Das Netzwerk der Hagener Selbsthilfegruppen stellt sich vor! Einladung zum Aktionstag am 13.05.2017

Wir, das Netzwerk Hagener Selbsthilfegruppen, freuen uns bereits auf unseren Aktionstag am 13.05.2017 und laden Sie herzlich dazu ein! Von 10.00-14.00 Uhr können Sie uns in der Stadtbücherei in Hagen antreffen und sich rund um das Thema Selbsthilfe informieren.

Zudem haben Sie die Möglichkeit uns in unserem "Chatroom" auf dem Wochenmarkt (Springe 1, 58095 Hagen) zu begegnen und sich mit Selbsthilfe-Aktiven auszutauschen. Zeiten und Themen hierfür sind:
10.30-11.15 Uhr: Diagnose - und dann?
11.45-12.30 Uhr: "Hilfe, mein Arzt versteht mich nicht"

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und interessante Gespräche!

Netzwerk Hagener Selbsthilfegruppen

Unser Selbsthilfewegweiser präsentiert sich frisch aktualisiert. Eine gute Anlaufstelle für alle die auf der Suche nach einer Selbsthilfegruppe sind oder sich einfach über die Selbsthilfegruppen in Hagen informieren wollen.
https://www.hagen.de/…/gesund…/Selbsthilfewegweiser_2017.pdf

 

Wie wird COPD diagnostiziert, Copd diagnostische Tests.

 

COPD-Diagnose & Tests

 

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die Ärzte verlassen COPD bei Patienten zu diagnostizieren. Diese Diagnose ist abhängig von der medizinischen und Familiengeschichte des Patienten, die Anzeichen und Symptome von COPD, die sie erleben, und die Testergebnisse. In erster Linie wollen die Ärzte über die Geschichte des Patienten mit dem Rauchen zu lernen, oder wenn sie nicht ein Raucher waren, haben sie keine längere Exposition gegenüber Tabakrauch haben.

 

Auch aktuelle COPD klinische Forschung hat gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen dieser Krankheit und signifikante Exposition gegenüber anderen Lungenreizmittel wie Luftverschmutzung, Staub oder chemische Dämpfe. Trotz der Schwere dieser Krankheit weltweit, klinische Studien über COPD deuten darauf hin, dass es nach wie vor kritisch ist unter diagnostiziert. Allerdings gibt es Behandlungen für Menschen mit COPD und Medikamente, die diese Erkrankung der Atemwege in Schach halten kann helfen.

 

(Wenn Sie mit dieser Atemwegserkrankung leben, könnten Sie für unsere COPD-Studie in Birmingham. AL qualifizieren.)

 

 

 

https://www.fascinatio.top/wie-wird-copd-diagnostiziert-copd-diagnostische.html

 

Luftverschmutzung hat für Erkrankungen in der Bevölkerung vermutlich eine größere Bedeutung als das Rauchen. Denn atmen muss jeder Mensch. Nach Schätzungen leben 340.000 Menschen in Deutschland in der Nähe von Straßen, die mit Stickoxiden und Feinstaub stark belastet sind. Mit etwa 73.000 vorzeitigen Todesfällen durch Luftverschmutzungen sei jährlich zu rechnen, hat kürzlich Professor Christian Witt aus Berlin erklärt. Und weil immer mehr Menschen in die Städte ziehen und diese Menschen immer älter werden, steige auch der Anteil derer, denen die Luftverschmutzung schade, sagte der Pneumologe von der Charité Berlin .

 

Wenn diesmal der Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Stuttgart stattfindet, in einer Stadt also, deren dicke Luft regelmäßig bundesweit zu Diskussionen führt, dann darf man auch fundierte Informationen zum Thema erwarten: Wie schlimm steht es denn tatsächlich um die Luftqualität in deutschen Ballungsräumen und in Europa?

 

Interessanterweise sehen selbst Lungenspezialisten dieses Thema verschieden. Das kann man etwa aus der Haltung der beiden Tagungspräsidenten ablesen – beides in Stuttgart tätige Pneumologen: So unterstützt Professor Martin Kohlhäufl, bis vor kurzem Chefarzt an der Klinik Schillerhöhe, die Feinstaub-Kampagne der Stadt, wofür sich der grüne Oberbürgermeister Fritz Kuhn in einem Grußwort ausdrücklich bedankt. Professor Martin Hetzel, Chefarzt am Krankenhaus vom Roten Kreuz, hält hingegen den "Antifeinstaub-Alarmismus" für unangemessen. Denn eine akute Gesundheitsgefährdung liege während dieser Tage gar nicht vor.

 

"Die Schadstoffbelastung der Luft ist heute in Deutschland so gering wie in den zurückliegenden 15 Jahren nicht", sagte Hetzel der "Ärzte Zeitung". Er habe noch nie ein "akutes Feinstaubsyndrom" diagnostiziert. Vermehrt Asthma- und COPD-Patienten sehe er in Tagen des Feinstaubalarms ebenfalls nicht in der Klinik.

Kritik an ideologischen Vorbehalten

 

In der Tat sind laut Umweltbundesamt die Schadstoffbelastungen in Ballungsräumen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Andererseits hat gerade die Europäische Kommission Deutschland und vier weitere EU-Staaten aufgefordert, endlich "Maßnahmen zu treffen, um die Reinhaltung der Luft sicherzustellen und die Gesundheit der Menschen zu schützen." So gebe es anhaltende Verstöße gegen die Stickoxid-Grenzwerte. EU-weit werden in 130 Städten die definierten Normen für gute Luftqualität nicht eingehalten. Deshalb sollen in der EU 400.000 Menschen pro Jahr vorzeitig zu Tode kommen.

