wie z.B. Herzschwäche, Diabetes oder Osteoporose spielt für Patienten im Stadium COPD 4 eine große Rolle. Zudem sind Exazerbationen, also Krankheitsschübe der COPD, für die Patienten lebensgefährlich.

Medikamentöse Therapie

Bei Patienten mit einer COPD im Stadium 4, die bereits mehrere Exazerbationen hinter sich haben, kommen zusätzlich zur Basistherapie Kortison haltige Medikamente(Glukokortikoide) zum Einsatz. Die Häufigkeit der Krankheitsschübe kann so deutlich verringert werden.

Grundsätzlich werden Kortison haltige Medikamente genau wie Bronchodilatatoren inhaliert. Durch das Inhalieren wirkt das Medikament direkt in der Lunge und mögliche Nebenwirkungen können so reduziert werden. Kortison in Tablettenform wird nur vorübergehend bei schweren Exazerbationen verabreicht.

Sauerstofftherapie

Im Rahmen einer Sauerstofftherapie (LOT) wird COPD-Patienten mit respiratorischer Insuffizienz Sauerstoff über eine Nasenbrille zugeführt. Dadurch erhöht nicht nur der Bewegungsspielraum, sondern auch die Lebenserwartung der Betroffenen deutlich.

Operative Methoden bei sehr schwerer COPD

Für einige Patienten besteht auch die Möglichkeit eines operativen Eingriffs. Es muss jedoch betont werden, dass die folgenden Maßnahmen nur für bestimmte Patientengruppen in Frage kommen:


9. Der Krankheitsverlauf ist nicht zwangsläufig

Eine COPD lässt sich nach dem Wert der Lungenfunktion in 4 Stadien einteilen. Diese Einstufung wurde von der Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) vorgenommen und richtet sich nach zwei Werten der Lungenfunktion: dem FEV1-Wert und der Vitalkapazität (VC).

Der fortschreitende Verlauf ist jedoch alles andere als vorherbestimmt. Manchen Patienten gelingt es sogar mithilfe der Therapie, Ihre Lungenfunktion so deutlich zu verbessern, dass sie fortan in ein niedrigeres COPD-Stadium eingestuft werden.

Die folgende Tabelle zeigt die Definition der einzelnen Stadien:

COPD-Stadium

Lungenfunktionswerte

COPD I (leicht)

FEV1 ≥ 80% Soll 
FEV1/VC < 70%

COPD II (mittel)

50% Soll ≤ FEV1 < 80% Soll
FEV1/VC < 70%

COPD III (schwer)

30% Soll < FEV1 < 50% Soll
FEV1/VC < 70%

COPD IV (sehr schwer)

FEV1 ≤ 30% Soll oder
FEV1 < 50% Soll plus chronische respiratorische Insuffizienz
FEV1/VC < 70%

10. Ein Rauch-Stopp verbessert die Lebenserwartung

Ob und wie schnell eine COPD fortschreitet, ist von Patient zu Patient verschieden - die Lebenserwartung ist daher kaum vorhersagbar.

Jeder Patient hat jedoch gute Chancen, seine Lebenserwartung zu verbessern. Wer mit dem Rauchen aufhört, Sport treibt und sich an die Therapie hält schafft damit die besten Voraussetzungen. Patienten, die der Zigarette entsagen, leben im Schnitt 5-10 Jahre länger!

Lebenserwartung bei COPD

Bei einer COPD ist die Lebensdauer von vielen individuellen Faktoren abhängig, wie der Lungenfunktion, vom Alter und weiteren Erkrankungen.

 

Wie alt wird man mit COPD? Bei der Frage vieler Patienten nach der Lebenserwartung mit COPD spielen vor allem das Stadium und die Lungenfunktion eine Rolle. Zudem können die Patienten durch die konsequente Umsetzung therapeutischer Maßnahmen zu jedem Zeitpunkt den Verlauf selbst positiv beeinflussen.

Für alle Aussagen zur Lebenserwartung gilt: Das Fortschreiten einer Erkrankung lässt sich nur schwer vorhersagen und kann im Einzelfall stark vom statistisch erwartbaren Verlauf abweichen.

Lebensdauer mit COPD

Durchschnittlich verringert sich die Lebensdauer mit einer COPD um 5-7 Jahre. Vor allem der fortschreitende Verlust der Lungenfunktion wirkt sich negativ auf die Prognose aus, insbesondere der sogenannte FEV1-Wert. Dieser errechnet sich über die maximale Menge ausgeatmeter Luft in einer Sekunde.

Prognose in Abhängigkeit vom COPD-Stadium

Der FEV1-Wert entscheidet über das COPD-Stadium, in dem sich ein Patient befindet: Je stärker der FEV1 vom Sollwert abweicht, desto höher das Stadium und desto niedriger die Lebenserwartung.

Ungünstige Faktoren

Neben dem Verlust an Lungenfunktion gibt es weitere Faktoren, welche sich ungünstig auf die Lebensdauer bei COPD auswirken können. Dazu gehören beispielsweise:

  • hohes Alter

  • fortgesetzter Rauchkonsum

  • ein geringer Sauerstoffgehalt des Blutes bzw. ein zu hoher Kohlendioxidgehalt

  • weitere Erkrankungen

  • akute Krankheitsschübe (Exazerbationen)

  • Infekte

Lebensbedrohliche Komplikationen können auch durch häufige Begleiterkrankungen der COPD entstehen, wie eine Rechtsherzschwäche, Diabetes oder Osteoporose. Patienten sollten sich deshalb auch mit den möglichen Folgeerkankungen einer COPD auseinandersetzen und sich informieren, worauf es zu achten gilt.

Lebenserwartung bei COPD erhöhen

Für COPD-Patienten ist es nie zu spät, die nachlassende Lungenfunktion aktiv zu bekämpfen. In jedem Stadium der Lungenkrankheit stehen Therapieoptionen zur Verfügung, die eine Verbesserung der Lebensqualität bewirken und die Prognose verbessern.

4. Unbehandelt schreitet die COPD voran

Eine COPD entsteht, wenn sich (z.B. beim Rauchen) lungengängige Schadstoffe im Bronchialsystem festsetzen und dort chronische Entzündungen in Gang setzen. Die Folge: Die Schleimhäute der Bronchien produzieren einen zähen Schleim, der bei dauerhafter Belastung einen chronischen (Raucher-)Husten verursacht.

Bleibt die Belastung der Atemwege weiter bestehen, tritt eine fortschreitende Verengung der Atemwege ein. Sie wird von einer Verkrampfung der Bronchialmuskulatur, dem Anschwellen der Schleimhäute und dem sich festsetzenden Schleim vorangetrieben. Wenn die Prozesse so weit fortschreiten, dass sie sich nicht mehr zurückbilden, lautet die Diagnose COPD.

 

 

Lungenemphysem

Erreicht die Entzündung die Lungenbläschen, tritt zur COPD ein Lungenemphysem hinzu. Dabei werden die feinen Wände der Lungenbläschen zerstört und es entstehen funktionslose Emphysem blasen.


Bleibt die COPD unbehandelt, schreitet die Erkrankung weiter voran. Dieser Verlauf ist jedoch alles andere als zwangsläufig (siehe Fakt Nr. 9). Um die Verengung der Atemwege frühzeitig aufzuhalten, sollten Raucher deshalb regelmäßig ihre Lungenfunktion beim Lungenfacharzt überprüfen lassen.

5. Rauchen ist die Hauptursache der COPD ...

Welches die Ursachen für eine COPD-Erkrankung sind, ist im Einzelfall oft schwer nachzuvollziehen. Den größten Anteil an der Entstehung einer COPD hat in den meisten Fällen aber eindeutig das Rauchen oder Passiv-Rauchen. 8 von 10 Patienten rauchen oder haben früher geraucht. Grundsätzlich lässt sich sagen: Je länger und je mehr Zigaretten am Tag geraucht wurden, desto höher ist das Risiko an COPD zu erkranken.

6. ... aber nicht die einzige Ursache

Neben dem Rauchen gibt es auch andere Belastungen der Atemwege, welche die Entstehung einer COPD begünstigen:

  • Feinstaub

  • allgemeine Luftverschmutzung (Industrieabgase, CO2-Ausstoß, etc. )

  • Inhalation von lungengängigen Partikeln am Arbeitsplatz (z.B. bei Schweißarbeiten, im Bergbau und der Getreideverladung)

  • aufgrund der familiären Häufung von COPD-Erkrankungen, ist zu vermuten, dass auch die genetische Veranlagung eine Rolle spielt

 

7. Atemnot tritt erst im Verlauf der COPD auf

Die Symptome der COPD werden oft als "AHA"-Symptome bezeichnet: Atemnot, Husten, Auswurf. Gemeinsam treten diese Symptome allerdings erst im Verlauf der COPD auf.

AHA-Symptome:

  • Am Anfang tritt Atemnot (wenn überhaupt) nur unter Belastung auf. Sie kann sich im Verlauf der Krankheit steigern und zu einer teilweisen bis vollständigen Bewegungseinschränkung der Patienten ausweiten.

  • Der Husten ist meist chronisch ausgeprägt und nach dem Erwachen am stärksten. Die Patienten haben häufig starke Probleme beim Abhusten des Schleims.

  • Auswurf (Sputum) ist ein weiteres Hauptsymptom der Lungenkrankheit. Sputum ist ein zähflüssiger Schleim, der beim Husten abgesondert wird. Bei der COPD ist der Auswurf meist etwas bräunlich.

 

Atemtherapiegeräte bei COPD

In den Leitlinien wird die Atemtherapie mit sogenannten PEP-Systemen empfohlen. Das Training mit diesen Geräten (RC-Cornet®, Flutter VRP1®) erweitert die Bronchien und erleichtert das Abhusten.

8. Die COPD kann weitere Erkrankungen nach sich ziehen

Die COPD ist eine systemische Erkrankung, die den gesamten Organismus belastet und Folgeerkrankungen nach sich ziehen kann. In Deutschland haben rund 55 % der COPD-Patienten im höheren Alter mindestens drei weitere Behandlungsbedürftige Krankheiten.

Statistisch gesehen sind Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, des Stoffwechsels, des Knochenbaus und der Psyche häufig. Maßnahmen zur Vorbeugung sind deshalb Teil der Therapie.

Häufige Begleiterkrankungen der COPD

Die COPD ist eine systemische Erkrankung, die den gesamten Organismus belastet und weitere Erkrankungen nach sich ziehen kann.

Eine COPD kommt selten allein! Als wenn man mit der Diagnose COPD nicht schon genug geschlagen wäre, gesellen sich zu dieser schlechten Nachricht schnell weitere hinzu. In Deutschland weisen rund 55% der COPD-Patienten im höheren Alter mindestens drei weitere Behandlungsbedürftige Krankheiten auf.

Dies hängt vor allem mit dem gesteigerten Energieaufwand bei der Atemarbeit zusammen, der zu einer Schwächung des gesamten Energiehaushalts führt - mit gravierenden Folgen für den ganzen Organismus.

Herz-Kreislauf-Krankheiten bei COPD

Studien haben gezeigt, dass die COPD mit Herz-Kreislauf-Krankheiten zusammenhängt. So sind Herz-Arterien-Verkalkungen, Herzinsuffizienz (Herzschwäche) sowie Herz-Rhythmus-Störungen bei COPD-Patienten gegenüber Gleichaltrigen ohne COPD deutlich erhöht.

Zudem war in einer Untersuchung an mehr als 100.000 Patienten mit akutem Herzinfarkt die COPD mit 19 % die dritthäufigste Begleiterkrankung nach Bluthochdruck (62 %) und Diabetes (30 %). Betablocker, die oft zum Schutz vor einem weiteren Herzinfarkt verordnet werden, erweisen sich dabei als gute Schutzmaßnahme: Sie senken auch bei COPD-Patienten das Sterblichkeitsrisiko - selbst dann, wenn gleichzeitig bronchial erweiternde Medikamente inhaliert werden müssen.

Neuere Studien haben gezeigt, dass COPD Patienten neben erhöhtem Blutdruck auch häufig einen Lungenhochruck (pulmonale Hypertonie) haben.

Diabetes bei COPD

Auch die Zuckerkrankheit Diabetes gehört zu den häufigen Folgeerkrankungen einer COPD. Die Raucher unter den COPD-Patienten haben dabei gegenüber den Nichtrauchern ein erhöhtes Erkrankungsrisiko, welches mit Zunahme des Zigarettenkonsums und der Dauer des aktiven Rauchens steigt. Gefährlich ist hier, dass die Zuckerkrankheit wiederum auf die COPD zurückwirkt und den Rückgang der Atemleistung beschleunigt. Die Sterblichkeitsrate ist dementsprechend bei COPD-Patienten mit Zuckerkrankheit deutlich höher als bei Patienten ohne Diabetes.

Achten Sie also auf die typischen Symptome einer Diabetes-Erkrankung wie vermehrten Durst, vermehrtes Wasserlassen und Heißhunger. Vermeiden lässt sich eine Diabetes-Erkrankung durch den sofortigen Rauch-Stopp, viel Bewegung und einen reduzierten Zuckerkonsum.

Gewichtsverlust bei COPD

Der oft zu beobachtende Gewichtsverlust bei COPD-Patienten im fortgeschrittenen Stadium hat gesundheitliche Konsequenzen, die das Fortschreiten der Erkrankung drastisch beschleunigen können. Als Ursache für diese Gewichtsabnahme wird eine verminderte Nahrungszufuhr aufgrund krankheitsbedingter Appetitlosigkeit angenommen. Zudem wird vermehrt Energie beim Atmen wegen der verengten Bronchien benötigt.

Der Gewichtsverlust führt zudem auch zu einem Verlust an Muskelmasse, zur Abnahme der Knochendichte (Osteoporose) und zu einer Erhöhung der Insulinresistenz, die den Blutzucker steigen lässt. Eine Ernährungstherapie mit hochkalorischer Nahrung kann dem Gewichtsverlust gezielt entgegenwirken.

Harninkontinenz bei COPD

Eine neuere Studie aus 2013 zeigt, dass mehr als die Hälfte aller COPD-Patienten unter Harninkontinenz leidet. D.h. sie können den Zeitpunkt des Urinlassens (z.B. bei Belastung) nicht mehr gezielt steuern. Ursache dieser auffälligen Häufung ist wohl der für die Lungenkrankheit typische Husten, der den Druck im Bauchraum erhöht. Kommt eine schwache Beckenbodenmuskulatur hinzu, kann der Urin nicht mehr gehalten werden. 

Obwohl Inkontinenz gut behandelbar ist, meiden viele der Betroffenen den Gang zum Arzt. Beispielsweise durch spezielle Gymnastikübungen sind die Probleme jedoch oft relativ einfach in den Griff zu bekommen. Der Gang zum Arzt ist bei entsprechenden Beschwerden deshalb sehr empfehlenswert.

Depressionen bei COPD

Auch Depressionen gehören zu den ernstzunehmenden Folgeerkrankungen der COPD. Etwa 40% der COPD-Patienten leiden unter depressiven Zuständen. Sie verschlechtern nicht nur die Lebenserwartung, sondern wirken sich auch negativ auf die Lebensqualität der Betroffenen aus. Eine psychotherapeutische Behandlung sollte deshalb ein fester Bestandteil der COPD Therapie sein!

 

Behandlung der COPD

Welche Behandlung hilft bei COPD? In jedem Stadium der COPD stehen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, um eine Besserung zu bewirken. Alle Maßnahmen auf einen Blick.

Bausteine der COPD-Behandlung

Eine COPD erfordert eine umfassende Therapie. Im Einzelfall hängen die Maßnahmen vom Krankheitsstadium, den Symptomen und von möglichen Begleiterkrankungen ab.

Die erfolgreiche Therapie der Lungenkrankheit setzt sich nach den Richtlinien der offiziellen COPD-Leitlinie aus folgenden 3 Bausteinen zusammen:

1. Prävention von Krankheitsschüben

In allen COPD-Stadien ist die Vorbeugung von Krankheitsschüben wichtig. Die folgenden Maßnahmen stellen gewissermaßen die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie dar:

  • An erster Stelle steht das Ausschalten der Erkrankungsursache, also in den meisten Fällen ein Rauch-Stopp. Patienten, die der Zigarette entsagen, leben im Schnitt 5-10 Jahre länger!

  • Grundsätzlich gilt es für COPD-Patienten aber, alle lungenbelastenden Schadstoffe zu meiden. Dabei kann es sich z.B. um Feinstaub, Industrie- und Verkehrsabgase oder Noxen am Arbeitsplatz handeln.

  • Als Schutzimpfungen empfehlen die Leitlinien eine jährliche Grippeimpfung und eine Impfung gegen Pneumokokken.

2. Medikamente bei COPD

In den verschiedenen COPD-Stadien kommen unterschiedliche Medikamente zum Einsatz:

  • Bronchodilatatoren erweitern die Atemwege und verbessern die Luftzufuhr.

  • Glukokortikoide (Kortison) wirken entzündungshemmend.

  • Mukopharmaka lösen festsitzenden Bronchialschleim.

Inhalationstherapie

Medikamente bei COPD werden meist als Dosieraerosole zur Inhalation verschrieben. Inhalier Hilfen erleichtern die Anwendung und verringern Nebenwirkungen im Mund und Rachenraum.

3. Nichtmedikamentöse Behandlung

Physiotherapie bei COPD

Mehrere Studien belegen, dass Kraft- und Ausdauertraining bei COPD helfen, die körperliche Belastbarkeit zu steigern und das Fortschreiten der Lungenkrankheit zu verhindern. Daher sind Bewegung und angemessene sportliche Aktivität grundsätzlich ein wichtiger Teil der Therapie.

Leiden die Betroffenen unter starken Symptomen wie Atemnot oder Husten mit Auswurf, sind gezielte Übungen unter fachlicher Anleitung sinnvoll. Atemtechniken und -übungen zur Stärkung der Atemmuskulatur lassen sich z.B. im Rahmen einer Atemphysiotherapie oder in einer Lungensportgruppe erlernen.

Atemtherapiegeräte bei COPD

In den Leitlinien wird COPD-Patienten die Anwendung von sogenannten PEP-Systemen empfohlen. Das Training mit diesen Geräten (RC-Cornet®, Flutter VRP1®) erweitert die Bronchien und erleichtert das Abhusten.

Ernährung bei COPD

Neben gezieltem körperlichem Training ist auch eine ausgewogene Ernährung bei COPD von Bedeutung für eine erfolgreiche Behandlung der COPD.

Über- oder Untergewicht senken die physische Belastbarkeit im Alltag und begünstigen das Fortschreiten der COPD. Eine ausgewogene Ernährung nach der Ernährungspyramide trägt hingegen zu einer erfolgreichen Behandlung bzw. zu einer Linderung der Symptome bei COPD bei.

Sauerstofftherapie

Eine Sauerstofftherapie bei COPD wird dann notwendig, wenn die Sauerstoffversorgung durch den eigenen Körper nicht mehr ausreichend gewährleistet ist und die Patienten unter chronischer Atemnot leiden.

Sauerstoffbrillen

Die zusätzliche Zufuhr von Sauerstoff über eine Nasenbrille steigert die körperliche Belastbarkeit der Patienten. Die Wahl der richtigen Sauerstoffbrille ist entscheidend, um Hautreizungen zu vermeiden.

Operative Eingriffe

Wenn alle Optionen der Therapie ausgeschöpft wurden, kommen für einen Teil der Patienten operative Eingriffe in Frage, um die Lebensqualität zu verbessern:

  • Bei einer Bullektomie werden Blasen in der Lunge, die sich im Laufe eines Emphysems bilden können, chirurgisch entfernt.

  • Bei einer Lungenvolumenreduktion werden in geschädigte Bereiche der Lunge kleine Ventile eingesetzt. Sie ermöglichen eine bessere Sauerstoffversorgung dieser Bereiche.

  • Für Patienten mit schwerem Lungenemphysem bleibt eine Lungentransplantation als letzte Behandlungsmöglichkeit. Allerdings ist dieser schwere Eingriff nur in seltenen Fällen möglich.

Behandlung von Exazerbationen und Begleiterkrankungen

Exazerbationen sind Krankheitsschübe, die den Verlauf einer COPD drastisch beschleunigen können. Tritt ein solcher Schub auf, sind Sondermaßnahmen zu treffen. Diese reichen von einer Intensivierung der medikamentösen Therapie bis hin zur stationären Beatmung der Patienten.

Neuerdings wird auch den Begleiterkrankungen der COPD immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Die COPD ist eine systemische Krankheit, die das Risiko weiterer Erkrankungen stark erhöht. Häufig sind Herzerkrankungen, Lungenkrebs, Diabetes und Osteoporose. Der Vorbeugung bzw. Früherkennung solcher Erkrankungen kommt daher eine besondere Bedeutung zu.

 

Lungenemphysem

Von Julia Sasse

 

Bei einem Lungenemphysem handelt es sich um eine krankhafte Überblähung der Lungenbläschen. Diese verlieren an Elastizität, dadurch bleibt sauerstoffarme Luft in den Lungenbläschen „gefangen“ und kann nicht mehr ausgeatmet werden. Die typischen Lungenemphysem-Symptome sind daher Atemnot und eine die Unterversorgung mit Sauerstoff kennzeichnende Blaufärbung von Lippen und Händen. Meist ist Rauchen die häufigste Ursache für ein Lungenemphysem. Bei manchen wird das Lungenemphysem aber auch durch einen angeborenen Alpha-1-Antitrypsinmangel verursacht. Lesen Sie hier alles Wissenswerte zum Lungenemphysem.

Lungenemphysem: Beschreibung

Normalerweise gelangt bei jedem Atemzug Luft von der Luftröhre in die Lunge. Dort wird sie durch die Bronchien und deren Weiterverzweigung, den Bronchiolen, in die Lungenbläschen (Alveolen) gesogen. In genau diesen Lungenbläschen findet der Gasaustausch statt: Sauerstoff wird ins Blut aufgenommen und Kohlendioxid in die auszuatmende Luft abgegeben. Bei Menschen mit Lungenemphysem funktioniert dieser Austausch nicht mehr richtig, weil die Lungenbläschen krankhaft überbläht sind. Mediziner sprechen deswegen auch von Lungenüberblähung.

Bei einem Lungenemphysem verlieren die Trennwände der Lungenbläschen an Elastizität. Die Wände der Lungenbläschen sacken aus und die normalerweise kleinen, prallen Bläschen verwandeln sich in größere Blasen, die bei der Ausatmung zusammenfallen. Durch diese Veränderung des Lungengewebes kann die Luft nicht mehr entweichen. In der Folge gelangt bei einem Lungenemphysem während der Einatmung weniger neue, sauerstoffreiche Luft über die Lungen in den Blutkreislauf. Daher leiden Menschen mit fortgeschrittenem Lungenemphysem unter Atemnot (Dyspnoe).

Wer an Dyspnoe (Luftnot, Atemnot) leidet, dem wird im wahrsten Sinn des Wortes „der Atem geraubt“. Menschen mit Dyspnoe atmen verstärkt und haben trotzdem das Gefühl, nicht genügend Luft zu bekommen. Für Betroffene ist das mindestens unangenehm, aber das Gefühl kann sich sogar bis zur Erstickungs- und damit Todesangst steigern.

Die Ursache der Dyspnoe kann in der Lunge beziehungsweise den Atemwegen liegen. Es kann aber auch eine Herzschwäche oder Blutarmut für die Atemnot verantwortlich sein. Selbst die Psyche kann ein Auslöser sein. Eine Dyspnoe sollten Sie immer ärztlich abklären lassen. Lesen Sie jetzt alles Wichtige zum Symptom „Dyspnoe“.

Dyspnoe: Beschreibung

 

Dyspnoe: Atmungsorgane

 

Eine Dyspnoe ist zunächst ein subjektives Empfinden. Der Betroffene hat das Gefühl, nicht genügend Luft zu bekommen, worauf der Körper mit einer gesteigerten Atemtätigkeit reagiert. Die Atemfrequenz, die normalerweise bei ca. 15 bis 20 Zügen pro Minute liegt, erhöht sich. Zunächst sind die Atemzüge noch tief - mit zunehmender Frequenz werden sie immer flacher, es kommt zur Kurzatmigkeit. Personen mit starker Dyspnoe nehmen manchmal eine Haltung ein, in der bestimmte Muskeln das Ein- und Ausatmen unterstützen („Orthopnoe“).

Eine Dyspnoe weist darauf hin, dass dem Körper und Gewebe nicht genügend Sauerstoff zur Verfügung steht. Ohne dieses lebenswichtige Gas können die Zellen aber nicht arbeiten; nach lang anhaltendem Sauerstoffmangel gehen sie sogar zugrunde.

Durch das Einatmen (Inspiration) wird Luft über die Atemwege in die Lunge gesaugt. Dort findet der sogenannte Gasaustausch statt, der Sauerstoff tritt also aus der Luft in den Blutkreislauf über. Man nennt diesen Vorgang auch Diffusion (der Sauerstoff diffundiert in das Blut). Der Ort des Geschehens sind die Lungenbläschen (Alveolen). Das Herz pumpt das mit Sauerstoff angereicherte Blut in den Kreislauf, so wird es im ganzen Körper verteilt. Beteiligt sind also das Atmungssystem, das Herz und die Gefäße sowie das Blut als Transportmedium.

Wann immer es zu einer Störung bei einer dieser Komponenten kommt, registrieren verschiedenste Rezeptoren im Körper die Unterversorgung mit Sauerstoff. Sie melden diese an die „Steuerzentrale“ Gehirn und es entsteht das Gefühl einer Atemnot, also einer Dyspnoe.

Dyspnoe: Ursachen und mögliche Erkrankungen

Eine Dyspnoe kann eine Vielzahl an Ursachen haben. Ärzte versuchen zunächst herauszufinden, an welchem Ort die Ursache der Atemnot lokalisiert sein könnte. Die Mechanismen hinter einer Dyspnoe sind vielfältig und müssen nicht zwingend mit den Atemwegen oder der Lunge zu tun haben.

Ursache innerhalb des Atmungssystems

  • Die Atemnot kann mit dem Atemantrieb zu tun haben. In manchen Fällen kann dieser unterdrückt sein, etwa wenn eine Störung im zentralen Nervensystem vorliegt, das die Atmung steuert.

  • Auch eine Beeinträchtigung im muskulo-skeletalen Bereich kann zu einer Dyspnoe führen, etwa wenn ein Nerv geschädigt ist, der wichtige Muskeln für die Atmung oder das Zwerchfell ansteuert. Auch Deformierungen des Brustraums können Atembeschwerden verursachen.

  • Die Pleura (Lungenfell) ist eine Art Gewebehülle, die aus zwei sogenannten Blättern besteht. Das Innere wirkt wie eine dünne Folie, die die Lunge ummantelt, das äußere Blatt liegt der Innenseite des Brustkorbs auf. Auf diese Weise wird dafür gesorgt, dass die Lunge sich reibungsfrei verschieben kann. Bei einem Pleura Erguss tritt Flüssigkeit zwischen das innere und äußere Blatt, die Lunge kann sich nicht mehr so gut ausdehnen und es kommt eventuell zu Dyspnoe. Wenn Luft in den Pleura spalt gelangt, kann die Lunge zusammenfallen und es kommt zum Pneumothorax.

  • Dyspnoe kann auch entstehen, wenn die Atemwege durch Fremdkörper blockiert oder selbst erkrankt sind.

  • Die Lunge selbst kann beeinträchtigt sein - und damit der Gasaustausch.

Eine Störung der Atemfunktion lässt sich noch genauer untergliedern:

  • Von einer Ventilationsstörung spricht man, wenn die Lunge nicht ausreichend belüftet wird. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die Atemwege blockiert sind.

  • Eine Diffusionsstörung liegt vor, wenn der Gasaustausch reduziert ist. Dies kann etwa bei einer Lungenentzündung der Fall sein.

  • Wenn die Durchblutung der Lunge gestört ist und damit nicht genügend Blut zur Lunge transportiert wird, das mit frischem Sauerstoff angereichert werde könnte, handelt es sich um eine Perfusionsstörung. Die Lungenembolie ist ein Beispiel dafür.

  • Sind die einzelnen Teilfunktionen – Ventilation, Diffusion und Perfusion – nicht gut ausbalanciert, kann es zu einer Verteilungsstörung kommen.

Ursache außerhalb des Atmungssystems

Eine Atemnot kann auch Ursachen haben, die nicht in den Atemwegen oder der Lunge liegen. Beispiele sind:

  • Eine kardiovaskuläre Störung, wobei das Herz nicht genügend Kraft hat, um das Blut vollständig in den Kreislauf auszuwerfen. Es staut sich in die Lunge zurück und kann beispielsweise Ödeme verursachen.

  • Eine Blutarmut (Anämie), die durch einen Mangel an roten Blutkörperchen verursacht wird. Diese Blutzellen binden den Sauerstoff im Blut. Wer zu wenig Erythrozyten hat, leidet häufig auch an Dyspnoe.

  • Ein erhöhter Bedarf an Sauerstoff. Das kann zum Beispiel bei Fieber der Fall sein, aber auch bei körperlicher Anstrengung oder einem zu geringen Sauerstoffgehalt in der Luft, etwa in Höhe oder geschlossenen Räumen.

  • Eine psychogene Dyspnoe, zum Beispiel wenn manche Menschen bei großer Aufregung hyperventilieren.

Welche Erkrankungen hinter einer Dyspnoe stecken können

Eine Dyspnoe kann durch eine psychische Reaktion ausgelöst werden. Aber auch bei sportlicher Betätigung ist eine anfängliche Atemnot ganz normal, vor allem bei Untrainierten. Hinter einer Dyspnoe kann sich aber auch eine (chronische) Erkrankung verbergen, die es abzuklären und zu therapieren gilt.

Entlang der Atemwege können verschiedene Ursachen zu einer Dyspnoe führen.

Verlegung und Verengung der Atemwege

  • Bei kleineren Kindern kann dies mitunter durch eingeatmete Fremdkörper geschehen. Oftmals ist nur ein Lungenflügel beziehungsweise ein kleinerer Teil eines Lungenflügels verschlossen, sodass das Kind zwar nicht erstickt, aber die Lunge nicht ausreichend belüftet wird - es kommt zur Dyspnoe.

  • Die Schleimhaut, die die gesamten Atemwege auskleidet, kann anschwellen, zum Beispiel nach Infektionen oder allergischen Reaktionen. Unter den möglichen Infekten ist die Diphterie (Krupp) und der Pseudokrupp zu nennen. Im ersten Fall sind Bakterien die auslösenden Erreger, in letzterem Viren. Die stark geschwollenen Schleimhäute können zu massiven Atmungsstörungen führen, inklusive einer Dyspnoe.
    Allergien auf bestimmte
    Nahrungsmittel oder andere Substanzen können ebenfalls für eine starke Schleimhautschwellung sorgen und die Atemwege verlegen. Manche Menschen reagieren zum Beispiel sehr empfindlich auf Erdbeeren oder Nüsse.

  • Auch das Angioödem (oder Quincke-Ödem),  eine blitzschnelle und massive Schwellung der Schleimhäute, ist meist allergisch bedingt. Es kann aber auch die Nebenwirkung einiger Medikamente sein, zum Beispiel Acetylsalicylsäure (Aspirin) oder ACE-Hemmer (fungieren als Blutdrucksenker).

  • Die Stimmbänder sind das Werkzeug, um Töne und Geräusche erzeugen zu können. Zusammen mit den Muskeln, die sie in Stellung bringen, bilden sie die Stimmritze, durch die man beim Sprechen und Singen Luft presst. Eine Lähmung der Stimmbänder oder ein Krampf der Stimmmuskeln kann den Luftweg behindern und in der Folge Dyspnoe verursachen.

  • Die Luftröhre oder die Bronchien können mechanisch verengt sein, etwa durch Narbengewebe nach operativen Eingriffen aufgrund von Tumorerkrankungen. Solche können direkt in der Luftröhre oder in der Umgebung entstehen und in die Luftröhre hineindrücken. Auch in der Lunge können Tumore den Luftstrom in den Bronchien blockieren.

  • Asthma bronchiale und die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) sind zwei häufige Atemwegserkrankungen und oft der Grund für Atemnot. In beiden Fällen sind die Bronchien chronisch entzündet, weil sie sich krampfhaft zusammenziehen. Vor allem beim Ausatmen wird der Atemfluss blockiert. Asthma ist meist allergisch bedingt, COPD ist die Folge langjährigen Rauchens oder sonstiger Schadstoffbelastungen der Lunge.

  • Bei der erblichen Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose (zystische Fibrose) sind sämtliche Körpersekrete extrem zähflüssig und können nicht richtig abtransportiert werden. Auch in der Lunge können die Bronchialsekrete nicht ausreichend „nach oben“ weitergeleitet werden. Die Folge sind erschwerte Atmung und häufige Infekte.

Erkrankungen der Lunge

  • Unter Atelektasen versteht man das Zusammenfallen der kleinen Bronchien in der Lunge. Dieser Kollaps tritt normalerweise nicht isoliert auf, sondern ist die Folge einer vorausgehenden Erkrankung, zum Beispiel Lungenkrebs oder einem Pleura Erguss. Sind davon mehrere Bronchiolen betroffen, kann das zu Dyspnoe führen.

  • Zu einem Lungenemphysem kommt es, wenn die Lunge chronisch überbläht wird, wie das häufig bei COPD und in geringerem Maße auch bei Asthma der Fall sein kann. Diese Überblähung ist nicht mehr rückgängig zu machen und schränkt die Belüftung der Lunge ein. Je nach Ausprägung kann sich ein Emphysem auch über eine Dyspnoe äußern.

  • Bei der Lungenfibrose vermehrt sich das Bindegewebe in der Lunge und das Lungengerüst zwischen den Lungenbläschen wird narbig umgebaut. Somit reduziert sich die Fläche für den Gasaustausch, was in Atembeschwerden mündet. Die Ursachen für den Umbau sind oft Entzündungen und toxische Schadstoffe. Eine Staublunge geht zum Beispiel sehr häufig mit einer Fibrosierung der Lunge einher.

  • Auch eine Lungenentzündung (Pneumonie) kann neben Symptomen wie Fieber und Abgeschlagenheit auch Dyspnoe mit sich bringen. Lungenentzündungen sind häufig die Folge eines Atemweginfekts und heilen meist ohne größere Komplikationen wieder aus. Für Kinder und alte Menschen kann eine Pneumonie aber durchaus gefährlich werden.

Herz und Lunge

Herz und Lunge sind eng miteinander verknüpft. Erkrankungen des einen Organs können auch das andere beeinflussen.

  • Entsteht in der Lunge ein erhöhter Blutdruck, zum Beispiel bei einer Lungenfibrose oder COPD, muss das Herz verstärkt dagegen anpumpen. Man spricht von Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie). Die Folge ist Atemnot, auf Dauer kann aber auch das Herz Schaden nehmen.

  • Umgekehrt schädigt eine chronische Herzinsuffizienz häufig die Lunge, weil nicht genügend Blut in den Kreislauf gepumpt werden kann, sondern sich stattdessen in die Lunge zurückstaut. Die Folge ist häufig ein Lungenödem, es wird also Flüssigkeit aus dem gestauten Blut in das Lungengewebe und die Alveolaren abgepresst. Deshalb leiden herzinsuffiziente Patienten häufig auch an einer Dyspnoe.

  • Auch bei einem Herzinfarkt kann Luftnot ein Symptom sein. Besonders bei Frauen bleibt der berühmte Schmerz im linken Arm oft aus, stattdessen kommt es oft nur zu einer Dyspnoe.

  • In den Gefäßen können sich kleine Gerinnsel bilden, die wachsen, sich ablösen und weggeschwemmt werden können. Sie können zum Beispiel Infarkte (Herzinfarkt, Schlaganfall) und Embolien verursachen. Bei der Lungenembolie bleibt ein solches Gerinnsel (Thrombus) in einem Lungengefäß stecken. Ein Symptom ist Atemnot. Eine Lungenembolie ist ein absoluter Notfall! Sie kann schnell tödlich enden, wenn der Betroffene nicht schnell behandelt wird.

Sonstige Ursachen einer Dyspnoe

  • Bei einer Anämie liegt im Blut ein Mangel an roten Blutkörperchen (Erythrozyten) vor. Sie sind die Transporter des Sauerstoffs im Blut und deswegen essentiell für die Sauerstoffversorgung des Gewebes. Wer zu wenige rote Blutkörperchen besitzt, etwa bei einem Eisen- oder Vitamin-B12-Mangel, kann eine Dyspnoe entwickeln.

  • Bei Deformierungen des Skeletts oder Lähmungen des Zwerchfells kann die Atmung mechanisch behindert sein. Die Lunge wird unter Umständen nicht mehr ausreichend belüftet. Auch das kann zur Luftnot führen.

  • Das Phänomen der Hyperventilation trifft Frauen deutlich öfter als Männer. In starken Stresssituationen entsteht manchmal das Gefühl, nicht genügend Luft zu bekommen. Der Betroffene atmet schneller und tiefer ein, als dies eigentlich nötig wäre. Im Extremfall gerät durch das Hyperventilieren das Verhältnis zwischen Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid im Körper aus dem Gleichgewicht. Dies lässt sich durch das Atmen in eine Tüte beheben.

Dyspnoe: Wann müssen Sie zum Arzt?

Ob schleichend oder plötzlich – Menschen mit einer Dyspnoe sollten immer einen Arzt aufsuchen. Auch wenn sich zunächst keine weiteren Symptome zeigen, können ernste Erkrankungen der Grund für die Atemnot sein. Wer zusätzliche Symptome bemerkt, etwa Schmerzen in der Brust oder blaue Lippen und blasse Haut, ruft am besten sofort den Notarzt! Denn dies können Zeichen für einen Herzinfarkt, eine Lungenembolie oder einen stark fortgeschrittenen Sauerstoffmangel sein.

Dyspnoe: Was macht der Arzt?

Zunächst wird der Arzt gezielte Fragen zur Krankengeschichte stellen und die Symptomatik genauer abklären. Von Interesse sind dabei zum Beispiel:

  • Wann und wo ist die Atemnot aufgetreten?

  • Tritt die Dyspnoe in Ruhe oder nur bei körperlicher Aktivität auf?

  • Ist die Luftnot abhängig von bestimmten Körperlagen oder Tageszeiten?

