Was bedeutet COPD

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COPD-Therapie

Alterungsprozess als Therapieansatz bei COPD?

22. Dez 2016

Ein englisches Forscherteam versucht Alterungsprozesse zu unterbinden, die es als Ursache für die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ausgemacht hat. Im Fachmagazin ‚Scientific Reports‘ berichten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über erste Erfolge an Zellen, in denen sie ein beteiligtes Molekül ausgeschaltet hatten.


Quelle: Fotolia/psdesign1

Husten, Bronchitis und Atembeschwerden sind typische Anzeichen einer COPD. Welche Mechanismen aber letztlich zur Erkrankung führen, dazu gibt es mehrere Erklärungsmodelle. Auch ein beschleunigter Alterungsprozess könnte bei der Entstehung der COPD eine Rolle spielen.

Ein Argument hierfür stammt aus Untersuchungen über sogenannte Sirtuine. Das sind Eiweißstoffe, die in niederen Lebewesen die natürliche Lebensdauer regulieren. Manche Sirtuine wie SIRT1 und SIRT6 gelten den Autoren der hier vorgestellten Studie zufolge stark vereinfacht gesagt als Anti-Ageing-Stoffe. In der Lunge von Menschen mit COPD kommen sie allerdings seltener vor, weshalb bei diesen Patienten die Lunge schneller altere, so die Forscher. Ursachen dafür seien vermutlich Entzündungsprozesse und oxidativer Stress etwa durch Zigarettenrauch, was zu einer Minderung der Sirtuine führe.

In der aktuellen Studie konnten die Autoren nun zeigen, dass SIRT1 und SIRT6 erhalten bleiben, wenn man das Molekül miR-34a ausschaltet, das bei oxidativem Stress produziert wird. Der Begriff miR steht für microRNA: wie der Name sagt, sind das kleine Ribonukleinsäuren, die in der Lage sind, die Produktion von anderen Molekülen, wie hier SIRT, zu unterbinden. Durch eine gezielte Hemmung von miR-34a konnten die Wissenschaftler die Sirtuine wieder herstellen und die Alterung in Atemwegszellen von COPD-Patientinnen und Patienten zurück auf ein gewisses Normalniveau bewegen. Entsprechende Stoffe, die miR-34a hemmen, bestünden bereits und müssten entsprechend für COPD umgewidmet werden, so das Autorenteam.

Da die betreffenden Moleküle nicht nur bei COPD sondern auch bei weiteren Krankheiten eine Rolle spielen, hoffen die Autoren zudem auf einen Therapierfolg über die Lungenerkrankung hinaus – auch und gerade in einer alternden Gesellschaft. Studien mit Patienten wurden in diesem Zusammenhang bisher aber noch nicht durchgeführt.

Da andere Publikationen die Hemmung von miR-34a allerdings auch mit der Entstehung von Krebserkrankungen in Verbindung bringen, ist zu vermuten, dass noch zahlreiche Arbeiten zu leisten sind, um eine sichere Anwendung zu garantieren.

Quellen: Baker, J.R. et al.: Oxidative stress dependent microRNA-34a activation via PI3Kα reduces the expression of sirtuin-1 and sirtuin-6 in epithelial cells. In: Scientific Reports, 2016, doi: 10.1038/srep35871 Imperial College London: Targeting an anti-ageing pathway could reduce impact of major lung condition. Pressemitteilung vom 30. November 2016

COPD

Husten, Bronchitis und Atembeschwerden – das sind die typischen Anzeichen von COPD. Exakte Zahlen gibt es nicht, aber Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland zehn bis zwölf Prozent der Erwachsenen über 40 Jahren unter einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung leiden. Die durch die Krankheit verursachten volkswirtschaftlichen Gesamtkosten schätzen Experten auf jährlich fast sechs Milliarden Euro. Ärzte, Biologen und Chemiker forschen weltweit zu den Grundlagen von COPD: Wie entsteht sie, welche Gene sind dafür verantwortlich, welche Umwelteinflüsse lösen den heimtückischen Husten aus? Noch gibt es keine geeignete Therapie. Doch die neuesten Forschungsergebnisse machen Hoffnung. 