 

Die Anstrengungen zur weiteren Reduktion der Luftschadstoffbelastung müssten weitergehen, betont auch Hetzel. "Dies sollte aber entideologisiert erfolgen." Kohlhäufl kündigt für den Pneumologenkongress in Stuttgart eine Zusammenschau wesentlicher Ergebnisse des europäischen Forschungsprojekts ESCAPE (European Study of Cohorts for Air Pollution Effects) an . Diese sind teilweise überraschend: So ergab eine Analyse über 300.000 Probanden aus 17 europäischen Kohorten einen Zusammenhang zwischen der Belastung mit Feinstaubpartikeln der Größe bis 10 μm (PM10) und Lungenkrebs, aber keine Risikoerhöhung für Stickstoffdioxid (NO2).

 

Ein systematisches Review zur NO2-Exposition und Lungenkrebs hatte dagegen ein konsistent erhöhtes Risiko ergeben. In vier Kohorten mit mehr als 6500 Probanden war zwischen Prävalenz und Inzidenz der COPD und Schadstoffexpositionen kein statistisch signifikanter Zusammenhang festzustellen. Niedrige Lungenfunktionswerte fanden sich in Abhängigkeit von PM10 und NO2, aber nicht für andere Schadstoffe. Die Langzeitexposition mit Luftschadstoffen war nicht mit Symptomen der chronischen Bronchitis assoziiert. Und das Risiko für Asthma bei exponierten Kindern ist nicht erhöht.

Welcher Schaden bei niedriger Belastung?

 

Nur die sachgerechte Interpretation solcher Daten wird politischen Entscheidern helfen, die richtigen Dinge anzustoßen. In einer kürzlich veröffentlichten gemeinsamen Stellungnahme der europäischen und der US-Fachgesellschaften für Pneumologie, ERS (European Respiratory Society) und ATS (American Thoracic Society), wird ausdrücklich daran erinnert, dass man nicht nur das respiratorische, sondern eine ganze Reihe weiterer Organsysteme in die Analysen einbeziehen müsse (Europ Resp J 2016; DOI: 10.1183/13993003.00419-2016 ).

 

Festzulegen sei, was als unerwünschter Effekt betrachtet werden müsse und was nicht, und anhand welcher Biomarker sich diese Effekte feststellen ließen. Die Aufgabe ist weniger einfach zu lösen, als sie sich anhört. Und weiter heißt es in dem Papier: "In entwickelten Ländern muss die Frage beantwortet werden, inwiefern Schadwirkungen bei vergleichsweise niedrigen Schadstoffbelastungen der Luft noch auftreten und ob Bedarf an weiteren Regulierungen besteht, die über die gegenwärtigen nationalen Standards und die Leitlinien der WHO hinausgehen."

 

BGH stärkt Kündigungsschutz für alte und kranke Mieter

Eine junge Familie will nicht länger vermieten. Aber kann man einen 87-Jährigen und seine Frau einfach vor die Tür setzen? Nicht ohne gründliche Prüfung der drohenden Folgen, sagt jetzt ein Urteil.

KARLSRUHE. Der Bundesgerichtshof (BGH) stärkt besonders schutzwürdigen Mietern den Rücken, die sich gegen ihre Kündigung wehren. Bringen sie schwere gesundheitliche Probleme oder gar Lebensgefahr vor, müssen Gerichte dem besonders sorgfältig nachgehen. Bevor ein Richter der Räumungsklage stattgibt, hat er sich sehr genau anzuschauen, welche Folgen der Umzug für den Betroffenen haben könnte und wie wahrscheinlich es ist, dass diese eintreten. Das geht aus einem am Mittwoch verkündeten Urteil hervor.

Die Karlsruher Richter hatten über einen Streit aus Sinzheim bei Baden-Baden zu entscheiden. Dort will eine junge Familie mit zwei kleinen Kindern ihr Haus aus Platzgründen für sich allein und hat einem betagten Ehepaar im Erdgeschoss die Wohnung gekündigt.

Eigenbedarf ist prinzipiell ein legitimer Kündigungsgrund. Eine Sozialklausel im Mietrecht (§ 574 BGB) sieht aber vor, dass Mieter unter Umständen trotzdem nicht weichen müssen - nämlich dann, wenn der Umzug eine nicht zu rechtfertigende Härte bedeuten würde. Bei der Abwägung sind auch die Vermieter-Interessen zu berücksichtigen.

Unter Verweis auf diese Klausel wehren sich der 87 Jahre alte Mann und seine 78-jährige Frau gegen die Räumungsklage. Sie sagen: Zumindest dem Mann, der an einer beginnenden Demenz leide, sei kein Wohnungswechsel mehr zuzumuten. Vor dem Amts- und Landgericht hatten sie keinen Erfolg. Mit dem BGH-Urteil gibt es jetzt neue Hoffnung.

Denn das Landgericht Baden-Baden ist nach Auffassung des Senats vorschnell zu dem Schluss gelangt, dass die Vermieter-Interessen hier Vorrang haben. Die Vorsitzende Richterin Karin Milger kritisierte in der Verhandlung beispielsweise, dass es gar keinen Ortstermin gegeben habe. Ob die Wohnsituation der Familie wirklich katastrophal beengt sei oder es nur um mehr Komfort gehe, lasse sich deshalb gar nicht sagen. Das Landgericht muss sich jetzt noch einmal gründlich mit dem Fall beschäftigen und dann neu entscheiden. Solange können die Mieter erst einmal in ihrer Wohnung bleiben. (Az. VIII ZR 270/15)

Der Deutsche Mieterbund nannte die Entscheidung "ein gutes Urteil". "Letztlich muss das Mieterrecht auf körperliche Unversehrtheit dem Vermieterinteresse auf freie Lebensgestaltung in derartigen Fällen vorgehen", erklärte Bundesdirektor Lukas Siebenkotten. (dpa)