  • Ist die Dyspnoe in letzter Zeit schlimmer geworden?

  • Wie oft tritt die Dyspnoe auf?

  • Gibt es außer der Atemnot noch weitere Symptome?

Weiter erkundigt sich der Arzt noch nach den bisher bekannten Krankheiten in der näheren Familie und schließt dann verschiedene Untersuchungen an.

  • Schnell und einfach ist das Abhören der Lunge mit dem Stethoskop. Mit diesem treuen Berufsbegleiter kann der Arzt feststellen, ob über den jeweiligen Lungenarealen normale oder verdächtige Atemgeräusche zu hören sind, beispielsweise Rasselgeräusche oder völlige Stille. Auch das Herz sollte abgehört werden.

  • Eine Blutabnahme erfolgt routinemäßig, um zum Beispiel eine Anämie auszuschließen und bestimmte Laborwerte zu prüfen, die bei einem Herzinfarkt oder einer Lungenembolie erhöht sein können.

  • Ein Lungenfunktionstest (Spirometrie) erlaubt ein differenzierteres Urteil über eine mögliche Funktionsstörung der Lunge und der Atemwege. Hiermit lässt sich zum Beispiel das Ausmaß einer COPD oder von Asthma sehr gut beurteilen.

  • Mithilfe einer Bronchoskopie kann der Untersucher den Rachenraum, Kehlkopf und die oberen Bronchien genauer einsehen.

  • Schließlich gibt es einige bildgebende Verfahren, die unter Umständen wichtige Informationen liefern. So lassen sich anhand von Röntgenuntersuchung, Computertomografie und Magnetresonanztomografie Lungenentzündungen, Lungenembolien, Tumore im Brustraum und vieles mehr bestimmen. Auch Ultraschall und nuklearmedizinische Untersuchungen können zum Einsatz kommen.

Die weitere Therapie der Dyspnoe hängt von der Ursache ab. Entsprechend unterschiedlich kann sie ausfallen. Bakterielle Infekte wie Diphterie werden mit Antibiotika behandelt, chronische Erkrankungen wie Asthma, COPD oder Herzinsuffizienz verlangen hingegen eine lebenslange Therapie mit gezielt wirkenden Medikamenten. Bei einer Lungenembolie versucht man, den Thrombus zu lösen. Ansonsten muss man hier vor allem den Kreislauf stabil halten. In schlimmen Fällen einer Anämie werden Erythrozyten transfundiert, bei milderen Formen zunächst nur die Ursache behoben, zum Beispiel durch Eisensubstitution. Bei Krebserkrankungen kann man prinzipiell operieren, eine Chemotherapie einsetzen und bestrahlen. Hier spielt allerdings auch das Tumorstadium eine Rolle.

Dyspnoe: Das können Sie sofort tun

Nach dem Auftreten einer Dyspnoe ist das Beste ein Arztbesuch. Es gibt aber auch einige Tipps, die bei Atemnot Linderung verschaffen.

  • Im akuten Fall von Atemnot sollte sich der Betroffene hinsetzen, da das Atmen in dieser Position meist leichter fällt.

  • Wer Ruhe bewahrt, normalisiert seine Atmung schneller wieder, vor allem wenn die Dyspnoe eine psychische Ursache hat.

  • Stützen Sie die gebeugten Arme auf Ihren Oberschenkeln ab. Denn in dieser Haltung, die man auch als Kutschersitz bezeichnet, können bestimmte Muskeln die mechanische Atmung unterstützen.

  • Auch kühle, frische Luft wirkt förderlich. Nicht zuletzt, weil kalte Luft mehr Sauerstoff beinhaltet. Dies kann eine Dyspnoe bereits mildern.

  • Asthmatiker sollten ihr Spray immer griffbereit haben.

  • Patienten, die schon lange an einer chronischen Lungenerkrankung leiden, haben häufig Sauerstoffflaschen zu Hause. Die Dosis des Sauerstoffs sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen.

  • Eine gesunde Lebensweise kann der Entwicklung einer chronischen Atemnot vorbeugen. Versuchen Sie mit dem Rauchen aufzuhören – am besten fangen Sie erst gar nicht an. Das reduziert das Risiko für eine spätere Dyspnoe erheblich.

Zentrilobuläre Lungenemphysem

Etwa ein Drittel der chronischen Lungenemphysem (COPD-assoziierten) Patienten bildet ein sogenanntes Zentrilobuläres Lungenemphysem aus. Die Lungenüberblähung betrifft hierbei vor allem die oberen Lungenfelder, während die unteren Lungenanteile intakt sind. Dies wird darauf zurückgeführt, dass die Schadstoffe der Umwelt (zum Beispiel beim Rauchen) als Erstes die oberen Lungenanteile schädigen und dort zu einem Lungenemphysem führen.

Die Schädigung der Lungenbläschen ist die Folge einer chronischen Entzündung und Zerstörung der Lungenbläschen vor allem durch die Substanzen im Zigarettenrauch.

Panlobuläres Lungenemphysem

Das panlobuläre Lungenemphysem ist in den meisten Fällen eine genetisch bedingte Erkrankung. Durch eine erbliche Veranlagung entsteht ein Proteinmangel (Alpha-1-Antitrypsinmangel). Dieses dient in der Regel dazu, das Lungengewebe zu schützen. Durch einen Mangel des Protein seine Gewebeschädigung mit zunehmendem Abbau der Wandstrukturen der Lungenbläschen. Das panlobuläre Lungenemphysem unterscheidet sich vom chronischen Lungenemphysem (COPD assoziiert) durch den Ort der Schädigung. Beim panlobulären Lungenemphysem sind vor allem die unteren Lungenabschnitte betroffen.

Überdehnungs-Lungenemphysem

Nach einer Teilentfernung (Teilresektion) der Lunge kann sich manchmal das verbliebene Lungengewebe übermäßig ausdehnen und damit eine Lungenüberblähung verursachen. Hierbei handelt es sich nicht um das „klassische Lungenemphysem“. Diese Form der Lungenüberblähung bereitet in der Regel auch weniger starke Beschwerden, da die Wände der Lungenbläschen vorher nicht durch eine chronische Entzündung (zum Beispiel verursacht von Zigarettenrauch) geschädigt wurden.

Lungenemphysem: Symptome

Beginnendes Lungenemphysem

Anfangs äußern sich die Lungenemphysem-Symptome meist in Form von Luftnot(Dyspnoe). Zu Beginn tritt die Atemnot dabei vor allem bei körperlicher Anstrengung auf. Zusätzlich leiden viele Betroffene unter Husten. Die Patienten beschreiben zusätzlich oft einen spürbaren Leistungsabfall und fühlen sich bei geringer Anstrengung schnell müde und schlapp. Patienten mit Lungenemphysem bilden im Vergleich zu einem lungengesunden Menschen schneller Infektionen der Atemwegeaus.

Der Grund dafür ist in den krankhaften Strukturveränderungen der Lunge zu suchen: Diese verfügt normalerweise über ein sogenanntes „Flimmerepithel“, das den Großteil der Atemwege auskleidet. Es handelt sich um spezielle Zellen, die wie kleine Härchen aufgebaut sind. Diese Flimmerzellen bewegen sich wellenförmig und transportieren dabei winzige Fremdstoffpartikel aus der Lunge heraus (Mukoziliäre Clearance). Durch das Rauchen oder andere Umwelteinflüsse wird das Flimmerepithel zunehmend zerstört und die Immunfunktion der Lunge herabgesetzt. In der Folge leiden Patienten mit einem Lungenemphysem bereits bei beginnendem Lungenemphysem vermehrt an Entzündungen der Lunge (Pneumonie) und der Bronchien (Bronchitis).

Fortgeschrittenes Lungenemphysem

Ein fortgeschrittenes Lungenemphysem weist zusätzlich noch weitere Symptome auf. Die Luftnot tritt nicht mehr nur unter Belastung, sondern auch in Ruhe auf. Bei einem fortgeschrittenen Lungenemphysem ist der Husten mit zusätzlichem Auswurf ebenfalls dauerhaft vorhanden.

Bei vielen Patienten verändert sich im Verlauf der Erkrankung die Form des Brustkorbs: Die Brustmuskulatur muss bei einem Lungenemphysem stärker arbeiten als normal und verbleibt mit der Zeit in der Einatmungsstellung. Die Rippen verlaufen dann horizontal (statt schräg nach unten abzufallen) und der Brustkorb sieht „fassförmig“ aus(Fassthorax). Die beiden Hautgruben oberhalb der Schlüsselbeine verschwinden und wirken bei vielen Betroffenen ebenfalls überbläht.

Ein fortgeschrittenes Lungenemphysem geht häufig mit einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes einher. Durch den aus der Atemnot resultierenden Bewegungsmangel baut der Körper oftmals zusätzlich Muskelmasse ab, was die Atemnot zusätzlich verstärken kann.

Durch den anhaltenden Sauerstoffmangel im Blut verfärben sich bei einigen Betroffenen die Lippen und Finger bläulich (Zyanose). Zudem wird das rechte Herz durch die Veränderung des Lungengewebes stärker belastet (Rechtsherzinsuffizienz). Das Herz kann das aus dem Körperkreislauf strömende Blut nicht ausreichend weitertransportieren, sodass es sich vor dem rechten Herz staut. Dieser Blutstau ist unter anderem an den prall gefüllten Halsvenen zu erkennen. Zudem können Wassereinlagerungen in den Beinen (Ödeme) als typisches Zeichen einer Rechtsherzinsuffizienz auftreten.

Zwei Extreme: Pink Puffer und Blue Bloater

Patienten, die an einem Lungenemphysem leiden, werden hinsichtlich der Ausprägung Ihrer Beschwerden in zwei Typen eingeteilt: den „Pink Puffer“ und den „Blue Bloater“. Beide Arten sind Extremformen, die vollständig ausgeprägt sehr selten sind. Häufiger sind Übergänge zwischen den beiden Typen:

Typische Merkmale für den Blue Bloater sind:

  • Übergewicht

  • Ausgeprägte Zyanose (Blaufärbung der Lippen und Finger, daher auch der Begriff „Blue Bloater“)

Zyanose

Von Hanna Rutkowski

 

Zyanose bezeichnet die blau-violette Färbung von Fingerspitzen, Lippen oder der Haut. Das Wort Zyanose kommt aus dem Griechischen und bedeutet „blau“. Blaue Lippen sind nicht nur ein Zeichen von Kälte und Frieren, sondern für einen Sauerstoffmangel. Die Zyanose entsteht meist durch eine Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff. In diesen Fällen muss eine Zyanose ärztlich behandelt werden. Lesen Sie hier mehr zu den Ursachen von blauen Lippen und Nasen.

Zyanose: Beschreibung

Zyanose: Merkmale einer Zyanose

 

Das Blut befördert über die roten Blutkörperchen große Mengen Sauerstoff in Organe und Gewebe, die ihn bei ihrer Arbeit verbrauchen. In der Zelle lädt das rote Blutkörperchen (Erythrozyt) den Sauerstoff ab und belädt sich mit Kohlenstoffdioxid, das bei Stoffwechselprozessen anfällt. Großer Umschlagsbahnhof für die neue Sauerstoffaufnahme und Abgabe des Kohlendioxids ist die Lunge.

Der Träger des Sauerstoffes und Kohlendioxids in den roten Blutkörperchen ist der rote Blutfarbstoff „Hämoglobin“. Es verleiht dem Blut die typische rote Färbung. Das Blut erscheint heller, wenn viel Sauerstoff geladen wurde, und bläulich, wenn geringere Mengen zirkulieren. Ist ein Anteil von mindestens fünf Gramm Hämoglobin in 100 Millilitern (ml) Blut nicht mit Sauerstoff beladen, entwickelt sich eine Zyanose. Blaue Lippen, Haut und Ohrläppchen sind die Anzeichen eines Sauerstoffmangels. Da die oberflächlich liegenden Gefäße durch die Haut scheinen, wird der Effekt an diesen Körperstellen zuerst sichtbar.

Mediziner unterscheiden eine periphere und eine zentrale Zyanose.

Bei der peripheren Zyanose fließt das mit Sauerstoff reich beladene Blut in die Organe und Extremitäten. Aufgrund von Durchblutungsstörungen verbleibt es aber länger in der Peripherie als normalerweise. Das Blut gibt zwar den Sauerstoff ab, wird aber langsamer als sonst wieder abtransportiert – so erscheint die Haut blau. Ein typisches Beispiel dafür sind die blauen Lippen bei Kälte. Durch die verlangsamte Durchblutung bleiben die Blutkörperchen ein wenig länger in den Gefäßen.

Bei der zentralen Zyanose wird das Blut schon in der Lunge nicht ausreichend mit Sauerstoff beladen. Ursachen dafür können eine Lungenerkrankung oder ein schwerer Herzfehler wie ein sogenannter Rechts-Links-Shunt sein. Aber auch ein erniedrigter Sauerstoffgehalt in der Luft, beispielsweise in großen Höhen, kann der Grund für die zentrale Zyanose sein.

Beide Formen der Zyanose können auch gleichzeitig auftreten. Ein einfacher, aber nicht 100-prozentig sicherer Test hilft bei der Unterscheidung: Eine rosig gefärbte Zunge deutet auf eine periphere Zyanose hin. Ist sie dagegen bläulich gefärbt, ist dies ein Zeichen für eine zentrale Zyanose.

Sind nur Körpergrenzen wie die Nasenspitze oder die Ohrläppchen betroffen, spricht man von einer Akrozyanose.

  • Starker Husten mit Auswurf

  • Fassthorax

  • Geringe Luftnot

  • Lippenbremse“ beim Ausatmen

Typische Merkmale für den Pink Puffer sind:

  • Untergewichtig (kachektisch)

  • Keine Zyanose durch starke Atemarbeit, eher blasse Hautfarbe

  • Ausgeprägte Atemnot

  • Trockener Husten ohne Auswurf

Kurz gesagt kämpft der „Pink Puffer“ gegen seine Atemnot an und verspürt dadurch stärkere Atemnot. Durch die forcierte Atemarbeit erreicht er, dass das Blut insgesamt ausreichend mit Sauerstoff gesättigt wird und dadurch an der Haut keine Zyanose zu sehen ist. Der „Blue Bloater“ dagegen kämpft nicht gegen den Sauerstoffmangel und gewöhnt sich im Laufe der Zeit an die chronische Unterversorgung. Bei ihm ist die frühzeitige Entwicklung einer Rechtsherzinsuffizienz aufgrund eines sogenannten „Cor pulmonale“ eine häufige Folgeerkrankung. Bei einem Cor pulmonale erschöpft das rechte Herz, da es gegen einen zu großen Widerstand im Lungenkreislauf anpumpen muss.

Lungenemphysem: Ursachen und Risikofaktoren

Rauchen und COPD

Das Lungenemphysem ist in den meisten Fällen die Folge einer chronischen Lungenerkrankung. Besonders häufig ist COPD dabei die Ursache. COPD entsteht vor allem bei Rauchern durch eine Zerstörung des Lungengewebes. Durch das Qualmen herrscht in den Lungenbläschen eine chronische Entzündung. Nach und nach verliert die Wandstruktur der Lungenbläschen an Elastizität, wodurch die Lungenbläschen überblähen. Mit Lungenüberblähung ist gemeint, dass sauerstoffarme Luft in diesen veränderten Lungenbläschen „gefangen“ ist und beim Ausatmen diese Luft die Lungenbläschen nicht oder nur erschwert verlassen kann. Dadurch ist der Gasaustausch in den Lungenbläschen massiv gestört, sodass Atemnot auftritt. Nur der vollständige und dauerhafte Verzicht auf Rauchen kann den Prozess aufhalten.

Alter
Ein weiterer Risikofaktor für ein Lungenemphysem ist das Alter. Ein Altersemphysem ist jedoch eher die Ausnahme. Hier nimmt die Elastizität der Lungenbläschen altersbedingt ab. Das altersbedingte Lungenemphysem tritt meist ab einem Alter von 50 Jahren auf.

Ungleichgewicht von Proteinen

Wissenschaftler geht derzeit davon aus, dass bei einem Lungenemphysem vor allem ein Ungleichgewicht zwischen zerstörenden Proteinen (Proteasen) und schützenden Proteinen (Protease Inhibitoren) in der Lunge vorliegt. Die weißen Blutkörperchen setzen regelmäßig schädliche Proteine in der Lunge frei, die das Lungengewebe zerstören können.

Der wichtigste schützende Gegenspieler ist dabei das Alpha-1-Antitrypsin. Bei einem angeborenen Alpha-1-Antitrypsin-Mangel kann das Lungengewebe demnach nicht mehr ausreichend geschützt werden und es entsteht ein Lungenemphysem. Mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 1:2000 ist der angeborene Alpha-1-Antitrypsin-Mangel eine häufige Erberkrankung. In vielen Fällen wird der Mangel gar nicht oder erst spät entdeckt. Typischerweise tritt neben schweren Lungenschäden auch eine Zerstörung der Leber auf (Leberzirrhose).

Der Schädigung der Lungenbläschen durch Zigarettenrauch liegt ein ähnlicher Mechanismus zugrunde. Substanzen im Zigarettenrauch inaktivieren und hemmen die schützenden Proteine (Protease Inhibitoren). Dadurch überwiegen die schädlichen Proteine (Proteasen), wodurch eine chronische Entzündungen entsteht.

Narbengewebe und Lungenemphysem

Nach einer durchgemachten Entzündung (Lungenentzündung oder Tuberkulose) oder nach einer Operation mit Teilentfernung (Teilresektion) der Lunge entsteht häufig Narbengewebe. Das Narbengewebe ist instabiler und wird ebenfalls leichter überdehnt. Es kann ebenfalls ein Lungenemphysem-Ursache darstellen, wenn sich die Restlunge ausdehnt. Ein Narbenemphysem kann aber auch durch eine Formveränderung des Brustkorbs entstehen (Wirbelsäulenkrümmung).

Atemwegsreizende Substanzen
Zu den seltenen Ursachen eines Lungenemphysems zählen zudem atemwegsreizende Stäube oder Gase (inhalative Noxen), denen Menschen vor allem im Beruf ausgesetzt sein können. Dazu gehören: Quarzhaltige Stäube, Baumwoll- und Getreidestäube, Schweißrauch und Gase wie Ozon oder Chlorgas. Auch die allgemeine Luftverschmutzung (vor allem in Großstädten) kann zur Entstehung eines Lungenemphysems beitragen, insbesondere bei vorbestehenden Lungenerkrankungen.

Lungenemphysem: Untersuchungen und Diagnose

Der richtige Ansprechpartner bei einem Lungenemphysem ist der Facharzt für Lungenheilkunde (Pneumologe). Zu Beginn des Arzttermins steht die Befragung des Patienten (Anamnese) in der Lungenemphysem-Diagnostik an erster Stelle. Die Beschwerden sollten genau beschrieben werden. Mögliche Fragen des Arztes könnten dabei sein:

  • Leiden Sie unter Atemnot?

  • Leiden Sie unter Husten? Ist dieser trocken oder produktiv (mit Auswurf)?

  • Rauchen Sie? Wenn ja, wie viel am Tag und wie lange bereits? (Eine ehrliche Antwort ist sehr wichtig!)

  • Wie viele Stockwerke können Sie ohne Pausen hinaufsteigen?

  • Gibt es in Ihrer Familie Fälle von Lungenemphysem, COPD oder Alpha-1-Antitrypsinmangel?

Nach der Anamnese folgt die körperliche Untersuchung. Durch das Lungenemphysem können Veränderungen auftreten, die bereits mit dem bloßen Auge zu erkennen sind:

Ein fassförmiger Brustkorb (Fassthorax) durch dauerhafte Lungenüberblähung ist klares Erkennungsmerkmal. Eine Behinderung bei der Ausatmung macht sich häufig durch eine „Lippenbremse“ bemerkbar, also eine spezielle Atemtechnik, bei der durch die locker aufeinandergelegten Lippen ausgeatmet wird. So fällt es den Betroffenen in der Regel leichter zu atmen, weil so der Luftdruck in den Bronchien erhöht wird. Bläulich verfärbte Lippen und Finger zeigen sich als Zeichen von Sauerstoffmangel im Blut. An den Händen können sich zudem sogenannte Trommelschlegelfinger und Uhrglasnägel ausbilden. Dabei sind die Finger in den Endgliedern wie Trommelschlegel aufgetrieben und die Nägel sind stark abgerundet. Geschwollene Beine und prall gefüllte Halsvenen als Anzeichen einer vermehrten Rechtsherzbelastung durch das Lungenemphysem lassen sich ebenfalls oft beobachten. Das rechte Herz wird belastet, da sich der Widerstand im Lungenkreislauf durch das Lungenemphysem erhöht (Cor pulmonale) und sich das Blut im rechten Herz staut.

Cor pulmonale

Von Amra Ackermann

Von einem Cor pulmonale (sogenanntes Lungenherz) spricht man, wenn sich die rechte Herzkammer stark ausgedehnt und erweitert hat, der Grund dafür aber nicht im Herzen, sondern in der Lunge liegt. Ursache für das Cor pulmonale ist ein erhöhter Widerstand im Lungenkreislauf, gegen den das Herz über lange Zeit an arbeiten . Meist sind Atemwegserkrankungen dafür verantwortlich. Lesen Sie mehr zu Ursachen, Symptomen und Behandlung des Cor pulmonale.

Cor pulmonale: Beschreibung

Als Cor pulmonale (Cor = Herz, pulmonale = der Lunge zugeordnet) bezeichnet man ein Herz, bei dem die rechte Herzkammer stark erweitert ist und ihre Aufgabe, sauerstoffarmes Blut aus dem Körper in die Lunge zu pumpen, nicht mehr richtig erfüllen kann. Der zweite Teil des Krankheitsnamens verweist auf die Ursache der Herzerweiterung - sie liegt in der Lunge: Ein erhöhter Strömungswiderstand in den Lungenarterien führt dazu, dass die rechte Herzkammer stärker arbeiten muss, um das aus dem Körper anströmende, sauerstoffarme Blut in den Lungenkreislauf zu pumpen.

Als Reaktion darauf verdickt sich zunächst die Muskelwand der Herzkammer. Steigt der Widerstand weiter, vergrößert sich die Kammer durch den Rückstau von Blut und das Gefüge der Muskelfasern wird gestört. Die Herzkammer leiert regelrecht aus. Es entwickelt sich eine sogenannte Rechtsherzschwäche und schließlich ein Cor pulmonale – ein Zustand, der nicht mehr rückgängig zu machen ist.

 

 

Akutes Cor pulmonale

Ein Cor pulmonale kann auf unterschiedliche Weise entstehen. Das so genannte akute Cor pulmonale entwickelt sich ganz plötzlich, es wird durch eine  Drucksteigerung im Lungenkreislauf ausgelöst – etwa, wenn ein Gerinnsel (Thrombus) einen Teil der Lungenstrombahn blockiert. Die Folge ist eine schlagartige Überbelastung des rechten Herzens.

Chronisches Cor pulmonale

Ein chronisches Cor pulmonale entwickelt sich allmählich. Auslöser können verschiedene Lungenerkrankungen sein, die eines gemeinsam haben: Sie lassen den Druck im Lungenkreislauf steigen. Dadurch fließt Blut, das vom rechten Herzen in die Lunge gepumpt wird, teilweise wieder zurück. Die zusätzliche Herzbelastung führt zu einer zusätzlichen Belastung der rechten Herzkammer. Der Herzmuskel muss stärker arbeiten, um den erhöhten Widerstand zu überwinden und vergrößert sich immer mehr. Das enge Gefüge der Muskelzellen wird gestört, Bindegewebe lagert sich ein.

Durch diese Veränderungen nimmt die Pumpkraft der rechten Herzkammer immer weiter ab, es entsteht eine sogenannte Rechtsherzinsuffizienz.

Erkrankungen, die zur Ausbildung eines chronischen Cor pulmonale führen, sind unter anderem die COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung), das Lungenemphysem (Überblähung der Lunge mit vermindertem Sauerstoffaustausch), langjährige Entzündungen der Bronchien, die mit Verengungen einhergehen, und die Lungenfibrose (vermehrte Bildung von Bindegewebe in der Lunge).

Cor pulmonale: Symptome

Da sich ein chronisches Cor pulmonale über Jahre entwickelt, sind die Beschwerden zu Beginn der Erkrankung noch gering. Mit zunehmender Schwäche der rechten Herzkammer (Rechtsherzinsuffizienz) treten aber typische Beschwerden auf. So staut sich das Blut bis in den rechten Herzvorhof und die Venen des großen Körperkreislaufs zurück. Durch den Druck tritt Flüssigkeit aus den Blutgefäßen ins Gewebe über, es entstehen Wassereinlagerungen zwischen den Zellen und im Bindegewebe (Ödeme), vor allem im Bereich der Unterschenkel und Sprunggelenke und auf dem Fußrücken.

Auch in den Organen staut sich das Blut, wodurch sich insbesondere die Leber (Hepatomegalie) und Milz (Splenomegalie) stark vergrößern. Gleichzeitig kann der Gallenabfluss gestört werden, der in der Leber zurückgehaltene Farbstoff (Bilirubin) kann zu einer gelblichen Verfärbung der Haut und der Bindehaut des Auges führen (Gelbsucht). Sammelt sich Gewebewasser im freien Bauchraum, sprechen Ärzte von einer Bauchwassersucht oder Aszites.

Sauerstoffmangel im gesamten Körper

Durch die verminderte Pumpleistung des rechten Herzens in den Lungenkreislauf gelangt auch weniger sauerstoffreiches Blut in die linke Herzkammer – und damit in den Körper. Daraus entsteht ein Sauerstoffmangel, der Haut und Schleimhäute schließlich bläulich verfärben kann (Zyanose). Zudem leiden Patienten mit einem Cor pulmonale unter Atemnot, die anfangs nur bei starker körperlicher Belastung, später sogar in Ruhe spürbar wird. Die Halsvenen können durch den Rückstau am Herzen sichtbar hervortreten. Weitere Symptome sind Heiserkeit, Husten, teilweise mit blutigem Auswurf, und ein Druckgefühl in der Brust.

Patienten mit Cor pulmonale sind körperlich geringer belastbar und schneller erschöpft. Im fortgeschrittenen Stadium kann eine körperliche Überlastung bis zum Kollaps und zur Bewusstlosigkeit führen.

Akutes Cor pulmonale bedeutet Lebensgefahr

Bei einem akut auftretenden Cor pulonale besteht die besondere Gefahr, dass die Betroffenen an einem plötzlichen Herztod versterben. Auslöser der akuten Form ist meist eine schwere Lungenembolie, das heißt, ein in die Lunge gewandertes Blutgerinnsel verstopft einen Teil der Lungenarterien. Dadurch kann kein Blut mehr in den betreffenden Teil der Lunge strömen. Der Rückstau belastet die rechte Herzkammer so sehr, dass diese versagen kann.

Cor pulmonale: Ursachen und Risikofaktoren

Ein chronisches Cor pulmonale entwickelt sich durch eine Druckerhöhung in der Lunge, beziehungsweise in den Lungenarterien. Man spricht auch von einer pulmonalen arteriellen Hypertonie. Durch Schädigungen des Lungengewebes und der Lungengefäße kann weniger sauerstoffarmes Blut aus dem rechten Herzen in die Lunge aufgenommen werden, so dass es sich zurückstaut. Dadurch wird die rechte Herzkammer, die der Lunge vorgeschaltet ist, stark belastet. Sie verdickt ihre Muskelwand, dehnt sich aus und ist bei klinisch manifestem Cor pulmonale nur noch vermindert leistungsfähig. Die Ursache dafür sind in der Regel chronische Lungenerkrankungen, allen voran die COPD.

Die COPD wird vor allem durch Rauchen ausgelöst. Die Schadstoffe lösen häufig wiederkehrende Reizungen und Entzündungen der Atemwege aus. Typisch ist ein chronischer Husten, der später mit zähem Auswurf und Atemnot einhergeht. Im weiteren Verlauf der Krankheit werden kleinste Bronchien und Lungenbläschen (Alveolen) geschädigt, die Trennwände zwischen den Alveolen werden zerstört. Statt kleinster Lungenbläschen bilden sich große Blasen, es kommt zu einer Überblähung der Lunge, dem sogenannten Lungenemphysem, das eine weitere mögliche Ursache des Cor pulmonale ist.

Auch Erkrankungen mit einer vermehrten Bildung von Bindegewebe in der Lunge, die sogenannten Lungenfibrosen, können zum Cor pulmonale führen. Dadurch verliert das Lungengewebe an Elastizität, was wiederum einen erschwerten Gasaustausch nach sich zieht. Beispiele für Erkrankungen, die zu einer Lungenfibrose führen können, sind die Sarkoidose, Tuberkulose, Silikose oder Asbestose.

Auch eine Atembehinderung von außen kann zu einem Cor pulmonale führen, etwa bei einer Wirbelsäulenverkrümmung (Kyphoskoliose), bei der die Lunge eingeengt wird und der Druck in deren Blutgefäßen ansteigt. .

 

Ursachen für ein akutes Cor pulmonale

Das akute Cor pulmonale entsteht meist in der Folge eines Gefäßverschlusses der Lungenarterie (Lungenembolie) und tritt ganz plötzlich auf. Verantwortlich dafür ist meist ein Blutgerinnsel aus den Beinvenen oder dem Becken, das sich in der Lunge festsetzt. Durch den Verschluss steigt der Druck in den noch funktionsfähigen Lungenarterien stark an, das Blut staut sich zur rechten Herzkammer zurück. Gleichzeitig ist der Fluss sauerstoffreichen Blutes zur linken Herzkammer so gering, dass diese nicht mehr genug Blut in den Körperkreislauf pumpen kann. Bei einer großen (fulminanten) Lungenembolie kann der Kreislauf völlig zusammenbrechen  - im schlimmsten Fall hört das Herz auf zu arbeiten.

Andere Ursachen für ein akutes Cor pulmonale können ein schwerer Asthmaanfall (Status asthmaticus) oder ein sogenannter Spannungspneumothorax (Kollaps eines Lungenflügels durch Eindringen von Luft in den Spalt zwischen Lunge und Brustkorb) sein. Anzeichen dafür sind schwerste Atemnot, Herzrasen, Schweißausbrüche und Unruhe bis hin zur Todesangst.

Cor pulmonale: Untersuchungen und Diagnose

Am Anfang der Behandlung steht eine ausführliche Anamnese. Der Arzt fragt dabei nach Beschwerden, Lebensgewohnheiten und Vorerkrankungen, auch in der Familie des Betroffenen. Daraus kann er oftmals schon einen konkreten Krankheitsverdacht ableiten und einen Überblick über mögliche Risikofaktoren oder Auslöser für ein Cor pulmonale bekommen. Er wird vermutlich nach Zigarettenkonsum, Husten und Auswurfbeschaffenheit, Atemnot, wiederkehrenden Atemwegsinfektionen oder und der körperlichen Belastbarkeit fragen und auch in Erfahrung bringen wollen, oder bereits eine Herzerkrankung bekannt ist.

Inspektion und körperliche Untersuchung

Auch die äußere Betrachtung des Patienten (Inspektion) kann schon erste Hinweise auf das Vorliegen eines Cor pulmonale geben. So zeigen die Betroffenen oft eine bläuliche Verfärbung der Lippen und Fingerspitzen, die Endglieder der Finger können zu sogenannten Trommelschlegelfingern aufgetrieben und die Fingernägel zu „Uhrglasnägeln“ gewölbt sein. All dies sind Anzeichen für einen Sauerstoffmangel im Körper. Ödeme am Fußrücken, den Sprunggelenken (Knöcheln) und über dem Schienbeinknochen sind ebenfalls mögliche Hinweise auf ein Cor pulmonale.

Im Vordergrund der körperlichen Untersuchung steht das Abhören von Herz- und Lungengeräuschen mit dem Stethoskop. Damit lässt sich ermitteln, ob die Luft frei in die Lunge ein- und wieder ausströmen kann, ob sich Sekret in den Bronchien staut und ob das Herz regelmäßig und effektiv arbeitet. Bei einem Cor pulmonale entstehen zum Beispiel oft typische Geräusche an bestimmten Herzklappen. Durch Abtasten der Leber kann der Arzt feststellen, ob das Organ durch Stauung vergrößert ist. Venöse Stauungen sind im Bereich von Oberkörper und Hals oft auch direkt sichtbar. Ein wichtiges Anzeichen für eine Wasseransammlung im Gewebe ist die Dellen Bildung auf Druck von außen. So zeigen sich an den Unterschenkeln oft Einschnürungen durch das Bündchen von Strümpfen oder Socken, nach Druck mit dem Finger bleibt für mehrere Minuten eine sichtbare Delle zurück.

 

Hinweise aus dem Labor

Bei der Untersuchung des Blutes im Labor gibt es ebenfalls einige typische Anhaltspunkte für ein Cor pulmonale. So ist zum einen die Anzahl der Sauerstoff transportierenden roten Blutkörperchen (Erythrozyten) erhöht, weil der Körper versucht, auf diese Weise den schlechteren Gasaustausch in der Lunge auszugleichen. Trotzdem ist der Sauerstoffgehalt im arteriellen Blut oft niedriger als normal. Staut sich das Blut in den großen Venen, ist davon fast immer auch die Leber betroffen. Daher sind die sogenannten Leberwerte oder Transaminasen (GOT, GPT, Gamma-GT) bei Cor pulmonale meist erhöht.

Röntgen und weitere apparative Untersuchungen

Die apparative Diagnostik gibt weitere Hinweise auf ein Cor pulmonale. So zeigt die Röntgenaufnahme des Brustkorbs (Thorax) oft eine Verbreiterung des rechten Herzschattens infolge der Rechtsherzbelastung. Per Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie) kann der Arzt die Vergrößerung des rechten Herzens ausmessen und den erhöhten Druck in der Lungenarterie sowie Undichtigkeiten an den Herzklappen nachweisen.. Auch eine vergrößerte Leber last sich mithilfe einer Ultraschalluntersuchung (Sonografie) nachweisen.

Ein weiterer, fester Untersuchungsbaustein bei Verdacht auf Cor pulmonale ist das Elektrokardiogramm (EKG). Es zeigt, wie die elektrische Erregung des Herzens abläuft – die Voraussetzung für die Kontraktion des Herzmuskels. Beim Cor pulmonale entstehen durch die Dehnung der rechten Herzkammer typische Veränderungen. Da ein Cor pulmonale immer von der Lunge ausgeht, sind auch Lungenfunktionstests wichtig für die Diagnosestellung: Bei der Spirometrie beispielsweise pustet der Patient mit voller Kraft in ein kleines Messröhrchen, über das Lungenvolumen und Luftfluss bestimmt werden. Auch die Plethysmographie ist eine häufig eingesetzte Methode zur Prüfung der Lungenfunktion.

Aufwendiger, dafür aber sehr präzise, sind Herzkatheter-Untersuchungen, mit denen die Drücke im rechten Herzen und den großen Gefäßen bestimmt und zueinander in Relation gesetzt werden können. Typischerweise wird dafür der Katheter von der Leistenvene in die große Hohlvene in den rechten Vorhof und dann über die rechte Herzkammer bis in die Lungenarterie vorgeschoben. Besteht der Verdacht auf eine Lungenembolie (den häufigsten Auslöser eines akuten Cor pulmonale) kann mithilfe des Herzkatheters ein Kontrastmittel für spezielle Röntgenaufnahmen in die Lungenarterie injiziert werden. Bestätigt sich die Diagnose, kann das Gerinnsel in vielen Fällen durch spezielle Medikamente oder mechanische Maßnahmen über den Katheter aufgelöst oder zertrümmert werden (Rekanalisierung der Lungenarterie).

Cor pulmonale: Behandlung

Bei der Therapie des chronischen Cor pulmonale ist es zunächst wichtig, die Grunderkrankung zu behandeln. Da dem Cor pulmonale in den meisten Fällen eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung zugrunde liegt (ausgelöst vor allem durch Rauchen), ist der wichtigste Therapieschritt der sofortige Rauchstopp.

Eine Sauerstofftherapie, meist als Langzeitbehandlung, verbessert die Belastbarkeit und Lebensqualität der Patienten erheblich. Körperliche Schonung und entwässernde Medikamente entlasten die überdehnte rechte Herzkammer.

Bestimmte Medikamente können außerdem unmittelbar oder durch Behandlung der Auslöser den Druck in den Lungenarterien verringern. So erweitern Prostazykline oder Endothelin-Rezeptorantagonisten die Lungengefäße direkt, während beispielsweise Bronchospasmolytika und schleimlösende Medikamente die Überblähung der Lunge verringern. Diese erhöht ebenfalls den Widerstand in den Blutgefäßen. Bei schweren Entzündungen der Atemwege können auch Kortikosteroide zum Einsatz kommen, schwere bakterielle Infektionen erfordern teilweise den Einsatz eines Antibiotikums.

Zusätzlich ist beim chronischen Cor pulmonale eine Behandlung der Herzschwäche erforderlich. Neben salzarmer Kost und entwässernden Medikamenten empfehlen Experten auch die Einnahme von Digitalis, insbesondere dann, wenn bestimmte Formen der Herzrhythmusstörungen vorliegen. Auch ein Aderlass kann als Therapie angewendet werden. Der kontrollierten Blutverlust führt zu einer Verdünnung des Blutes im Körper. Dadurch verbessern sich dessen Fließeigenschaften und das Herz wird entlastet.

Reichen die genannten Therapien nicht aus, um die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten, kann auch eine Lungen- oder Herz-Lungen-Transplantation in Betracht gezogen werden.

Notfalltherapie beim akuten Cor pulmonale

Das akute Cor pulmonale ist ein medizinischer Notfall, der schnell erkannt und behandelt werden muss. Neben der unbedingt erforderlichen Sauerstoffzufuhr und beruhigenden und schmerzlindernden Medikamenten versuchen die Ärzte, das Herz durch schnell wirkende Medikamente kurzfristig zu entlasten. Ist – wie in den meisten Fällen – eine Embolie der Lungenarterien für das akute Cor pulmonale verantwortlich, lässt sich das verstopfte Gefäß in vielen Fällen mechanisch oder durch Medikamente wieder eröffnen (Rekanalisierung).