GRUNDLAGEN: COPD steht für den englischen Begriff "Chronik obstruktive pulmonal Diastase", was wörtlich übersetzt chronisch obstruktive Lungenerkrankung bedeutet. In dieser Bezeichnung stecken zwei Schlüsselworte, welche die COPD definieren …weiter

VERBREITUNG: Die COPD zählt weltweit zu den häufigsten Erkrankungen. So geht die Weltgesundheitsorganisation WHO in ihrer jüngsten Schätzung aus dem Jahr 2007 von 210 Millionen Betroffenen aus. …weiter

RISIKOFAKTOREN: 80 bis 90 Prozent aller COPD-Patienten sind Raucher oder haben in der Vergangenheit geraucht. Demnach ist Rauchen der Risikofaktor Nummer eins bei COPD. Allerdings spielen auch die Gene eine Rolle …weiter

DIAGNOSE: Das bedeutendste und aussagekräftigste diagnostische Hilfsmittel im Zusammenhang mit der COPD ist die Lungenfunktionsprüfung. Deren Ergebnisse ermöglichen auch die Einteilung in Schweregrade..weiter

THERAPIE: Leider gibt es bis heute keine Möglichkeit, eine COPD ursächlich zu heilen. Deshalb beschränkt sich die Behandlung bis dato darauf, die Symptome zu lindern und das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen. …weiter

FORSCHUNGSANSÄTZE: In den letzten Jahren hat die Forschung viele Erkenntnisse gewonnen, die das Verständnis der Erkrankung verändert und verbessert haben. Ihr Ziel: Die Entwicklung neuer Therapien  …weiter

WEITERE INFOS: Informationen im Internet; Forschungseinrichtungen; Fachpublikationen; ...weiter

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COPD - WAS IST DAS?

 

IN KÜRZE:

Die Abkürzung COPD steht für chronic obstructive pulmonary disease, übersetzt heißt das ungefähr chronische Lungenerkrankung durch Verengung.

Das Kürzel COPD steht für den englischen Begriff "Chronik obstruktive pulmonary disease", was wörtlich übersetzt chronisch-obstruktive Lungenerkrankung bedeutet. In dieser Bezeichnung stecken zwei Schlüsselworte, welche die COPD definieren. So besagt der Begriff "obstruktiv", dass die Krankheit mit einer Verengung der Atemwege einhergeht, die sich auch nach Gabe entsprechender Medikamente nicht vollständig zurückbildet - also nicht vollständig reversibel ist, wie Fachleute sagen.

Sind diese der Erkrankung zu Grunde liegenden Veränderungen der Lunge erst einmal entstanden, bleiben sie im Falle von COPD lebenslang bestehen und schreiten in der Regel weiter fort. Dies kommt im Wort "chronisch" zum Ausdruck.

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Mehr zum Thema

Letzte Aktualisierung: 26.06.2015 / Quellen

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Lungenemphysem

Von Dr. med. Julia Schwarz

Bei einem Lungenemphysem handelt es sich um eine krankhafte Überblähung der Lungenbläschen. Diese verlieren an Elastizität, dadurch bleibt sauerstoffarme Luft in den Lungenbläschen „gefangen“ und kann nicht mehr ausgeatmet werden. Die typischen Lungenemphysem-Symptome sind daher Atemnot und eine die Unterversorgung mit Sauerstoff kennzeichnende Blaufärbung von Lippen und Händen. Meist ist Rauchen die häufigste Ursache für ein Lungenemphysem. Bei manchen wird das Lungenemphysem aber auch durch einen angeborenen Alpha-1-Antitrypsinmangel verursacht. Lesen Sie hier alles Wissenswerte zum Lungenemphysem.

Lungenemphysem: Inhaltsverzeichnis

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BEWEGUNG UND SPORT

Körperliche Bewegung und Sport stärken nachweislich das Herz-Kreislauf-System und die körpereigene Immunabwehr. Bewegung kann helfen, Krankheiten vorzubeugen beziehungsweise bereits vorhandene Erkrankungen zu lindern oder ihren Fortgang zu bremsen. Besonders Menschen mit chronischen Lungenkrankheiten wie Asthma oder COPD können durch körperliche Bewegung und sportliche Betätigung Atemnot reduzieren, ihr gesundheitliches Befinden verbessern und wieder ein aktiveres Leben führen.