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Verband der Ersatzkassen

Änderungen im Gesundheitswesen 2017

Am 1.1.2017 werden wesentliche Bestandteile des Pflegestärkungsgesetz II (PSG II) wirksam. Kernstück ist die gesetzlich verbindliche Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs, mit dem die bisherige Benachteiligung von Personen mit kognitiven Einschränkungen beseitigt wird. So erhalten etwa demenzerkrankte Pflegebedürftige einen gleichberechtigten Zugang zu allen Leistungen der Pflegeversicherung. Veränderungen gibt es auch bei den Beitragssätzen, Beitragsbemessungsgrenzen, bei der Qualität der Hilfsmittel und den Behandlungsmöglichkeiten für psychisch Kranke durch das "Gesetz zur Weiterentwicklung der Versorgung und Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen" (PsychVVG).

 

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl versichertenrelevanter Neuregelungen im Bereich Gesundheit und Pflege.

Ergebnisse des Lungenfunktionstests: Normale Richtwerte im Überblick

Mit dem Befund, den der Haus- oder Lungenfacharzt mittels Lungenfunktionstest stellt, können Patienten jedoch zunächst meist wenig anfangen. Nachfolgend werden daher ungefähre Normalwerte einiger wichtiger LuFu-Parameter zum Abgleich aufgelistet. Als Faustregel ist festzuhalten, dass der Bereich zwischen 80 und 120 Prozent des Sollwerts als normal gilt.

·         Vitalkapazität (VC): rund 5 l (jüngerer Mann, 1,80 Meter groß)

·         inspiratorisches Reservevolumen: etwa 2,5 l

·         exspiratorisches Reservevolumen: rund 1,5 l

·         Residualvolumen: etwa 1,5 l

·         Einsekundenkapazität (FEV): schwankt je nach Alter, Geschlecht und Größe zwischen einem und vier Litern; rund 3 l für eine 35-jährige Frau, 1,65 m groß)

·         Peak-Flow (PEF): rund 10 Liter pro Sekunde (l/s)

·         Resistance (Atemwiderstand): 70 bis 80 Prozent

·         maximaler exspiratorischer Fluss (MEF): Drei Werte geben in Form eines Fluss-Volumen-Diagramms Aufschluss darüber, ob eine Obstruktion der Atemwege vorliegt

·         Atemgrenzwert: 120 bis 170 Liter pro Minute (l/min)

Peak-Flow-Meter: Lungenfunktionstest für den Hausgebrauch

Ein Verfahren, mit dem Lungenpatienten zu Hause ihre Lungenfunktion selbst überprüfen können, ist der Test mit dem Peak-Flow-Meter. Die englische Bezeichnung bedeutet so viel wie "stärkste Strömung". Denn die Stärke des Luftstroms aus den Lungen ist der Messwert, um den es bei dem Selbsttest mit dem handlichen, mechanischen oder elektronischen Messgerät geht.

Dazu wird mit aller Kraft in das Mundstück des Peak-Flow-Meters gepustet. Die Stärke des Luftstroms aus den Lungen hängt zusammen mit der Weite der Atemwege und vermittelt damit wichtige Informationen beispielsweise zum Verlauf einer Asthmaerkankung.

Autor: Ruth Sharp / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 01. Februar 2016
Durch: es / sw
Quellen: Prof. Dr. C.-P. Criee und Mitautoren: Empfehlungen zur Ganzköper- Plethysmographie (Bodyplethysmographie), Empfehlungen der Deutschen Atemwegsliga und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, Deutsche Atemwegsliga und Dustri Verlag Dr. Karl Feistle, Bad Lippspringe/München-Orlando 2009 Lungeninformationsdienst des HelmholzZentrums München im Auftrag des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL)

 

Mal ein Onlinerechner zum abgleichen und interpretieren.

In dem Formular könnt ihr eure LUFAWERTE eingeben und habt dann eine Einstufung und Interpretation eures LUFA-stands.

 

http://www.pulmopret.at/online

16.02.17

COPD: Kortison wird zur Ausnahme

Von Christiane Fux, Medizinredakteurin

Weniger Kortison, mehr bronchienerweiternde Mittel – so lauten die neuen Therapieempfehlungen für Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD).

Wie ein Patient mit COPD behandelt wird, hängt von seinem Krankheitsstadium ab. Bislang wurde bei schwerer COPD (ab Stadium 3) meist Kortison zum Inhalieren verordnet. So hoffte man, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und plötzliche Krankheitsschübe (Exazerbationen) zu verhindern.

Neue Behandlungsstrategie

Neuere Untersuchungen weisen jedoch darauf hin, dass die Therapie mit einem oder sogar zwei bronchienerweiternden Mitteln, sogenannten Bronchodilatatoren, für die meisten Patienten die bessere Behandlungsstrategie ist. Diese Medikamente verringern die Atemnot bei Belastung, reduzieren die Anzahl der Exazerbationen, helfen gegen die Entzündung und lassen die Schleimhaut abschwellen.

In Zukunft sollten lediglich Patienten, die trotz des kombinierten Einsatzes von zwei Bronchodilatatoren häufig Exazerbationen erleiden, weiterhin Kortison inhalieren. Das empfehlen zumindest die Autoren der globalen Initiative für COPD (GOLD) in ihrem jüngsten Report. Dabei handelt es sich um ein jährlich überarbeitetes Strategiepapier für die Behandlung von Patienten mit COPD.

Größerer Effekt, weniger Nebenwirkungen

Basis für die Empfehlung war insbesondere die doppelblinde FLAME-Studie. Sie zeigte, dass eine Behandlung mit zwei Bronchodilatation nicht nur wirksamer als die Kombination von Bronchien Mittel und Kortison war, sondern auch weniger Nebenwirkungen hatte.