Cor pulmonale: Krankheitsverlauf und Prognose

Das chronische Cor pulmonale ist eine fortschreitende Erkrankung, die unbehandelt bereits nach wenigen Jahren zum Tode führt. Die Betroffenen erleben eine zunehmende Minderung ihrer Lebensqualität durch starke Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit, Atemnot, chronischen Husten sowie andauernde Erschöpfung und Müdigkeit.

Hat die Erkrankung bereits zu Organveränderungen an Lunge und Herz geführt, sind diese nicht mehr umkehrbar. Durch den Einsatz verschiedener Medikamente, verbunden mit einer Langzeit-Sauerstofftherapie, lässt sich die Lebensqualität jedoch erheblich verbessern und ein Voranschreiten der Erkrankung verzögern oder gar verhindern. Wichtig ist ein frühzeitiger Therapiebeginn und ein bei Rauchern ein sofortiger Rauchstopp.

Schlägt eine medikamentöse Therapie nicht an oder ist die Lebensqualität schwer beeinträchtigt, bleibt Patienten mit Cor pulmonale als letzte Alternative nur eine Herz-Lungen-Transplantation. 

Beim Abhören der Lunge mit dem Stethoskop (Auskultation) sind oftmals trockene Rasselgeräusche, (ein Brummen oder Pfeifen) zu hören. Das Lungenemphysem sorgt dafür, dass sich mehr Luft im Brustkorb befindet. Klopft der Arzt auf den Brustkorb (Perkussion), klingt es laut und hohl. Durch die Volumenvergrößerung der Lunge bei einem Lungenemphysem sind die Herztöne mit dem Stethoskop (Herzauskultation) oftmals nur sehr leise zu hören.

Mit einer bildgebenden Untersuchung wie dem Röntgen des Brustkorbes (Röntgenthorax) kann der Arzt abschätzen, wie stark das Lungenemphysem bereits fortgeschritten ist. Im Röntgenbild zeigt sich durch den erhöhten Luftgehalt im Brustkorb („gefangene Luft“) das Zwerchfell häufig abgeflacht. Durch den vermehrte Luftgehalt im Brustkorb sieht die Lunge „dunkler“ als normalerweise aus und die sonst gut sichtbaren Gefäße sind deutlich vermindert (Gefäßrarefizierung). Eine Computertomografie (CT) erlaubt eine noch detailliertere bildliche Darstellung des Lungenemphysems.

Um zu unterscheiden, ob es sich bei dem Betroffenen um einen Pink Puffer oder den Blue Bloater Typ handelt, werden eine Blutgasanalyse und ein Lungenfunktionstest durchgeführt. Beim Pink Puffer liegt nur ein verminderter Sauerstoffgehalt des Blutes vor, während der Kohlenstoffdioxidgehalt (C02) des Blutes noch normal ist (Respiratorische Partialinsuffizienz). Bei einem Blue Bloater ist dagegen zusätzlich auch das C02 im Blut erhöht (Respiratorische Globalinsuffizienz). Wie bereits oben beschrieben, ist ein fließender Übergang zwischen den beiden Typen die Regel.

Lungenemphysem: Behandlung

Eine heilende Lungenemphysem-Therapie gibt es bisher noch nicht. Die eingetretenen Veränderungen des Lungengewebes sind irreversibel, das heißt, sie können nicht mehr rückgängig gemacht werden. Dennoch kann eine Verschlechterung verhindert werden.

Rauchstopp

Die oberste Priorität ist dabei das Rauchen aufzugeben! Ein absoluter und dauerhafter Verzicht auf den schädlichen Zigarettenrauch ist dabei unabdingbar. Da die Nikotinsucht eine sehr starke Sucht ist, sollten Betroffene in jedem Fall nach Unterstützung (zum Beispiel Verhaltenstherapie, Selbsthilfegruppen, etc.) suchen. Der Rauchstopp alleine ist zwar zu schaffen, gelingt aber nur wenigen Menschen.

Impfungen

Da Patienten mit einem Lungenemphysem leichter an Infektionen der Lunge erkranken, sollte eine Impfung gegen Pneumokokken und Grippe (Influenza) erfolgen. Die Impfung gegen Pneumokokken schützt etwa fünf Jahre lang vor Erkrankungen, die durch das Bakterium Streptococcus pneumoniae (Pneumokokken) hervorgerufen werden. Die Influenzaimpfung muss aufgrund der schnellen Veränderung der Influenzaviren einmal pro Jahr durchgeführt werden.

Frühzeitige Behandlung von Infekten

Bemerkt ein Patient mit Lungenemphysem bei sich Fieber mit gelb-grünlichem Auswurf, handelt es sich möglicherweise um eine Atemwegsinfektion mit Bakterien. Mit dem richtigen Antibiotikum lässt sich der Infekt behandeln und so ein schwerwiegender Verlauf verhindert. In seltenen Fällen wird eine Dauerbehandlung mit einem Antibiotikum notwendig, die vom Hausarzt überwacht werden muss.

Medikamentöse Therapie

Ein medikamentöser Therapieplan wird anhand des Stadiums erstellt. Die Medikamentenauswahl hängt dabei davon ab, wie stark die Beschwerden sind (beispielsweise wie stark die Atemnot ausgeprägt ist). Die Therapie des Lungenemphysems ist dann die gleiche wie bei der COPD. Zur Anwendung kommen:

 

  • Kurzwirksame Beta-2-Sympathomimetika zur Inhalation (zum Beispiel Salbutamol, Reproterol). Diese Medikamente erweitern die Bronchien (Bronchodilatation).

  • Langwirksame Beta-2-Sympathomimetika zur Inhalation (zum Beispiel Salmeterol)

  • Anticholinergika zur Inhalation (zum Beispiel Ipratropium)

  • Gegebenenfalls Kortison (inhalative Glukokortikoide)

  • Das Protein Alpha-1-Antitrypsin lässt sich bei einem angeborenen Mangel medikamentös substituieren.

  • Gegebenenfalls und nur nach ärztlicher Kontrolle: Sauerstoff-Langzeittherapie

Bitte beachten Sie, dass eine Sauerstoffgabe bei einem Menschen mit Lungenemphysem unter Umständen sehr gefährlich sein kann. Dies ist dann der Fall, wenn sich der Betroffene bereits an einen erhöhten C02-Gehalt im Blut gewöhnt hat (bei gleichzeitigem Sauerstoffmangel = Respiratorische Globalinsuffizienz). Damit fällt der normalerweise stärkste Atemantrieb, der steigende C02-Gehalt im Blut, bei diesen Patienten aus. Der Sauerstoffmangel ist bei Betroffenen der einzige verbliebene Atemantrieb. Durch eine unkontrollierte Sauerstoffgabe würde auch dieser letzte Atemantrieb wegfallen, wodurch die Patienten aufhören selbst zu atmen und eine sogenannte C02-Narkose entwickeln können.

Sauerstoff-Langzeittherapie

Patienten, die unter einem schweren Lungenemphysem leiden, benötigen häufig eine Sauerstoff-Langzeittherapie. Der Patient inhaliert dann täglich für 16-24 Stunden reinen Sauerstoff. Die Langzeitsauerstoffbehandlung verbessert die Prognose bei schwerem Lungenemphysem und steigert die Lebensqualität. Allerdings muss sichergestellt werden, dass die Betroffenen nicht mehr rauchen, da Sauerstoff ein hochexplosives Gas ist, welches sich durch einen Funken der Zigarette entzünden könnte.

Physikalische Lungenemphysem-Therapie

Die sogenannte Atemtherapie kann bei einem Lungenemphysem helfen, richtige Atemtechniken speziell für das Ausatmen zu erlernen. Ein gezieltes Bauchmuskeltraining hilft ebenfalls die richtige Atmung zu unterstützen. Zusätzlich werden dem Patienten Verfahren vermittelt, wie er zuhause selber aktiv werden kann. Das Inhalieren mit Kochsalzlösung und eine ausreichende Trinkmenge fördern das Abhusten des Auswurfes.

 

 

Operation

Eine Operation, bei welcher das Lungenvolumen verkleinert wird, kann bei einigen Patienten hilfreich sein. Dabei werden selbstverständlich nur funktionslose, überblähte Lungenareale entfernt. Dadurch werden die noch gesunden Anteile der Lunge insgesamt besser belüftet. Bei Patienten mit einem sehr weit fortgeschrittenen Lungenemphysem kann eine Lungentransplantation als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden.

Lungenemphysem: Krankheitsverlauf und Prognose

Die Lungenemphysem-Lebenserwartung hängt insbesondere davon ab, ob Betroffene das Rauchen aufgeben oder nicht. Nur ein konsequenter, dauerhafter Rauchstopp kann die zerstörerischen Prozesse in den Lungenbläschen aufhalten. Verfahren zur Entwöhnung wie Akupunktur oder Nikotinpflaster können dabei helfen, die Sucht zu bekämpfen. Für manche Menschen ist gegebenenfalls eine Verhaltenstherapie empfehlenswert. Ohne einen Rauchstopp lässt sich das Lungenemphysem nicht aufhalten, die Lebenserwartung sinkt entsprechend.

Die bereits eingetretenen Gewebeschädigungen können nicht mehr rückgängig gemacht werden. Es kann also mit den Therapiemaßnahmen nur eine Schadensbegrenzung erfolgen, damit sich die Prognose nicht noch weiter verschlechtert. In der Regel führt der Rauchstopp aber zu einer leichten Verbesserung der Atemnot, da sich weniger Schleim im Bronchialsystem bildet.

Ein Lungenemphysem kann im Verlauf zu Komplikationen führen. Man unterscheidet dabei akute von chronischen Komplikationen:

Lungenemphysem – akute Komplikationen        

Eine gefürchtete Komplikation ist der sogenannte Pneumothorax, der akut auftreten kann. Normalerweise besteht ein Unterdruck in dem Spalt zwischen Lunge und Rippenfell (Pleura spalt). Wenn eine Lungenemphysem-Blase (Bullae) platzt, kann hier Luft eindringen. Das hebt den Unterdruck auf und die Lunge kollabiert auf dieser Seite. Eine kollabierte Lunge wird nicht mehr belüftet und kann damit auch nicht mehr am Gasaustausch teilnehmen. Ein spontaner Pneumothorax macht sich meist durch einen plötzlichen, stechenden Schmerz und Atemnot bemerkbar.

Pneumothorax

Von Pascale Huber und Christina Trappe

Bei einem Pneumothorax (griech. pneumo = Luft; Thorax = Brustkorb) dringt Luft in den sogenannten Pleura spalt, den Raum zwischen Lunge und Brustwand. Die Lunge kann sich in der Folge nicht mehr richtig ausdehnen, und es kommt zu Atemproblemen und Luftnot. In manchen Fällen wird ein Pneumothorax kaum bemerkt, er kann jedoch auch zum lebensgefährlichen Notfall werden.

Pneumothorax: Beschreibung

Ein Pneumothorax ist ein Zustand, bei dem Luft in den sogenannten Pleura spalt eingedrungen ist. Die Luft befindet sich vereinfacht gesagt neben dem Lungenflügel, sodass dieser sich nicht mehr richtig ausdehnen kann. Die Gründe dafür können unterschiedlich sein. Pro Jahr entwickeln etwa neun von 100.000 Menschen einen Pneumothorax.

Unterdruck geht verloren

Die Lunge ist von außen von einer glatten Organhülle, dem Lungenfell, umhüllt. Das Brustfell kleidet als dünne Haut die Brustwand von innen aus und liegt dem Lungenfell eng an. Dazwischen befindet sich ein enger flüssigkeitsgefüllter Raum, den man Pleura spalt nennt. Im Pleura spalt herrscht ein gewisser Unterdruck, durch den sogenannte Adhäsionskräfte Brust- und Lungenfell regelrecht aneinander haften lassen. Durch diesen Mechanismus folgt die Lunge bei jedem Atemzug den Bewegungen des Brustkorbs.

Dringt nun Luft in den Pleura spalt, werden die physikalischen Adhäsionskräfte aufgehoben. Der Lungenflügel kann sich in dem betroffenen Bereich beim Einatmen nicht erweitern, sondern fällt in sich zusammen (Lungenkollaps). In manchen Fällen dringt allerdings nur so wenig Luft in den Pleura spalt, dass der Betroffene kaum Symptome eines Pneumothorax bemerkt.

Verschiedene Formen des Pneumothorax

Ärzte unterscheiden einen inneren von einem äußeren Pneumothorax. Bei der äußeren Form tritt die Luft von außen zwischen Brustwand und Lunge ein – etwa bei einem Unfall, bei dem etwas in den Brustkorb sticht. Häufiger ist allerdings der innere Pneumothorax, bei dem die Luft durch die Atemwege in den Pleura spalt eindringt. Hierfür kann es mehrere Gründe geben.

Eine schwerwiegende Komplikation ist der sogenannte Spannungspneumothorax. Er tritt in etwa drei Prozent der Pneumothorax-Fälle ein. Bei einem Spannungspneumothorax wird mit jedem Atemzug mehr Luft in den Pleura spalt gepumpt, die aber nicht mehr entweichen kann. Hierdurch nimmt die Luft im Brustkorb immer mehr Raum ein und drückt auch den nicht betroffenen Lungenflügel zusammen sowie zusätzlich die großen Venen, die zum Herzen führen. Dies ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der sofort behandelt werden muss!

Pneumothorax: Ursachen und Risikofaktoren

Ärzte unterscheiden je nach Ursache verschiedene Formen des Pneumothorax. Ein Spontanpneumothorax tritt meistens ohne erkennbaren Auslöser auf; man spricht in diesem Fall auch von einem idiopathischen oder primären Pneumothorax. Die meisten Betroffenen sind große, schlanke Menschen zwischen 15 und 35 Jahren. Bei jungen Männern ist ein Spontanpneumothorax am häufigsten. Die Ursache sind zumeist unbemerkte Emphysem blasen, die dicht am Lungenfell liegen und plötzlich zerplatzen. Diese Emphysem blasen bilden sich aus den kleinen Lungenbläschen (Alveolen), über die der Sauerstoff aus der Lunge ins Blut gelangt, wenn sich die Wände zwischen den einzelnen Bläschen auflösen. Ein wichtiger Risikofaktor hierfür ist Zigarettenrauch – rund 90 Prozent der Menschen mit einem Spontanpneumothorax sind Raucher.

Ein symptomatischer oder sekundärer Pneumothorax entwickelt sich aus einer anderen Erkrankung der Lunge. In den meisten Fällen ist die Ersterkrankung eine COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung), seltener handelt es sich um andere Krankheiten wie eine Lungenentzündung (Pneumonie).

Von einem traumatischen Pneumothorax spricht man generell, wenn das Lungenfell oder Brustfell durch eine äußere Einwirkung verletzt wird und hierdurch Luft in den Pleura spalt eindringt. Dies kann zum Beispiel durch eine Stichverletzung oder eine gebrochene Rippe passieren.

Ein iatrogener Pneumothorax bedeutet, dass die Verletzung durch eine ärztliche Untersuchung oder Behandlung entstanden ist. Dies kann zum Beispiel geschehen, wenn der Arzt einen zentralen Venenkatheter legt, aber auch durch eine maschinelle Beatmung oder bei einer Pleura Punktion.

Pneumothorax: Symptome

Ein Pneumothorax äußert sich je nach Ursache und Ausprägung in unterschiedlichen Symptomen. Befindet sich nur sehr wenig Luft im Pleura spalt, nennt man dies auch einen Mantelpneumothorax. Die Lunge ist hierbei noch weitgehend ausgedehnt, und es kann sein, dass der Betroffene kaum Beschwerden hat. Ein Pneumothorax mit Lungenkollaps ist jedoch ein beängstigender Zustand, der in der Regel mit klaren Symptomen einhergeht:

  • Atemnot, eventuell beschleunigte (hechelnde) Atmung

  • Hustenreiz

  • stechende, atemabhängige Schmerzen in der betroffenen Seite des Brustkorbs

  • eventuell Bildung einer Luftblase unter der Haut (Hautemphysem)

Bei einem Spannungspneumothorax steigert sich die Atemnot immer weiter. Kann die Lunge nicht mehr genug Sauerstoff aufnehmen, um den Körper zu versorgen, laufen Haut und Schleimhäute blau an (Zyanose). Der Herzschlag ist flach und stark beschleunigt. Ein Spannungspneumothorax muss so schnell wie möglich ärztlich behandelt werden.

Pneumothorax: Untersuchungen und Diagnose

Zunächst erstellt der Arzt die Krankengeschichte (Anamnese). Dabei ist es für ihn vor allem wichtig zu wissen, ob es frühere Vorfälle und andere Lungenkrankheiten gab. Auch bestimmte ärztliche Eingriffe oder Verletzungen des Brustkorbs lenken zusammen mit den typischen Symptomen den Verdacht schnell auf einen Pneumothorax.

Als nächstes untersucht der Arzt den Brustkorb des Betroffenen. Vor allem horcht er mit einem Stethoskop das Herz und die Lunge ab – bei einem Pneumothorax ist das Atemgeräusch im betroffenen Lungenflügel meist deutlich abgeschwächt. Außerdem klopft er den Brustkorb ab und horcht, ob der Klopfschall verändert ist.

Bei Verdacht auf einen Pneumothorax wird so schnell wie möglich eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs durchgeführt. In den meisten Fällen lassen sich einige charakteristische Merkmale auf dem Röntgenbild ausmachen. Neben der Luftansammlung lässt sich manchmal auch der zusammengefallene Lungenflügel auf dem Röntgenbild erkennen.

Bringt die Röntgenuntersuchung keinen eindeutigen Befund, können weitere Untersuchungen notwendig werden, zum Beispiel eine Ultraschalluntersuchung, eine Computertomografie oder eine Punktion des verdächtigen Bereichs.

Pneumothorax: Behandlung

Die Behandlung eines Pneumothorax richtet sich zunächst nach seiner genauen Ausprägung. Befindet sich nur wenig Luft im Pleura spalt (Mantelpneumothorax) und bestehen keine schweren Symptome, kann der Pneumothorax oft ohne Behandlung wieder komplett zurückgehen. In dem Fall bleibt der Betroffene zunächst unter medizinischer Beobachtung, um den weiteren Krankheitsverlauf zu beobachten.

Ist die Lunge kollabiert, ist die Therapie der Wahl in der Regel eine Pleura Drainage. Der Arzt führt einen Drainageschlauch gezielt von außen durch den Brustkorb in den Pleura spalt ein. Beim Pneumothorax geschieht dies meist durch den zweiten Rippen-Zwischenraum von oben (Monaldi-Drainage). Durch den Schlauch kann der Arzt nun vorsichtig die Luft aus dem Pleura spalt absaugen und so den Unterdruck wiederherstellen.

Bei Gefahr eines wiederkehrenden Pneumothorax führen Mediziner manchmal auch eine spezielle Operation durch, die sogenannte Pleurodese. Dieser Eingriff erfolgt mithilfe einer Thorakoskopie, einer Spiegelung der Brusthöhle. Bei der Pleurodese werden Lungenfell und Brustfell miteinander „verklebt“, sodass die Lunge nicht erneut zusammenfallen kann.

In Notfällen – vor allem bei einem Spannungspneumothorax nach einem Unfall – kann etwa der Notarzt zur ersten Entlastung der Lunge der Pleura spalt mit einer Kanüle punktieren, sodass die hineingepumpte Luft zumindest entweichen kann. Später folgt dann eine Pleura Drainage.

Pneumothorax: Krankheitsverlauf und Prognose

Der Verlauf eines Pneumothorax hängt von seiner Ursache sowie Form und Ausmaß der verursachenden Verletzung ab. Die Prognose bei der häufigsten Form, dem Spontanpneumothorax, ist in der Regel gut. Nicht allzu ausgedehnte Luftmengen im Pleura spalt (Mantelpneumothorax) kann der Körper oft nach und nach absorbieren, sodass der Pneumothorax sich von selbst zurückbildet. Ist die Lunge kollabiert, ist meistens eine Behandlung mit einer Pleura Drainage oder eine Operation notwendig; die Betroffenen erholen sich davon normalerweise gut. Allerdings kommt es bei einem Drittel der Patienten mit einem Spontanpneumothorax zu einem erneuten Vorfall (Rezidiv). Die beste Vorbeugung ist hier eine Operation (Pleurodese). Außerdem sollten die Betroffenen wegen der Druckveränderungen keinen Tauchsport betreiben und am besten mit dem Rauchen aufhören – beides verringert die Gefahr eines Rezidivs.

Bei einem traumatischen Pneumothorax hängt die Prognose von der Verletzung des Lungen- und/oder Brustfells ab. Schädigungen durch eine Punktion (iatrogener Pneumothorax) sind meist nur sehr klein und heilen von alleine aus, während bei einer großen Verletzung nach einem Unfall Lebensgefahr bestehen kann.

Ein Spannungspneumothorax muss grundsätzlich sofort behandelt werden, sonst ist ein schwerer Verlauf wahrscheinlich.

Lungenemphysem – chronische Komplikationen

Durch das Lungenemphysem nimmt der Druck in den Lungengefäßen mit der Zeit zu. Das rechte Herz wird zunehmend belastet, da es gegen einen erhöhten Widerstand in den Lungengefäßen anpumpen muss. Dadurch kann eine Rechtsherzschwäche (Rechtsherzinsuffizienz) entstehen. Das geschwächte rechte Herz (Cor pulmonale) kommt seiner Pumpfunktion nicht mehr ausreichend nach, es entstehen Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen (Ödeme), eine Leberzirrhose und gestaute Halsvenen. Daran erkennt man deutlich, dass das Lungenemphysem nicht allein die Lunge schädigt, sondern auch andere Organe betreffen kann. Die wichtigste Maßnahme um die Lunge zu retten, die Lebenserwartung zu erhöhen und das Lungenemphysem aufzuhalten, ist ein konsequenter und dauerhafter Rauchstopp!

 

Was ist eine Bronchitis?

Bei einer Bronchitis kommt es zu einer Entzündung der Schleimhäute in den Bronchien. Nur selten sind dabei Bakterien die Ursache. In den meisten Fällen besiedeln nämlich Erkältungsviren die Schleimhaut, vermehren sich dort und rufen die typischen Symptome einer Bronchitis hervor: Zu Beginn trockener Husten, der im Verlauf zunehmend von Schleimauswurf begleitet wird und mit körperlicher Schwäche, Kopfschmerzen und leichtem Fieber einhergehen kann. Anhand der Dauer der Atemwegserkrankung unterscheiden Mediziner zwischen akuter und chronischer Bronchitis.

Wenn die Schleimhäute in den Bronchien entzündet sind spricht man von einer Bronchitis. Foto: ©Minerva Studio

Die Bronchitis gilt als eine der häufigsten Atemwegserkrankungen. Sie tritt oft in Zusammenhang mit oder nach einer Erkältung auf und äußert sich in heftigen Hustenattacken. Durch den Husten versucht der Körper, den produzierten Schleim und die anhaftenden Krankheitserreger wieder loszuwerden. In den meisten Fällen leiden Patienten an der akuten Variante der Krankheit.

Symptome einer Bronchitis

Das deutlichste Symptom einer Bronchitis ist heftiger Husten, der so stark sein kann, dass dadurch ein Brechreiz ausgelöst wird. Zu Beginn der Erkrankung ist der Husten trocken und unproduktiv. Dies bedeutet, dass kein Schleim abgehustet wird. Erst im weiteren Krankheitsverlauf wird der Husten produktiv. Das heißt, der Körper bildet vermehrt Schleim (auch als Sekret oder Sputum bezeichnet), der durch das Husten ausgeworfen wird.

Da eine Bronchitis häufig in Verbindung mit einer „gewöhnlichen“ Erkältung auftritt, gehören weitere Symptome zu den Begleiterscheinungen. Oftmals kommt es im Verlauf der Atemwegserkrankung daher zu Beeinträchtigungen wie:

  • Kopfschmerzen

  • Gliederschmerzen

  • Schwächegefühl

  • Schnupfen

  • leichtes Fieber

Ursachen: Krankheitserreger rufen eine Entzündung hervor

Im Rahmen einer Bronchitis gelangen in den meisten Fällen Erkältungsviren wie Rhino-, Adeno- oder Corona Viren auf die Schleimhäute der Bronchien. Im Winter ist die Gefahr, an einer Bronchitis zu erkranken, besonders hoch. Trockene Luft in beheizten Räumen sowie kalte Außentemperaturen sorgen dafür, dass die Schleimhäute austrocknen und schlechter durchblutet werden. Dies hat zur Folge, dass sie anfälliger für Krankheitserreger werden und die körpereigene Abwehr auf Sparflamme läuft.

Oft geht einer Bronchitis ein Schnupfen voraus. Dann sind die Viren von den oberen (Rachen, Nase) in die unteren Atemwege (Bronchien) gelangt und verursachen dort eine Entzündung. Dieser Vorgang wird als Etagenwechsel bezeichnet und kann auch umgekehrt erfolgen. Die Viren können also auch von den unteren in die oberen Atemwege gelangen. Durch den Befall mit Viren schwellen die Schleimhäute im Zuge der Abwehrreaktion an. Dadurch verengen sich unsere Atemwege und wir bekommen schlecht Luft.
In seltenen Fällen wird die Entzündung der Bronchien auch durch Bakterien hervorgerufen. Dann stecken vor allem Streptokokken, Pneumokokken oder Staphylokokken dahinter. Ebenfalls möglich sind bei einer Bronchitis sogenannte Sekundärinfektionen. Das heißt, wenn man bereits eine virale Bronchitis hat, kann es sein, dass sich Bakterien auf der schon angegriffenen Schleimhaut hinzugesellen. Dies macht sich durch ein Wiederaufflammen oder durch eine Verschlechterung der Erkrankung (Fieberanstieg, ausgeprägtes Krankheitsgefühl) bemerkbar.

Akute oder chronische Bronchitis?

Die akute Bronchitis ist die gängigste Form der Atemwegsentzündung. Sie tritt selten alleine auf und wird meistens von einer Erkältung begleitet. In der Regel ist die akute Bronchitis nach zwei Wochen überstanden. Ein Reizhusten kann auch über diese Zeit hinaus bestehen bleiben.

Hält die Bronchitis länger als drei Monate an und tritt sie in zwei aufeinander folgenden Jahren auf, sprechen Mediziner von chronischer Bronchitis. Der Begriff „chronisch“ weist auf eine dauerhafte Entzündung der Schleimhäute hin. Als Auslöser kommt die permanente Belastung der Schleimhäute durch Schadstoffe in der Luft (beispielsweise Feinstaub oder Tabakrauch) in Betracht. Werden die verursachenden Reizstoffe gemieden, können sich die Veränderungen in der Lunge, die mit der Erkrankung einhergehen, zurückbilden. Werden die Auslöser nicht beseitigt, wie etwa das Rauchen, kann sich eine COPD entwickeln.

COPD-Auslöser: Rauch und Schadstoffe

COPD „Chronik Obstructive pulmonary disease“ bedeutet übersetzt „chronisch obstruktive Lungenerkrankung“. Sie ist lebensbedrohlich und wird oft fälschlicherweise als Raucherhusten verharmlost. Die Veränderungen in der Lunge sind bei COPD nicht mehr reparabel. Am häufigsten trifft die Erkrankung Raucher oder ehemalige Raucher, aber auch berufsbedingt kann die COPD ausgelöst werden. Wer im Beruf viel mit Schadstoffen wie Ruß, Gummi und Talk, Kraftstoffen, toxischen Substanzen sowie Feinstaub, Lack und Metallen in Berührung kommt und die Dämpfe einatmet, hat ein erhöhtes Risiko für die Lungenerkrankung.

Wie wird eine Bronchitis behandelt?

Eine akute Bronchitis entsteht in den meisten Fällen durch Viren. Um den Schleim zu lösen und leichter abzuhusten, stehen eine Reihe von schleimlösenden Medikamenten zur Verfügung. Ein pflanzlicher Schleimlöser ist beispielsweise GeloMyrtol® forte. Während der Einnahme sollten Sie darauf achten, genügend zu trinken, damit der Abtransport des verflüssigten Schleims aus den Bronchien erleichtert wird. Ist der Nachtschlaf durch ständige Hustenanfälle gestört, können Hustenstiller Abhilfe schaffen. Diese sollten aber wirklich nur nachts eingenommen werden, da sie den Hustenreiz unterdrücken und der Schleim in den Bronchien verbleibt. Im Fall einer Sekundärinfektion, die mit zusätzlichem Bakterienbefall einhergeht, sowie bei immungeschwächten oder älteren Patienten kann eine Therapie mit Antibiotika erforderlich sein. Antibiotika sind jedoch nur gegen Bakterien wirksam und nicht gegen Viren. Deshalb ist eine Behandlung mit Antibiotika bei einer normal verlaufenden Bronchitis nicht ratsam.

Vorbeugende Maßnahmen

Einer chronischen Bronchitis wirken Sie am besten entgegen, indem Sie die auslösende Belastung minimieren. Stellen Sie das Rauchen ein oder halten Sie sich nicht mehr in verrauchten Räumen auf. Vermeiden Sie den Kontakt mit stark durch Feinstaub oder andere Stoffe verschmutzter Luft. Auch Holzschutzmittel, Pflanzendünger oder Schimmel belasten die Lunge und können der Entstehung einer chronischen Bronchitis Vorschub leisten.

 Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Chronische Bronchitis

Symptome und Ursachen einer Bronchitis

Husten

Chronische Bronchitis: Wenn Husten und Schleim zum Dauerproblem werden

Hartnäckiger Husten ist das Kernsymptom der akuten Bronchitis. Zunächst ist er trocken, der Husten sitzt fest. Dann bildet die Bronchialschleimhaut vermehrt Schleim, der als Auswurf abgehustet wird. Der Körper wehrt sich gegen die Erreger mit einer Entzündung: Es entsteht ein produktiver Husten mit Schleim. Dazu kommen die klassischen Symptome eines grippalen Infektes: Der Kopf schmerzt, die Glieder tun weh. Viele Patienten leiden gleichzeitig unter Schnupfen, Fieber und allgemeiner Abgeschlagenheit.

Wird eine akute Bronchitis nicht auskuriert, kann sie schnell chronisch werden.

Von der akuten zur chronischen Bronchitis

Wichtig ist es, die akute Bronchitis gut und sorgfältig auszukurieren. Geschieht dies nicht und wird sie verschleppt oder belastet sich der Patient mit Schadstoffen wie zum Beispiel Zigarettenrauch, kann die Bronchitis leicht chronisch werden. Dann sind die Bronchien dauerhaft entzündet. Laut der Welt-Gesundheitsorganisation (WHO)* gilt eine Bronchitis als chronisch, wenn die Symptome in zwei aufeinander folgenden Jahren während mindestens drei Monaten pro Jahr durchgehend bestehen.

Vorsicht COPD

Im Laufe seines Lebens erkrankt rund jeder zehnte Bundesbürger an einer chronischen Bronchitis. Die chronische Bronchitis kann in eine obstruktive Form übergehen, bei der die Atemwege verengt sind. Während Patienten mit chronischer Bronchitis unter starkem Husten und Auswurf leiden, kommt bei der chronisch obstruktiven Bronchitis die Atemnot als weiteres Symptom hinzu. Die internationale Bezeichnung lautet Chronik Obstructive pulmonary disease, kurz: COPD. Sie kann mit einem Lungenemphysem unterschiedlicher Ausprägung einhergehen. Dabei verschmelzen mehrere Lungenbläschen zu immer größer werdenden Blasen, was die Funktion der Lunge beeinträchtigt

 

Wer ist gefährdet?

Bei Rauchern werden sowohl chronische Bronchitis, als auch COPD umgangssprachlich oft als „Raucherhusten“ bezeichnet. Rauchen gilt als der größte Risikofaktor für chronische Bronchitis und COPD. Auch Passivrauchen erhöht das Risiko. Wesentlich seltener lösen Umweltbelastungen wie Staub oder giftige Dämpfe am Arbeitsplatz chronische Atemwegserkrankungen aus.

So stellt der Arzt die Diagnose chronische Bronchitis

Die klassischen Symptome wie Husten und Auswurf liefern dem Arzt die ersten Anhaltspunkte für die Diagnose. Als nächstes hört und klopft er den Brustkorb ab. Dabei kann der Arzt unter Umständen ein pfeifendes oder brummendes Geräusch wahrnehmen, wenn der Patient ausatmet.

Ähnliche Symptome wie bei einer chronischen Bronchitis treten auch bei anderen Erkrankungen auf. Auch Ursachen wie Asthma, eine Lungenentzündung, Lungenkrebs oder Tuberkulose muss der Arzt in Betracht ziehen und gegebenenfalls ausschließen.

Lungenfunktionstest, Röntgenbild, Blutuntersuchung

Sind die Atemwege verengt oder funktioniert die Atmung ohne Probleme? Anhand der sogenannten Spirometrie wird die Lungenfunktion überprüft. Der Patient pustet dazu mit maximaler Kraft in ein Messgerät, nachdem er tief eingeatmet hat. Mit dieser Methode wird unter anderem der Kennwert „FEV1“ bestimmt: das forciert ausgeamtete (exspiratorische) Volumen in der ersten Sekunde. Eine Blutgasanalyse kann der Arzt einsetzen, um die Sauerstoffversorgung des Organismus und die Ab Atmung von Kohlendioxid zu überprüfen.

Ein Röntgenbild kann Hinweise darüber geben, ob eine Lungenentzündung oder ein Tumor (Bronchialkarzinom) hinter den Symptomen steckt. Blutuntersuchungen ergänzen die Diagnostik. Im Zweifel kann eine CT-Untersuchung oder eine Bronchoskopie durchgeführt werden, bei der der Arzt die Atemwege inspiziert.

Bronchitis – Symptome und Ursachen

Trockener Husten und Schmerzen: Die akute Bronchitis beginnt meist mit unproduktivem Husten, das heißt: Dabei wird kein Schleim abgehustet. Vor allem hinter dem Brustbein können Schmerzen auftreten. Nach ein paar Tagen löst sich der Schleim, und es entsteht Auswurf. Am Anfang sieht das Sekret wässrig und dünnflüssig aus, später verfärbt sich der Schleim grün-gelb und wird zäher.

Eine Bronchitis wird selten durch Bakterien ausgelöst, es ist meistens viralen Ursprungs.

Auch wenn sich das Sekret verfärbt: Meistens sind Viren die Auslöser

Eine Bronchitis wird in 90 % der Fälle von Viren und nicht von Bakterien ausgelöst. Auch wenn sich das Sekret verfärbt und die entzündeten Bronchien grünlich-gelblichen Schleim produzieren, muss das nicht zwingend auf eine bakterielle Infektion hinweisen. Denn auch weiße Blutkörperchen, die die Entzündung in den Bronchien bekämpfen, können für die Verfärbung des Sekretes verantwortlich sein. Ebenso muss Blut im abgehusteten Sekret kein Alarmzeichen sein. Häufig ist die Ursache harmlos: durch die Entzündung oder das intensive Husten wurde die Bronchialschleimhaut verletzt und blutet. Vorsicht ist dennoch geboten: Nehmen Sie blutigen Auswurf auf jeden Fall ernst und lassen Sie dies von einem Arzt abklären.

Akute und chronische Bronchitis: Die Symptome sind meist ähnlich

Erst trockener, dann produktiver Husten mit verschleimten Bronchien und Atemgeräuschen: Die Symptome einer akuten und chronischen Bronchitis sind meist sehr ähnlich. Bei der akuten Bronchitis leiden die Patienten allerdings noch zusätzlich unter klassischen Erkältungssymptomen wie zum Beispiel Schnupfen, Halsschmerzen, Fieber und Kopfschmerzen.

Vorsicht: Superinfektion und Lungenentzündung

Obwohl die überwiegende Zahl der akuten Bronchitiden von Viren ausgelöst wird, ist der zähe Schleim in den Atemwegen ein idealer Nährboden für Bakterien, die sich in dem feucht-warmen Milieu schnell vermehren können. Wenn sich die Beschwerden nach einer Woche nicht bessern und hohes Fieber auftritt, sind dies Hinweise für eine sogenannte bakterielle Superinfektion. Oft treten dazu Atemgeräusche oder Luftnot auf. Aus dieser Situation kann leicht eine Lungenentzündung entstehen, die vom Arzt behandelt werden sollte.

 Husten

Ob trockener Reizhusten oder verschleimter Auswurf, eines ist Husten immer: lästig und unangenehm. Husten ist ein typisches Symptom einer Bronchitis und kann besonders nachts zum wahren Störenfried werden.

Kinder erkranken öfter an einer Bronchitis, da das Immunsystem noch nicht ausgereift ist.

Kinder leiden vermehrt an Bronchitis

Neben dem Hauptsymptom Husten zeichnet sich eine Bronchitis vor allem durch Schleimbildung, Atemnot und gestörten Nachtschlaf aus. Bronchitis trifft vor allem Kinder, da das Immunsystem der Kleinen noch nicht komplett ausgereift ist.

Ein erhöhtes Risiko besteht ebenso für Senioren und Menschen mit schwachem Abwehrsystem. Ausgelöst wird die Bronchitis von Viren, Bakterien und Pilzen. Sie äußert sich zu Beginn oftmals durch trockenen Reizhusten, der nach ein paar Tagen in einen verschleimten Husten übergeht.

Husten als Zeichen einer Bronchitis

Betroffene empfinden den Husten als starke Einschränkung der Lebensqualität: Er ist mühsame Arbeit für den bei Krankheit ohnehin schon geschwächten Körper. Darüber hinaus erschwert er das Einschlafen und Durchschlafen, das zur Regeneration dringend notwendig ist. Außerdem erhöht Husten die Ansteckungsgefahr für andere.

Tipp: Gehen Sie zum Arzt, wenn sich Ihre Symptome verschlimmern oder wenn Sie unter weiteren Symptomen wie Fieber oder Schwächeanfällen leiden. Tritt innerhalb von zehn Tagen keine Besserung ein, ist ein Arztbesuch ebenso ratsam. Oft ist Husten das Anzeichen einer Erkältung oder Bronchitis. Husten im Zuge einer Bronchitis können Sie meist selbst behandeln. Es gibt pflanzliche Mittel, die Ihren Körper wieder fit machen und helfen, den Schleim schneller abzuhusten. Während einer Erkältung hat das Symptom Husten vor allem eine Schutzfunktion.