Dem steht allerdings entgegen, dass Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen häufig nur eine eingeschränkte Belastbarkeit mit frühzeitigem Auftreten von Atembeschwerden zeigen und körperliche Belastungen daher eher vermeiden. Die Folgen sind eine Schwächung von Herz, Kreislauf und Muskulatur und dadurch bedingt eine Abnahme der Lebensqualität, nicht selten begleitet von Depressionen und zunehmender sozialer Isolation. Dieser Abwärtsspirale sollte durch geeignete, dem Schweregrad der Erkrankung angepasste körperliche Trainingsprogramme entgegengewirkt werden.

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ERNÄHRUNG

 

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist generell ein wichtiger Faktor für den Erhalt unserer Gesundheit. Welchen Einfluss die Ernährung speziell auf Patienten mit Lungenerkrankungen haben kann, darüber gab es lange Zeit nur wenige Informationen. Heute weiß man, dass es gerade für sie eine Reihe wichtiger Gründe gibt, ganz besonders auf eine möglichst ausgewogene Zusammenstellung ihres Speiseplans zu achten. Fehlernährte Patienten tragen ein erhöhtes Risiko für Infektionen der Atemwege oder allergische Reaktionen, was ihre Erkrankung zusätzlich verkomplizieren kann. Zudem beeinträchtigt eine unausgewogene, schlechte Ernährung die Lungenfunktion. Studien haben gezeigt, dass die Abwehrkraft der Lunge durch Mangelernährung herabgesetzt wird. Denn die Fresszellen in den Lungenbläschen, welche eingedrungene Fremdstoffe zerstören, sind dann weniger aktiv. Dies bestätigen Hinweise bei COPD-Patienten mit Atemversagen, die unter Fehlernährung leiden. Bei COPD tritt in 20 bis 60 Prozent der Fälle eine Mangel- oder Fehlernährung auf, die im übrigen auch bei Normalgewicht vorliegen kann.  

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Körpergewicht: Übergewicht kann Atemprobleme verstärken, indem das Herz-Kreislaufsystem und der Lungenkreislauf Mehrarbeit leisten müssen. Häufige Begleiterkrankungen wie zum Beispiel Zuckerkrankheit (Diabetes), Herzerkrankungen und Bluthochdruck können die Folge sein. Für COPD-Patienten sind Übergewicht oder Untergewicht gleichermaßen behandlungsbedürftig.

Ärzte Zeitung, 09.12.2016

Aufklärung

BZgA bietet Faktenblatt zur COPD

Anlässlich des COPD-Welttages hat die BZgA ein Faktenblatt zum Thema COPD und Rauchen erstellt.

KÖLN. An den Folgen der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD sind im Jahr 2014 in Deutschland 27.008 Menschen gestorben – das sind täglich 74 Frauen und Männer, die häufig eine lange Leidensgeschichte hinter sich haben. COPD ist die fünfthäufigste Todesursache in Deutschland. Dennoch ist die Abkürzung COPD vielen Menschen noch unbekannt.

Zum diesjährigen Welt-COPD-Tag am 16. November gab die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ein neues Faktenblatt "COPD und Rauchen – die wichtigsten Fakten" heraus. Das Faktenblatt erklärt die Erkrankung, ihre Ursachen und Folgen und wie man sich am besten vor COPD schützen kann.

"Rauchen ist der mit Abstand entscheidendste Risikofaktor für die Entstehung einer COPD. Rund 80 bis 90 Prozent der COPD-Erkrankungen sind direkt auf das Rauchen zurückzuführen. Der beste Schutz vor einer COPD ist das Nichtrauchen. Ein konsequenter Rauchstopp ist der wichtigste Schritt zur Behandlung von Betroffenen", sagt Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA. "Aufgrund ihrer meist schleichenden Entwicklung wird eine COPD besonders im Anfangsstadium häufig übersehen oder als Raucherhusten verharmlost. Was mit chronischem Husten und vermehrtem Auswurf beginnt, kann in einem späteren Stadium massive Atemnot, Leistungsminderung und lebensbedrohliche Krankheiten zur Folge haben."

Bei einer COPD verengt sich das Bronchialsystem dauerhaft. Das wirkt sich negativ auf die gesamte Lebensqualität aus: Belastungen im Alltag, die gesunde Menschen noch lange nicht aus der Puste bringen, sorgen bei jemandem, der an COPD erkrankt ist, für akute Atemnot. (eb)

 

www.rauchfrei-info.de/informieren/rauchen-gesundheit/copd-und-andere-atemwegserkrankungen