Abgesehen vom Strategiewechsel bei der Behandlung schlagen die GOLD-Experten auch eine neue Gliederung der Krankheitsstadien vor. Ob die Empfehlungen auch in die nationalen Leitlinien einfließen werden, ist noch offen.

Neben der medikamentösen Therapie wirkt sich vor allem der Lebensstil auf den Krankheitsverlauf aus. Wichtigste Maßnahme ist deshalb der Verzicht aufs Rauchen, das der Hauptrisikofaktor für COPD ist. Sport kann darüber hinaus helfen, die Lungenkapazität zu vergrößern und somit die Beschwerden zu lindern.

“Raucherhusten“ und Luftnot

Bei einer COPD, umgangssprachlich auch Raucherhusten genannt, sind die Atemwege chronisch entzündet und verengt. Daher leiden Menschen mit COPD zunehmend unter Atemnot, Husten und Auswurf. Ursache sind Schadstoffe wie sie zum Beispiel im Tabakrauch vorkommen. Sie setzen sich in den Atemwegen fest und befeuern eine chronische Entzündung.

COPD ist eine weit verbreitete Krankheit. Experten gehen davon aus, dass von den über 40-Jährigen in Deutschland etwa zehn bis zwölf Prozent betroffen sind. Schreitet eine COPD voran, ist sie lebensbedrohlich.

Quellen:

Global strategy for the diagnosis, management, and prevention of chronic obstructive pulmonary disease: GOLD, 2017

Jadwiga A. Wedzicha et al: Indacaterol–Glycopyrronium versus Salmeterol–Fluticasone for COPD: N Engl J Med 2016; 374:2222-2234June 9, 2016DOI: 10.1056/NEJMoa1516385

 

 

Ärzte Zeitung, 27.01.2017

COPD-Therapie

"Ein großer Schritt nach vorne"

Die COPD-Therapie ist heute viel besser, als sie vor 20 Jahren war, sagt Professor Claus Vogelmeier, Marburg, im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

Das Interview führte Beate Schumacher

Ärzte Zeitung:Für die bronchodilatierende Therapie bei COPD stehen heute gleich mehrere LAMA und LABA zur Verfügung. Gibt es Gründe, die Behandlung mit der einen oder anderen Substanzklasse anzufangen?

Professor Claus Vogelmeier: Aus meiner Sicht gibt es eine gewisse Präferenz für die lang wirksamen Anticholinergika, die sogenannten LAMA. In zwei großen randomisierten Studien war jeweils das LAMA dem LABA, also dem lang wirksamen Betamimetikum, bezüglich der Prävention von Exazerbationen überlegen.

Professor Claus Vogelmeier

Aktuelle Position: Direktor der Klinik für Innere Medizin mit Schwerpunkt Pneumologie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Marburg

Werdegang: 1982 Approbation; 1984 Promotion; Weiterbildung zum Internisten an der LMU München; 1998-2001: Leiter des Schwerpunkts Pneumologie an der LMU München

Engagement: 2009-2011 Präsident der DGP, im Vorstand der Atemwegsliga, im wissenschaftlichen Komitee von GOLD (Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease)

Da diese Studien mit zwei verschiedenen Wirkstoffen durchgeführt wurden, ist anzunehmen, dass es sich nicht um einen substanzspezifischen Effekt handelt. Damit hat man ein Argument, primär ein LAMA einzusetzen.

Wann ist eine Therapieeskalation von einer Mono- zu einer dualen Therapie angezeigt?

Vogelmeier: Bei therapienaiven, neu diagnostizierten Patienten, die keine hochgradige Symptomatik und keine besondere Exazerbationsanamnese haben, kann man die Behandlung nach meiner Meinung mit einer Einzelsubstanz beginnen. Ich würde dann eskalieren, wenn die Patienten darunter nicht stabil genug werden.

Bei Patienten, die deutliche Symptome zeigen oder eine signifikante Exazerbationshistorie aufweisen, würde ich gleich mit einer Kombination anfangen. Das sind Patienten, wie sie an den Studien mit dualen Bronchodilatatoren teilgenommen haben.

Welcher Zusatznutzen ist für die zweifache Bronchodilatation dokumentiert?

Vogelmeier: Bei der Lungenfunktion war sie in allen Studien den jeweiligen Monotherapien überlegen. Bei den patientenzentrierten Outcomes war die duale Therapie dann eindeutig im Vorteil, wenn es sich um primäre Studienendpunkte handelte; hier wurde ein Zusatznutzen zum Beispiel bezüglich Atemnot und Exazerbationen belegt.

Wenn patientenzentrierte Parameter als sekundäre Endpunkte untersucht wurden, war das Ergebnis nicht so klar. Die Effekte waren auch nicht in allen Studien gleich ausgeprägt. Aber cum grano salis ist die Überlegenheit gezeigt.

Erhöht die duale Therapie das Risiko für Nebenwirkungen?

Vogelmeier: Das ist die gute Nachricht: Es gab in keiner Studie ein Sicherheitssignal, insbesondere keine Zunahme von kardiovaskulären Ereignissen oder Rhythmusstörungen. Man muss also keine höhergradigen Probleme befürchten.

Wonach kann die Auswahl eines bestimmten LAMA oder LABA ausgerichtet werden?

Vogelmeier: Der wesentliche Unterschied zwischen den Substanzen ist die Pharmakokinetik. Es gibt solche, die 24 Stunden wirken und nur einmal täglich angewendet werden, und solche mit zwölfstündiger Wirkung und zweimal täglicher Inhalation.