Schutzreflex Husten

Hinter einem Husten verbirgt sich mehr als nur ein Krankheitszeichen: Husten ist ein Schutzreflex des Körpers. Er soll verhindern, dass unsere Atemwege durch Fremdsubstanzen verengt werden. Bei einem Atemwegsinfekt dient der Hustenreflex dazu, zähen Schleim zu lösen. Unser Körper befreit durch den Husten die Atemwege. Unterdrücken Sie Hustenreiz nicht. Sie erschweren Ihrem Abwehrsystem dadurch das Reinigen des Atemsystems.

 Pulmonale Hypertonie

Von Simon Korn

© www.choroba.de

Die pulmonale Hypertonie (PH), auch pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH) oder pulmonale Hypertension genannt, ist eine Krankheit, durch die der Blutdruck im Lungenkreislauf chronisch erhöht (Lungenhochdruck) ist. Die Blutgefäße in der Lunge sind verengt, was zu einem erhöhten Widerstand der Gefäße und somit zu einem erhöhten Blutdruck führt. Die Ursache für eine pulmonale Hypertonie ist meist eine chronische Erkrankung des Herzens oder der Lunge. Hier erfahren Sie, wie eine pulmonale Hypertonie entstehen kann und wie sie behandelt wird.

Pulmonale Hypertonie: Beschreibung

Die pulmonale Hypertonie (kurz PH) ist eine Erkrankung, bei der die Lungengefäße aufgrund unterschiedlicher Ursachen verengt sind. Hierdurch erhöht sich der Blutdruck im Lungenkreislauf – man spricht auch von Lungenhochdruck.

Im Lungenkreislauf, auch kleiner Kreislauf genannt, geschieht Folgendes: Das Blut wird vom Herzen zur Lunge und wieder zurück transportiert. Das sauerstoffarme Blut gelangt von der rechten Herzkammer über den Lungenstamm, der sich in die rechte und linke Lungenarterie aufteilt, in die Lunge. Dort wird es wieder mit Sauerstoff angereichert.

Durch die verengten Gefäße bei der pulmonalen Hypertonie ist der Widerstand in der Lunge erhöht. Dies erschwert der rechten Herzkammer, Blut durch die Lungen zu pumpen. Die Folge: Der Blutfluss durch die Lungenarterien ist gestört und der Blutdruck ist erhöht, die rechte Herzkammer wird zunehmend überbelastet. Weitere  Folgen können eine Durchblutungsstörung der Lunge und eine verschlechterte Sauerstoffaufnahme in der Lunge sein. Im schwersten Fall führt eine pulmonale Hypertonie zu Herzversagen.

In einem frühen Stadium verursacht die pulmonale Hypertonie oft keine Symptome. Erst wenn die Krankheit fortschreitet, treten Beschwerden auf. Da der Körper bei der pulmonalen Hypertonie nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, sind die Betroffenen in ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt, schnell erschöpft und beklagen unter anderem Symptome wie Kurzatmigkeit. Unbehandelt kann eine pulmonale Hypertonie tödlich verlaufen.

In der Medizin unterscheidet man zwischen der primären und sekundären pulmonalen Hypertonie: In sehr seltenen Fällen tritt eine pulmonale Hypertonie als eigenständige Krankheit auf (z.B. durch Vererbung), dann wird sie als primäre oder idiopathische pulmonale Hypertonie (kurz IPAH) bezeichnet. In der Regel sind die Auslöser eines Lungenhochdrucks aber chronische Erkrankungen, bestimmte Medikamente oder Drogen. Dann ist von einer sekundären pulmonalen Hypertonie die Rede.

Bei der Therapie ist besonders die Früherkennung der Grunderkrankung wichtig, damit der Lungenhochdruck nicht weiter fortschreitet. Meist wird eine pulmonale Hypertonie medikamentös behandelt, um den Lungenhochdruck zu senken.

Pulmonale Hypertonie: Ursachen

Eine pulmonale Hypertonie ist definiert als Erhöhung des mittleren Blutdrucks der Lungenschlagader (Pulmonal Arterie), des sogenannten pulmonal-arteriellen Drucks (PAPm). Bei einem gesunden Menschen beträgt der Wert für den pulmonalen Mitteldruck in Ruhe unter 20 mmHg. Eine pulmonale Hypertonie liegt vor, wenn der Wert in Ruhe auf über 25 mmHg und unter Belastung auf über 30 mmHg ansteigt.

Die Ursache für einen Lungenhochdruck ist eine Verengung der Lungengefäße, wodurch sich das Volumen der Gefäße verkleinert und der Blutfluss reduziert. Grund für die Gefäßverengung ist ein Ungleichgewicht zwischen bestimmten Botenstoffen, die die Gefäßerweiterung bzw. Gefäßverengung regulieren. Die Ursache für dieses Ungleichgewicht ist bislang unbekannt. Dabei sind Zellen der inneren Gefäßwand (Endothelzellen), die Innenschicht und die glatte Gefäßmuskulatur von Lungenarterien vermehrt gefäßverengenden Botenstoffen (wie z.B. Endothelin, Serotonin, Thromboxan) ausgesetzt. Gleichzeitig sind gefäßerweiternde Botenstoffe (wie Prostazyklin oder Stickstoffmonoxid) in verringerter Anzahl vorhanden. Dies hat zur Folge, dass sich die Gefäße zusammenziehen. Die gefäßerweiternden Stoffe führen aber auch zu einem erhöhten Zellwachstum, sodass sich die Gefäßwände verdicken und die Gefäße immer mehr verengen. Durch diese Vorgänge verringert sich Volumen der Gefäße: Es kann weniger Blut durch sie hindurch strömen, gleichzeitig ist durch das geringere Volumen auch der Widerstand erhöht, wodurch sich der Druck erhöht, mit dem das Blut durch die Gefäße fließt. Damit steigt auch die Belastung für das Herz. Aufgrund des höheren Widerstands in den Gefäßen muss es immer mehr Kraft aufwenden, um Blut in den Lungenkreislauf zu pumpen. Mit der Zeit vergrößert sich die rechte Herzkammer und der Muskel der Herzwand verdickt sich, bis das Herz nicht mehr in der Lage ist, genügend Blut zu pumpen. Daraus kann sich eine sogenannte Rechtsherz-Insuffizienz entwickeln.

Mediziner unterscheiden eine primäre von der sekundären pulmonalen Hypertonie. Die primäre oder idiopathische pulmonale Hypertonie (IPAH) tritt als eigenständiges Krankheitsbild ohne bekannte Ursache auf, es liegt also keine Grunderkrankung als Ursache vor. Die IPAH kann vererbt werden: Sind in einer Familie zwei oder mehr Familienmitglieder betroffen, ist von der sogenannten familiären pulmonalen Hypertonie (FPAH) die Rede. Beide Formen der pulmonalen Hypertonie kommen jedoch nur äußert selten vor: So beträgt die Anzahl der Neuerkrankungen beider Formen zusammen nur ein bis drei Fälle pro einer Million Einwohner pro Jahr.

Meist ist eine bestimmte Grunderkrankung die Ursache für einen Lungenhochdruck. Dann ist von einer sekundären pulmonalen Hypertonie die Rede; der Lungenhochdruck ist also die Folge der Grunderkrankung. Vor allem Patienten mit einer Linksherzschwäche oder chronischen Lungenerkrankungen leiden häufig unter pulmonaler Hypertonie. Krankheiten, die eine pulmonale Hypertonie nach sich ziehen können, sind unter anderem:

  • COPD (engl.: chronic obstructive pulmonary disease – chronisch obstruktive Lungenerkrankung): Sie ist die häufigste Ursache einer pulmonalen Hypertonie.

  • Lungenfibrose: Bei dieser Erkrankung des Lungengewebes wird vermehrt Bindegewebe gebildet, wodurch es u.a. zu verringerter Sauerstoffaufnahme kommt.

  • Bindegewebserkrankungen wie das sog. CREST-Syndrom oder Sklerodermie

  • Lungenembolien (Verstopfungen von Blutgefäßen der Lunge)

  • HIV-Infektion

  • Linksherzerkrankungen

  • Lebererkrankungen

  • Schistosomiasis (Bilharziose): Diese durch Würmer hervorgerufene Krankheit ist vor allem in Südamerika eine häufige Ursache für eine pulmonale Hypertonie.

Als Risikofaktoren, die eine pulmonale Hypertonie verursachen können, gelten zudem bestimmte Medikamente wie Appetitzügler (Anorektika) sowie Drogenmissbrauch.

Je nach Ursache wird die pulmonale Hypertonie in fünf Kategorien eingeteilt:

  • Pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH)

  • Pulmonale Hypertonie bei Linksherzerkrankungen

  • Pulmonale Hypertonie bei Lungenerkrankungen und/oder Hypoxämie (erniedrigter Gehalt an Sauerstoff im arteriellen Blut)

  • Pulmonale Hypertonie durch chronische thrombotische und/oder embolische Krankheiten

  • Pulmonale Hypertonie durch andere, nicht klassifizierte Erkrankungen

Pulmonale Hypertonie: Symptome

Bei einer pulmonalen Hypertonie sind Symptome in einer frühen Phase der Erkrankung oft nicht vorhanden. Erst mit fortschreitendem Verlauf der Erkrankung nehmen die Betroffenen Beschwerden wahr. Durch die verringerte Sauerstoffversorgung der Lunge sind sie in ihrer Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt. Typische Symptome der pulmonalen Hypertonie sind:

  • Leistungsschwäche

  • Rasche Ermüdung

  • Kurzatmigkeit

  • Schwindel

  • Evtl. plötzlich eintretende, kurze Bewusstlosigkeit (Synkope) unter körperlicher Anstrengung

  • Bläuliche Verfärbung von Haut und Lippen (Zyanose)

  • Brustschmerzen

  • Schwellungen aufgrund von Flüssigkeitsablagerungen im Gewebe (Ödeme), vor allem in den Beinen

Durch die verengten Gefäße verschlechtert sich einerseits die Sauerstoffversorgung der Lunge, andererseits benötigt das Herz immer mehr Kraft, um das Blut durch die Gefäße zu pumpen. Das Herz muss schneller schlagen und hat eine beschleunigte Herzfrequenz zur Folge, die sich auch in Herzrhythmusstörungen bemerkbar machen kann. Das Herz wird zunehmend belastet, vor allem der rechte Vorhof und die rechte Herzkammer sind davon betroffen. Es kann sich eine Rechtsherz-Schwäche (Rechtsherz-Insuffizienz) entwickeln.

Pulmonale Hypertonie: Untersuchungen und Diagnose

Die pulmonale Hypertonie ist zu Beginn oft schwer zu diagnostizieren, da die Beschwerden recht unspezifisch sind und auch bei anderen Erkrankungen vorkommen. Ein ausführliches Gespräch zur Krankheitsgeschichte (Anamnese) sowie eine körperliche Untersuchung liefern wichtige Hinweise. Besteht der Verdacht auf eine pulmonale Hypertonie, stehen dem Arzt verschiedene Methoden zur Verfügung, um Herz und Lunge zu untersuchen:

  • Eine Ultraschalluntersuchung (Echokardiografie) des Herzens ist die wichtigste Untersuchungsmethode bei einem Lungenhochdruck. Damit kann der Arzt die Größe und Funktion des Herzens untersuchen sowie die Herzwand und Bewegungen der Herzklappen begutachten. Zudem ist es ihm möglich, den Blutfluss im Herzinneren darzustellen und die Geschwindigkeit des Blutstroms zu erfassen. Er kann so einen erhöhten Blutdruck in den Lungenarterien abschätzen (pulmonal-arterieller systolischer Druck).

  • Mit einer Röntgenuntersuchung des Brustkorbs lassen sich Arzt erweiterte Lungenarterien (Pulmonalarterien) erkennen. Diese sind aber erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Krankheit erkennbar, damit ist eine Röntgenuntersuchung im Anfangsstadium einer pulmonalen Hypertonie wenig aussagekräftig.

  • Wichtig ist auch ein Elektrokardiogramm (EKG). Mit dieser Methode wird die elektrische Aktivität des Herzens gemessen: Der Arzt erhält zum Beispiel Informationen zum Herzrhythmus und der Herzfrequenz. Liegt eine pulmonale Hypertonie vor, sind charakteristische Veränderungen im EKG erkennbar.

  • Zur Diagnose einer pulmonalen Hypertonie wird außerdem ein Lungenfunktionstest durchgeführt. Mithilfe der sogenannten Spirometrie misst man das Lungen- bzw. Atemvolumen: Bei dieser Untersuchung atmet der Patient in ein spezielles Gerät, das Spirometer, welches die Menge der durchströmenden Luft misst. Diese Untersuchung dient zur Beurteilung von Schweregrad, Prognose und Verlauf des Lungenhochdrucks. Zudem kann sie Hinweise auf die Ursache der pulmonalen Hypertonie liefern.

  • Um die Diagnose pulmonale Hypertonie zu bestätigen sowie den Schweregrad der Erkrankung zu bestimmen,  ist eine sogenannte Rechtsherz-Katheter-Untersuchung geeignet. Mit ihr lässt sich der pulmonal-arterielle Blutdruck direkt messen.

Aufschluss über das Maß der körperlichen Belastbarkeit bei einer pulmonalen Hypertonie gibt der sogenannte Sechs-Minuten-Gehtest. Er misst die Strecke, die ein Patient in sechs Minuten in einem angehnehmen Tempo zurücklegt.

Steht die Diagnose pulmonale Hypertonie fest, teilt man ihren Schweregrad in eine von vier Schweregraden ein:

  • Klasse 1: Keine Einschränkung der körperlichen Aktivität. Normale Belastungen führen nicht zu Beschwerden.

  • Klasse 2: Leichte Einschränkung der körperlichen Aktivität, keine Beschwerden in Ruhe. Normale körperliche Aktivität führt zu erhöhter Atemlosigkeit oder Müdigkeit, Schwächeanfällen oder Schmerzen im Brustkorb.

  • Klasse 3: Deutliche Einschränkungen in der körperlichen Aktivität, keine Beschwerden in Ruhe. Leichte Aktivitäten rufen Beschwerden hervor.

  • Klasse 4: Patienten mit einer pulmonalen Hypertonie dieses Schweregrades können keinerlei körperliche Belastungen ohne Beschwerden durchführen. Zudem liegt eine Rechtsherz-Schwäche vor, Atemlosigkeit und/oder Müdigkeit treten bereits in Ruhe auf. Geringste Aktivitäten führen zu einer Verstärkung der Symptome.

Pulmonale Hypertonie: Behandlung

Bei einer pulmonalen Hypertonie behandelt man entweder die Grunderkrankung, die zu einem Lungenhochdruck führt, oder man lindert durch die Behandlung die Symptome, die er verursacht. Denn eine Heilung der pulmonalen Hypertonie ist nicht möglich. Ziel ist es, die Lebenserwartung zu verlängern sowie die körperliche Belastbarkeit und Lebensqualität zu verbessern.

Die Behandlung einer pulmonalen Hypertonie erfolgt in der Regel mit Medikamenten. Zum Einsatz kommen dabei je nach Ursache der Erkrankung blutdrucksenkende oder gefäßerweiternde Wirkstoffe. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Hoch dosierte Kalziumantagonisten: Diese Medikamente senken den Blutdruck in der Lunge, kommen allerdings nur bei Patienten mit idiopathischer pulmonaler Hypertonie (IPAH) zum Einsatz. Zudem wird ihre Wirksamkeit zuvor mit einem Rechtsherz-Katheter getestet.

  • Prostazyklin-Derivate (Prostanoide): Sie ähneln dem körpereigenen Botenstoff Prostazyklin und wirken gefäßerweiternd. Diese Medikamente werden entweder in die Vene oder mithilfe eines Inhalators verabreicht.

  • Phosphodiesterase-(PDE-)5-Inhibitoren: Wirkstoffe dieser Gruppe senken den Blutdruck in den Lungengefäßen.

  • Sogenannte Endothelin-Rezeptor-Antagonisten wirken dem körpereigenen Botenstoff Endothelin entgegen, der gefäßverengend wirkt.

Liegt eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) als Ursache zugrunde, kann der Lungenhochdruck zum Beispiel mit einer Langzeit-Sauerstofftherapie (mit häuslicher Beatmung mit Maske) behandelt werden, um die Atemnot zu verbessern. Führt die medikamentöse Therapie einer pulmonalen Hypertonie nicht zum Erfolg, ist eine Herz-Lungen-Transplantation oft die letzte Behandlungsmöglichkeit.

Bei der pulmonalen Hypertonie gibt es keine einheitliche Behandlung – sie richtet sich nach der jeweiligen Grunderkrankung und dem Schweregrad des Lungenhochdrucks. Die Therapie ist daher individuell auf die Patienten zugeschnitten.

Pulmonale Hypertonie: Krankheitsverlauf und Prognose

Die pulmonale Hypertonie geht meist auf chronische Erkrankungen der Lunge oder des Herzens zurück. Ein Lungenhochdruck ist nicht heilbar – im schlimmsten Fall führt er zu einem Rechtsherz-Versagen. Eine Behandlung kann die Lebenserwartung verlängern und die allgemeine Lebensqualität erhöhen.

Die Prognose bei einer pulmonalen Hypertonie richtet sich auch danach, wie hoch der Blutdruck in der Lunge bereits ist – je höher der arteriell-pulmonale Druck (PAPm), desto schlechter ist die sogenannte 5-Jahres-Überlebensrate: Sie sinkt, je höher die PAPm-Werte über 30 mmHg liegen. Erfolgt gar keine Behandlung, beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung nach der Diagnose höchstens drei Jahre.

Pulmonale Hypertonie: Vorbeugen

Da die pulmonale Hypertonie nur in äußerst seltenen Fällen als eigenständige Krankheit auftritt, sondern als Folge chronischer Erkrankungen, ist es wichtig, diese frühzeitig zu behandeln. Nur so lässt sich einem Lungenhochdruck vorbeugen. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt sind deshalb unerlässlich, besonders wenn bereits eine Erkrankung vorliegt, die als Risikofaktor für eine pulmonale Hypertonie gilt.

Menschen mit pulmonaler Hypertonie sollten schwere körperliche Anstrengungen vermeiden. Dies gilt vor allem für anstrengende sportliche Aktivitäten, die nicht von einem Arzt überwacht werden, denn sie können zu einem weiteren Anstieg des Lungenhochdrucks führen. Allerdings kann ein ärztlich überwachtes körperliches Training den Zustand vieler Patienten verbessern und eine sinnvolle Therapieergänzung sein. 

Zudem ist Patienten, die unter einem Lungenhochdruck leiden, von Reisen in Höhen von über 2.000 Metern abzuraten. denn ein Aufenthalt in solchen Höhen kann den Zustand verschlechtern. Auch Flugreisen sind deshalb durch die pulmonale Hypertonie ein potenzielles Risiko.

 

COPD-Audit der ERS: das Management der akuten COPD-Exazerbation scheint in europäischen Krankenhäusern laut jüngsten Studien nicht am neuesten Stand zu sein.

Befragt man Medizinstudenten, was sie für besonders schwerwiegende Notfälle in der Internen Medizin halten, erwähnen mehr als 90% als erstes Herzinfarkt und Schlaganfall. Dies ist nicht verwunderlich, denn diese Krankheiten belegen die ersten Plätze in den Mortalitätsstatistiken im Global Burden of Disease report. Atemstillstand wird hingegen nur selten als Grund genannt, obwohl im selben Bericht die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) den fünften Platz und Lungenentzündung den siebten Platz belegen. Während in Krankenhäusern die hohe Mortalitätsrate bei Herzinfarkten und Schlaganfällen allgemein bekannt ist, wird das Risiko durch eine akute COPD-Exazerbation und bei Lungenentzündung häufig unterschätzt.

COPD-Audit-Daten zur akuten COPD-Exazerbation

Landesweite Aufzeichnungen über die Krankenhaussterblichkeit durch Myokardinfarkte gibt es in Schweden und im Vereinigten Königreich. Diese zeigen eine krankenhausinterne Mortalität von 7,6% und 10,5%. Bei Schlaganfällen ist die Rate aus mehreren Gründen höher: Kürzlich veröffentlichte Daten aus der Nord-Dublin-Schlaganfallstudie weisen eine Rate von 20,7% aus.

Die Daten in Bezug auf die Sterblichkeit bei im Krankenhaus erworbener Lungenentzündung sind sehr unterschiedlich, da in den verschiedenen Studien verschiedene Methoden verwendet wurden. Im Durchschnitt könnten es zwischen 10 und 15% sein.

Auch bei Patienten, die mit einer akuten COPD-Exazerbation hospitalisiert wurden, sind die Zahlen sehr unterschiedlich. Eine kürzlich veröffentlichte systemische Beurteilung meldet eine Mortalität im Bereich zwischen 1,8 und 20,4% mit einem Mittelwert von 3,6%.

Im European Respiratory Journal werden die ersten Daten aus dem Europäischen COPD-Audit vorgestellt. Diese Studie umfasste 16.016 Patienten mit akuter COPD-Exazerbation, die in 422 Krankenhäusern in 13 europäischen Ländern stationär aufgenommen wurden.

Sterblichkeit von Patienten mit akuter COPD-Exazerbation

Die Mortalität (etwa 5%) war höher als in den meisten anderen Studien, was durch die hohe Anzahl von Patienten erklärbar ist, die mechanische Beatmung (hauptsächlich nichtinvasive Druckbeatmung) benötigten und die daher wahrscheinlich schwerer erkrankt waren, als diejenigen in anderen Studien. Dies steht auch im Einklang mit einer kürzlich veröffentlichten US-Studie, die nur Patienten mit akuter COPD-Exazerbation und mechanischer Beatmung umfasste, die eine Krankenhaus-Mortalitätsrate von 5,9% zeigte.

Die Krankenhaussterblichkeit bei Patienten mit Herzinfarkt und Schlaganfall ist konsequent in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen. Ein wesentlicher Grund dafür war die Gründung der kardiologischen Intensiv- und Schlaganfall-Units, die von qualifiziertem Fachpersonal und Ärzten geführt werden und standardisierte Behandlungsansätze bieten. In beiden Bereichen konnte eine drastische Verbesserung im Hinblick auf eine Anzahl von Zielkriterien erreicht werden.

Inzwischen ist diese Art von Erstversorgung flächendeckend in fast allen entwickelten Ländern etabliert worden. Für respiratorische Insuffizienz, aber vor allem für Patienten mit Lungenentzündung und akuter COPD-Exazerbation, die nicht in erster Linie direkt in eine solche Intensivstation aufgenommen werden, wurde nichts Vergleichbares eingerichtet.

Management der akuten COPD-Exazerbation in europäischen Krankenhäusern nicht am neuesten Stand zu sein

KOLDITZ et al. analysierte Daten aus dem deutschen Kompetenznetzwerk für ambulant erworbene Pneumonie (CAPNETZ) und fand heraus, dass die Mortalität bei Patienten mit Lungenversagen bei bis zu 20% lag und sich weiter erhöhte, wenn die Verschlechterung der Atemfunktion später als 72 Stunden nach der Einlieferung ins Krankenhaus eintrat.

Dies zeigt, dass aufgrund des Fehlens eines einheitlichen Managementplans für diese Patienten ein Therapieversagen übersehen worden war. Das COPD-Audit ergab, dass nur 45,0% der Patienten mit leichter und 77,2% mit schwerer respiratorischer Azidose mechanische Beatmung erhielten, obwohl die positive Wirkung dieser Maßnahme schon eindeutig bewiesen wurde.

Darüber hinaus wurde nur bei 81,6% der Patienten mit akuter COPD-Exazerbation bei der Aufnahme eine Blutgasdiagnostik durchgeführt – obwohl dies in verschiedenen Richtlinien ausdrücklich empfohlen wird. Wenn es nicht schon vorher klar war, so hat das COPD-Audit schließlich aufgezeigt, dass das Management der akuten COPD-Exazerbation in europäischen Krankenhäusern weit davon entfernt ist, am neuesten Stand zu sein.

Eine der größten Einschränkungen bei der Behandlung der akuten COPD-Exazerbation ist der Mangel an standardisierten Behandlungsverfahren. Diese stehen zwar auf kardiologischen Intensiv- oder Schlaganfall-Units aufgrund einer großen Anzahl von randomisierten kontrollierten Studien zur Verfügung, über die Diagnostik und Behandlung von akuten COPD-Exazerbationen liegen aber nur geringe Datenaufzeichnungen vor.

 Leitlinien zur akuten COPD-Exazerbation

Die meisten Empfehlungen – mit Ausnahme derjenigen, für die nichtinvasive Beatmung – hinsichtlich einer akuten COPD-Exazerbation in den Leitlinien der American Thoracic Society und European Respiratory Society bleiben vage und beziehen sich nicht auf verlässliche Studiendaten. Viele Fragen bleiben unbeantwortet.

Sollten Bronchodilatatoren während der akuten Phase der COPD-Exazerbation eingesetzt werden? Und wenn ja, welche und wie sollten sie geliefert werden? Ist eine kurzfristige Behandlung mit oralen Kortikosteroiden sinnvoll für alle Patienten mit akuter COPD-Exazerbation und was sollte getan werden, wenn die orale Behandlung nicht (mehr) möglich ist? Wer benötigt eine Antibiotika-Therapie? Ist der Einsatz von antiviralen Medikamenten möglich und angezeigt?

 Begleiterkrankungen bei Patienten mit akuter COPD-Exazerbation

Das größte Problem sind jedoch die Begleiterkrankungen, die die meisten Patienten mit akuter COPD-Exazerbation entwickeln und die sich häufig während des Verlaufs der akuten Exazerbation verschlechtern. Die hohe Rezidiv rate im COPD-Audit ist zum Teil auf eine unangemessene Behandlung von vor allem kardialen Begleiterkrankungen zurückzuführen. Weitere Studien sind notwendig, um einen standardisierten diagnostischen und therapeutischen Ansatz für die Behandlung von Patienten mit akuter COPD-Exazerbation zu entwickeln.

Das COPD-Audit war notwendig, um die Defizite der Versorgung von Patienten mit Lungenversagen aufgrund der akuten COPD-Exazerbation aufzuzeigen. Audits können das Bewusstsein hinsichtlich dieser Probleme steigern und damit eine Verbesserung der Versorgungsqualität erreichen. Daher sollten solche Audits für eine größere Anzahl von Krankenhäusern verfügbar gemacht werden.

Allerdings werden Audits nicht das Problem der unzureichenden Versorgung von Atemstillstand-Patienten lösen können. Dies erfordert ein besseres Verständnis durch Ärzte aber auch durch Gesundheitspolitiker: COPD-Exazerbation und Lungenentzündung sind Notfälle im Bereich der Internen Medizin und bedürfen einer Behandlung in spezialisierten Einrichtungen.

 

Dyspnoe: Atmungsorgane

 

Eine Dyspnoe ist zunächst ein subjektives Empfinden. Der Betroffene hat das Gefühl, nicht genügend Luft zu bekommen, worauf der Körper mit einer gesteigerten Atemtätigkeit reagiert. Die Atemfrequenz, die normalerweise bei ca. 15 bis 20 Zügen pro Minute liegt, erhöht sich. Zunächst sind die Atemzüge noch tief - mit zunehmender Frequenz werden sie immer flacher, es kommt zur Kurzatmigkeit. Personen mit starker Dyspnoe nehmen manchmal eine Haltung ein, in der bestimmte Muskeln das Ein- und Ausatmen unterstützen („Orthopnoe“).

Eine Dyspnoe weist darauf hin, dass dem Körper und Gewebe nicht genügend Sauerstoff zur Verfügung steht. Ohne dieses lebenswichtige Gas können die Zellen aber nicht arbeiten; nach lang anhaltendem Sauerstoffmangel gehen sie sogar zugrunde.

Durch das Einatmen (Inspiration) wird Luft über die Atemwege in die Lunge gesaugt. Dort findet der sogenannte Gasaustausch statt, der Sauerstoff tritt also aus der Luft in den Blutkreislauf über. Man nennt diesen Vorgang auch Diffusion (der Sauerstoff diffundiert in das Blut). Der Ort des Geschehens sind die Lungenbläschen (Alveolen). Das Herz pumpt das mit Sauerstoff angereicherte Blut in den Kreislauf, so wird es im ganzen Körper verteilt. Beteiligt sind also das Atmungssystem, das Herz und die Gefäße sowie das Blut als Transportmedium.

Wann immer es zu einer Störung bei einer dieser Komponenten kommt, registrieren verschiedenste Rezeptoren im Körper die Unterversorgung mit Sauerstoff. Sie melden diese an die „Steuerzentrale“ Gehirn und es entsteht das Gefühl einer Atemnot, also einer Dyspnoe.

Anzeige

Multiples Myelom – Krebs im Knochenmark

 

Viele Krebserkrankungen beginnen zunächst mit unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Gewichtsverlust. So auch das Multiple Myelom, bei dem sich oft erst im fortgeschrittenen Stadium eindeutigere Symptome wie Knochenschmerzen bemerkbar machen.

Dyspnoe: Ursachen und mögliche Erkrankungen

Eine Dyspnoe kann eine Vielzahl an Ursachen haben. Ärzte versuchen zunächst herauszufinden, an welchem Ort die Ursache der Atemnot lokalisiert sein könnte. Die Mechanismen hinter einer Dyspnoe sind vielfältig und müssen nicht zwingend mit den Atemwegen oder der Lunge zu tun haben.

Ursache innerhalb des Atmungssystems

Die Atemnot kann mit dem Atemantrieb zu tun haben. In manchen Fällen kann dieser unterdrückt sein, etwa wenn eine Störung im zentralen Nervensystem vorliegt, das die Atmung steuert.

Auch eine Beeinträchtigung im muskulo-skeletalen Bereich kann zu einer Dyspnoe führen, etwa wenn ein Nerv geschädigt ist, der wichtige Muskeln für die Atmung oder das Zwerchfell ansteuert. Auch Deformierungen des Brustraums können Atembeschwerden verursachen.

Die Pleura (Lungenfell) ist eine Art Gewebehülle, die aus zwei sogenannten Blättern besteht. Das Innere wirkt wie eine dünne Folie, die die Lunge ummantelt, das äußere Blatt liegt der Innenseite des Brustkorbs auf. Auf diese Weise wird dafür gesorgt, dass die Lunge sich reibungsfrei verschieben kann. Bei einem Pleura Erguss tritt Flüssigkeit zwischen das innere und äußere Blatt, die Lunge kann sich nicht mehr so gut ausdehnen und es kommt eventuell zu Dyspnoe. Wenn Luft in den Pleura spalt gelangt, kann die Lunge zusammenfallen und es kommt zum Pneumothorax.

Dyspnoe kann auch entstehen, wenn die Atemwege durch Fremdkörper blockiert oder selbst erkrankt sind.

Die Lunge selbst kann beeinträchtigt sein - und damit der Gasaustausch.

Eine Störung der Atemfunktion lässt sich noch genauer untergliedern:

Von einer Ventilationsstörung spricht man, wenn die Lunge nicht ausreichend belüftet wird. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die Atemwege blockiert sind.

Eine Diffusionsstörung liegt vor, wenn der Gasaustausch reduziert ist. Dies kann etwa bei einer Lungenentzündung der Fall sein.

Wenn die Durchblutung der Lunge gestört ist und damit nicht genügend Blut zur Lunge transportiert wird, das mit frischem Sauerstoff angereichert werde könnte, handelt es sich um eine Perfusionsstörung. Die Lungenembolie ist ein Beispiel dafür.

Sind die einzelnen Teilfunktionen – Ventilation, Diffusion und Perfusion – nicht gut ausbalanciert, kann es zu einer Verteilungsstörung kommen.

Ursache außerhalb des Atmungssystems

Eine Atemnot kann auch Ursachen haben, die nicht in den Atemwegen oder der Lunge liegen. Beispiele sind:

Eine kardiovaskuläre Störung, wobei das Herz nicht genügend Kraft hat, um das Blut vollständig in den Kreislauf auszuwerfen. Es staut sich in die Lunge zurück und kann beispielsweise Ödeme verursachen.

Eine Blutarmut (Anämie), die durch einen Mangel an roten Blutkörperchen verursacht wird. Diese Blutzellen binden den Sauerstoff im Blut. Wer zu wenig Erythrozyten hat, leidet häufig auch an Dyspnoe.

Ein erhöhter Bedarf an Sauerstoff. Das kann zum Beispiel bei Fieber der Fall sein, aber auch bei körperlicher Anstrengung oder einem zu geringen Sauerstoffgehalt in der Luft, etwa in Höhe oder geschlossenen Räumen.

Eine psychogene Dyspnoe, zum Beispiel wenn manche Menschen bei großer Aufregung hyperventilieren.

Welche Erkrankungen hinter einer Dyspnoe stecken können

Eine Dyspnoe kann durch eine psychische Reaktion ausgelöst werden. Aber auch bei sportlicher Betätigung ist eine anfängliche Atemnot ganz normal, vor allem bei Untrainierten. Hinter einer Dyspnoe kann sich aber auch eine (chronische) Erkrankung verbergen, die es abzuklären und zu therapieren gilt.

Entlang der Atemwege können verschiedene Ursachen zu einer Dyspnoe führen.

Verlegung und Verengung der Atemwege

Bei kleineren Kindern kann dies mitunter durch eingeatmete Fremdkörper geschehen. Oftmals ist nur ein Lungenflügel beziehungsweise ein kleinerer Teil eines Lungenflügels verschlossen, sodass das Kind zwar nicht erstickt, aber die Lunge nicht ausreichend belüftet wird - es kommt zur Dyspnoe.

Die Schleimhaut, die die gesamten Atemwege auskleidet, kann anschwellen, zum Beispiel nach Infektionen oder allergischen Reaktionen. Unter den möglichen Infekten ist die Diphterie (Krupp) und der Pseudokrupp zu nennen. Im ersten Fall sind Bakterien die auslösenden Erreger, in letzterem Viren. Die stark geschwollenen Schleimhäute können zu massiven Atmungsstörungen führen, inklusive einer Dyspnoe.
Allergien auf bestimmte
Nahrungsmittel oder andere Substanzen können ebenfalls für eine starke Schleimhautschwellung sorgen und die Atemwege verlegen. Manche Menschen reagieren zum Beispiel sehr empfindlich auf Erdbeeren oder Nüsse.

Auch das Angioödem (oder Quincke-Ödem),  eine blitzschnelle und massive Schwellung der Schleimhäute, ist meist allergisch bedingt. Es kann aber auch die Nebenwirkung einiger Medikamente sein, zum Beispiel Acetylsalicylsäure (Aspirin) oder ACE-Hemmer (fungieren als Blutdrucksenker).

Die Stimmbänder sind das Werkzeug, um Töne und Geräusche erzeugen zu können. Zusammen mit den Muskeln, die sie in Stellung bringen, bilden sie die Stimmritze, durch die man beim Sprechen und Singen Luft presst. Eine Lähmung der Stimmbänder oder ein Krampf der Stimmmuskeln kann den Luftweg behindern und in der Folge Dyspnoe verursachen.

Die Luftröhre oder die Bronchien können mechanisch verengt sein, etwa durch Narbengewebe nach operativen Eingriffen aufgrund von Tumorerkrankungen. Solche können direkt in der Luftröhre oder in der Umgebung entstehen und in die Luftröhre hineindrücken. Auch in der Lunge können Tumore den Luftstrom in den Bronchien blockieren.

Asthma bronchiale und die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) sind zwei häufige Atemwegserkrankungen und oft der Grund für Atemnot. In beiden Fällen sind die Bronchien chronisch entzündet, weil sie sich krampfhaft zusammenziehen. Vor allem beim Ausatmen wird der Atemfluss blockiert. Asthma ist meist allergisch bedingt, COPD ist die Folge langjährigen Rauchens oder sonstiger Schadstoffbelastungen der Lunge.

Bei der erblichen Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose (zystische Fibrose) sind sämtliche Körpersekrete extrem zähflüssig und können nicht richtig abtransportiert werden. Auch in der Lunge können die Bronchialsekrete nicht ausreichend „nach oben“ weitergeleitet werden. Die Folge sind erschwerte Atmung und häufige Infekte.

Erkrankungen der Lunge

Unter Atelektasen versteht man das Zusammenfallen der kleinen Bronchien in der Lunge. Dieser Kollaps tritt normalerweise nicht isoliert auf, sondern ist die Folge einer vorausgehenden Erkrankung, zum Beispiel Lungenkrebs oder einem Pleuraerguss. Sind davon mehrere Bronchiolen betroffen, kann das zu Dyspnoe führen.

Zu einem Lungenemphysem kommt es, wenn die Lunge chronisch überbläht wird, wie das häufig bei COPD und in geringerem Maße auch bei Asthma der Fall sein kann. Diese Überblähung ist nicht mehr rückgängig zu machen und schränkt die Belüftung der Lunge ein. Je nach Ausprägung kann sich ein Emphysem auch über eine Dyspnoe äußern.

Bei der Lungenfibrose vermehrt sich das Bindegewebe in der Lunge und das Lungengerüst zwischen den Lungenbläschen wird narbig umgebaut. Somit reduziert sich die Fläche für den Gasaustausch, was in Atembeschwerden mündet. Die Ursachen für den Umbau sind oft Entzündungen und toxische Schadstoffe. Eine Staublunge geht zum Beispiel sehr häufig mit einer Fibrosierung der Lunge einher.

Auch eine Lungenentzündung (Pneumonie) kann neben Symptomen wie Fieber und Abgeschlagenheit auch Dyspnoe mit sich bringen. Lungenentzündungen sind häufig die Folge eines Atemweginfekts und heilen meist ohne größere Komplikationen wieder aus. Für Kinder und alte Menschen kann eine Pneumonie aber durchaus gefährlich werden.

Herz und Lunge

Herz und Lunge sind eng miteinander verknüpft. Erkrankungen des einen Organs können auch das andere beeinflussen.

Entsteht in der Lunge ein erhöhter Blutdruck, zum Beispiel bei einer Lungenfibrose oder COPD, muss das Herz verstärkt dagegen anpumpen. Man spricht von Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie). Die Folge ist Atemnot, auf Dauer kann aber auch das Herz Schaden nehmen.