Ich mache die Auswahl primär von zwei Dingen abhängig: Zum einen, wenn der Patient mir erzählt, dass er in den Abendstunden immer wieder Symptome hat, dann gebe ich gerne ein zweimal täglich zu inhalierendes Medikament. Bei den anderen würde ich typischerweise eine Einmal-täglich-Substanz wählen.

Der zweite wichtige Punkt ist: Wie kommt der Patient mit bestimmten Devices zurecht? Das ist im Zusammenhang mit der COPD ein ganz entscheidendes Problem. Wir brauchen eine Interaktion zwischen Patient und System, die so gut ist, dass das Medikament verlässlich in adäquater Dosis appliziert wird.

Über den Nutzen von inhalativen Kortikosteroiden (ICS) wird spätestens seit der FLAME-Studie heftig diskutiert. Wie ist heute ihr Stellenwert in der COPD-Therapie?

Vogelmeier: Man muss sich überlegen, wo die inhalierbaren Steroide herkommen. Über 10 bis 15 Jahre hinweg hat sich aus Studien die Einsicht entwickelt, dass ICS in Kombination mit LABA in einer Reihe von Endpunkten den Einzelsubstanzen überlegen sind.

Bis vor relativ kurzer Zeit galt daher das Dogma: Bei höhergradiger Exazerbationsanamnese setzt man Therapieregime ein, die ein inhalierbares Kortikosteroid enthalten. Und dann kam die FLAME-Studie.

An der Studie haben genau solche Patienten teilgenommen, mit schlechter Lungenfunktion, deutlicher Symptomatik und mindestens einer Exazerbation im Vorjahr. Sie erhielten entweder eine steroidhaltige Therapie oder eine steroidfreie Therapie, und die steroidfreie hat sich in der Exazerbationsprophylaxe als überlegen erwiesen.

Das heißt für mich, dass ich beim typischen COPD-Patienten primär eine reine Bronchodilatatorentherapie mache. Erst wenn eine LAMA/ LABA-Therapie zur Exazerbationsprophylaxe nicht ausreicht, wäre für mich der nächste Schritt die Hinzunahme eines ICS.

Es gibt für mich aber Ausnahmen: Das sind Patienten mit deutlicher Eosinophiler, Symptomen vor dem 40. Lebensjahr und begleitendem Asthma. Diese Patienten wurden alle in FLAME nicht untersucht. Bei denen kann es sinnvoll sein, primär mit einem ICS zu beginnen.

Wir gut gesichert ist die Eosinophiler als Kriterium für die ICS-Therapie?

Vogelmeier: Nahezu alle Daten dazu stammen aus Post-hoc-Analysen mit unterschiedlichen Substanzen und unterschiedlichen Grenzwerten. Eine faire Aussage ist: Es scheint einen Zusammenhang zu geben zwischen einer Eosinophilie und der Wahrscheinlichkeit, dass ein ICS wirkt. Aber wir haben noch keine belastbaren Grenzwerte.

Wie groß schätzen Sie den Anteil der COPD-Patienten, der ICS erhalten sollte?

Vogelmeier: Das ist die Gretchenfrage. Wenn man davon ausgeht, dass eine klassische COPD primär mit Bronchodilatatoren behandelt wird und ICS nur dann hinzukommen, wenn die Patienten damit nicht exazerbationsfrei sind oder wenn die Patienten keine reine COPD-Diagnose haben, dann sind das nach meiner Einschätzung 10 bis maximal 20 Prozent. Aber nicht wie jetzt die Hälfte der COPD-Patienten.

Wie kommt es zu der Übertherapie?

Vogelmeier: Es hat vermutlich damit zu tun, dass nur ein Teil der Patienten von Spezialisten behandelt wird, was dazu führt, dass die Diagnose oft nicht so klar ist. Wenn die Kollegen unsicher sind, ob es sich um eine COPD oder ein Asthma handelt, so meine Vermutung, entscheiden sie sich in dubio für ein Medikament, das in beiden Fällen Wirkung zeigt.

Was spricht dagegen?

Vogelmeier: Dagegen spricht in erster Linie, dass die Therapie mit inhalierbaren Steroiden potenziell mit Nebenwirkungen verbunden ist. Besonders zu nennen ist die Möglichkeit der Entwicklung einer Pneumonie. Weiter spricht die FLAME-Studie dafür, dass eine LABA/LAMA-Kombination wirksamer sein kann als eine LABA/ICS-Kombination.

Kann man ein nicht indiziertes ICS einfach absetzen?

Vogelmeier: Dazu gibt es eine Reihe von Studien. In der WISDOM-Studie mit Patienten unter einer Tripletherapie hat man bei der Hälfte das ICS abgesetzt und hat in der Gesamtgruppe keine Steigerung der Exazerbationsrate gesehen.

Ich empfehle aber, die Patienten danach weiter zu beobachten, weil es sicher einzelne gibt, bei denen eine Exazerbation zu befürchten ist. Da sollte man möglichst nah dran sein, um nichts zu übersehen.

Gibt es außer der ICS-Übertherapie noch Verbesserungsbedarf bei der Pharmakotherapie von COPD-Patienten?

Vogelmeier: Die Therapie ist heute viel besser, als sie vor 20 Jahren war. Nach Tiotropium, dem ersten COPD-spezifischen Medikament, ist eine ganze Kaskade von Substanzen gefolgt. Jetzt haben wir die Fixkombination LABA/LAMA, die ersten Triplekombinationen werden im vierten Quartal 2017 in Deutschland verfügbar sein.

Wir haben heute ein großes Armamentarium, mit dem wir uns auf die Situation der Patienten einstellen können, im Hinblick auf Pharmakokinetik, Substanzen und Devices. Das ist ein großer Schritt nach vorne. Aber es gibt immer noch eine Menge sogenannter "unmet needs".

Welche sind das?

Vogelmeier: Wir müssen deutliche Fortschritte erzielen bei der nicht pharmakologischen Therapie: Erstens müssen wir die Patienten dazu bringen, dass sie ihre körperliche Aktivität steigern. Zu wenige Patienten kommen in adäquate Reha-Einrichtungen. Dazu brauchen wir mehr Lungensport, oder auch Apps für jüngere Patienten. Das halte ich für sehr wichtig.

Der zweite Punkt ist die Raucherentwöhnung: Die Raten sind nach wie vor schlecht, hier gibt es noch viel zu tun. In der medikamentösen Therapie gibt es noch eine Lücke bei der Entzündung in der Lunge, von der wir denken, dass sie im Krankheitsprozess eine entscheidende Rolle spielt. Die Entzündung können wir noch nicht so behandeln, wie wir möchten, hier brauchen wir noch spezifischere Medikamente.

Was können Hausärzte tun, damit die Pharmakotherapie für COPD-Patienten einen maximalen Nutzen hat?

Vogelmeier: Was Hausärzte besser können als Spezialisten ist, dass sie die Patienten früh diagnostizieren. Sie haben damit auch bessere Chancen, auf den Krankheitsverlauf Einfluss zu nehmen, indem sie frühzeitig an Prävention denken und eine Pharmakotherapie einleiten. Das ist zwar nicht bewiesen, aber die Hoffnung ist berechtigt.

Außerdem können Hausärzte von Anfang an auf eine Veränderung des Lebensstils hinwirken. Die Kombination von früher Diagnose, früher Prävention und Therapie und frühen Allgemeinmaßnahmen könnte sehr viel verbessern.

 

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Feinstaub: Folgen für die Gesundheit

Verkehr, Industrie, aber auch Raucher und Drucker blasen Feinstaub in die Luft. Die Mini-Partikel können Herz und Lunge schädigen. Was Sie über die feinen Teilchen wissen sollten

von Michael Aust / Dr. Roland Mühlbauer, aktualisiert am 24.01.2017

Sie sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen, und auch die Schleimhäute und Härchen in der Nase halten sie nicht ab: Feinstaubpartikel unterscheiden sich vom Grobstaub durch ihren Durchmesser von weniger als 0,01 Millimeter, also 10 Mikrometern.

Weil sie so winzig sind, wandern sie über die Atemwege in den menschlichen Körper und dort bis in die Bronchien. Noch kleinere Teilchen mit einem Durchmesser unter 2,5 Mikrometer (PM 2,5) können in die Lungenbläschen und Teilchen unter 1 Mikrometer sogar in die Blutgefäße vordringen.


Wie Feinstaub den Körper schädigt

Vor allem kann der Feinstaub Atembeschwerden auslösen. Darüber hinaus erhöht er das Risiko für Herzinfarkte und für Lungenerkrankungen bis hin zu Lungenkrebs.

Setzen sich die Staubkörner etwa in den Bronchien fest, ziehen sich die Atemwege zusammen. Ein gesunder Mensch kann das ausgleichen, Asthmatiker werden dadurch kurzatmig. Dringen die bakteriengroßen Partikel in die Lungenbläschen ein, fährt der Körper seine ganze Abwehr auf, um sie wieder loszuwerden. Damit schädigt er sein eigenes Gewebe – was wiederum das Risiko für Krebs erhöht. Jährlich sterben 47.000 Menschen in Deutschland an den Folgen der Luftverschmutzung durch Feinstaub und Stickstoffoxide, schätzte das Umweltbundesamt im Jahr 2014.

Umstrittene Grenzwerte

Aber wie viel Feinstaub darf höchstens in der Luft schweben, damit das Atmen nicht zur Gefahr wird? Darüber streiten Experten seit Jahren. Während die Europäische Union einen zulässigen Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter verabredet hat, hält die Weltgesundheitsorganisation WHO schon alles über 20 µg/m³ für bedenklich. Ein unterschiedlicher Maßstab, der radikal verschiedene Bewertungen zur Folge hat, was die Belastung in Deutschland angeht.

Welche, das zeigte kürzlich die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Peter Meiwald der Partei Die Grünen. Demnach hat die mittlere Feinstaubbelastung in Deutschland seit dem Jahr 2000 kontinuierlich abgenommen. "Der Grenzwert für das Jahresmittel 40 μg/m³ wurde 2014 an keiner Messstation überschritten", schreibt die Bundesregierung. Und nur an drei Prozent der Messstellen sei der Grenzwert für das Tagesmittel erreicht worden. Er liegt bei 50 μg/m³ und darf laut Bestimmung bis zu 35 Mal im Jahr überschritten werden. So liest sich die Statistik als Erfolgsgeschichte.

Laut WHO auch niedrige Werte riskant

Gemessen nach der WHO-Empfehlung, muss die Bundesregierung ihre Daten allerdings relativieren: So sei die Empfehlung von maximal 20 μg/m³ im Jahresmittel an fast der Hälfte der Messstationen überschritten worden. Der WHO-Richtwert, der schon eine Belastung von 50 μg/m³ im Tagesmittel an mehr als drei aufeinanderfolgenden Tagen für bedenklich hält, überschritten sogar 89 Prozent der Messstellen.


Beim sehr kleinen Feinstaub PM 2,5 wird die Latte der Weltgesundheitsorganisation sogar an fast allen Stationen gerissen. "Ich finde das sehr beunruhigend", sagt Peter Meiwald. "Zumal sowohl die Bundesregierung als auch die EU darauf hinweisen, dass es keinen Grenzwert gibt, unter dem der sehr kleine Feinstaub PM 2,5 keine Gefahr für die Gesundheit darstellt."