Umgekehrt schädigt eine chronische Herzinsuffizienz häufig die Lunge, weil nicht genügend Blut in den Kreislauf gepumpt werden kann, sondern sich stattdessen in die Lunge zurückstaut. Die Folge ist häufig ein Lungenödem, es wird also Flüssigkeit aus dem gestauten Blut in das Lungengewebe und die Alveolaren abgepresst. Deshalb leiden herzinsuffiziente Patienten häufig auch an einer Dyspnoe.

Auch bei einem Herzinfarkt kann Luftnot ein Symptom sein. Besonders bei Frauen bleibt der berühmte Schmerz im linken Arm oft aus, stattdessen kommt es oft nur zu einer Dyspnoe.

In den Gefäßen können sich kleine Gerinnsel bilden, die wachsen, sich ablösen und weggeschwemmt werden können. Sie können zum Beispiel Infarkte (Herzinfarkt, Schlaganfall) und Embolien verursachen. Bei der Lungenembolie bleibt ein solches Gerinnsel (Thrombus) in einem Lungengefäß stecken. Ein Symptom ist Atemnot. Eine Lungenembolie ist ein absoluter Notfall! Sie kann schnell tödlich enden, wenn der Betroffene nicht schnell behandelt wird.

Sonstige Ursachen einer Dyspnoe

Bei einer Anämie liegt im Blut ein Mangel an roten Blutkörperchen (Erythrozyten) vor. Sie sind die Transporter des Sauerstoffs im Blut und deswegen essentiell für die Sauerstoffversorgung des Gewebes. Wer zu wenige rote Blutkörperchen besitzt, etwa bei einem Eisen- oder Vitamin-B12-Mangel, kann eine Dyspnoe entwickeln.

Bei Deformierungen des Skeletts oder Lähmungen des Zwerchfells kann die Atmung mechanisch behindert sein. Die Lunge wird unter Umständen nicht mehr ausreichend belüftet. Auch das kann zur Luftnot führen.

Das Phänomen der Hyperventilation trifft Frauen deutlich öfter als Männer. In starken Stresssituationen entsteht manchmal das Gefühl, nicht genügend Luft zu bekommen. Der Betroffene atmet schneller und tiefer ein, als dies eigentlich nötig wäre. Im Extremfall gerät durch das Hyperventilieren das Verhältnis zwischen Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid im Körper aus dem Gleichgewicht. Dies lässt sich durch das Atmen in eine Tüte beheben.

Dyspnoe: Wann müssen Sie zum Arzt?

Ob schleichend oder plötzlich – Menschen mit einer Dyspnoe sollten immer einen Arzt aufsuchen. Auch wenn sich zunächst keine weiteren Symptome zeigen, können ernste Erkrankungen der Grund für die Atemnot sein. Wer zusätzliche Symptome bemerkt, etwa Schmerzen in der Brust oder blaue Lippen und blasse Haut, ruft am besten sofort den Notarzt! Denn dies können Zeichen für einen Herzinfarkt, eine Lungenembolie oder einen stark fortgeschrittenen Sauerstoffmangel sein.

Video: Akute Bronchitis - was Sie selbst tun können

Akute Bronchitis - was Sie selbst tun können

Was können Sie gegen den schmerzhaften Husten unternehmen? Und wie lässt sich vorbeugen?

 

Dyspnoe: Was macht der Arzt?

Zunächst wird der Arzt gezielte Fragen zur Krankengeschichte stellen und die Symptomatik genauer abklären. Von Interesse sind dabei zum Beispiel:

Wann und wo ist die Atemnot aufgetreten?

Tritt die Dyspnoe in Ruhe oder nur bei körperlicher Aktivität auf?

Ist die Luftnot abhängig von bestimmten Körperlagen oder Tageszeiten?

Ist die Dyspnoe in letzter Zeit schlimmer geworden?

Wie oft tritt die Dyspnoe auf?

Gibt es außer der Atemnot noch weitere Symptome?

Weiter erkundigt sich der Arzt noch nach den bisher bekannten Krankheiten in der näheren Familie und schließt dann verschiedene Untersuchungen an.

Schnell und einfach ist das Abhören der Lunge mit dem Stethoskop. Mit diesem treuen Berufsbegleiter kann der Arzt feststellen, ob über den jeweiligen Lungenarealen normale oder verdächtige Atemgeräusche zu hören sind, beispielsweise Rasselgeräusche oder völlige Stille. Auch das Herz sollte abgehört werden.

Eine Blutabnahme erfolgt routinemäßig, um zum Beispiel eine Anämie auszuschließen und bestimmte Laborwerte zu prüfen, die bei einem Herzinfarkt oder einer Lungenembolie erhöht sein können.

Ein Lungenfunktionstest (Spirometrie) erlaubt ein differenzierteres Urteil über eine mögliche Funktionsstörung der Lunge und der Atemwege. Hiermit lässt sich zum Beispiel das Ausmaß einer COPD oder von Asthma sehr gut beurteilen.

Mithilfe einer Bronchoskopie kann der Untersucher den Rachenraum, Kehlkopf und die oberen Bronchien genauer einsehen.

Schließlich gibt es einige bildgebende Verfahren, die unter Umständen wichtige Informationen liefern. So lassen sich anhand von Röntgenuntersuchung, Computertomografie und Magnetresonanztomografie Lungenentzündungen, Lungenembolien, Tumore im Brustraum und vieles mehr bestimmen. Auch Ultraschall und nuklearmedizinische Untersuchungen können zum Einsatz kommen.

Die weitere Therapie der Dyspnoe hängt von der Ursache ab. Entsprechend unterschiedlich kann sie ausfallen. Bakterielle Infekte wie Diphterie werden mit Antibiotika behandelt, chronische Erkrankungen wie Asthma, COPD oder Herzinsuffizienz verlangen hingegen eine lebenslange Therapie mit gezielt wirkenden Medikamenten. Bei einer Lungenembolie versucht man, den Thrombus zu lösen. Ansonsten muss man hier vor allem den Kreislauf stabil halten. In schlimmen Fällen einer Anämie werden Erythrozyten transfundiert, bei milderen Formen zunächst nur die Ursache behoben, zum Beispiel durch Eisensubstitution. Bei Krebserkrankungen kann man prinzipiell operieren, eine Chemotherapie einsetzen und bestrahlen. Hier spielt allerdings auch das Tumorstadium eine Rolle.

Dyspnoe: Das können Sie sofort tun

Nach dem Auftreten einer Dyspnoe ist das Beste ein Arztbesuch. Es gibt aber auch einige Tipps, die bei Atemnot Linderung verschaffen.

Im akuten Fall von Atemnot sollte sich der Betroffene hinsetzen, da das Atmen in dieser Position meist leichter fällt.

Wer Ruhe bewahrt, normalisiert seine Atmung schneller wieder, vor allem wenn die Dyspnoe eine psychische Ursache hat.

Stützen Sie die gebeugten Arme auf Ihren Oberschenkeln ab. Denn in dieser Haltung, die man auch als Kutschersitz bezeichnet, können bestimmte Muskeln die mechanische Atmung unterstützen.

Auch kühle, frische Luft wirkt förderlich. Nicht zuletzt, weil kalte Luft mehr Sauerstoff beinhaltet. Dies kann eine Dyspnoe bereits mildern.

Asthmatiker sollten ihr Spray immer griffbereit haben.

Patienten, die schon lange an einer chronischen Lungenerkrankung leiden, haben häufig Sauerstoffflaschen zu Hause. Die Dosis des Sauerstoffs sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen.

Eine gesunde Lebensweise kann der Entwicklung einer chronischen Atemnot vorbeugen. Versuchen Sie mit dem Rauchen aufzuhören – am besten fangen Sie erst gar nicht an. Das reduziert das Risiko für eine spätere Dyspnoe erheblich.

 

Ödeme

Was sind Ödeme?

 

Der Begriff Ödem stammt aus dem Griechischen: „Oidema" bedeutet Geschwulst oder Schwellung. Ödeme sind Ansammlungen von wässriger Flüssigkeit im Körpergewebe, die zu Schwellungen der betroffenen Gewebe führen. Sie können auf bestimmte Körperteile begrenzt oder über den ganzen Körper verteilt sein. Eine Ödem Bildung wird auch als Wassersucht bezeichnet.

Ödeme können aus ganz unterschiedlichen Gründen entstehen. Sie sind meist Folge oder Begleiterscheinung einer vorangegangenen Grunderkrankung. Bei verschiedenen Organerkrankungen fällt entweder zu viel Gewebeflüssigkeit an oder ihr Abtransport ist erschwert und die Flüssigkeit staut sich daraufhin auf. Erkrankungen, die zu Ödemen führen können, sind z. B. Herz- oder Nierenschwäche, Abflussstörungen des venösen Blutes in den Beinen, Eiweißmangel, Störungen des Lymph-Abflusses oder allergische Erkrankungen.

Medikamente können ebenfalls Ödeme verursachen, zum Beispiel Präparate gegen Bluthochdruck (Diuretika, Kalziumantagonisten), Schmerzmittel (nicht steroidale Antirheumatika),Kortison Präparate oder Medikamente gegen Depressionen (Antidepressiva).

Auch bei gesunden Menschen können Ödeme auftreten: Bei manchen Frauen lagert sich kurz vor der Monatsblutung Flüssigkeit im Gesicht, in den Händen und Brüsten oder am gesamten Körper in das Gewebe ein. Dieses prämenstruelle Ödem tritt häufig im Rahmen eines prämenstruellen Syndroms auf. Bei Menschen, die lange Zeit stehen, kann sich nach einiger Zeit Flüssigkeit im Bereich der Schienbeine ansammeln. Diese Ödeme bilden sich nach einer Weile von selbst wieder zurück.

 

 

 

Ursachen & Risikofaktoren von Ödemen

 

Ödeme können auf verschiedene Weise entstehen:

 

Erhöhter Blutdruck

Steigt der Druck in den kleinen Blutgefäßen, kann Flüssigkeit in das umliegende Gewebe gepresst werden. Ein zu hoher Druck kann z. B. bei einer Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) oder Herzschwäche (Herzinsuffizienz) auftreten. Der gleiche Mechanismus liegt den Schwangerschaftsödemen oder Ödemen bei einem prämenstruellen Syndrom zugrunde. Bei diesen Ödemen ist der Druck in allen Blutgefäßen erhöht, sie bilden sich also überall am Körper. Typischerweise entstehen die Ödeme zunächst dort, wo die Flüssigkeit der Schwerkraft folgt, also an den Beinen und Füßen.

Im Gegensatz dazu steigt der Blutdruck bei manchen Krankheiten nur in bestimmten Gefäßen. Bei einem Blutgerinnsel in den Venen des Beckens oder der Beine (Thrombose) oder einer Venenschwäche in den Beinen ist der Rückstau nur in den Blutgefäßen des betroffenen Beines, Unterschenkels oder Fußes erhöht. Das Ödem bleibt dann auf das Bein bzw. den Unterschenkel oder Fuß beschränkt.

 

Zu geringe Eiweißkonzentration im Blut

Eiweiße im Blut binden Flüssigkeit. Verantwortlich ist hierfür der so genannte kolloidosmotische Druck. Dieser hängt von der Menge der im Blut vorhandenen großen Moleküle, vor allem der Eiweiße ab. Sind nicht genügend Eiweiße im Blut vorhanden sinkt der kolloidosmotische Druck und die Eiweiße können die Flüssigkeit nicht mehr „binden". Sie wird in das umliegende Gewebe gedrückt und es entsteht ein Ödem.

 

Störungen des Lymphabflusses

Ist der Abfluss der Lymphe gestört, kann ein so genanntes Lymphödem entstehen. Bei der angeborenen Form (primäres Lymphödem) werden die Lymphgefäße während der vorgeburtlichen Entwicklung nicht richtig gebildet, so dass sie die Flüssigkeit nicht aus den Gewebespalten abtransportieren können. Bei sekundären Lymphödemen behindern beispielsweise TumoreOperationen oder Krankheitserreger den Abfluss der Lymphe.

 

Schäden an den Blutgefäßen

Einige Krankheiten können dazu führen, dass die Wand der Blutgefäße durchlässiger für Wasser wird. Dies kann zum Beispiel bei einer bestimmten Nierenerkrankung, der Glomerulonephritis, bei allergischen Erkrankungen oder bei Entzündungen auftreten. Durch die Schäden in der Wand der Blutgefäße kann der Blutdruck mehr Flüssigkeit in das umliegende Gewebe pressen und so zu einem Ödem führen.

Welche Erkrankungen können zu Ödemen führen?

 

Verschiedene Erkrankungen können zu Ödemen führen:

 

Ödeme bei einer Schwäche des Herzens (Herzinsuffizienz)

Eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) kann bei vielen Krankheiten auftreten, z. B. nach einem Herzinfarkt , bei einer koronaren Herzkrankheit, bei Herzklappenfehlern, bei Bluthochdruck, bei einer Entzündung des Herzmuskels oder bei Herzrhythmusstörungen.

Bei einer Herzschwäche ist das Herz nicht mehr in der Lage, den Körper ausreichend mit Blut zu versorgen. Je nachdem, welche Herzkammer hauptsächlich betroffen ist, unterscheidet man eine Rechtsherzschwäche von einer Linksherzschwäche.

Bei einer Linksherzinsuffizienz pumpt die linke Herzkammer nicht genügend Blut in den Körper. Da mehr Blut aus der Lunge in die Herzkammer nachströmt, als diese weitertransportieren kann, staut sich das Blut in die Lunge zurück. Dadurch steigt der Blutdruck in den Lungengefäßen und Flüssigkeit wird in die Gewebespalten der Lunge gepresst. Bei einer starken Linksherzinsuffizienz kann die Flüssigkeit in die Lungenbläschen und die Luftwege gelangen: Es bildet sich ein Lungenödem. Wird die Flüssigkeit in den Spalt zwischen Rippen- und Lungenfell (Pleuraspalt) gepresst, entstehen so genannte Pleura Ergüsse.

Durch die verringerte Pumpleistung ist darüber hinaus nicht genügend Blut in den Blutgefäßen vorhanden. Außerdem werden die Nieren nicht ausreichend durchblutet. Dies führt dazu, dass der Körper weniger Salz und Wasser ausscheidet. Durch das Zurückhalten von Salz und Wasser können wiederum Ödeme entstehen.

Bei einer Rechtsherzinsuffizienz ist die Pumpleistung der rechten Herzkammer verringert. Sie pumpt das Blut nicht rasch genug in die Lunge. Da mehr Blut aus dem Körper nachströmt als die rechte Herzkammer weiter transportieren kann, staut sich das Blut vor dem Herz bis in die Blutkapillaren zurück. Dadurch steigt der Blutdruck in den Blutgefäßen und Flüssigkeit wird in die Gewebespalten abgepresst. Die Ödeme entstehen zunächst an den Körperteilen, wo sich die Flüssigkeit aufgrund ihrer Schwerkraft ansammelt: An den Fußrücken und vor dem Schienbein, bei bettlägerigen Patienten in der Kreuzbeinregion.

Durch den Rückstau des Blutes vor der Leber entsteht eine Stauungsleber. Bei lang dauernder Stauung kann sich eine Leberzirrhose entwickeln. Durch den Blutrückstau vor dem Magen entzündet sich die Magenschleimhaut (Stauungsgastritis). Der Rückstau vor den Nieren kann die Filterfunktion der Nieren schädigen. So können Eiweiße verloren gehen, was die Ödem Entstehung weiter verstärkt. Wird die Flüssigkeit in die Bauchhöhle gepresst, spricht man von einer Aszites.

 

Ödeme durch Blutgerinnsel oder Venenschwäche

Eine weitere Ursache für Ödeme können Erkrankungen der Venensein. Wenn z. B. ein Blutgerinnsel (Thrombus) eine Vene im Becken oder in den Beinen verstopft (Thrombose), kann sich das Blut in den Venen im Unterschenkel oder im Fuß zurückstauen. Flüssigkeit kann in das umliegende Gewebe abgepresst werden und ein Ödem verursachen.

Außerdem können defekte Venenklappen verhindern, dass Blut nicht in ausreichender Menge zum Herzen transportiert wird. Aus dem aufgestauten Blut kann Flüssigkeit abgepresst werden und ein Ödem am Bein oder Fuß auslösen. Die Ödeme bilden sich zunächst von selbst wieder zurück. Bei einer chronischen Venenschwäche bleiben die Ödeme ständig vorhanden.

 

Ödeme durch Eiweißmangel

Bei Eiweißmangel im Blut können ebenfalls Ödeme entstehen. Ein Eiweißmangel kann auftreten, wenn der Körper Eiweiß verliert, wenn er selbst nicht genügend Eiweiße bildet oder wenn er nicht genügend Eiweiß aufnimmt.

Eiweiße können bei bestimmten Erkrankungen der Nieren oder des Darms ausgeschieden werden. Sind die Leberzellen durch eine Krankheit zerstört, z. B. bei einer Leberzirrhose, kann der Körper nicht mehr genügend Eiweiße bilden und es können sich Ödeme bilden.

Ein Eiweißmangel kann auch durch chronische Unterernährung ausgelöst werden, so genannte Hunger- oder Eiweißmangelödeme sind dann die Folge. Dies betrifft oft unternährte Kinder in Entwicklungsländern.

 

Ödeme bei Nierenerkrankungen

Erkrankungen der Niere können ebenfalls Ödeme verursachen. Bei einem nephrotischen Syndrom wird die Niere durchlässiger für Eiweiße. Normalerweise werden in der Niere nur wenige Eiweiße mit dem Urin ausgeschieden. Ist die Niere jedoch durchlässiger für Eiweiße, treten diese in den Urin über und werden ausgeschieden. Im Blut sind dann weniger Eiweiße vorhanden, die die Flüssigkeit in den Blutgefäßen binden können. Dadurch wird mehr Flüssigkeit in das umliegende Gewebe gepresst. Der Körper versucht, den Flüssigkeitsverlust in den Blutgefäßen auszugleichen, indem er mehr Wasser und Salz im Körper zurückhält. Dies verstärkt die Ödem Entstehung.

Ein nephrotisches Syndrom kann bei verschiedenen Krankheiten auftreten, z. B. bei einer Entzündung der Nierenkörperchen (Glomerulonephritis) oder bei einer langjährigen Zuckerkrankheit mit Nierenschädigung (diabetische Nephropathie). Auch bei einer langjährigen Nierenschwäche können Ödeme entstehen. 

 

Ödeme bei Lebererkrankungen

Ödeme können auch bei einer Leberzirrhose auftreten. Hierbei spielen 2 Mechanismen eine Rolle: Zum einen kann die kranke Leber nicht mehr genügend Eiweiße bilden, die die Flüssigkeit in den Blutgefäßen binden. Zum anderen kann das Blut nicht schnell genug aus der Leber abfließen. Es staut sich daraufhin in der zur Leber führenden Arterie. Der erhöhte Blutdruck presst dann Flüssigkeit in Körpergewebe oder die Bauchhöhle.

 

Ödeme durch Allergien

Allergische Reaktionenz. B. gegen Wespen, können die Durchlässigkeit von Gefäßwänden erhöhen, so dass Flüssigkeit in das umlegende Gewebe austritt. Zusätzlich gelangen Eiweiße aus dem Blut in das Gewebe. Im Blut fehlen dann die Eiweiße, die normalerweise Flüssigkeit binden.

Ein allergisches Ödem kann auch durch bestimmte Medikamente wie AzetylsalizylsäureACE-Hemmer oder Penizillin entstehen.

 

Ödeme in der Schwangerschaft

Ödeme ab der 20. Schwangerschaftswoche können Symptome einer Präeklampsie sein, die zu Bluthochdruck und verstärkter Eiweißausscheidung bei Schwangeren führt.

 

Lymphödeme

Bei Menschen, bei denen die Lymphe in den Lymphgefäßen nicht mehr ungehindert fließen kann, sammelt sich die Lymphe in den betroffenen Körperteilen außerhalb der Lymphgefäße. Lymphödeme treten meistens an Armen oder Beinen auf, aber auch an den Achseln, an Kopf, Hals und Leiste. Je nach Ursache werden 2 unterschiedliche Lymphödem-Typen unterschieden:

Primäre Lymphödeme sind eine angeborene Erkrankung der Lymphgefäße. Sie sind entweder bereits seit der Geburt vorhanden oder entstehen während der ersten 30 Lebensjahre. Primäre Lymphödeme treten bei Menschen auf, die von Geburt an keine oder zu kleine Lymphgefäße oder Lymphknoten besitzen. Außerdem können Bindegewebswucherungen in den Lymphknoten dazu führen, dass die Lymphe nicht ungehindert abfließen kann. Sie treten zuerst an den Armen oder Beinen auf und breiten sich dann zum Rumpf hin aus.

Sekundäre Lymphödeme entstehen durch Parasitenbefall, Infektionen (z. B. Borreliose, Wundrose), Tumore (z. B. bösartiges Lymphödem beim Prostatakrebs) oder nach einer Thrombose. Die weltweit häufigste Ursache ist eine Infektion mit Filarien, die besonders in Südostasien vorkommt. Sie betreffen zunächst den Rumpf und breiten sich dann zu den Extremitäten aus.

Sehr häufig sind Lymphödeme nach einer chirurgischen Entfernung von Lymphknoten, die bei einer Brustkrebsoperation notwendig sein kann.

 

Ödeme durch Medikamente

Viele Medikamente bewirken, dass sich Flüssigkeit außerhalb der Blutgefäße ansammelt. Kalziumantagonisten und Diuretika bewirken, dass der Körper verstärkt das Hormon Aldosteron bildet. Aldosteron führt dazu, dass mehr Wasser und Kochsalz im Körper zurückgehalten werden. Andere Medikamente wie nicht steroidale Antirheumatika (NSAR), Glukokortikoide (z. B. Kortison) oder Antidepressiva hemmen die Ausscheidung von Flüssigkeit über die Niere und können so ebenfalls Ödeme verursachen.

Erste Anzeichen eines Ödems

 

Kleine Ödeme bemerkt der Betroffene häufig gar nicht, da sie keine Krankheitszeichen oder Beschwerden verursachen. Ein erster Hinweis auf Ödeme im Körper sind weiche, eindrückbare Schwellungen. Menschen, die plötzlich und scheinbar grundlos an Gewicht und Leibesumfang zunehmen, können ebenfalls unter Ödemen leiden.

Bei einer Schwäche der rechten Herzkammer (Rechtsherzinsuffizienz)beginnt die Ödem Bildung an den Knöcheln und steigt zu den Unterschenkeln auf. Auch bei einer Thrombose im Bein oder Beckenbereich beginnt die Wasseransammlung im Knöchelbereich.

Primäre Lymphödeme entstehen in der Regel an den Armen oder Beinen, von wo sie sich langsam zum Rumpf hin ausbreiten. Ein typisches Merkmal sind verdickte Zehen, die so genannten Kastenzehen. Die Zehen sind dabei so angeschwollen, dass an der 2. Zehe selbst dann keine Hautfalte entsteht, wenn die Zehe abgeknickt wird. Dies nennen Mediziner Stemmer'sches Zeichen. Bei Lymphödemen als Folge von Infektionen oder Tumoren (sekundäre Lymphödeme) sind Kastenzehen im Frühstadium dagegen selten, da sich die Ödeme vom Rumpf weg zu den Extremitäten ausbreiten.

Bei einem Lungenödem aufgrund einer Linksherzschwäche husten die Patienten oft schaumige, blutige Flüssigkeit aus. Patienten mit einem Ödem als Folge einer Nierenerkrankung haben oft verquollene Augen und ein aufgedunsenes Gesicht.

Symptome eines Ödems

 

Meist handelt es sich bei einem Ödem nicht um ein eigenes Krankheitsbild, sondern um eines von mehreren Symptomen einer mehr oder weniger schweren Grunderkrankung. Ödeme hängen deshalb immer eng mit der auslösenden Erkrankung zusammen.

 

Ödeme durch Herzschwäche (Herzinsuffizienz)

Eine Schwäche der linken Herzkammer (Linksherzinsuffizienz) ist die häufigste Ursache eines Lungenödems. Diese Patienten haben Mühe zu atmen, sie atmen lauter als gewöhnlich und haben einen beschleunigten Puls. Viele Patienten sitzen aufrecht, weil dies das Atmen erleichtert. Die Atemnot tritt anfangs nur bei Belastung auf, bei fortschreitender Krankheit auch im Ruhezustand. Dazu kann ein hartnäckiger trockener Husten mit weißlichem Auswurf auftreten. Ein weiterer Hinweis auf ein Lungenödem ist das Aushusten von schaumiger, hellroter oder blutiger Flüssigkeit.

Patienten mit einem schweren Lungenödem leiden unter schwerster Atemnot. Die Haut ist häufig blass oder bläulich verfärbt. Die ausgehustete Flüssigkeit ist schaumig. Manchmal hört man ein rasselndes Atemgeräusch.

Ödeme an den Füßen oder Beinen können bei einer 
Schwäche der rechten Herzkammer auftreten. Im Gegensatz zu Ödemen als Folge einer Thrombose oder Venenschwäche, treten sie an beiden Beinen auf. Als erstes schwellen die tief liegende Körperbereiche an, also zunächst die Füße. Hier sieht man die Ödeme im Knöchelbereich oder auf dem Fußrücken, später auch als Schwellung über den Schienbeinen. Bei bettlägerigen Patienten bilden sie sich als erstes in der Region über dem Kreuzbein. Die Ödeme entstehen anfangs nur abends und bilden sich über Nacht zurück, später bleiben sie dauerhaft bestehen. Dringt Flüssigkeit in die Bauchhöhle ein, kann ein kugelig aufgeblähter Bauch die Folge sein (Aszites).

 

Ödeme durch Venenschwäche

Ödeme in Beinen und Füßen können nach einer Thrombose in den Beinvenen oder durch eine Schwäche der Venenklappen entstehen. Das Blut staut sich und wird in das umgebende Gewebe gedrückt. Das Ödem äußert sich als Schwellung am Unterschenkel oder am Fuß. Im Gegensatz zu Ödemen bei Herzschwäche entstehen diese Ödeme nur an dem betroffenen Bein.

 

Ödeme durch Nierenerkrankungen

Ödeme, die in Folge von Nierenerkrankungen entstehen, entwickeln sich zunächst in leicht verschiebbaren Bindegeweben, die dem Ausströmen von Flüssigkeit wenig Widerstand entgegensetzen. Typisch sind Schwellungen im Bereich der Augen und im Gesicht. Im fortgeschrittenen Stadium kann sich Flüssigkeit in Körperhohlräumen wie der Bauchhöhle (Aszites) oder dem Brustkorb sammeln.

 

Lymphödeme

Durch den Lymphstau können die betroffenen Extremitäten oder Körperteile stark anschwellen. Im Falle eines primären Lymphödems sind an den Beinen vor allem die Knöchel betroffen und im Bereich des Sprunggelenkes bilden sich tiefe Hautfalten (Fußrückenödem).Sekundäre Lymphödeme betreffen dagegen zuerst den Rumpf und breiten sich erst später zu den Extremitäten hin aus.

Lymphödeme verursachen oft ein Spannungsgefühl, Schwere und Schmerzen. Darüber hinaus kann übermäßiges Wachstum von Bindegewebe in den betroffenen Bereichen dazu führen, dass sich die Ödeme verhärten und die Schwellungen nicht mehr zurückgehen.

Bei einem primären Lymphödem des Beines sind die Zehen im Gegensatz zu Ödemen bei einer Venenschwäche oder einer Thrombose mit betroffen. Die Zehen sind quaderförmig angeschwollen („Kastenzehen").

 

 

Ödeme durch Allergien

Als Angio-Ödeme oder Quincke-Ödeme werden Flüssigkeitsansammlungen bezeichnet, die durch Allergien hervorgerufen werden. Die Schwellungen treten vor allem im Gesicht und im Magen-Darm-Trakt auf. Typisch sind geschwollene Augenlider und Lippen. Oft tritt ein Quincke-Ödem in Verbindung mit einer Nesselsucht (Urtikaria) auf.

Untersuchungen & Diagnose

 

Bei Verdacht auf ein Ödem versucht der Internist, mögliche Ursachen zu erkennen und andere Erkrankungen auszuschließen. Dazu befragt er den Patienten nach Begleiterkrankungen, Infektionen, Operationen und dem Zeitraum, in dem sich das Ödem entwickelt hat. Er untersucht das Ausmaß der Schwellungen, indem er den Umfang der betroffenen Körperteile misst und überprüft, ob die Schwellungen bei Druck nachgeben. Bleibt die „Delle" auch ohne Druck von außen weiter bestehen, deutet dies auf ein Ödem hin. Tiefe Hautfalten und Hautverfärbungen sind ebenfalls wichtige Anzeichen.

Darüber hinaus geben verschiedene Blutwerte dem Internisten wichtige Hinweise auf eventuell vorliegende Begleiterkrankungen. Mit Hilfe von UltraschallRöntgenComputertomografie oder der Elektrokardiografie kann er außerdem zwischen verschiedenen Ödem typen unterscheiden.

Mit Hilfe der Isotopen-Lymphografie und der Lymphografie mit wasserlöslichen Kontrastmitteln kann der Internist einen gestörten Lymphfluss direkt nachweisen. Dabei spritzt er eine Testsubstanz unter die Haut oder in ein Lymphgefäß. Die Testsubstanz verteilt sich im Lymphsystem und erscheint auf Röntgenbildern dunkel. Um zwischenprimären und sekundären Lymphödemen zu unterscheiden, eignen sich dagegen Ultraschall und die Computer- oder Magnetresonanztomografie.

 

 

Auswirkungen & Komplikationen

 

Ödeme können bei HerzschwächeNieren- und Lebererkrankungen, Allergien und verschiedenen anderen Erkrankungen auftreten. Alle diese Erkrankungen können selbst diverse Komplikationen haben oder lebensbedrohlich werden.

Patienten mit einem Lungenödem oder Allergie-bedingten Ödemen können daran ersticken, wenn sie nicht schnell behandelt werden. Lymphödeme bilden sich in der Regel nicht von alleine zurück. Ohne Behandlung besteht die Gefahr, dass der Körper Bindegewebe im Bereich des Ödems bildet und es sich dadurch verhärtet. Die Haut und das Gewebe darunter kann sich durch Bakterien entzünden (Wundrose, Erysipel). Ganz selten kann sich im Bereich eines Lymphödems ein bösartiger Tumor bilden (Lymphangiosarkom).

Behandlung eines Ödems

 

Ödeme können nur dann abheilen, wenn die eigentliche Ursache, nämlich die zu Grunde liegende Erkrankung behandelt wird:

  • Herzschwäche

  • Thrombose

  • Venenschwäche

  • Klappenschwäche der oberflächlichen Venen

  • Nierenschwäche

  • Nephrotisches Syndrom

  • Glomerulonephritis

  • Nesselsucht

  • Präeklampsie

Darüber hinaus behandelt der Internist schwere Ödeme mit einer salzarmen Ernährung in Kombination mit harntreibenden Medikamenten, den so genannten Diuretika. Wichtig ist, dass Wasser- und Mineralstoffhaushalt kontrolliert werden. Der Internist empfiehlt den Patienten oftmals, weniger zu trinken, damit weniger Flüssigkeit in das Körpergewebe gelangt.

 

Lymphödeme

Das vorrangige Ziel der Behandlung eines Lymphödems ist, den Abtransport der Lymphflüssigkeit aus den Lymphgefäßen zu verbessern. Es wird zunächst mit einer so genannten Entstauungstherapie behandelt. Hierzu gehören eine manuelle Lymphdrainage, eine Bewegungstherapie und eine Kompressionstherapie. Zusätzlich sollte die Haut sorgfältig gepflegt werden. Daneben muss natürlich die auslösende Grunderkrankung behandelt werden. Nach der Entstauung verschreibt der Arzt eine Kompressionsbehandlung mit Binden und Strümpfen, damit sich das Ödem nicht erneut bildet.

Bei einer Pilzinfektion oder einer Entzündung der Lymphgefäße verschreibt der Arzt Medikamente gegen Pilze (Antimykotika) oder gegen Bakterien (Antibiotika). Hat die konservative Therapie keinen Erfolg, kann der Chirurg einen neuen Lymph-Abfluss konstruieren oder Lymphgefäße transplantieren.

Übergewicht, Langzeitblutdruckmessung, Akupunktur, Blutentnahmen oder Injektionen in der vom Lymphödem betroffenen Extremität wirken sich negativ auf Lymphödeme aus. Darüber hinaus sollten die Betroffenen keine enge Kleidung tragen und Sonnenbestrahlung, Wärme und Kälte meiden.

Diuretika werden bei Patienten mit Lymphödemen vermieden, denn sie entziehen dem Körper Wasser. Dadurch erhöht sich die Konzentration an Eiweißen im Lymphödem, das ohnehin schon sehr eiweißhaltig ist. Als Ausgleich tritt noch mehr Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in das Lymphödem.

Prognose & Verlauf

 

Der Verlauf und die Heilungschancen von Ödemen hängen eng vom Behandlungserfolg der Grunderkrankung ab. Kann diese nicht vollständig geheilt werden, bleibt das Ödem bestehen. Wichtig ist, dass die Patienten ihre Therapie konsequent einhalten und sich regelmäßig von ihrem Internisten untersuchen lassen.

Lymphödeme bleiben meist ein Leben lang bestehen. LymphdrainagenKompressionsstrümpfe und Bandagen können die Beschwerden der Patienten aber erheblich lindern.

Lungenfibrose

Von Pascale Huber

© Markus Schnatmann - Fotolia

Eine Lungenfibrose entsteht, wenn der Bindegewebsanteil in der Lunge krankhaft zunimmt. Die Lungenfibrose zählt zu einer großen Gruppe von Krankheiten, die unter dem Begriff der interstitiellen Lungenerkrankungen zusammengefasst werden. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen, die eine Lungenfibrose hervorrufen können. Erfahren Sie hier mehr darüber.

Lungenfibrose: Beschreibung

Eine Lungenfibrose kann als Folge von verschiedenen Lungenerkrankungen entstehen. Diese haben teilweise völlig unterschiedliche Ursachen, führen jedoch in der Lunge letztlich zu ähnlichen strukturellen Veränderungen. Die Lunge besteht zum einen aus luftführenden Anteilen, zum anderen aus einem bindegewebigen Stützgerüst. Zu den luftführenden Bereichen zählen etwa die Bronchien, die sich weiter in die kleineren Bronchiolen verzweigen und schließlich in der kleinsten funktionellen Einheit der Lunge – den Lungenbläschen (Alveolen) – münden. Die Alveolen sind von einem feinen Gefäßnetz umgeben. Über dünne Membranen, die die Alveolen von innen auskleiden, findet der sogenannte Gasaustausch statt. Der Sauerstoff aus der Luft gelangt hier ins Blut, Kohlendioxid wird aus dem Blut in die Atemluft abgegeben.

Zwischen den luftführenden Bereichen befindet sich Bindegewebe, welches die Lunge stützt und ihr Elastizität verleiht. Das Lungenbindegewebe nennt man in der Fachsprache auch Interstitium. Krankheiten, die sich in diesem Bereich abspielen, bezeichnen Ärzte entsprechend als interstitielle Lungenerkrankungen. Vor allem chronische Entzündungen können dazu führen, dass das Lungenbindegewebe stark zunimmt. Dadurch verdickt sich unter anderem auch die Wand der Alveolen und der Abstand zwischen der Atemluft und den umgebenden Blutgefäßen wird größer. Als Folge wird das Blut nicht mehr gut mit Sauerstoff angereichert. Die Ursachen für eine interstitielle Lungenerkrankung sind sehr vielfältig, in etwa der Hälfte der Fälle ist der genaue Grund für die Lungenfibrose nicht bekannt.

Lungenfibrose: Ursachen

Grundsätzlich unterteilen Ärzte die Lungenfibrose in zwei Kategorien: Interstitielle Lungenerkrankungen bekannter Ursache und sogenannte idiopathische Lungenfibrosen, deren Auslöser nicht bekannt ist. Beide Formen halten sich, bezogen auf ihre Häufigkeit, etwa die Waage.

Folgende Ursachen für eine Lungenfibrose sind bekannt:

  • Infektionen: z.B. durch Viren oder Parasiten

  • Einatmen schädigender Stoffe: Werden schädliche, anorganische Stäube wie Quarzstaub oder Asbest inhaliert, kann sich eine sogenannte Staublunge ausbilden. Oft handelt es sich bei dieser Form um Berufskrankheiten, z.B. bei Bergleuten. Auch bestimmte Gase oder Dämpfe, sowie Zigarettenrauch können das Lungengewebe nachhaltig schädigen.

  • Medikamente: Dazu zählen unter anderem bestimmte Medikamente für die Krebstherapie wie Bleomycin oder Busulfan, sowie der Wirkstoff Amiodaron gegen Herzrhythmusstörungen

  • Unkrautvernichtungsmittel: z.B. das Herbizid Paraquat

  • Ionisierende Strahlung: Eine Strahlentherapie zur Behandlung von Krebs kann – wenn sie im Bereich des Brustkorbs durchgeführt wird – das Lungengewebe schädigen.

  • Herzkrankheiten: Bei einer sogenannten Linksherzschwäche (Linksherzinsuffizienz) staut sich das Blut in der Lunge, auf Dauer entsteht dadurch ein Lungenschaden.

  • Schocklunge: Der Zustand kann durch verschiedenste schädigende Faktoren auftreten und ist Folge einer längeren Minderdurchblutung des Lungengewebes.

  • Chronisches Nierenversagen: Durch eine gestörte Wasserausscheidung kann sich Flüssigkeit in der Lunge stauen und sie dadurch schädigen.

  • Bestimmte Krankheiten: Dazu zählen Erkrankungen des Bindegewebes, wie die Sarkoidose oder Kollagenosen, sowie die Rheumatoide Arthritis, verschiedene Gefäß- und Speicherkrankheiten.

Von den interstitiellen Lungenerkrankungen unklarer Ursache ist die interstitielle pulmonale Fibrose die häufigste Form. Zudem sind weitere Varianten bekannt, sie unterscheiden sich bezüglich ihres Verlaufs und ihrer Ausprägung teilweise erheblich voneinander.

Lungenfibrose: Symptome

Die Beschwerden bei einer Lungenfibrose sind anfangs oft wenig spezifisch. Mit der Zeit nehmen die Symptome an Schwere zu und werden deutlicher. Oft bemerken Betroffene, dass ihre körperliche Belastbarkeit abnimmt. Alltagstätigkeiten, die sie früher mühelos bewältigen konnten, bringen sie schneller außer Atem. Im Zuge der Erkrankung besteht die Kurzatmigkeit schließlich auch ohne jegliche Anstrengung. Da sich im Rahmen der Erkrankung immer mehr Bindegewebe in der Lunge bildet, verdickt sich auch die Membran zwischen Lungenbläschen und Blutgefäßen. Der Sauerstoff aus der Luft muss also eine dickere Schicht überwinden, um ins Blut zu gelangen. Als Folge sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut. Der Körper versucht diesen Zustand auszugleichen, indem er die Anzahl der Atemzüge pro Minute erhöht. Oft weist auch ein länger bestehender trockener Reizhusten, auf eine Erkrankung der Lunge hin.

Im fortgeschrittenen Stadium der Lungenfibrose färbt sich die Haut bei manchen Betroffenen infolge des Sauerstoffmangels bläulich (Zyanose). Eine langanhaltende Sauerstoff-Unterversorgung kann zudem Veränderungen an den Fingern führen. Die Knochendicke an den Fingerendgliedern nimmt zu, die Fingerspitzen sehen dadurch rund und aufgetrieben aus. Ärzte bezeichnen sie aufgrund ihres Aussehens auch als Trommelschlegelfinger. Häufig sind gleichzeitig die Fingernägel auffällig vorgewölbt (Glasuhrnägel). Diese Symptome kommen allerdings nicht ausschließlich bei einer Lungenfibrose vor, sie können auch Ausdruck anderer Lungen- oder Herzkrankheiten sein.

Lungenfibrose: Untersuchungen und Diagnose

Meist geben Beschwerden wie Atemnot und Reizhusten Anlass für einen Arztbesuch. Solche Symptome treten jedoch nicht nur bei einer Lungenfibrose auf, sondern können auch durch zahlreiche andere Erkrankungen hervorgerufen werden. Um diese voneinander abzugrenzen, führt der Arzt mit dem Patienten  zunächst ein ausführliches Gespräch (Anamnese). Dabei erkundigt er sich zum Beispiel danach, wie lange die Beschwerden schon bestehen und ob es bekannte Begleiterkrankungen gibt. Auch Angaben über das berufliche Umfeld – etwa ob der Betroffene regelmäßig schädlichen Gasen oder Stäuben ausgesetzt ist – liefern dem Arzt wichtige Hinweise für die Diagnose der Lungenfibrose. Bei der körperlichen Untersuchung horcht der Arzt den Brustkorb des Patienten mit einem Stethoskop ab. Ein Knisterrasseln oder quietschende Geräusche – so, als ob Korken aneinander reiben – sind typische Anzeichen einer Lungenfibrose.

Eine Lungenfunktionsprüfung zeigt, wie stark die Atemfunktion beeinträchtigt ist. Dabei misst der Arzt beispielsweise das Lungenvolumen und prüft, wie viel Luft der Patient maximal ein- oder ausatmen kann. Die Prüfung der Lungenfunktion ist relativ einfach: in der Regel muss der Patient dazu über ein Mundstück in ein Gerät ein- und ausatmen. Zusätzlich erfolgen die Messungen auch auf bestimmte Kommandos hin (z.B. plötzliches starkes Ausatmen, solange der Atem reicht). Eine wichtige Aussage liefert auch die Bestimmung der sogenannten Diffusionskapazität (DCO). Dabei misst man das Vermögen der Lunge den Sauerstoff aus der Luft ins Blut zu befördern.

Um die Diagnose weiter einzugrenzen, folgen in der Regel auch bildgebende Untersuchungen, wie eine Computertomografie des Brustkorbs. Erhärtet sich der Verdacht auf eine Lungenfibrose, erfolgt schließlich eine Spiegelung der Lunge (Bronchoskopie). Im Rahmen dieser Untersuchung kann der Arzt auch über eine Spülung der Bronchien (Bronchial-Lavage) Zellen gewinnen, beziehungsweise eine Gewebeprobe (Biopsie) entnehmen. Die Proben werden anschließend unter dem Mikroskop feingeweblich (histopathologisch) untersucht.

Da die Diagnose der genauen Form der Lungenfibrose sowie die ihrer mögliche Grunderkrankung sehr komplex ist, arbeiten meistens Ärzte verschiedener Fachrichtungen Hand in Hand.

Lungenfibrose: Therapie

 

Die Behandlung der Lungenfibrose hat zum Ziel, den Krankheitsverlauf zu stoppen oder zumindest eine weitere Zunahme von Bindegewebe (Fibrosierung) soweit es geht zu verlangsamen. Ist eine auslösende Grunderkrankung (z.B. Rheumatoide Arthritis) bekannt,

 Lungenfibrose: Symptome

Die Beschwerden bei einer Lungenfibrose sind anfangs oft wenig spezifisch. Mit der Zeit nehmen die Symptome an Schwere zu und werden deutlicher. Oft bemerken Betroffene, dass ihre körperliche Belastbarkeit abnimmt. Alltagstätigkeiten, die sie früher mühelos bewältigen konnten, bringen sie schneller außer Atem. Im Zuge der Erkrankung besteht die Kurzatmigkeit schließlich auch ohne jegliche Anstrengung. Da sich im Rahmen der Erkrankung immer mehr Bindegewebe in der Lunge bildet, verdickt sich auch die Membran zwischen Lungenbläschen und Blutgefäßen. Der Sauerstoff aus der Luft muss also eine dickere Schicht überwinden, um ins Blut zu gelangen. Als Folge sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut. Der Körper versucht diesen Zustand auszugleichen, indem er die Anzahl der Atemzüge pro Minute erhöht. Oft weist auch ein länger bestehender trockener Reizhusten, auf eine Erkrankung der Lunge hin.

Im fortgeschrittenen Stadium der Lungenfibrose färbt sich die Haut bei manchen Betroffenen infolge des Sauerstoffmangels bläulich (Zyanose). Eine langanhaltende Sauerstoff-Unterversorgung kann zudem Veränderungen an den Fingern führen. Die Knochendicke an den Fingerendgliedern nimmt zu, die Fingerspitzen sehen dadurch rund und aufgetrieben aus. Ärzte bezeichnen sie aufgrund ihres Aussehens auch als Trommelschlegelfinger. Häufig sind gleichzeitig die Fingernägel auffällig vorgewölbt (Glasuhrnägel). Diese Symptome kommen allerdings nicht ausschließlich bei einer Lungenfibrose vor, sie können auch Ausdruck anderer Lungen- oder Herzkrankheiten sein.

Lungenfibrose: Untersuchungen und Diagnose

Meist geben Beschwerden wie Atemnot und Reizhusten Anlass für einen Arztbesuch. Solche Symptome treten jedoch nicht nur bei einer Lungenfibrose auf, sondern können auch durch zahlreiche andere Erkrankungen hervorgerufen werden. Um diese voneinander abzugrenzen, führt der Arzt mit dem Patienten  zunächst ein ausführliches Gespräch (Anamnese). Dabei erkundigt er sich zum Beispiel danach, wie lange die Beschwerden schon bestehen und ob es bekannte Begleiterkrankungen gibt. Auch Angaben über das berufliche Umfeld – etwa ob der Betroffene regelmäßig schädlichen Gasen oder Stäuben ausgesetzt ist – liefern dem Arzt wichtige Hinweise für die Diagnose der Lungenfibrose. Bei der körperlichen Untersuchung horcht der Arzt den Brustkorb des Patienten mit einem Stethoskop ab. Ein Knisterrasseln oder quietschende Geräusche – so, als ob Korken aneinander reiben – sind typische Anzeichen einer Lungenfibrose.

Eine Lungenfunktionsprüfung zeigt, wie stark die Atemfunktion beeinträchtigt ist. Dabei misst der Arzt beispielsweise das Lungenvolumen und prüft, wie viel Luft der Patient maximal ein- oder ausatmen kann. Die Prüfung der Lungenfunktion ist relativ einfach: in der Regel muss der Patient dazu über ein Mundstück in ein Gerät ein- und ausatmen. Zusätzlich erfolgen die Messungen auch auf bestimmte Kommandos hin (z.B. plötzliches starkes Ausatmen, solange der Atem reicht). Eine wichtige Aussage liefert auch die Bestimmung der sogenannten Diffusionskapazität (DCO). Dabei misst man das Vermögen der Lunge den Sauerstoff aus der Luft ins Blut zu befördern.

Um die Diagnose weiter einzugrenzen, folgen in der Regel auch bildgebende Untersuchungen, wie eine Computertomografie des Brustkorbs. Erhärtet sich der Verdacht auf eine Lungenfibrose, erfolgt schließlich eine Spiegelung der Lunge (Bronchoskopie). Im Rahmen dieser Untersuchung kann der Arzt auch über eine Spülung der Bronchien (Bronchial-Lavage) Zellen gewinnen, beziehungsweise eine Gewebeprobe (Biopsie) entnehmen. Die Proben werden anschließend unter dem Mikroskop feingeweblich (histopathologisch) untersucht.

Da die Diagnose der genauen Form der Lungenfibrose sowie die ihrer mögliche Grunderkrankung sehr komplex ist, arbeiten meistens Ärzte verschiedener Fachrichtungen Hand in Hand.

Lungenfibrose: Therapie

Die Behandlung der Lungenfibrose hat zum Ziel, den Krankheitsverlauf zu stoppen oder zumindest eine weitere Zunahme von Bindegewebe (Fibrosierung) soweit es geht zu verlangsamen. Ist eine auslösende Grunderkrankung (z.B. Rheumatoide Arthritis) bekannt, muss diese entsprechend behandelt werden. Andere Ursachen, wie schädliche Stoffe in der Atemluft oder Rauchen, gilt es weitestgehend zu vermeiden. Unter Umständen ist hierzu auch ein Berufswechsel erforderlich.

Oft beteiligen sich eine überschießende Reaktion des Immunsystems und Entzündungsprozesse im Lungengewebe am Krankheitsgeschehen. Daher setzen Ärzte zur Therapie der Lungenfibrose häufig Medikamente ein, die anti-entzündlich wirken und das Abwehrsystem drosseln (Immunsuppressiva). Zu den bekanntesten Vertretern aus dieser Gruppe gehört zum Beispiel Kortison. Der Patient kann den Wirkstoff entweder direkt inhalieren oder erhält ihn in Form von Tabletten oder Spritzen. Ein neueres Mittel mit dem Wirkstoff Pirfendion hemmt die Fibrosierung und wirkt ebenfalls Entzündungen entgegen. Fällt der Sauerstoffspiegel im Blut unter ein gewisses Niveau, erhalten Betroffene zusätzlich Sauerstoff über eine Sonde - am besten über viele Stunden am Tag. Greifen die Behandlungsmaßnahmen nicht und ist die Lungenfibrose bereits sehr weit fortgeschritten, besteht die letzte Behandlungsoption in einer Lungentransplantation.

Lungenfibrose: Lebenserwartung, Krankheitsverlauf und Prognose

Krankheitsverlauf und Prognose der Lungenfibrose hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab und lassen sich nicht allgemein vorhersagen. Der bindegewebige Umbau des Lungengewebes kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. In wie weit sich der Krankheitsverlauf durch eine Behandlung bremsen lässt, ist bei den einzelnen Formen der Lungenfibrose verschieden. Vor allem die idiopathische Lungenfibrose kann aggressiv verlaufen und lässt sich durch Medikamente oft kaum beeinflussen. Die Lebenserwartung ist dann in vielen Fällen deutlich verkürzt, eine Lungentransplantation wirkt hier unter Umständen lebensverlängernd.

Formen der Lungenfibrose, die durch äußere schädliche Stoffe entstanden sind - etwa durch Stäube oder Rauchen - bessern sich in vielen Fällen gut, wenn der Auslöser vermieden wird. Diese Formen sprechen in aller Regel auch auf entzündungshemmende Medikamente an.

Lungenfibrose: Vorbeugen

Einer Lungenfibrose können viele verschiedene Ursachen zugrundeliegen, es gibt daher keine spezielle Maßnahme, durch die man der Erkrankung vorbeugen kann. Um das Risiko für Lungenerkrankungen wie einer Lungenfibrose zu senken, ist es jedoch ratsam nicht zu Rauchen sowie andere Schadstoffe in der Atemluft zu vermeiden. Dazu gehört beispielsweise ein entsprechender Arbeitsschutz (wie Atemfilter) bei Personen, die beruflich oft schadstoff- oder staubbelasteter Luft ausgesetzt sind. Bei der idiopathischen Lungenfibrose ist dagegen keine Vorbeugung möglich.

 

Herzinfarkt

Von Pascale Huber

© Gina Sanders/Fotolia

Ein Herzinfarkt (Myokardinfarkt) entsteht, wenn sich ein Blutgefäß des Herzens (Herzkranzgefäß oder Koronargefäß) verschließt. Der Herzmuskel wird dann nicht mehr mit Sauerstoff versorgt und kann seine Arbeit nicht mehr verrichten. Wird die Durchblutung nicht innerhalb kürzester Zeit wiederhergestellt, stirbt das betroffene Muskelgewebe ab. Je nach Größe und Ort des Infarkts können die Symptome beim Herzinfarkt stark variieren. Hier lesen Sie alles Wichtige zum Herzinfarkt.

Herzinfarkt: Beschreibung

Die Ursache eines Herzinfarkts (Myokardinfarkt) ist ein Blutgerinnsel (Thrombus), das ein Herzkranzgefäß verstopft. Oftmals ist die betreffende Arterie zuvor bereits verengt. Der Verschluss führt binnen kurzer Zeit dazu, dass der Herzmuskel (Myokard) nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Gelingt es nicht, das verschlossene Gefäß innerhalb sehr kurzer Zeit wieder zu öffnen, droht der von diesem Gefäß versorgte Herzmuskelteil abzusterben. Bei einem Herzinfarkt handelt es sich daher immer um einen Notfall!

Herzinfarkte kommen in den Industrieländern sehr häufig vor. In Deutschland erleiden nach Statistiken des Robert-Koch-Instituts jährlich rund 280.000 Menschen einen Myokardinfarkt. Die Hauptursache von Herzinfarkt ist die Koronare Herzerkrankung (KHK). Sie wird durch verschiedene Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel und Rauchen begünstigt.

Video-Playlist: Herzinfarkt

Wie entsteht ein Herzinfarkt?

Was genau beim Herzinfarkt in den Blutgefäßen passiert und wieso dann jede Minute zählt.

 

Herzinfarkt - Warnzeichen

Herzinfarkt: Ursachen

Alles Wichtige zu Auslösern und Entstehung des Herzinfarkts lesen Sie im Beitrag Herzinfarkt - Ursachen.

Herzinfarkt: Symptome

Lesen Sie im Beitrag Herzinfarkt - Symptome, woran Sie einen Myokardinfarkt erkennen können.

Herzinfarkt: Untersuchungen und Diagnose

Der dringende Verdacht auf einen Herzinfarkt ergibt sich aus den Beschwerden des Patienten. Um die Diagnose abzusichern und andere Erkrankungen auszuschließen, die ebenfalls zu Brustschmerzen – ähnlich einer Herzattacke – führen, erfolgen zunächst folgende Untersuchungen:

  • EKG

Das Elektrokardiogramm (EKG) ist das wichtigste Untersuchungsverfahren beim Verdacht auf einen Herzinfarkt. Hier zeigen sich typische Veränderungen, die auch auf die Größe und den Ort des Infarkts hinweisen. Aus dem EKG kann der Arzt ablesen, wie sich die elektrische Erregung im Herzmuskel ausbreitet und zum Beispiel auch, ob der Herzschlag regelmäßig ist. So lassen sich im EKG Herzrhythmusstörungen erkennen. Diese sind mit 95 Prozent der Fälle die häufigsten Komplikationen eines frischen Infarkts. Zudem kann ein akuter Myokardinfarkt mittels EKG von einem länger zurückliegenden Herzinfarkt unterschieden werden. Da nicht jeder Myokardinfarkt Symptome verursacht (sogenannter stummer Herzinfarkt, manchmal auch stiller Herzinfarkt), ist das EKG für die Diagnose besonders wichtig. Insbesondere ein Herzinfarkt bei Frauen kann mit untypischen Symptomen einhergehen. Manchmal zeigen sich die EKG-Veränderungen nicht unmittelbar nach dem Eintreten eines Herzinfarkts, sondern werden erst einige Stunden später sichtbar. Deshalb empfiehlt es sich, beim Verdacht auf Myokardinfarkt mehrere EKG-Untersuchungen mit einigen Stunden Abstand durchzuführen.

  • Blutuntersuchung

Die bei einem Herzinfarkt absterbenden Herzmuskelzellen setzen bestimmte Eiweiße, sogenannte Enzyme frei. Bei einem Herzinfarkt ist deren Konzentration im Blut erhöht. Zu diesen Markern gehören das Troponin T, Troponin I, Myoglobin sowie die Creatinkinase (CK-MB). Allerdings steigt die Konzentration der Enzyme im Blut frühestens etwa drei Stunden nach dem Herzinfarkt an.

  • Herz-Ultraschall/Echokardiografie

Zeigt das EKG keine typischen Veränderungen, obwohl die Beschwerden auf einen Herzinfarkt hindeuten, hilft unter Umständen ein Herz-Ultraschall (Echokardiografie) weiter. Der Arzt kann hier Wandbewegungsstörungen des Herzmuskels nachweisen. Ist die Durchblutung durch den Infarkt unterbrochen, bewegt sich der betreffende Herzabschnitt nicht mehr normal.

  • Herzkatheter

Durch eine Herzkatheter Untersuchung lässt sich aufdecken, welches Herzkranzgefäß verschlossen ist und ob weitere Gefäße verengt sind. Auch die Funktionen von Herzmuskel und Herzklappen lassen sich so beurteilen. Im Rahmen der Untersuchung führt der Arzt einen schmalen, flexiblen Kunststoffschlauch in die Beinarterie (A. femoralis) ein und schiebt diesen bis zum Herzen vor. Meist erfolgt im Rahmen der Herzkatheter-Untersuchung eine Koronarangiografie. Über den Katheter wird ein Kontrastmittel gespritzt, sodass sich die Herzkranzgefäße im Röntgenbild darstellen lassen. Mithilfe der Herzkatheter Untersuchung lässt sich bei einem Herzinfarkt nicht nur das verschlossene Gefäß auffinden, es kann auch gleichzeitig im Rahmen des Eingriffs wiedereröffnet werden. Meist geschieht dies durch das Aufdehnen eines kleinen Ballons im betroffenen Gefäß (Ballondilatation, PTCA= Perkutane transluminale koronare Angiopathie). Oft setzt der Arzt in diesem Zusammenhang ein kleines Metallgerüst (Stent) in das jeweilige Herzkranzgefäß ein, um dieses offen zu halten.

Herzinfarkt: Behandlung und Prognose

Herzinfarkt-Patienten müssen auf einer Intensivstation behandelt und überwacht werden. Ziel der Herzinfarkt-Behandlung ist es, das verschlossene Herzkranzgefäß so schnell wie möglich wieder zu öffnen (Reperfusionstherapie). Je schneller die Durchblutung wiederhergestellt ist, desto weniger Herzmuskelgewebe stirbt ab ("time is muscle") und desto weniger akute und chronische Komplikationen treten auf.

Folgende Behandlungsverfahren haben sich für die Herzinfarkt-Therapie etabliert:

  • Lysetherapie (Thrombolysetherapie)

Bei der Lysetherapie wird das Blutgerinnsel (Thrombus), das den Herzinfarkt ausgelöst hat, medikamentös aufgelöst (Lyse). Dazu spritzt der Arzt in die Vene Medikamente, die entweder den Thrombus direkt abbauen oder körpereigene Abbauenzyme (Plasminogen) aktivieren, die ihrerseits das Blutgerinnsel auflösen. Die Chance, dass sich das Herzkranzgefäß wieder eröffnen lässt, ist kurz nach dem Herzinfarkt am größten. Bereits der Notarzt kann die Lyse beginnen, bevor der Patient ins Krankenhaus kommt. In mehr als der Hälfte der Fälle macht die Therapie das verstopfte Gefäß innerhalb von 90 Minuten wieder durchgängig.

Je länger der Herzinfarkt zurückliegt, umso weniger effektiv ist die Lysetherapie. Bis maximal zwölf Stunden nach einem Herzinfarkt kann die Lyse durchgeführt werden. Nach dieser Zeit wird das Blutgerinnsel nicht mehr richtig aufgelöst und die Nebenwirkungen überwiegen. Für die Lyse werden die Enzyme Streptokinase und Urokinase beziehungsweise die gentechnisch hergestellten Aktivatoren Alteplase, Reteplase oder Tenekteplase verwendet.

Die nach einem Herzinfarkt verabreichten Lyse-Medikamente hemmen die körpereigene Blutgerinnung stark, weil sie nicht nur am Herzen, sondern im gesamten Körper wirken. Als Komplikation können ernste Blutungen auftreten. Bislang unerkannte Blutungsquellen wie Magengeschwüre oder Gefäßmissbildungen im Gehirn (Aneurysmen) können aktiviert werden. Eine der schwersten Nebenwirkungen ist eine Hirnblutung, sie tritt in etwa einem Prozent der Fälle auf. Nach erfolgreicher Thrombolysetherapie kommt es häufig zu Herzrhythmusstörungen. Deshalb müssen die Patienten auch im Anschluss engmaschig überwacht werden.

  • Akut-PTCA (mit oder ohne Stent)

Häufig behandeln Ärzte einen Herzinfarkt durch eine Akut-PTCA. Bei der akuten PTCA (Perkutane transluminale koronare Angioplastie) wird sofort ein Herzkatheter eingeführt, um das verstopfte Gefäß mithilfe eines Ballons zu erweitern (akute PTCA). Oft wird zusätzlich eine Gefäßstütze bei einem Herzinfarkt (Stent) implantiert, damit das Gefäß offen bleibt. Dabei kommen auch Stents zum Einsatz, die mit einem gerinnungshemmenden Medikament beschichtet sind, um zu verhindern, dass sich an dieser Stelle erneut ein Blutpfropf bildet.

In einem Großteil der Fälle gelingt es auf diese Weise, das verstopfte Blutgefäß nach einem Herzinfarkt wiederzueröffnen. Allerdings ist die akute PTCA nicht für alle Patienten zeitnah verfügbar, denn nicht jede Klinik verfügt über Herzkatheter plätze. Ist bei einem Myokardinfarkt das nächste Krankenhaus nicht binnen 120 Minuten zu erreichen, führen die Ärzte zunächst meist eine Lysetherapie durch und streben dann eine möglichst baldige PTCA im Anschluss an. Einige Untersuchungen haben gezeigt, dass beim Herzinfarkt die akute PTCA der Lysetherapie überlegen ist.

  • Rescue-PTCA

Ist ein Herzinfarkt-Patient trotz frühzeitig begonnener Lyse nicht schmerzfrei oder verschlechtert sich sein Zustand, wird im Notfall ein Herzkatheter in Erwägung gezogen, um das Gefäß zu eröffnen (Rescue-PTCA).

In manchen Fällen sind die Herzkranzgefäße so stark verändert, dass eine Bypass-Operation zur Behandlung des Herzinfarkts unumgänglich ist. Hier überbrückt der Arzt die Engstelle des Gefäßes mittels eines Gefäßersatzes aus der Brustwandarterie oder einer Vene, die von einer anderen Körperstelle entnommen wurde.

Medikamente zur Therapie des Herzinfarkts

Zur Basistherapie des akuten Herzinfarkts zählen:

  • Acetylsalicylsäure (ASS): ASS ist ein Wirkstoff, der die Anlagerung von Blutplättchen und eine Vergrößerung des Blutgerinnsels verhindert. Die Herzinfarktgröße wird so begrenzt. Beim Verdacht auf einen Myokardinfarkt spritzt bereits der Notarzt Acetylsalicylsäure, weil eine frühzeitige Behandlung die Prognose verbessert.

  • Heparin: Wirkstoff, der ins Blutgerinnungssystem eingreift und verhindert, dass sich der Thrombus vergrößert. Bereits der Notarzt kann die Therapie beginnen.

  • Betablocker: Sie senken den Blutdruck, verlangsamen den Herzschlag und entlasten das Herz. Die frühzeitige Gabe reduziert die Größe des Herzinfarkts und schützt vor lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern). Der Notarzt kann Betablocker verabreichen.

  • ACE-Hemmer: Diese Medikamente erweitern die Blutgefäße, senken den Blutdruck und entlasten das Herz. ACE-Hemmer senken das Sterblichkeitsrisiko bei Herzinfarkt-Patienten.


Was tun bei Herzinfarkt?

Besteht der Verdacht auf einen Myokardinfarkt, muss so schnell wie möglich der Notarzt gerufen werden! Dies gilt auch dann, wenn die Beschwerden untypisch sind. Für eine erfolgreiche Therapie und eine günstige Prognose bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute.

Erste Hilfe bei Herzinfarkt

In der Regel leistet der Notarzt bei einem Herzinfarkt Erste Hilfe. Wichtig ist dabei unter anderem, dem Betroffenen Angst und Schmerzen zu nehmen (z.B. mit den Wirkstoffen Diazepam und Morphin) und ihn per Nasensonde mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Nitrate, die der Notarzt meist in Form eines Sprays verabreicht, erweitern die Blutgefäße und senken den Sauerstoffbedarf des Herzens. Zudem reduzieren sie die Schmerzen. Die Herzinfarkt-Prognose verbessern Nitrate allerdings nicht.

Was ist nach einem Herzinfarkt wichtig?

Entscheidend für die Betroffenen ist auch die Nachbehandlung bei einem Herzinfarkt. Schon in den ersten Tagen nach dem Myokardinfarkt beginnen die Patienten mit Krankengymnastik und Atemübungen. Körperliche Aktivität bringt den Kreislauf wieder in Schwung und beugt weiteren Gefäßverschlüssen vor.

Einige Wochen nach einem Herzinfarkt können die Patienten mit einem Herz-Kreislauf-Training beginnen. Dies ist aber kein Leistungssport! Empfehlenswerte Sportarten sind Wandern, leichtes Jogging, Radfahren und Schwimmen. Ein individuelles Trainingsprogramm sollten Betroffene gemeinsam mit ihrem Arzt erarbeiten oder sich sogenannten Herzsportgruppen anschließen.

Es ist ratsam, Risikofaktoren für einen erneuten Herzinfarkt wie Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Übergewicht oder Diabetes mellitus regelmäßig kontrollieren und ausreichend behandeln zu lassen. Ein wichtiger Aspekt ist auch, das Rauchen aufzugeben und die halbjährlich bis jährlichen Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen.

Folgen des Herzinfarkts

Was der Herzinfarkt für das Leben der Betroffenen bedeutet, lesen Sie im Beitrag Herzinfarkt – Folgen.

Herzinfarkt: Vorbeugen

Sie können einem Herzinfarkt vorbeugen, indem Sie die Risikofaktoren für Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) so weit wie möglich reduzieren. Die Koronare Herzerkrankung (KHK), die aus der Arteriosklerose entsteht, ist die häufigste Ursache für einen Myokardinfarkt. Zu den Herzinfarkt-Risikofaktoren zählen unter anderem Rauchen, Übergewicht und Bluthochdruck. Achten Sie daher auf einen herzgesunden Lebensstil:

  • Versuchen Sie, das Rauchen aufzugeben – am besten ist natürlich, Sie fangen gar nicht erst damit an!

  • Achten Sie auf eine gesunde Ernährung. Dazu gehören viel frisches Obst und Gemüse und wenig Fett.

  • Verzichten Sie auf zu viele tierische Fette. Verwenden Sie stattdessen hochwertige Pflanzenöle. Als herzgesund gilt beispielsweise die mediterrane Küche mit Olivenöl.

  • Falls Sie übergewichtig sind, versuchen Sie abzunehmen. Schon einige Pfunde weniger wirken sich positiv auf Ihre Gesundheit aus.

  • Bauen Sie Bewegung in Ihren Alltag ein – bereits ein täglicher halbstündiger Spaziergang ist besser als gar kein Sport.

  • Achten Sie auf die optimale Behandlung eines Diabetes mellitus, hohen Blutdrucks oder erhöhter Cholesterinwerte.

  • Nehmen Sie vom Arzt verordnete Medikamente regelmäßig und zuverlässig ein, auch wenn es Ihnen gerade gut geht.

  • Versuchen Sie, dauerhaften Stress zu vermeiden. Auch damit senken Sie das Risiko für einen Herzinfarkt.

 

Hyperventilation

Von Marian Grosser

© Robert Kneschke/Fotolia

Eine Hyperventilation, also die übermäßig schnelle und tiefe Atmung,  haben wohl viele Menschen schon einmal gesehen und manche sogar selbst erlebt. Im Film ist die Hyperventilation ein beliebtes Mittel, um Menschen unter starkem psychischem Stress zu zeigen: Die Betroffenen beginnen plötzlich schneller und tiefer zu atmen, werden kreidebleich, und schließlich eilt jemand mit einer Plastiktüte heran, in die der Geplagte aus- und einatmen soll.

Tatsächlich kann es unter großer psychischer Anspannung zur akuten Hyperventilation kommen, das Symptom kann aber auch chronisch auftreten. Und nicht immer ist die Psyche schuld. Lesen Sie alles Wichtige über die „Hyperventilation“ und warum die Plastiktüte in vielen Fällen durchaus ihre Berechtigung hat.

Hyperventilation: Beschreibung

Die Hyperventilation beschreibt eine übermäßige („hyper“) Belüftung („ventilation“) der Lunge. Das hört sich zunächst seltsam an, kann aber durchaus vorkommen, wenn es zu einer beschleunigten und zugleich vertieften Atmung kommt. In der Folge nimmt der sogenannte Partialdruck des Kohlenstoffdioxids (CO2) in der Lunge und im dort zirkulierenden Blut ab, was wiederum den pH-Wert des Blutes in den alkalischen (basischen) Bereich verschiebt. Mit der normalen Beschleunigung der Atmung bei körperlicher Anstrengung hat die Hyperventilation nichts zu tun.

Eigentlich sorgt ein abnehmender CO2-Partialdruck automatisch über einen unbewussten Reflex für eine Minderung der Atemtätigkeit, bei der Hyperventilation ist dieser Regelkreis jedoch durchbrochen. Das ganze noch mal etwas detaillierter:

Die Lunge ist für den lebensnotwendigen Gasaustausch des Blutes zuständig. Sie versorgt es mit frischem Sauerstoff und im Gegenzug wird das durch Zellatmung entstandene CO2 über die Lunge wieder abgeatmet. Beim Hyperventilieren wird die Atmung zwar schneller, zugleich die Atemzüge aber auch tiefer. Da das Blut bereits bei normaler Atmung zu fast 100 Prozent mit Sauerstoff gesättigt ist, bewirkt die Hyperventilation keine zusätzliche Sauerstoffversorgung des Körpers. Jedoch wird die Konzentration von CO2 im Blut mehr und mehr gesenkt, was weitreichende Konsequenzen hat.

Unter normalen Umständen löst sich das entstandene CO2 im Blut und liegt dort gebunden als Kohlensäure vor. Wie der Name schon vermuten lässt, hat diese wiederum einen säuernden Effekt auf den pH-Wert im Blut. Bei Abnahme des CO2- und damit des Kohlensäuregehalts kommt es folglich zu einer Alkalisierung des Blutes, der pH-Wert, der eigentlich bei etwa 7,4 liegen sollte, steigt also. Den dadurch erzeugten Zustand nennt man auch „respiratorische Alkalose“.

Die Hyperventilation und das Gehirn

Der menschliche Körper ist mit einer Reihe von Schutzfunktionen und Reflexmechanismen ausgestattet, die für gewöhnlich sehr sinnvoll sind und einen guten Dienst leisten. Unter bestimmten Umständen kann so ein Reflexmechanismus aber auch zum Nachteil werden. So ist das auch im Falle einer Hyperventilation bezüglich der Hirndurchblutung.

Wenn im Blut eine erhöhte CO2-Konzentration vorliegt, geht das normalerweise mit einem erniedrigten Sauerstoffgehalt einher. Spezielle Rezeptoren an der paarigen Halsschlagader und der Aorta (Hauptschlagader) sind in der Lage den CO2-Level im Blut zu messen und an das Gehirn zu melden, wo das Signal verarbeitet wird. Bei einer hohen Konzentration schließt es auf einen niedrigen O2-Gehalt und veranlasst deshalb die Weitung der Blutgefäße im Gehirn, damit dieses besser durchblutet wird und somit mehr Sauerstoff erhält. Auf diese Weise ist der Mechanismus also durchaus sinnvoll, weil somit eine ausreichende Sauerstoffversorgung des Denkorgans sichergestellt wird, selbst wenn weniger Sauerstoff im Blut gelöst ist.

Umgekehrt ergibt sich jedoch das Problem, dass die blutversorgenden Hinrgefäße enger gestellt werden, sobald der CO2-Gehalt im Blut sinkt, was ja bei der Hyperventilation der Fall ist. Das kann vor allem bei chronischem Hyperventilieren zu einer leichten Unterversorgung des Gehirns und damit zu Symptomen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit und auch Sehstörungen führen.

Tetanie durch Hyperventilation

Von einer Tetanie spricht man, wenn es zu einer neuromuskulären Übererregbarkeit durch einen Mangel an freiem Kalzium im Blut kommt. Bei den Betroffenen kann sich durch die Hyperventilation ein solcher (relativer) Kalziummangel entwickeln und somit zu andauernden Muskelkrämpfen aber auch Missempfindungen wie Taubheitsgefühlen oder Kribbeln auf der Haut führen. Doch was hat die Hyperventilation mit einem Kalziummangel zu tun?
Durch die beschriebene
Alkalisierung des Blutes geben manche Proteine im Blut Protonen (positiv geladene Ionen) ab. Die nun negativ geladenen Proteine können wiederum die zweifach positiven Kalzium-Ionen (Ca2+) „abfangen“, die frei im Blut umherschwimmen, und somit einen relativen Kalziummangel verursachen. Das bedeutet, dass zwar insgesamt der Kalziumgehalt im Körper nicht erniedrigt ist, aber die, für viele physiologische Aufgaben wichtigen, freien Kalzium-Ionen reduziert werden. In der Folge können Muskelkrämpfe auftreten,  die sich oftmals zuerst an der Hand („Pfötchen Stellung“) oder auch um den Mund („Karpfenmaul“) zeigen.

Psychische oder körperliche Ursachen

Eine Hyperventilation, die primär psychischen Ursprungs ist, muss von jenen unterschieden werden, die eine handfeste körperliche Ursache haben.

Im ersteren Fall tritt die Hyperventilation zwar mit all ihren Symptomen auf (wie den oben genannten Muskelkrämpfen und Missempfindungen und den Beschwerden des zentralen Nervensystems) Aber auch das Empfinden einer Luftnot, ein mögliches Engegefühl in der Brust und plötzlicher Reizhustenkönnen dazu gehören. Diese Erscheinungen haben aber keine körperliche Ursache sondern sind meist eine Reaktion der Psyche auf starke Affektzustände.

Dagegen spielt sich die somatogene (körperlich bedingte) Hyperventilation auf einer anderen Ebene ab – etwa, weil etwas im Gehirn nicht richtig funktioniert. Aber auch dramatische Veränderungen des Stoffwechsels können schuld sein.

Dabei gilt es, die echte Hyperventilation von einer beschleunigten Atmung zu unterscheiden, mit der der Körper versucht, eine Sauerstoffunterversorgung oder einen übergroßen Anfall von CO2 auszugleichen. Mehr dazu im Kapitel: „Hyperventilation: Ursachen und mögliche Erkrankungen“.

Hyperventilation: Ursachen und mögliche Erkrankungen

Prinzipiell kommen mehrere Ursachen für eine Hyperventilation in Betracht, in vielen Fällen spielt aber tatsächlich die Psyche den Betroffenen einen Streich.

  • So beginnen manche Menschen zum Beispiel zu hyperventilieren, wenn sie unter starker Anspannung stehen. Etwa wenn sie sehr nervös oder aufgeregt sind, wenn sie starke Gefühle wie Wut oder Angst haben, selbst Schmerzen und depressive Zustände können zur Hyperventilation führen. Ein Klassiker ist die Panikattacke.

  • Patienten die an diesem psychogenen Hyperventilation-Syndrom leiden, klagen häufig auch über andere Beschwerden aus dem psychosomatischen Bereich, wie Magen-Darm-Probleme, Herzklopfen und Schlaflosigkeit.

Physische Ursachen

Daneben können auch Störungen auf körperlicher Ebene eine Hyperventilation bedingen:

  • Durch eine Hirnentzündung (Enzephalitis) kann neben vielen anderen Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen, Lähmungen, Sehstörungen etc. auch das Atemzentrum aus dem Takt geraten und damit zur Hyperventilation führen.

  • Ähnlich verhält es sich mit manchen Hirntumoren.

  • Auch kann manchmal bei Patienten nach einem Schlaganfall eine Hyperventilation beobachtet werden.

  • Außerdem kann es im Rahmen eines Schädel-Hirn-Traumas zur Hyperventilation kommen.

Neben diesen direkt das Hirn betreffenden Auslösern sind gelegentlich auch gravierende Beeinträchtigungen des Stoffwechsels Ursache einer übermäßig verstärkten Atmung. Hierbei handelt es sich aber anders als bei der reinen Hyperventilation um den Versuch des Körpers, über eine Absenkung des Kohlendioxids eine anders bedingte Übersäuerung des Blutes zu verhindern – beispielsweise bei

  • Vergiftungen

  • schweren Infekten oder Blutvergiftung

  • extremen Durchfällen

  • schweren Stoffwechselentgleisungen wie bei entgleistem Diabetes oder dem metabolischen Syndrom

Eine weitere Art einer „nicht echte“ Hyperventilation, die jedoch ähnliche Symptome wie diese zeigen kann, ist die intensive Atmung als Reaktion auf eine generelle Unterversorgung des Gewebes mit Sauerstoff. Dies kann zum Beispiel als Folge einer Herzinsuffizienz oder in Verbindung mit einer Lungenembolie und anderen Lungenerkrankungen mit Gasaustauschstörung auftreten, aber auch in großen Höhen ohne ausreichende Zeit der Anpassung.

Hyperventilation: Wann müssen Sie zum Arzt?