Herzinfarktrisiko schon bei geringer Konzentration erhöht

Auch das Umweltbundesamt, Deutschlands zentrale Umweltbehörde, sieht die Werte mit Besorgnis: "Das Gesundheitsrisiko bleibt bestehen. Gesundheitsschäden treten auch bei geringen Feinstaubkonzentrationen auf", sagt Sprecher Felix Poetschke. Argumente für strengere Grenzwerte könnte die Gesundheitspolitik zum Beispiel der Studie eines internationalen Forscherkollektivs entnehmen, die 2014 im Fachmagazin British Medical Journal veröffentlicht wurde.

Die Wissenschaftler verglichen die Gesundheitsdaten von mehr als 100.000 Menschen, die über fast zwölf Jahre beobachtet worden waren, mit der Luftqualität an ihren jeweiligen Wohnorten. Laut ihren Berechnungen erhöht ein Anstieg der jährlichen Konzentration an Partikeln des mikrokleinen Typs (unter 2,5 Mikrometer) um fünf Mikrogramm pro Kubikmeter Luft das Risiko eines Herzinfarkts um zwölf Prozent.

Feinstaubverursacher im Freien

Hauptverursacher von Feinstaub ist der Verkehr: Vor allem Autos und Fahrzeuge mit Dieselmotoren sind für die Mikropartikel verantwortlich. Auch Reifen- und Bremsenabrieb von Autos trägt dazu bei. Hinzu kommen Partikelschleudern wie Kraftwerke oder Prozesse in der Metall- und Stahlerzeugung. Aber auch Kamine und Holzöfen wirbeln feinste Partikel in die Luft, ebenso die Landwirtschaft beim Düngen.

Zur Feinstaubbelastung in Deutschland gibt es auf der Internetseite des Umweltbundesamts eine Karte, die laufend aktualisiert wird. Auch die Feinstaubbelastung der letzten Monate kann damit angezeigt werden.

Drinnen Feinstaub vermeiden

Was kann man tun für eine ungefährlichere Atemluft im Zimmer? Tabak- und Kerzenrauch, sogar Toaster und Staubsauger erhöhen die Belastung mit Feinstaub. Deshalb sollte man zum Beispiel auf Rauchen in Räumen verzichten, bei Kaminöfen emissionsarme Produkte erwerben und richtig mit dem Brennholz umgehen – und Teppich verlegen. Dessen Fasern wirken offenbar als Staubfänger, wie ein Test des Deutschen Asthma- und Allergikerbunds vor einigen Jahren zeigte.


Die Tester untersuchten die Raumluft von 100 Schlaf-, Wohn- und Kinderzimmern auf Feinstaubpartikel und kamen zu dem Ergebnis: In Wohnungen mit Parkett, Laminat oder Fliesen enthielt ein Kubikmeter Atemluft mehr als doppelt so viel Mikrogramm Feinstaub wie ein Kubikmeter Luft in Räumen, wo Teppich den Boden bedeckte.

Als Feinstaubproduzent in Verruf geraten sind auch manche Laserdrucker. Sie sollten nur in speziell belüfteten Räumen betrieben werden. "Ich empfehle, sich vor dem Kauf eines Laserdruckers zu informieren, ob die Drucker mit dem Umweltzeichen Blauer Engel zertifiziert sind, oder gleich auf einen Tintenstrahldrucker auszuweichen", rät Peter Meiwald.

Extremwerte in China

Eine gute Nachricht gibt es indes: Verhältnisse wie in chinesischen Großstädten muss hierzulande noch niemand fürchten. Dort heizt ein Großteil der Bevölkerung noch mit Kohleöfen, während sich durch die Stadtautobahnen Millionen von Autos schieben.

Wozu das führt, konnte man wieder vergangenen Dezember beobachten: Die Hauptstadt Peking etwa versank unter einer Wolke aus Feinstaub. Zu Spitzenzeiten erreichte die Belastung dort Werte von über 500 Mikrogramm pro Kubikmeter. Zum Vergleich: Der deutsche Spitzenreiter, die Messstation "Stuttgart Am Neckartor", erreichte 2014 einen Jahresmittelwert von 89 Mikrogramm. Der Tagesmittelwert lag am 22.01.2017 zum Beispiel bei 134 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Neue EU-Richtlinie

Seit Anfang 2017 ist eine EU-Richtlinie in Kraft getreten, durch die die Emissionen folgender Luftschadstoffe bis 2030 reduziert werden sollen: Schwefeldioxid um 79 Prozent, Ammoniak um 19 Prozent, flüchtige organische Verbindungen um 40 Prozent, Stickoxide um 63 Prozent und Feinstaubpartikel unter 2,5 Mikrogramm um 49 Prozent. Dadurch sollen die negativen Einflüsse der Luftverschmutzung auf die Gesundheit halbiert werden.

 


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19. Dezember 2016Lungenärzte: Eine COPD-Epidemie in den nächsten Jahrzehnten droht

Obwohl die Zahl der Raucher hierzulande langsam abnimmt, wird die Anzahl COPD-Fälle, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, in den nächsten zwanzig Jahren um mehr als 150% ansteigen. Darauf machen die Lungenärzte der DGP aufmerksam.

Obwohl die Zahl der Takakkonsumenten (insbesondere unter Männern) hierzulande langsam abnimmt, ist in den nächsten zwanzig Jahren mit einer regelrechten COPD-Epidemie zu rechnen, die unser Gesundheitssystem herausfordern dürfte.

„Von 2010 bis 2030 wird die Anzahl der COPD-Fälle, die im Krankenhaus behandelt werden müssen – trotz des abnehmenden Tabakkonsums – um mehr als 150% ansteigen, wobei insbesondere ältere Menschen über 75 Jahre betroffen sein werden, bei denen sogar ein Anstieg um 220% zu erwarten ist“, erklärt Prof. Dr. med. Berthold Jany, Präsident der der DGP und Chefarzt der Abteilung Innere Medizin der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg.