Bei körperlichen Ursachen verläuft die Hyperventilation häufig chronisch und kann damit zu weiteren Symptomen führen, wie etwa dem Schlucken von Luft mit Blähungen, häufigem Harndrang, Herzbeschwerden und Krampfneigung durch absoluten Kalziummangel und starke Kopfschmerzen. Daher müssen die Ursachen der Hyperventilation gefunden und behandelt werden, weshalb hier in jedem Fall ein Arzt aufzusuchen ist.

Die psychogene Hyperventilation verläuft dagegen meist akut und die Symptome gehen schnell wieder zurück, sobald sich der Betroffene etwas beruhigt hat und sich die Atmung wieder normalisiert. Dennoch ist auch ein Arztbesuch angeraten, da eine Hyperventilation, vor allem bei gehäuftem Auftreten, stark beeinträchtigen kann und die genauen Auslöser abgeklärt werden sollten. Bei Bedarf kann auch ein Psychologe hinzugezogen werden.

Hyperventilation: Was macht der Arzt?

Anhand der Krankengeschichte kann sich der Arzt ein Bild machen, wie oft, in welcher Ausprägung und welchem Zusammenhang es zur Hyperventilation kommt, oder ob diese dauerhaft besteht. Bei Bedarf schließen sich dann weitere Untersuchungen an. Eine körperliche Untersuchung mit Abhören (Auskultation) der Lunge, eine Blutgasanalyse (ermöglicht zum Beispiel Aussagen über den pH-Wert und die Konzentration von O2 und CO2 sowie freies Kalzium im Blut).

Beim körperlich verursachten Hyperventilieren wird zunächst die eigentliche Ursache behandelt. Zudem müssen die Folgen der häufig bereits länger bestehenden Hyperventilation behutsam therapiert werden: Beim absoluten Kalziummangel muss das Elektrolyt beispielsweise vorsichtig künstlich ersetzt werden.

Im Falle der psychogenen Hyperventilation gilt es den Patienten zunächst zu beruhigen und ihm klar zu machen, dass die aktuelle Problematik keine dauerhaften körperlichen Folgen haben wird. Wenn sich die Atmung wieder normalisiert, verschwinden die Symptome rasch wieder.

Hyperventilation: Das können Sie selbst tun

Wer plötzlich beginnt zu hyperventilieren, der sollte konzentriert versuchen mit dem Zwerchfell zu atmen und nicht mit dem Brustkorb. Dabei kann helfen, sich eine Hand auf den Bauch zu legen und darauf zu konzentrieren, durch das Ein- und Ausatmen die Hand mit dem Bauch anzuschieben, beziehungsweise mit der Hand die Luft wieder „aus dem Bauch“ zu drücken. Menschen die häufiger in bestimmten Situationen hyperventilieren und dies wissen, können diese Atemübung bereits anwenden, bevor eine solche Situation ansteht, um eine Hyperventilation im Voraus zu vermeiden.

Wenn es dann aber doch schon dazu gekommen ist und womöglich sogar eine Tetanie mit Muskelkrämpfen oder einem Kribbelgefühl eingesetzt hat, bewährt sich eine einfache Plastik- oder Papiertüte. Wenn der Betroffene über einen gewissen Zeitraum in die Tüte aus- und aus dieser wieder einatmet, reichert sich Kohlenstoffdioxid an und der pH-Wert des Blutes kann sich allmählich normalisieren. in der ausgeatmeten Luft. Auch der Arzt macht im akuten Fall bei einem Patienten nichts anderes.

Wer häufig unter Stresssituationen leidet, sollte spezielle Entspannungsübungen oder auch sogenanntes autogenes Training erlernen. Mit diesen Techniken kann die Bewältigung akuter Stresssituationen besser gelingen. Unter der Anleitung eines Psychologen kann bei Bedarf auch eine psychosomatische Therapie angewendet werden. Es gibt also viele Möglichkeiten es gar nicht erst zur psychogenen Hyperventilation kommen zu lassen.

Eine COPD-Therapie 

kann sich als schwierig gestalten, da die meisten Betroffenen mit dem Rauchen nicht aufhören können oder wollen. Der Nikotinverzicht ist aber die wirksamste und kostengünstigste Maßnahme, um das stete Voranschreiten der COPD zu bremsen. Darüber hinaus können zum Beispiel auch Medikamente und Atemübungen bei COPD helfen. Erfahren Sie hier mehr über die COPD-Therapie.

Ziele der COPD-Therapie

Die COPD-Therapie ist eine Langzeittherapie. Sie richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Insgesamt umfasst die COPD-Therapie medikamentöse und nicht-medikamentöse Maßnahmen und hat folgende Ziele:

  • Steigerung der körperlichen Belastbarkeit

  • Linderung der Symptome und

  • Vorbeugung akuter Verschlechterungen (Exazerbationen)

  • Verbesserung des Gesundheitszustandes und der Lebensqualität des Betroffenen

  • Vermeidung von Komplikationen

 

COPD-Therapie: Rauchstopp

Die meisten COPD-Patienten sind Raucher. Wichtigster Baustein der COPD-Behandlung ist der Verzicht auf Nikotin. Etwa 85 Prozent der COPD-Patienten wollen zwar nach eigenen Angaben mit dem Rauchen aufhören, aber nur 30 Prozent haben einen ernsthaften Versuch unternommen.

Den Rauchstopp sollten Sie mit medikamentöser und psychosozialer Unterstützung angehen. Eine gute Methode, um sich zusätzlich zu motivieren, ist, sich die Auswirkungen der COPD in Zusammenhang mit dem Rauchen klar zu machen:

Laut einer wissenschaftlichen Studie stabilisiert sich bei COPD-Patienten durch den Rauchstopp die Lungenfunktion im Vergleich zu den weiterhin rauchenden Patienten. Im ersten Jahr nahm die Lungenfunktion bei den ehemaligen Rauchern sogar wieder zu. Husten und Auswurf besserten sich. Vor allem junge Raucher profitierten von dem Rauchstopp. Patienten, die aufgehört haben zu rauchen, wiesen auch eine niedrigere Sterblichkeitsrate auf.

Diese positiven Veränderungen ergeben sich aber nur bei völligem Verzicht auf Nikotin. Es reicht für eine effektive COPD-Therapie nicht aus, den Tabakkonsum lediglich einzuschränken.

COPD-Therapie: Impfungen und Schulungen

Impfungen und Schulungen sind weitere wichtige Bausteine der COPD-Therapie.

COPD-Therapie: Impfungen

Da Menschen mit einer COPD häufig an Infekten leiden, sind Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken empfehlenswert - unabhängig vom Schweregrad der Erkrankung. Eine Impfung senkt erwiesenermaßen die Sterblichkeit und sollte daher immer in Betracht gezogen werden.

COPD-Therapie: Schulungen

Im Rahmen der COPD-Therapie wird Patienten empfohlen, nach Möglichkeit an einer COPD-Schulung teilzunehmen. Dort erfahren sie alles über die Erkrankung, deren Selbstkontrolle sowie die korrekte Inhalationstechnik und das richtige Atmen, beispielsweise das Atmen mit gespitzten Lippen (Lippenbremse). In der COPD-Schulung lernen Patienten zudem, eine akute Verschlechterung (Exazerbation) rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Es ist sogar bewiesen, dass Patientenschulungen bei Menschen mit leichter und mittelgradiger COPD die Lebensqualität verbessern sowie die Zahl der Exazerbationen und damit die Krankenhausaufenthalte pro Jahr senken. Solche Schulungen sind also wichtige Elemente der COPD-Therapie und werden von vielen Krankenkassen angeboten.

COPD-Therapie: Medikamente

In der medikamentösen COPD-Therapie kommen verschiedene Wirkstoffgruppen und Behandlungsschemata zum Einsatz.

COPD-Therapie: Bronchodilatatoren

Bronchodilatatoren sind Bronchien erweiternde Medikamente, die sehr häufig in der COPD-Therapie eingesetzt werden. Sie verringern die Atemnot bei Belastung, reduzieren die Anzahl der Exazerbationen, helfen gegen die Entzündung und lassen die Schleimhaut abschwellen.

Mediziner unterscheiden kurz wirksame von lang wirksamen Bronchodilatatoren. Langwirksame Bronchodilatatoren sind in der COPD-Therapie den kurz wirksamen überlegen, effektiver und einfacher anzuwenden. Die lang wirksamen Bronchodilatatoren sind nur ein bis zwei Mal am Tag einzunehmen und daher gut für den regelmäßigen Bedarf.

Zu den Bronchodilatatoren zählen Anticholinergika, Beta-2-Sympathomimetika und Theophyllin.

COPD-Therapie: Anticholinergika

Das kurz wirksame Ipratropium ist das bekannteste Anticholinergikum. Es erweitert die Bronchien, vermindert die Schleimproduktion, verbessert die Atmung und damit die körperliche Leistungsfähigkeit. Die volle Wirkung tritt nach 20 bis 30 Minuten ein.

Die Wirkung des lang wirksamen Anticholinergikum Tiotropiumbromid hält 24 Stunden an. Der Wirkstoff wird deshalb nur einmal am Tag eingenommen. Er verringert die Überblähung der Lunge, die Atemnot, Exazerbationen und Krankenhausaufenthalte. Weitere lang wirkende Anticholinergika sind Aclidiniumbromid und Glycopyrroniumbromid.

COPD-Therapie: Beta-2-Sympathomimetika

Bei akuter Atemnot werden kurz wirksame Beta-2-Sympathomimetika eingesetzt. Sie wirken fast sofort. Die verwendeten Substanzen heißen Fenoterol, Salbutamol und Terbutalin.

Lang wirksame Beta-2-Sympathomimetika wie Salmeterol und Formoterol wirken etwa zwölf Stunden, Indacaterol sogar rund 24 Stunden. Die Wirkstoffe helfen gegen Atemnot sowohl tagsüber als auch nachts, verbessern die Lungenfunktion, reduzieren die Überblähung der Lunge sowie Exazerbationen und führen damit zu einer verbesserten Lebensqualität. Als Nebenwirkungen können Herzrhythmusstörungen auftreten.

COPD-Therapie: Theophyllin

Theophyllin ist ein Wirkstoff zur COPD-Behandlung, der langfristig die Bronchien erweitert. Er wird nur dann eingesetzt, wenn eine gängige Medikamentenkombination wie Anticholinergika und Beta-2-Sympathomimetika nicht ausreicht. Problematisch an der Einnahme ist, dass der Wirkstoffspiegel schwanken kann, was das Risiko für Nebenwirkungen stark erhöht. Ärzte müssen daher die Wirkstoffmenge im Blut (Blutspiegel) häufig kontrollieren. Wegen der genannten Risiken ist Theophyllin umstritten und eher ein Reservemedikament. Es sollte nur als dritte Wahl bei der COPD-Therapie eingesetzt werden.

COPD-Therapie: Kombinationen von Bronchodilatatoren

Falls keine ausreichende Wirkung mit einzelnen der genannten Wirkstoffe erzielt werden kann, können die inhalierbaren langsam wirksamen Bronchodilatatoren (wie Tiotropium) und Beta-2-Sympathomimetika kombiniert werden. Der Bronchien erweiternde Effekt wird dadurch verstärkt. Dies kann auch sinnvoll sein, wenn beispielsweise das Beta-2-Sympathomimetikum zu starke Nebenwirkungen wie Herzrasen und Zittern aufweist. Durch die Kombination mit einem Anticholinergikum kann seine Dosis verringert werden. Das senkt das Risiko für Nebenwirkungen.

COPD-Therapie: Kortison

Neben Bronchodilatatoren gehört auch Kortison zum Inhalieren zu den häufig verwendeten Wirkstoffen in der COPD-Therapie. In der Langzeittherapie verhindert es die Entzündungsneigung der Atemwege und kann so akute Verschlimmerungen (Exazerbationen) bei einer COPD verhindern. Gerade bei Patienten, die zusätzlich zur COPD unter Asthma leiden, wird Kortison eingesetzt.

Die Anwendung von inhalativem Kortison wird in Erwägung gezogen, wenn die Einsekundenkapazität weniger als 50 Prozent des Normalwerts beträgt und wenn bei Exazerbationen zusätzlich Steroide und/oder Antibiotika angewendet werden. Das Risiko für Nebenwirkungen ist bei dieser Form der Anwendung gering.

Kortison in Tablettenform wird nicht zur längerfristigen COPD-Therapie empfohlen.

COPD-Therapie: Mukolytica

Schleimlösende Medikamente (Expektorantien / Mukolytica) werden nicht allgemein zur COPD-Therapie empfohlen, sondern kommen nur bei massiver Verschleimung und akuten Infekten zum Einsatz. Hilfreich ist in diesem Fall auch regelmäßiges Inhalieren mit Salzlösungen. Bakterielle Infekte müssen meistens zusätzlich mit Antibiotika behandelt werden. Viel Trinken hilft bei dehydrierten Patienten. Bei der COPD-Therapie wird allerdings nicht empfohlen, übermäßig viel zu trinken, da es die Entgleisung eines chronischen Cor pulmonale begünstigen kann.

COPD-Therapie: Inhalationssysteme

Zur COPD-Therapie stehen verschiedene Inhalationssysteme zur Verfügung. Neben Dosieraerosolen und Pulverinhalatioren werden auch Vernebler verwendet. Ein Medikament zu inhalieren, hat den Vorteil, dass der Wirkstoff gut an die erkrankten Lungenabschnitte gelangen kann. In der Folge kann der Patienten leichter atmen, weil die Wirkstoffe die glatte Muskulatur in den Wänden der Bronchien entspannen und so den Muskeltonus in den Bronchien herabsetzen. Die Lunge ist dann weniger überbläht. Typische COPD-Symptome wie Atemnot, Husten und Auswurf werden somit gelindert.

COPD-Medikamente je nach Krankheitsstadium

Die Leitlinie der Deutschen Atemwegsliga empfiehlt bei der COPD-Therapie, eine stufenweise angepasste Behandlung, die sich nach dem Schweregrad der Symptome richtet. Von Stufe zu Stufe müssen zusätzlich mehr COPD-Medikamente angewendet werden, wobei viele der Präparate inhalier bar sind. So müssen Patienten der Stufe 3 beispielsweise auch die Medikamente der Stufen 1 und 2 anwenden.

Stufe I

Bei Bedarf reicht die COPD-Therapie mit rasch wirksamen Bronchodilatatoren wie Beta-2-Sympathomimetika und/oder Anticholinergika. Risikofaktoren wie Rauchen sollen vermieden werden. Wichtig sind eine Grippe- und Pneumokokken-Schutzimpfung.

Stufe II

Zusätzlich sollte mit einem oder mehreren lang wirksamen Bronchodilatatoren als dauerhafte COPD-Therapie behandelt werden. Zudem können Rehabilitationsmaßnahmen (siehe unten) den Krankheitsverlauf fördern.

Stufe III

Zusätzlich wird bei wiederkehrender akuter Verschlechterung der COPD inhalatives Kortison empfohlen.

Stufe IV

Zusätzlich sollte eine Langzeit-Sauerstoff-Therapie oder eine chirurgische Therapie zur Reduktion des Lungenvolumens erwogen werden.

COPD-Therapie: Exazerbationen

Je nach Schweregrad der Exazerbation und der Beeinträchtigung des Patienten erfolgt die COPD-Therapie ambulant oder stationär. In manchen Fällen reicht es, wenn die Medikamentendosis erhöht wird. Nehmen die Symptome wie Husten, Atemnot und Auswurf trotzdem zu, müssen Sie mit ihrem Arzt sprechen. Weitere Warnzeichen sindFieber und gelb-grüner Auswurf. Sie sind Hinweise auf eine Infektion, die mit Antibiotika zu behandeln ist. Tritt keine Besserung ein, ist eine stationäre COPD-Therapie notwendig.

Patienten mit einer schwergradigen Exazerbation (schwere Atemnot, FEV1 < 30 Prozent, rasche Verschlechterung, hohes Alter) müssen sich stationär in einer Klinik behandeln lassen.

COPD-Therapie: Rehabilitationsmaßnahmen

Betroffene mit COPD verspüren eine zunehmende Atemnot bei Belastung, was dazu führt, dass sie sich immer weniger bewegen. Die Muskeln bauen ab, die Belastungsfähigkeit wird geringer und die Betroffenen werden zunehmend inaktiver und letztendlich immobiler. Hinzu kommt, dass die körperliche Schonung die Lebensqualität verringert und soziale Kontakte gemieden werden. Dies kann zu einer Depression und in der Folge zu einer weiteren Verschlechterung der Atmung führen.

Ein gezieltes körperliches Training kann den Abbau von Muskulatur und Belastbarkeit verhindern. Für die COPD-Therapie gibt es verschiedene Rehabilitationsprogramme wie Lungensport oder Atem- und Physiotherapie.

COPD-Therapie: Körperliches Training

Körperliches Training steigert die Lebensqualität und die Belastbarkeit des Patienten. Zudem nimmt die Anzahl der Exazerbationen ab. Körperliches Training wie Ausdauer- und Kraftsport sollte daher fester Bestandteil einer langfristigen COPD-Therapie sein. Ein Trainingsprogramm von vier bis zehn Wochen mit drei bis fünf Übungseinheiten pro Woche haben positive Effekte gezeigt. In einer Lungensportgruppe können Sie beispielsweise gezielte Übungen erlernen, welche die Atemmuskulatur stärken und damit das Atmen erleichtern.

COPD-Therapie: Atem- und Physiotherapie

Bei der physiotherapeutischen Atemtherapie lernen Patienten mit COPD, die erschwerte Atmung in Ruhe und unter Belastung mit speziellen Atemtechniken sowie bestimmten Körperhaltungen zu erleichtern. Sie lernen, wie der Brustkorb beweglicher wird und festsitzender Schleim besser abgehustet werden kann. Das verbessert die Belüftung der Lunge. Gleichzeitig beugt eine optimale Atmung Infektionen der Atemwege vor, unter denen COPD-Patienten oft leiden. Auch die erschlaffte Bauchmuskulatur wird systematisch trainiert. Das richtige Atemverhalten ist wichtig, weil es das Angstgefühl bei Atemnot nimmt, das Selbstvertrauen hebt und die Leistungsfähigkeit steigert.

Bekannte atemerleichternde Körperstellungen sind der sogenannte Kutschersitz und die Lippenbremse.

Kutschersitz: Stützen Sie sich mit den Armen auf den Oberschenkeln oder auf einer Tischplatte ab, damit der ganze Brustkorb das Ausatmen unterstützen kann. Schließen Sie die Augen und atmen Sie ruhig und gleichmäßig. Der Kutschersitz reduziert erhöhte Atemwegswiderstände, unterstützt die Funktion der Atemhilfsmuskulatur und entlastet den Brustkorb vom Gewicht des Schultergürtels.

Lippenbremse: Atmen Sie so langsam wie möglich gegen den Druck Ihrer locker geschlossenen Lippen aus. Dabei blähen sich die Wangen etwas auf. Bei dieser Technik wird der Atemstrom abgebremst, und die Bronchien bleiben geöffnet. Die Lippenbremse erhöht den Druck in der Lunge und verhindert damit, dass die Atemwege bei der Ausatmung kollabieren.

COPD-Therapie: Sauerstoff-Langzeittherapie

Im fortgeschrittenen Stadium der COPD, wenn die Sauerstoffversorgung durch die geschädigte Lunge nicht mehr ausreicht und der Betroffene unter ständiger Atemnot leidet, ist eine Sauerstoff-Langzeittherapie sinnvoll. Der Patient erhält Sauerstoffflaschen, aus denen er über eine Nasensonde Sauerstoff inhaliert. Auf diese Weise stabilisiert sich die Sauerstoffkonzentration im Blut, und die Atemnot wird verringert. Bei Anwendung der Sauerstoff-Langzeittherapie über 16 bis 24 Stunden am Tag, verbessert sich bei Patienten mit chronischer Atemnot die Prognose.

COPD-Therapie: Ernährung und Gewicht

Wiegen Sie sich regelmäßig, um zu kontrollieren, ob Ihr Gewicht stabil bleibt. Viele COPD-Patienten verlieren nämlich ungewollt Gewicht. Dies kann Zeichen eines ungünstigen Krankheitsverlaufs sein. Manchmal ist dann eine gezielte Ernährungstherapie notwendig, um wieder einige Kilos zuzulegen. Ist die Atemnot Ursache dafür, dass sie zu wenig essen, ist es ratsam, kleinere und dafür häufigere Mahlzeiten zu sich zu nehmen.

Andererseits kann es auch zu einer plötzlichen Gewichtszunahme kommen. Sie ist meist Hinweis auf eine Herzschwäche (Rechtsherzinsuffizienz). Die Herzleistung reicht dann nicht mehr aus, um eine normale Blutzirkulation zu gewährleisten. Das Blut staut sich, wodurch Wasser aus den Gefäßen ins Gewebe übertritt und dort eingelagert wird (Ödeme), beispielsweise im Knöchelbereich. Beschränken Sie ihre Kalorienzufuhr auf 1200 bis 1500 Kilokalorien pro Tag, um erfolgreich abzunehmen.

COPD-Therapie: Hilfsmittel

Bei fortgeschrittener COPD können viele Patienten ihren Alltag nicht mehr ohne fremde Hilfe meistern. In manchen Fällen kann die Eigenständigkeit durch Hilfsmittel erhalten bleiben. Dazu zählen beispielsweise Verlängerungen für Schuhlöffel und Bürsten sowie fahrbare Gehhilfen (Rollatoren).

COPD-Therapie: Operation

Bei Patienten mit fortgeschrittener COPD, die zunehmend an der Lungenüberblähung leiden und denen weder Medikamente noch Rehabilitationsmaßnahmen helfen, wird eine Operation in Betracht gezogen. Es gibt verschiedene Operationsmethoden, die bei der COPD-Therapie in Frage kommen:

COPD-Therapie: Bullektomie

Bei der Bullektomie werden funktionslose Lungenblasen entfernt, denn die ballonartig erweiterten Bronchien (Bullae), die nicht mehr am Gasaustausch teilnehmen, können benachbartes gesundes Lungengewebe wegdrücken. Nehmen die Bullae mehr als ein Drittel eines Lungenflügels ein, kann ein Entfernen der großen Lungenblasen die Lungenfunktion verbessern.

Vor einer Bullektomie werden eine Spiegelung der Bronchien (Bronchoskopie), eine Reihe von Lungenfunktionstests und eine Computertomografie der Lunge durchgeführt.

COPD-Therapie: Lungenvolumenreduktion

Bei der Lungenvolumenreduktion werden endoskopisch sogenannte Lungenventile in die Atemwege der überblähten Lungenabschnitte eingesetzt. Diese Ventile verschließen sich beim Einatmen und öffnen sich beim Ausatmen. So kann Luft in die überblähten Bereiche einströmen und alte Luft wieder entweichen. Ziel ist es, die Lungenüberblähung zu reduzieren, die Atemnot zu lindern und die Lungenfunktion zu verbessern.

Die Lungenvolumenreduktion kommt aber nur bei einer speziellen Form des Lungenemphysems (heterogene Form) in Frage. Anhand von Voruntersuchungen wird ermittelt, ob diese Form der COPD-Therapie im Einzelfall geeignet ist oder nicht.

COPD-Therapie: Lungentransplantation

Die COPD ist der häufigste Grund für eine Lungentransplantation. Etwa ein Viertel der Empfänger einer neuen Lunge haben eine COPD. Im Schnitt unterziehen sich 60 Patienten mit COPD pro Jahr einer Lungentransplantation. Diese operative Maßnahme der COPD-Therapie kann das Leben verlängern und die Lebensqualität verbessern.

Wer kommt für eine Lungentransplantation in Frage?

Sind alle anderen COPD-Therapie-Maßnahmen (Langzeit-Sauerstofftherapie, Heimbeatmung etc.) ausgeschöpft und ist die Lebenserwartung des Patienten nach Einschätzung der Experten deutlich eingeschränkt, wird eine Lungentransplantation in Betracht gezogen. Auf eine neue Lunge müssen Betroffene im Durchschnitt etwa zwei Jahre warten.

Aufnahmekriterien, um auf die Warteliste für eine Lungentransplantation zu kommen, sind:

  • mindestens sechsmonatige Abstinenz vom Tabakrauchen

  • Einsekundenkapazität unter 25 Prozent des Normalwerts, Lungenhochdruck und respiratorische Globalinsuffizienz

  • mehr als drei akute Verschlechterungen der COPD (Exazerbationen) pro Jahr mit Krankenhausaufenthalt

  • Untergewicht

  • weibliches Geschlecht

  • hoher Sauerstoffbedarf

  • stark eingeschränkte Belastbarkeit

Als Ausschlusskriterium gilt ein zu hohes Risiko für Komplikationen bei einer Lungentransplantation. Ein solches besteht bei:

  • starkem Übergewicht (BMI über 30 kg/m²)

  • koronarer Herzkrankheit (KHK)

  • Niereninsuffizienz

  • Leberzirrhose

  • Alter über 60 Jahre (in Ausnahmefällen: 65 Jahre)

COPD: Heilung möglich?

Bei einer erfolgreichen Lungentransplantation ist eine COPD heilbar. Der Betroffene muss danach aber ein Leben lang Medikamente einnehmen, die das körpereigene Immunsystem unterdrücken, sonst wird die neue Lunge abgestoßen.

Für alle anderen Maßnahmen der COPD-Therapie gilt: Zerstörtes Lungengewebe kann bislang nicht wiederhergestellt werden, und die Lungenfunktion kann trotz COPD-Therapie nicht wieder wie die eines gesunden Menschen werden. 

 

 

 

Medikamente bei COPD

Ein wesentlicher Bestandteil der täglichen Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sind Medikamente.

Sie können die Krankheit zwar nicht heilen, aber Beschwerden lindern und akuten Atemproblemen vorbeugen.

Welche Behandlungen infrage kommen, hängt vor allem von der Schwere der Erkrankung ab. Im Anfangsstadium einer COPD reicht es meist aus, nur bei akuten Atemproblemen ein Medikament zu nehmen. Werden die Beschwerden häufiger und stärker, müssen bestimmte Medikamente dauerhaft eingenommen werden. Menschen mit fortgeschrittener COPD nehmen häufig mehrere Mittel gleichzeitig ein.

Meist werden folgende Medikamente eingesetzt:

  • atemwegserweiternde Mittel (Bronchodilatatoren): Beta-2-Mimetika, Anticholinergikum gegebenenfalls Methylxanthine

  • entzündungshemmende Mittel: Kortison haltige Medikamente (Kortikosteroide) und PDE-4-Hemmer

Andere Medikamente sollen den Schleim in den Bronchien lösen und das Abhusten erleichtern. Sie werden Mukopharmaka genannt. Bei akuten Atemproblemen können Antibiotika sinnvoll sein. Eine Grippeimpfung kann vor zusätzlichen Infektionen schützen, die die Atembeschwerden verstärken können.

 

Atemwegserweiternde Mittel

Zur Medikamentengruppe der Bronchodilatatoren gehören Beta-2-Mimetika,Anticholinergika und Methylxanthine. Sie werden meist inhaliert. Die Medikamente verringern die Muskelspannung in den Bronchien und erweitern so die Atemwege, die bei COPD verengt sind.

Beta-2-Mimetika

Beta-2-Mimetika sind Basismedikamente zur COPD-Therapie. Es gibt kurz- und langwirksame Beta-2-Mimetika. Zu den kurzwirksamen Wirkstoffen gehören beispielsweise Fenoterol, Salbutamol oder Terbutalin, zu den langwirksamen Formoterol und Salmeterol. Die kurzwirksamen Präparate werden bei Bedarf angewendet, zum Beispiel bei akuter Atemnot. Sie wirken schnell, aber nur für vier bis sechs Stunden. Langwirksame Beta-2-Mimetika werden regelmäßig eingenommen. Ihre Wirkung tritt langsamer ein, hält aber etwa zwölf Stunden an.

Wenn die COPD noch nicht sehr fortgeschritten ist, reicht es in der Regel aus, bei Bedarf ein kurzwirksames Beta-2-Mimetikum anzuwenden. Eine plötzliche Atemnot lässt sich durch Inhalieren meist schnell lindern. Nehmen die Beschwerden zu, ist es sinnvoll, regelmäßig ein langwirksames Beta-2-Mimetikum anzuwenden. Es lindert Atembeschwerden und beugt akuten Atemnot-Anfällen (Exazerbationen) vor. In Studien zeigte sich:

  • Menschen, die Beta-2-Mimetika anwendeten, hatten eine bessere Atemleistung (Lungenfunktion) und eine höhere Lebensqualität.

  • Innerhalb eines halben Jahres mussten 7 von 100 Menschen, die kein Beta-2-Mimetikum anwendeten, aufgrund eines schweren Atemnot-Anfalls in ein Krankenhaus. Dies war bei 5 von 100 Menschen der Fall, die ein Beta-2-Mimetikum einnahmen. Das heißt: Allein in diesem Zeitraum konnten die Medikamente bei 2 von 100 Menschen einen schweren Atemnot-Anfall mit Krankenhausaufenthalt verhindern.

  • Im selben Zeitraum hatten 24 von 100 Menschen einen mittelschweren Atemnot-Anfall, die keine Beta-2-Mimetika einnahmen. Dies war bei 19 von 100 Menschen der Fall, die ein Beta-2-Mimetikum anwendeten. Das heißt: Bei 5 von 100 Menschen konnte das Medikament einen mittelschweren Atemnot-Anfall verhindern.

Beta-2-Mimetika sind in normaler Dosis meist gut verträglich. Wenn sie zu hoch dosiert werden, kann jedoch als Nebenwirkung der Pulsschlag schneller werden oder es zu Herzklopfen oder Zittern kommen.

Anticholinergika

Anticholinergika wirken ähnlich gut wie Beta-2-Mimetika gegen die Beschwerden einer COPD. Auch von diesen Mitteln gibt es kurz- und langwirksame Präparate. Die Wirkung langwirksamer Anticholinergika wie Tiotropiumbromid hält etwa 24 Stunden an, sie wirken damit länger als die meisten Beta-2-Mimetika. Sie müssen deshalb nur einmal täglich inhaliert werden. Kurzwirksame Anticholinergika wirken erst nach 20 bis 30 Minuten, dann aber bis zu acht Stunden.

Anticholinergika können wie Beta-2-Mimetika auch das Risiko von akuten Atemnot-Anfällen verringern. Dadurch sind seltener Krankenhausaufenthalte nötig und die Lebensqualität bessert sich.

Anticholinergika können als Nebenwirkung zu Mundtrockenheit führen. Ansonsten gelten auch diese Medikamente als gut verträglich.

Methylxanthine

Methylxanthine erweitern ebenfalls die Atemwege. Aus dieser Medikamentengruppe wird in der Regel der Wirkstoff Theophyllin verschrieben. Das Mittel wird meist als Tablette eingenommen.

Theophyllin lindert die Beschwerden weniger gut als Beta-2-Mimetika und Anticholinergika. Zudem hat es mehr Nebenwirkungen. Daher wird es Patientinnen und Patienten mit COPD meist nur dann empfohlen, wenn die Behandlung mit Beta-2-Mimetikaund Anticholinergika nicht ausreichend hilft.

Mögliche Nebenwirkungen von Theophyllin sind unter anderem Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Herzrhythmusstörungen, Sodbrennen oder Übelkeit. In hohen Dosierungen können Krampfanfälle auftreten. Vor allem ältere Menschen mit COPD vertragen diese Medikamente oft schlecht. 

Kortison haltige Mittel

Kortison-Spray

Kortison-Präparate werden bei Bedarf zusätzlich zu den atemwegserweiternden Mittel eingesetzt. Die alltäglichen Symptome und Beschwerden lindern sie kaum. Sie können aber das Risiko für akute Atemnot verringern. Aus diesem Grund wird Kortison zum Einatmen meist nur von Menschen mit einer schweren COPD und häufiger Atemnot dauerhaft angewendet.

In den bisherigen Studien war Kortison-Spray gegen COPD nur wirksam, wenn es in einer Dosis von mehr als 1000 Mikrogramm täglich angewendet wurde. Eine solch hohe Dosis erhöht zugleich das Risiko für eine Lungenentzündung:

  • Innerhalb eines Jahres konnte Kortison-Spray bei etwa 5 von 100 Menschen mit COPD einem oder mehreren Atemnot-Anfällen vorbeugen.

  • Zugleich kam es durch die Medikamente bei etwa 1 von 100 Menschen zu einer Lungenentzündung.

Eine weitere Nebenwirkung von Kortison-Spray ist Pilzbefall im Mund, der bei etwa 5 von 100 Menschen innerhalb eines Jahres auftritt. Bei etwa 4 von 100 Menschen kommt es zu Heiserkeit. Deshalb empfiehlt es sich, nach Anwendung von Kortison-Spray den Mund auszuspülen oder die Zähne zu putzen.

Kortison-Tabletten

Kortison kann auch während eines akuten Atemnot-Anfalls helfen – dann wird der Wirkstoff allerdings als Tablette oder Spritze verabreicht. Bei einem Atemnot-Anfall können Kortison-Tabletten die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung verbessern und kurzfristigen Rückfällen vorbeugen.

Mögliche Nebenwirkungen von Kortison-Tabletten bei längerer Anwendung sind Gewichtszunahme, Blutzuckeranstieg und Schlafstörungen. Werden die Tabletten dauerhaft eingenommen, können auch die Haut, die Muskeln und die Knochen beeinträchtigt werden. Deshalb wird von einer Langzeitbehandlung mit Kortison-Tabletten abgeraten.

 

PDE-4-Hemmer

Diese Medikamente stehen erst seit wenigen Jahren zur COPD-Behandlung zur Verfügung. PDE-4-Hemmer können ergänzend zu atemwegserweiternden Mitteln als Tabletten eingenommen werden. Sie hemmen die Entzündung in den Bronchien. Dadurch können sie die Atmung verbessern und akuter Atemnot vorbeugen. Es ist noch unklar, wie gut sie im Vergleich zu anderen wirksamen Behandlungen helfen. Deshalb werden sie bislang selten eingenommen.

Als Nebenwirkungen können Übelkeit und Durchfall, Gewichtsverlust, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder Kopfschmerzen auftreten.

Weitere Mittel

Mukopharmaka

Mukopharmaka sollen bei Husten mit starkem Auswurf Erleichterung bringen, indem sie den Schleim in den Atemwegen lösen und das Abhusten erleichtern. Studien zeigen teils widersprüchliche Ergebnisse. Möglicherweise können Mukopharmaka bei Husten mit starkem Auswurf das Risiko für akute Atemnot etwas senken. Darüber hinaus verbessern sie die Atmung jedoch nicht. Sie spielen bei der Behandlung einer COPD eine eher geringe Rolle.

Impfungen

Menschen mit COPD können sich jährlich im Herbst gegen Grippeerreger impfen lassen. Sie sind besonders anfällig für Komplikationen durch eine Grippeerkrankung. Studien zeigen, dass die Impfung das Risiko für Exazerbationen und Atemwegsinfekte wie Bronchitis oder Lungenentzündungen senkt.

Der Impfstoff wird gespritzt. Nebenwirkungen sind meist Rötung und Schwellung an der Einstichstelle. Auch Müdigkeit, Kopfschmerzen und leichtes Fieber sind möglich.

Eine Impfung gegen Pneumokokken ist ebenfalls möglich. Diese Bakterien können Entzündungen unter anderem der Lunge, des Mittelohrs oder der Nasennebenhöhlen verursachen. Menschen mit einer COPD sind besonders anfällig für Lungenentzündungen und akute Atemprobleme, wenn sie sich mit Pneumokokken anstecken. Allerdings ist bisher noch nicht klar, wie gut die Pneumokokken-Impfung vor Komplikationen schützt. Es ist auch nicht belegt, dass die Impfung vor Lungenentzündungen oder Exazerbationen bewahrt. Die Wirkung der Impfung hält etwa fünf Jahre an.

Antibiotika

Bei Menschen mit COPD können Atemwegsinfektionen zu akuten Atemproblemen führen. Wenn die Infektion durch Bakterien ausgelöst wurde und die Beschwerden sehr stark sind, können Antibiotika wirksam helfen. Es kann auf eine bakterielle Infektion hinweisen, wenn der Auswurf gelb-grünlich oder eitrig aussieht.

Wenn die Atemwegsinfektion durch Viren ausgelöst wurde, helfen Antibiotika nicht. Die Mittel können auch Nebenwirkungen wie Durchfall hervorrufen.

 

Kombination von Medikamenten

Je nach Stadium der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung kann es sinnvoll sein, verschiedene Medikamente miteinander zu kombinieren. So können verschiedene atemwegserweiternde Mittel gleichzeitig angewendet oder durch ein Kortison-Präparat ergänzt werden. Es können auch kurz- und langwirksame Mittel miteinander kombiniert werden, oder zwei langwirksame Mittel. Oft sind Kombinationen wirksamer und nebenwirkungsärmer, als die Dosis eines einzelnen atemwegserweiternden Mittels zu erhöhen.

 

Medikamente richtig einnehmen.

 

Ein recht gefährlicher Mix können Medikamente in Verbindung mit Lebensmitteln sein.

Nicht immer geben die Beipackzettel, Ärzte / Apotheker alle Hinweise.

Bei einigen Lebensmitteln kann es daher zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen, z.B. bei Koffein, Milch, Grapefruitsaft und sogar Mineralwasser, auch das so geliebte Müsli, die Vollkornprodukte, Salat oder grünes Gemüse sind nicht immer ratsam.

 

Hier mal einige Beispiele:

 

TIP

Alkohol:

 

Alkohol ist ein Zellgift, es greift verschiedene Organe an, wirkt sich vor allem auf Gehirn und Zentral-Nerven- System aus, daher niemals Medikamente mit Alkohol nehmen!

Dies kann eine gefährliche Mischung sein, er kann die Wirkung von Medikamenten hemmen oder verstärken!

Das Entsorgungssystem der Leber, welches auch den Alkohol abbaut, ist meist damit überfordert.

Unter normalen Umständen würde kaum jemand auf die Idee kommen, am frühen morgen mit einem Schluck Whisky oder Rum einzunehmen. Doch was viele nicht wissen, dass selbst am Morgen danach, der Alkohol durchaus noch Wechselwirkungen mit Medikamenten eingeht.

Deshalb können die Medikamente, die am nächsten Morgen eingenommen werden, eine abgeschwächte oder auch verstärkte Wirkung haben!

Die Kombination kann nicht nur zur Übelkeit, Magen & Kopfschmerzen führen, sondern auch zu weiter reichenden Beschwerden bis hin zum Kollaps.

 

Alkohol verträgt sich besonders nicht mit:

 

Schlafmitteln

Beruhigungsmitteln

Antidepressiva

Bestimmten Diabetesmedikamenten

Antiepileptika

Antibiotika

Acetylsalicylat- Präparaten


Wer so beispielsweise den Kater bekämpfen möchte und Aspirin nimmt, riskiert u. U. eine Magenblutung.

 

Dauerhafter Verzicht auf Alkohol, bei Dauer – Medikamenten? Patienten, die Blutdrucksenker, Herzmittel nehmen?

 

Wenn es bei einem Glas Bier oder Rotwein bleibt, können die Tabletten ca. 2 Std. später genommen werden, nicht zum Alkohol! Patienten, die die oben aufgeführten Medikamente nehmen, sollten am Besten ganz auf Alkohol verzichten.

 

Lakritze > Gefahr von Kaliumverlust

 

Bei Patienten, die regelmäßig Entwässerungsmittel nehmen, kann regelmäßiger Verzehr von Lakritze zu Problemen führen. Die Kombination aus den Tabletten und der Lakritze kann zu Kaliumverlust führen. Symptome können sein: Muskelschwäche, verlangsamte Reflexe, erhöhter Blutdruck und Müdigkeit.

 

Salat & Ballaststoffe

 

Ein frisches Vollkornbrot, Müsli mit Früchten oder der Joghurt mit Kleie, ein gesundes Frühstück, reich an Ballaststoffen, Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen, eigentlich gesund – bei manchen Medikamenten ist das jedoch anders.

 

Zwischen einigen Medikamenten und den vorher genannten Produkten sowie auch Vit. K, Hauptsächlich in grünem Gemüse vorkommend, kann es zu unerwünschten NW´s kommen.

Die Vollkornnahrung ist gesund, sie bringt den Darm in Schwung, Ballaststoffe quellen auf und binden im hohen Maße die Flüssigkeit und somit auch Schadstoffe, die durch die Darmwand und über das Blut in den Körper gelangen (würden).

Positiv, wenn es um Schadstoffe geht – allerdings wirkt dieser Mechanismus auch bei Medikamentenwirkstoffen, das wiederum negativ.

 

Durch die Ballaststoffe werden die Wirkstoffe gebunden und gelangen nicht in den Körper! Wenn man z. B. Weizenkleie zu sich nimmt, dann kann dies dazu führen, dass die Medikamentenwirkstoffe im Darm gebunden bleiben und nur unzureichend im Körper aufgenommen werden, damit die Wirkung aber auch entsprechend reduziert ist.

 

Vorsicht auch bei Antibiotika ,Schmerzmitteln, Antidepressiva, sowie Mineralstoff-Präparaten wie Zink, Magnesium und Eisen, wenn sie zusammen mit Ballaststoffen genommen werden.

Zwischen der Einnahme und den Produkten sollte dann eine Zeitspanne von ca. 2-3 Stunden liegen.

 

Vorsicht auch bei Vitamin K, auch wenn gegen Vitamine grundsätzlich nichts einzuwenden ist. Eine Wechselwirkung gibt es aber hier auch, zwischen Vit.K und Medikamenten zur Blutverdünnung (Antikoagulantien). Diese Medikamente werden Patienten nach OP, Herzinfarkt oder Thrombose verordnet um selbige zu vermeiden.

Diese müssen mit Vit.K vorsichtig sein, denn bei Verletzungen bestehen erhöhte Blutungsgefahren.

 Daher, Vorsicht bei grünem Gemüse , wie z. B. Brokkoli, Spinat, Mangold, Erbsen, Kohl & Salat. Sie enthalten Vit.K, das für eine intakte Gerinnung sorgt. Vit.K setzt die Wirkung der Blutverdünner herab und es kann zur verstärkten Gerinnungsneigung kommen. Das Medikament soll aber das Gegenteil bewirken, es soll die Gerinnung hindern um weitere Thrombosen zu vermeiden. Daher sparsam mit den grünen Gemüsen sein.


Grapefruit - sie kann gefährlich werden

 

eigentliche eine sehr gesunde Frucht, wenn ein Schnupfen droht, kann ein Glas frisch gepresster Grapefruitsaft nicht schaden. Sehr gesund auch in Verbindung mit einer Diät, sie soll die Pfunde schmelzen lassen.

Wirklich nur gesund? Ja, solange sie nicht in Verbindung mit einigen Medikamenten genommen wird!

 

Früchte beeinflussen oder verstärken die Wirksamkeit von Medikamenten, vor allem Grapefruit(Saft) plus Medikamente, das kann richtig Probleme verursachen.

 

Ältere Menschen nehmen häufig viele Medikamente, beispielsweise Tabletten zur Regulierung von Puls, hohem Blutdruck, Cholesterin, zur Entwässerung, Herzmedikamente, und zur Blutverdünnung. Gelegentlich kommen noch Tabletten gegen Kopf- Gliederschmerzen, Sodbrennen oder Vitaminpräparate hinzu.

 

Orangen- und Apfelsaft sind dagegen unbedenklich. Nur die Bitterorangen sind davon auszunehmen, denn sie enthalten ähnliche Bitterstoffe, wie die Grapefruit.

 

Cranberry-Saft ist im Mix mit Medikamenten ebenfalls nicht ratsam, er kann die Wirkung von z.B. Schmerzmitteln beeinflussen. Bei Diabetikern besteht die Gefahr des Unterzuckerns. Blutverdünner in Verbindung mit Cranberry-Saft können zu Blutergüssen führen.

 

Wechselwirkung:

 

Blutdrucksenkung: spült man diese mit Grapefruitsaft hinunter, so könnte der Blutdruck erheblich mehr abfallen, als gewünscht.

 

Cholesterinsenker: diese Kombination könnte zu Schmerzen und Muskelschwäche führen.


Herztabletten: es kann zu deutlicher Verstärkung der Wirkung kommen, das kann zu Herzrasen, Schwindel und auch Atemnot führen.

 

Entwässerungsmittel: Hier besteht die Gefahr von zu viel Wasserverlust, dadurch Austrocknung, bei älteren Menschen daher doppelt gefährlich, da sie ohnehin zu wenig trinken.

 

Schlafmittel: Die hierbei auftretenden Symptome können einem Vollrausch ähneln.

 

Hormonpräparate, Antibiotika & Antiallergika & Potenzmittel: auch hier kann es zu riskanten Kombinationen kommen. Für die Männer ist die Königin der Zitrusfrüchte plus Potenzmittel tabu.

 

Die Milch, sehr gesund, aber sie macht´s nicht immer nur wirksam.

 

Sie enthält Milcheiweiß, Milchzucker, Milchfett, Wasser, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, also ein wertvolles Lebensmittel.

Das aber nur solange, man auf Medikamente verzichten kann. Denn auch durch die Milch kann die Wirkung mancher Medikamente beeinflusst werden.

 

Medikamente gegen Harnwegsinfektionen mit Milch und/oder Milchprodukten genommen, verlieren ihre Wirkung. Die Wirkstoffe verbinden sich mit dem in der Milch enthaltenen Kalzium, es bilden sich Klümpchen, die durch die Darmwand in die Blutbahn nicht mehr aufgenommen werden können. Somit verbleiben die Antibiotika im Darm, werden ausgeschieden, die Erkrankung bleibt unbehandelt, der Körper kann so schnell resistent gegen Antibiotika werden.

Daher am besten mit einem Glas Leitungswasser einnehmen.

 

Fluortabletten nie mit Milch nehmen. Sie bilden mit der Milch schwer lösliche Salze, dadurch vermindert sich die Aufnahme im Organismus. Wer z.B. fluorhaltige Zahncreme benutzt, danach ein Glas Milch trinkt, braucht sich nicht zu wundern, wenn diese nicht mehr viel zur Karies-Bekämpfung taugt, denn die Kalziumteilchen besetzen in den Zähnen die gleichen Stellen, wie Fluortabletten.

 

Bei Mitteln gegen Osteoporose: Milch – und Milchprodukte erst später nehmen.

Bei Biophosphonaten kann der Körper diese nur teilweise verwerten, wenn man diese mit Milch hinunterschluckt.

Besser dann die Milchprodukte in zeitlich versetztem Abstand nehmen, da gerade für Menschen mit Osteoporose u.ä., Milch- & Milchprodukte wegen ihrer enthaltenen Stoffe sehr wichtig sind!

 

Weitere unerwünschte Wechselwirkungen:

 

Acetylsalicylsäure & OP´s

Einige Schmerzmittel, z.B. Aspirin, verdünnen das Blut. Vor geplanten OP´s sollte man daher auf die Einnahme verzichten. Ca. 8 Tage vorher die Einnahme beenden. Dann funktioniert auch die Gerinnung wieder einwandfrei.

 

Johanniskraut & Antibabypille

Vermutlich bewirkt Johanniskraut eine Veränderung der enzymatischen Verarbeitung mancher Medikamente, z.B. Pille. Dadurch kann die Pille dann nicht mehr ihre volle Wirksamkeit entfalten.

 

Vorsicht auch bei manchen Mineralwassern

Die meisten Menschen denken, mit Mineralwasser kann man nichts verkehrt machen. Auch das leider ein Irrtum, denn je mineralstoffreicher ein Wasser, desto weniger ist es zur Einnahme von Tabletten geeignet. Wie bei der Milch, zu viel Kalium, zu viel Kalzium und Magnesium vermindern die Wirkung der Tabletten.

Fazit: Nehmen Sie Medikamente gegen Knochenschwund, Antibiotika und /oder Fluoride, am Besten mit Leitungswasser ein. Milch – und Milchprodukte 2-3 std. später nehmen.

 

Koffein und Tabletten - keine gute Kombination

In geringen Mengen sind Kaffee, Cola & Tee okay. Die anregende Wirkung machen sie so beliebt, doch die Mischung mit Medikamenten kann auch mal gefährlich werden.

 

Koffein wirkt sehr schnell, wird aber in unserem Körper nur langsam abgebaut.

Bei manchen Menschen kann die Wirkung sogar fünf bis sechs Stunden anhalten, insbesondere ältere Menschen, leichtgewichtige sowie Frauen, die die Pille nehmen, bauen Koffein besonders langsam ab.

 

So können z.B. Antibiotika den Abbau des Koffeins im Körper verlangsamen, das kann dann dazu führen, dass eine Tasse Kaffee (überhaupt Koffeinhaltige Getränke) wie drei Tassen wirken. Man schwitzt, bekommt Herzrasen, der Blutdruck kann ansteigen, die Wirkung von Schmerzmitteln kann sehr verstärkt werden!

Koffein hat eine schmerzstillende Wirkung. Viele Mittel zur Schmerzbekämpfung enthalten Koffein, ein beliebtes Hausmittel ist eine Tasse starker Kaffee mit Zitronensaft.

 

Herzprobleme nach Cola & Schmerzmittel

Cola enthält auch Koffein, nimmt man eine Schmerztablette, kann dieser Koffeinstoß Herzprobleme verursachen.

Koffein hat eine erhebliche Wirkung auf Kreislauf, Herz, Magen, Nieren sowie Muskeln. Daher kann es auch in Kombination mit Medikamenten zu allerlei unerwünschten NW´s kommen.

Die Wirkweise anregender Mittel kann verstärkt werden, die von beruhigenden wird abgeschwächt.

 

Hier einige Beispiele:

 

Herzmedikamente: Es kann zu Herzrasen, Unruhe, Schwindel und Atemnot führen. Dies gilt auch für Asthmamittel und einige Schilddrüsenhormone!

 

Blutdrucksenker: nimmt man diese mit Koffeinhaltigen Getränken, könnte der Blutdruck ansteigen, statt abfallen. Die Wirkung von Antidepressiva kann aufgehoben werden.

 

Entwässerungstabletten: Gefahr von hohem Flüssigkeitsverlust, insbesondere bei älteren und geschwächten Personen.

 

Diabetes - Medikamente: vertragen sich auch nicht mit Koffein, dadurch kann der Blutzucker stark weit sinken.

 

Antibabypille & Antibiotika: manche Antibabypillen und Antibiotika verzögern den Abbau des Koffeins im Körper.

 

Außerdem können die Gerbstoffe in Tee und Kaffee die Aufnahme von Eisen( Vitaminpräparate) verhindern, es entstehen schwerlösliche Verbindungen und das Eisen wird vom Körper nicht aufgenommen.

 

Die richtige Einnahme von Tabletten:

 

Einmal am Tag = stets zur gleichen Zeit, plus/minus 2 Stunden.

 

Zweimal am Tag = Alle 12 Std., z.B. um 8 Uhr am morgen, dann um 20 Uhr abends die 2.; plus /minus 1 Std.

 

Dreimal am Tag = Alle 8 Std.; etwa 8 Uhr, 16Uhr, nachts 12 Uhr; plus/minus ca. 30Minuten.

 

Nüchtern = Manche Tabletten haben einen Überzug, der nur in leerem Magen stabil bleibt, diese sollte man eine Stunde vor dem Essen nehmen, damit sie schnell wirkt.

 

Zur Mahlzeit = fertig essen, ca. 5 Minuten danach Medikament nehmen, das schont den Magen.

 

Eine Tablette mal ganz vergessen? Auf keinen Fall die doppelte Dosis nehmen, das gilt auch bei langen Flugreisen und wenn es zur Zeitverschiebung kommt.

 

Last but not least, alle Nebenwirkungen können, müssen aber nicht auftreten!

 

COPD - Wie kann ich den Alltag leichter gestalten ?

 


Wir sind nicht mehr ganz so fit und müssen versuchen unseren Alltag meist der Erkrankung anzupassen. Das ist nicht immer ganz so leicht, denn das Tempo, mit dem wir alles machen müssen, lässt mitunter arg nach.
 
Daher ist es wichtig, wie wir unseren Tag so gestalten um alle Aufgaben noch bewältigen zu können. Hilfsmittel sind daher erlaubt und erleichtern unseren Alltag.
 

Hier mal einige Tipps, die man sich zu Gemüte führen kann.
Fangen wir mal an, mit dem, was wir gewöhnlich zuerst machen:

Aufwachen und aufstehen


Wer mag schon mit lautem Weckergebimmle aus dem Bett vertrieben werden? Also, lasst euch langsam und nett wecken, wenn kein Termin ansteht.
 
Nehmt euch mal ein kleines Beispiel an unseren Haustieren, die liegen erstmal ne Weile da, recken und strecken sich…räkeln sich geradezu herum, warum also nicht auch wir?
 
Bewegen wir die müden Gliedmaßen mal so richtig durch und erledigen dabei, so ganz nebenbei den ersten Teil unserer Hausarbeit und versuchen mit den Füßen den unteren Teil der Bettdecke schon mal in die richtige Richtung zu bewegen.
 
Mit den Händen können wir den oberen Teil der Bettdecke zu uns heran ziehen und auch schon recht gut glätten, Teil eins erledigt. Oder die Variante, es soll ja auch gelüftet werden, nach unten umschlagen.
Nun Beine langsam raus und aufsetzen, locker auf der Bettkante hocken bleiben, Arme nach oben und alle Muskeln des Oberkörpers strecken…lockern. Schon einen Teil der morgendlichen Gymnastik erledigt.
 
Wer dann am Abend zuvor so pfiffig war und sich die notwendigen Medikamente ans Bett gestellt hat
 (hier wieder Querverweis Medikamente richtig einnehmen) , kann diese dann direkt nehmen, Inhalieren ist auch von großem Vorteil, da man dann nicht sofort schon in Luftnot kommt.
Danach dann die am Abend auch schon frisch hingelegte Kleidung anziehen (Stuhl in Bett nähe), wer Probleme mit dem anziehen der Socken (nicht zu eng) hat, es gibt Anziehhilfen dafür.
 
Duschen kann man gut am Abend vorher, denn da haben die meisten mehr Luft für diese, äußerst anstrengende Arbeit.
 
Waschen kann man dann meist auch eher zum späteren Zeitpunkt, muss ja nicht immer sofort sein, denn da bekommen einige erst recht Probleme mit der Luftnot. Ganz auf die einzelnen Bedürfnisse anpassen heißt es hier, eigene Strategien entwickeln.
Danach dann die Bettdecke ganz so hinlegen, wie man es gern hat. Schlafzimmer fast fertig.
Fenster zum lüften öffnen und gut ist.
 

Wer schon Probleme hat, die passende Kleidung immer parat zu haben, der sollte sich auch mal überlegen, seine Schränke so umzusortieren, dass er häufig genutzte Stücke schnell zur Hand hat.
 

Einengende Kleidung wird von vielen noch als zusätzliche Einschränkung empfunden, daher überlegen, was man braucht, muss oder wie man was ersetzen kann. Krawatte oder Halstuch/ Schal. Schnürschuhe oder Slipper. Hosenträger oder Gürtel. Strumpfhose oder Leggins. Daheim kann es ja locker der Jogginganzug o.ä. sein. Enge Socken vermeiden, es kann zur Beeinträchtigung des Blutkreislaufes kommen.


Baden/Duschen


Jeder Mensch muss und will mal duschen oder baden gehen, manchmal gestaltet sich dies als „Schnaufis“ nicht ganz so problemlos, wie man es gern hätte.
Da sind dann diverse Hilfsmittel gefragt. Ein Duschhocker, der stabil ist, ein Wannensitz bzw. Lifter leisten hier eine große Hilfe. Diese sind auch Verordnungsfähig!

Meist sind diese Hilfsmittel recht leicht und auch leicht zu handhaben. Sie können ganz auf den Bedarf abgestimmt werden und für allerlei Zwecke gebraucht werden.
 
Praktisch ist ein Duschkopf, der von der Wand abnehmbar ist, damit macht man es sich einfacher, denn viele der Schnaufis können es nicht leiden, wenn das Wasser direkt von oben über das ganze Gesicht läuft.
Perfekt wäre eine Mischarmatur, die so einzustellen ist, das eine gleichmäßige Wassertemperatur gegeben ist.
 
Kneipp-Bäder kann man sich antun, muss man aber nicht bei der alltäglichen Körperpflege.
 

Von großem Vorteil ist es, wenn man gut organisiert ist, das erspart die Hin - und Her Rennerei, die uns ja eh schwerfällt. Also alles, was man im Bad benötigt, sollte sich dann praktischerweise auch schon dort befinden, auch der Sauerstoff, wenn notwendig.
 

Sämtliche Pflegemittel, dicker Bademantel auf der Heizung schön angewärmt erspart das Badetuch, Handtuch auf den WC - Sitz gepackt (sonst zu kalt), damit man sich nach dem duschen direkt dort hinsetzen kann, Füße und Beine abtrocknen geht im sitzen einfach leichter. Wer hat, der kann sich ja so vor den Spiegel hinsetzen, das er entweder vor dem Bad oder nachher die noch notwendigen Dinge wie Rasur, Zähne putzen etc. erledigen kann.
 

Wie in dem vorherigen Artikel unterschlagen, die, die des Nachts bzw. früh am Morgen eine Treppe bewältigen müssen um zum WC/ Bad zu gelangen, die packen sich auf dem Wege direkt den ganzen Packen (Badezeug und Kleidung) unter den Arm und nehmen ihn mit, erspart unnötige Wege! An die Organisation sollte man denken, sie verinnerlichen und praktischerweise umsetzen.
 

Kleidung am besten in der Reihenfolge, wie man sie anzieht, hinlegen, da hat jeder seine eigene, da gibt es keinen Standard. Pflegemittel in unmittelbarer Nähe zu haben auch gut. Wenn man in der Wanne/Dusche ist und dann feststellt, es fehlt...nicht so toll.
 

Viele haben mit der beim Baden /Duschen entstehenden hohen Luftfeuchtigkeit zu kämpfen, da heißt es dann recht „schnell“ sein und das Bad anschließend verlassen, Fenster auf ist je nach Wetter nicht gut, aber ein Entlüfter oder Ventilator kann auch recht schnell Abhilfe schaffen und man muss ja nicht unbedingt die Badezimmertür schließen. Dabei aber Zugluft vermeiden!!!

Wer sich nicht fit genug für ein Vollbad oder komplett duschen fühlt, der verlegt die ganze Angelegenheit besser auf einen anderen Tag oder lässt sich helfen.

Viele leben allein und bekommen dann oft in Bad/Dusche Panik, wenn machbar, dann diese Sachen erledigen, wenn jemand im Hause ist (Freundin etc.), das schafft Sicherheit und dauert auch nicht lange, der Besuch kann in der Zeit ja Kaffee kochen und Kuchen backen.
 
Nein, ganz ernst, jemand im Hause schafft einfach ein Gefühl der Sicherheit und man kann unbesorgt dann seine Angelegenheiten erledigen, auch hier ist möglichst viel Organisation erforderlich.

Deo & Co
Fast alle kennen es, man steht oder geht irgendwo und auf einmal rauscht jemand an einem vorbei und hinterlässt ein Wolke des Duftes, nicht immer nur nett duftende, die uns im wahrsten Sinne des Wortes den Atem raubt, zusätzlich noch.

Das dies nicht sonderlich gut ist, dürfte man verstehen. Leider gibt aber in der Kosmetik- Artikel-Branche viele Pflegemittel, die für „Schnaufi“ einfach nicht geeignet sind.
 
Welche das für den Einzelnen sind, das hat man dann schnell heraus und sollte seiner Atemprobleme zuliebe auf selbige verzichten. Auch hier gilt es dann, testen, was man(n) oder Frau noch verträgt, Haarspray kann man auch mal weglassen, Parfum und ähnliches besser auch.
 
Mittlerweile gibt es auch genügend Ersatzprodukte. Creme Deo, Roller statt Spray, Haar Gel , Wachs etc., gibt es auch fast geruchsneutral.
 

Ein den meisten, peinliches Problem kommt häufig auch noch hinzu, bei manchem schon wegen seines Alters, bei vielen aber auch einfach so, beim Husten, Niesen etc., Inkontinenz. Auch hier gibt es mittlerweile genug Hilfsmittel, die einem den Alltag nicht noch zusätzlich erschweren und auch nicht für andere Menschen sichtbar sind.
 

Ob man nun vor oder nach dem Frühstück/Abendessen duscht oder badet, besser ist es nicht mit vollem Magen, besser dann, wenn man auch weiß, man schafft es! Nicht immer hat man einen guten Tag und muss sich hier dann nicht noch zusätzliche Arbeit machen, das herauszufinden gilt es und sich dann auch den Gegebenheiten anzupassen.
An schlechten Tagen ergibt sich das meiste eh von allein.


Nachdem wir nun aufgestanden sind, uns in Bad und WC gekämpft haben, widmen wir uns unserem Pharma-Cocktail, den wir brauchen, damit wir so langsam in Schwung kommen.
Wir alle nehmen mehr oder weniger Pillchen für das ein oder andere Wehwehchen zu uns.

Praktisch sind die Pillenboxen, in die man die ganzen Medikamente für einen Tag oder auch gleich für die ganze Woche einwerfen kann. Logisch passen da manchmal auch nicht alle rein, zumindest nicht die flüssigen.
 
Da muss man dann schon so dran denken.
 
Solch eine Pillenbox ist aber auch sehr angenehm, wenn man mal unterwegs ist, einfach einpacken und man hat (fast) alles dabei.

Das Notfallspray sollte man eh immer am Körper bei sich tragen, auf irgendeinem Schrank oder so, da hilft es dann nicht wirklich. Denn es kann auch mal so plötzlich der „Notfall“ eintreten, das man den Weg dann zu eben diesem Schrank nicht mehr schafft.
 

Wenn man ein neues Medikament bekommen hat, dann ist es sinnvoll, wenn man es auf Dauer nehmen muss, sich auf die Packung das Öffnungsdatum zu schreiben, so ungefähr ausrechnet, wie lange man damit hinkommt und dann im Kalender vermerkt, wann man nachbestellen muss.
 
Sinnvoll, wenn viele Feiertage, Urlaub etc. anstehen!

Bei Augentropfen oder Medikamenten, die nur eine bestimmte Dauer haltbar sind, immer Datum drauf schreiben.
 

Nie die Medikamente eines anderen benutzen, zwei Leute mögen die gleiche Krankheit mit gleichen Symptomen haben, aber dennoch kann das gleiche Medikament bei den beiden verschiedene Wirkungen haben!!!
 

Ist man unsicher bei irgendeinem Medikament? Das Medikament wirkt nicht wie gewünscht? Arzt fragen.
 
Dosierungeänderungen, Weglassen von Medikamenten, besser vorher mit dem Arzt schon absprechen.
 
Werden bestimmte Medikamente nicht vertragen, notieren und dem Arzt mitteilen, was an NW´s aufgetreten ist!
 
Wer einen Notfallpass besitzt, auch dort eintragen oder eintragen lassen! Wichtig bei allergischen Reaktionen!
 

Nachdem wir die Pillen drin haben, hier immer auf die Reihenfolge der zu nehmenden Medikamente achten, das hat man aber dann auch irgendwann verinnerlicht, kommen wir zur Inhalation.

Inhalation(en)


Wer daheim inhaliert, hat es meist so eingerichtet und einen festen Platz für seine Gerätschaften.
 
Wer Nachts oder direkt nach dem erwachen inhaliert, da ist es in der Nähe des Bettes sinnvoll.
 
In Bad oder Küche ist man nach am Wasser, das ist bei der Reinigung von Vorteil.
 

Den passenden Standort finden, eine leichte Übung und außerdem ist das Gerät ja mobil, man kann es überall platzieren.
 
Vielleicht am Fenster um bei der Inhalation dem draußen herrschenden Treiben zuzusehen.
Wer es noch nicht raus hat, wie lange die Inhalation dauern soll, der kann sich eine kleine Uhr in sein Blickfeld legen und darauf achten. Alle Mittel zur Inhalation sollten sauber sein, viele meinen steril, dies ist in öffentlichen Institutionen wie KH okay, aber im häuslichen Bereich nicht zwingend notwendig.
 
Nur bei einigen Ausnahmen, z.B. frisch Transplantierten oder anderen schweren Erkrankungen.
 

Die Inhalationsmedikamente nicht in der Sonne stehen lassen.

Alle gebrauchten Geräte danach reinigen, einmal am Tag ist auch hier völlig ausreichend. Dabei darauf achten, das alles gut trocken ist!!! Auf den Luftfilter achten!!!

Meist sind die Verneblungsgeräte in Betrieb recht laut, da hilft ein Handtuch drunter oder ein Stück Schaumstoff.
 
Wem „Trockeninhalation“ zu öde ist, ein Walkman oder Kopfhörer verschönern die Zeit, man kann seine Lieblingsstücke (auch Hörbücher) in Ruhe hören und nebenbei inhalieren.
 

Sauerstoff
Die Einweisung erfolgt im Normalfall durch den Lieferanten. In den Unterlagen sollte auch eine Notfallnummer angegeben sein, wo jemand sofort Hilfestellung geben kann.
 
Die Dosierung des Sauerstoffs bestimmt der Arzt!
 

Meist ist es auch so, das man ein Mobilgerät erhalten hat. Es ist wichtig, herauszufinden, wie lange man damit unterwegs sein kann ohne in Not zu geraten. Ausflüge sind dann eben so einzurichten, dass das nicht zu Problemen führt.

Den meisten ist es angenehmer daheim an „der langen Leine“ zu laufen oder die anfallenden Arbeiten zu verrichten.
Auf den alltäglichen Gebrauch, wie wechseln der Zugangsschläuche etc., werde ich hier nun nicht weiter eingehen, das ist schon in anderen Artikeln geschrieben.

Nur eins noch, für Viele von uns ist es noch immer ein Graus mit dem Sauerstoff und der Nasenbrille draußen herumzulaufen...daran muss man und Frau sich erst gewöhnen.
 
Viele offene und auch verstohlene Blicke sind uns sicher. Kinder fragen meist direkt, dann kann man es erklären, wenn man mag. Viele Erwachsene verhalten sich da schon anders.
 

Es ist schon schwer für manchen, sich einfach locker vom Hocker damit so raus zu trauen, vielleicht aber erleichtert man sich das, indem man am Anfang einfach nur den Rucksack mal mitnimmt, ohne Sauerstoff zu befüllen, dann irgendwann einfach mal den Schlauch offen runter hängen zu lassen, man kann es sich selbst aussuchen, wann man dann soweit ist, das man auch die Nasenbrille offen und an ihrem eigentlichen Bestimmungsort trägt.
 

Hier sind der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt, die hat nur unser eigener Kopf.

 

 

Wir haben uns nun durch die ersten notwendigen Dinge des Tages gekämpft,

 

mehr oder weniger Pausen eingelegt, nun kommen wir zu den wesentlichen Teilen des Tages...der Hausarbeit nebst den dazugehörenden kleinen Unabwägbarkeiten. 

Ich gehe mal davon aus, wir haben unser Frühstück in aller Seelenruhe zu uns genommen, sind nun recht fit und können uns nun auf die anstehende Hausarbeit freuen.
 

Schleppen, schnaufen und stemmen.


Da wir nun nicht immer richtig fit sind, die anfallenden Arbeiten aber erledigt werden wollen, sollten wir uns überlegen, wie wir das sinnvoll gestalten können.
 
Froh können die sein, die daheim einen Rollator haben, er eignet sich hervorragend für viele Arbeiten, zum abstützen, als Ablage und auch als Sitzmöglichkeit.
 
Die, die noch keinen haben, können sich einen kleinen Rollwagen, ein Regal (schon ein kleines, nicht Billy von I***) auf Rollen, einen Korb etc., hernehmen.
 

Jeder hat so seinen Ablauf des Aufräumfimmels, also vorher überlegen, wie ich das angehe, um mir dann unnötige Wege zu ersparen. Am besten von Zimmer zu Zimmer, dabei überdenken, was ich wo brauche, machen will oder eben nicht.
 

Zeitungen, Bücher, Geschirr, Wäsche, alles rein oder drauf aufs Wägelchen und dann an den jeweiligen Ort transportieren.
 
In der Wohnung ohne Treppen ist das alles noch recht einfach, mit Treppen im Hause oder Wohnung ist solch ein Wägelchen dann auf jeder Etage sinnvoll.
 
Manche haben einen Lift in der Wohnung/Haus Wohnung, aber die sind sehr teuer, damit lässt sich allerdings auch gut alles bewältigen und nach oben schaffen.
 
Eine gewisse Grundordnung in den Zimmern ist auch hier recht sinnvoll, weil nur eine aufgeräumte Umgebung erspart uns sinnlose Sucherei und den damit manchmal verbundenen Stress.

Beim säubern, aufräumen etc., ist es ganz angebracht, die Räume von oben nach unten und von rechts nach links (oder da dann andersrum) aufzuräumen. Es macht wenig Sinn, erst den Boden, dann die höher gelegenen Reviere zu reinigen.
 
Also nicht erst den Boden wischen und dann die Regale etc. zu reinigen.
 
Eine angenehme Atmosphäre schaffen, bringt Wohlgefühl, es mag zwar auch Menschen geben, die sich im Chaos wohlfühlen, die sind aber recht selten. Muss auch jeder selbst wissen. Zum Putzteufel muss niemand mehr mutieren.
 

Für alle, die Schwierigkeiten haben, Stufen zu bewältigen.


Folgender Tipp, wird einem in den meisten Rehas beigebracht: Einatmen, beim Ausatmen 2-3 Stufen steigen, Pause - Einatmen, usw.
 
Man befindet sich im Erdgeschoss und muss in die 2. Etage.
 
Es gibt COPD-Patienten, die werden sagen. "Ok, kein Problem."
 
Die meisten stöhnen auf : "Ich bin doch nicht verrückt, es gibt schönere Arten diese Welt zu verlassen."
 
Also, merken wir uns, wir haben Zeit, keiner drängt uns die Treppen im Rekordtempo zu erklimmen, beim Iron -Man sind wir auch nicht.
 
1.)

Wir könnten in einem durchsteigen und brauchen oben eine Ewigkeit um, mit viel Glück, irgendwann wieder zu Atem zu kommen und uns selbst als dumm hinstellen.
2.)

Wir könnten eine Pause mitten auf der Treppe oder der Etage einlegen, Bilder betrachten oder einfach nichts tun außer verschnaufen.
3.)

Die fast beste Art und Weise, wir gehen so, wie wir es für richtig halten. Lieber öfters eine kurze Pause, den eigenen Rhythmus finden.
4.)

Wenn nix mehr geht, Rückwärts raufgehen, bringt sehr viel an Erleichterung! Man geht erstens automatisch langsamer und es strengt nicht so an, wie vorwärts. 

Alles den eigenen Bedürfnissen anpassen, es hetzt uns niemand, außer wir selbst. Treppen oder Steigungen lassen sich auch rückwärts gut bewältigen. Sieht seltsam aus, aber es kann hilfreich sein.
 

Kommen wir zu den zu verwendenden Arbeitsmitteln, Tipps und Putzmitteln &Co.


Es gibt diverse Hilfsmittel, die uns das bücken um heruntergefallene Dinge wieder aufzuheben ersparen, sogenannte Krallen, die packen fast alles und wir brauchen uns nicht abmühen.
 
Auch zum Gardinen einfädeln an der Stange gibt es Hilfsmittel. Mopp mit verstellbarer Stange, mit und ohne Eimer, mit Auswringer ...da sind der Vielfalt mittlerweile kaum Grenzen gesetzt.
 

Handstaubsauger sind zum absaugen von Staub auf Regalen etc., Bücher lassen sich auch genial damit absaugen, sehr nett. Allerdings weniger nett wenn man mehr als 1 qm Wohnfläche saugen muss, dann besser einen „normalen“ nutzen.
 
Gut, wenn diese einen extra Staubfilter für Allergiker haben, Staubsaugerbeutel sollten verschließbar sein, denn sonst kann es sein, das wir da in einer Staubwolke stehen.
 

Sinnvoll kann auch sein, beim saugen direkt zu lüften, denn manche Staubsauger geben nicht wirklich angenehme Düfte von sich und diese Beutel - Deos halten auch nicht immer das, was sie versprechen, von deren Geruch mal ganz abgesehen.

Staub wischen muss man ab und an auch mal, wie schon vorher geschrieben, geht gut mit Handstaubsauger, wer den nicht hat, besser ein feuchtes Tuch dazu benutzen, denn viele von uns reagieren auf Staub mit allergischen Reaktionen.
 

Kleiner Tipp für hohe Schränke, grad in der Küche. Hier ist es äußerst hilfreich die oberen Schränke mit einer Lage Kleenex oder Zeitung auszulegen, mit einem Streifen Tesafilm festpappen, erspart dann das lästige gescheure. Beim nächsten Putzanfall einfach runter nehmen und neu auslegen.
 
Filter von der Abzugshaube einfach in die Spülmaschine geben, meine halten es aus. Alles, was man nahezu täglich braucht, so einräumen, das man es schnell griffbereit hat.

Steckdosen abschrauben erspart das fiese rumpopeln in selbigen und vielleicht auch manchen Stromschlag. Geht sehr schnell, sie lassen sich prima im Eimerchen einweichen und im sitzen bequem reinigen.
 
Viele Hausarbeiten lassen sich so recht einfach erledigen.

An Reinigungsmitteln sollte man alles vermeiden, was irgendwie die Atemwege reizen könnte! Kein Spray, kein ätzendes Mittel, alles, was man braucht, gibt es auch ohne Duftzusätze. Am Besten sind Neutralreiniger, oder mit Zitrone als Zusatz.
 

Wer nun meint, er müsse einen Großhausputz erledigen, der sollte sich das genau überlegen und vor allem einteilen.

 

Teilziele heißt die Devise.


Es müssen nicht alle verfügbaren Zimmer einer Wohnung/ Haus an einem Tag gemacht werden, eins nach dem anderen, Gardinen etc. müssen auch nicht wöchentlich gewaschen werden, die Zeiten sind vorbei.
 

Am Sinnvollsten ist es sich auf dem Kalender oder so, zu vermerken, welche großen Arbeiten wann gemacht wurden und dann wieder anstehen. Aber auch hier, immer dem eigenen Zustand anpassen, manche habe ja auch eine Hausfee, die diese Arbeiten erledigt.
 
Wäsche können wir schon vorsortieren, wenn wir ein paar Körbe zur Verfügung haben, das erspart uns dann auch schon wieder ein wenig Anstrengung. Es gibt auch Wäschekörbe auf Rollen, sehr praktisch, ein Stuhl in der Nähe tut´s aber auch, erspart zumindest das lästige bücken beim sortieren oder aufhängen.

Bügeln kann man auch mit einem Bügelstuhl und in Etappen oder man legt sich viel an bügelfreier Wäsche zu.
 

Des weiteren kann man überdenken, wie viel „Schnick Schnack“ an Deko gut tut. Es muss auch alles „in Schuss“ gehalten werden.
 
Viele tun sich schon mit den einfachsten Arbeiten im Haushalt schwer, alles ist Belastung.
 
Nun, man muss ja nicht grad in einem Raum ganz ohne Deko um sich herum wohnen, aber auch nicht so viel, das es zur Belastung wird, wenn man schon den Gedanken daran nicht mag, dieses irgendwann mal abstauben zu müssen.
 

Wohlfühlen ja, aber mit Spaß und Freude daran, nicht mit „Oh Gott, das muss ich ja auch noch“ ...das erzeugt psychischen Stress, den wir nicht brauchen.
 

Auch hier heißt es, einfach mal mit offenen Augen durch die Wohnung/ Haus gehen und überlegen, wie kann ich mir selbst viele Dinge erleichtern, was ist zwingend notwendig und was nicht.
 
Dies gilt auch für den Balkon, die Terrasse.
 
Viele haben Balkonkästen, aber auch die wollen ab und an mal neue Erde, heißt, ich muss los, Blumenerde besorgen, tragen, alte raus, neue rein...Blumen neu besorgen etc., alles will erledigt werden.
 

Klar macht es Spaß, wenn man es bewältigen kann, aber auch nur dann. Ich habe es seit diesem Jahr nicht mehr geschafft. Also anpassen, sich an Nachbars Blumen erfreuen.

A.H

 

mit freundlicher Unterstützung von Ärzteblatt, Lungenärzte im Netz und viele andere.