Das geht aus einer aktuellen Studie kanadischer Forscher hervor, die anhand einer Analyse von Populationsstatistiken über Bevölkerungswachstum und Altersstrukturen sowie der Gesundheitsdaten von 4,7 Millionen Kanadiern zu dieser Prognose für Kanada kommen (siehe American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine). Den Wissenschaftlern zufolge sind die Studienergebnisse aber auch auf viele andere Industrienationen übertragbar, weil diese eine vergleichbare Entwicklung aufweisen.

Das zunehmende Alter der Patienten beeinflusst die Prognose maßgeblich

COPD wird in den Industrienationen also nicht bald ein Problem der Vergangenheit sein, nur weil tendenziell weniger Menschen in der westlichen Welt rauchen. „Nicht nur Rauchen ist ein Risikofaktor für COPD: Auch das Alter spielt eine wichtige Rolle, denn mit zunehmendem Alter nimmt die Lungenfunktion ab – ein natürlicher Prozess, den wir als Lungenalterung bezeichnen, und der jeden alternden Menschen betrifft. Dies hat aber natürlich umso mehr negative Auswirkungen für den Betroffenen, wenn seine Lunge bereits vorgeschädigt ist, wie z.B. durch jahrelanges Rauchen oder eine chronische Lungenerkrankung“, erläutert Prof. Jany. In den Populationen der Industrienationen wird sich wegen der steigenden Lebenserwartung u.a. aufgrund einer besseren medizinischen Versorgung ein stärkerer Zuwachs in den höheren Altersklassen – die so genannte Alterspyramide – abzeichnen.

Das wird auch die Belastung des Gesundheitssystems erhöhen: Mehr alternde Patienten mit altersbedingt mehr Begleiterkrankungen werden zu versorgen sein. Dabei dürfte die größte Krankheitslast den Forschern zufolge aber von COPD ausgehen, da COPD unter den zehn häufigsten zum Tode führenden Erkrankungen die einzige ist, deren Häufigkeit konstant zunimmt. Außerdem seien im Vergleich zu anderen Krankheiten bestehende Versorgungslücken bei COPD aufgrund der noch nicht ausreichenden Vorbeugung und möglichst frühzeitigen Behandlung weitaus größer. Bereits jetzt ist COPD weltweit die dritthäufigste Todesursache nach ischämischer Herzerkrankung und Schlaganfall.

Aktive und Ex-Raucher sollten regelmäßig zum Lungentest gehen

Auch wer mit dem Rauchen aufgehört hat, kann noch an COPD erkranken: Unter ehemaligen Rauchern weist schätzungsweise jeder siebte eine noch nicht diagnostizierte Atemwegsverengung auf – zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie aus Hong Kong (siehe International Journal of Chronic Obstructive Pulmonary Disease 2016, Band 1/1, Seite 2391-2399). Um eine Erkrankung an COPD möglichst früh zu erkennen, wird aktiven und ehemaligen Rauchern empfohlen, regelmäßig ihre Lungenfunktion vom Arzt überprüfen zu lassen. „COPD ist zwar nicht heilbar, in einem frühen Stadium lässt sich diese chronisch fortschreitende, entzündliche Lungenerkrankung aber noch gut behandeln: Die Entzündungsprozesse in den Atemwegen lassen sich dann medikamentös noch in den Griff bekommen und ein Fortschreiten der Erkrankung mit zunehmenden Atembeschwerden, Husten und Atemnot somit aufhalten. Voraussetzung ist selbstverständlich ein gleichzeitiger Rauchstopp, sonst können die besten Medikamente nicht helfen.

Zur Raucherentwöhnung gibt es medikamentöse und psychologische Unterstützung“, betont Prof. Jany. Bleibt die Atemwegsentzündung hingegen unbehandelt, nehmen die Lungenbläschen mit der Zeit Schaden und verlieren zusehends ihre Elastizität, so dass sie weniger Sauerstoff ins Gewebe abgeben und Kohlendioxid abtransportieren können. So entsteht die Atemnot. Auch die den Lungenbläschen Sauerstoff zuführenden Atemwege verstopfen zunehmend durch Anschwellen und Schleimbildung infolge der Entzündungsprozesse. So kommt es zu immer mehr Atembeschwerden und Husten und einer immer stärkeren Atemwegsverengung, die sich beim Lungenfunktionstest detailliert nachweisen lässt. Symptome der COPD, die anfänglich nur bei körperlicher Anstrengung auftreten, werden so immer häufiger und belasten den Patienten schließlich ständig – das heißt auch im Ruhezustand und nachts beim Schlafen.
 

DGP

 


Bei COPD hat jeder die "Lizenz zum Töten"

Interview 


© thinkstock/MT-Archiv

Inhalative Steroide in die Tonne – so könnte man die FLAME-Studie zusammenfassen, die in diesem Jahr die COPD-Welt auf den Kopf gestellt hat. Das schlägt sich jetzt auch in den neuen GOLD-Empfehlungen nieder, erklärt Professor Dr. Felix Herth im Interview mit Medical Tribune.

Wurden und werden in Deutschland zu häufig inhalative Kortikosteroide (ICS) bei COPD verordnet?

Prof. Herth: Wir haben sehr gute Daten zur deutschen Versorgungsrealität, die aufzeigen, dass die Kollegen die COPD eigentlich nur selten nach Leitlinie behandeln. Insbesondere zur Therapie mit inhalativen Kortikosteroiden wissen wir, dass auch in den ersten Stadien, wo wir keine ICS empfehlen, in der Regel doch etwa 30 Prozent der Patienten mit inhalativen Kortikosteroiden behandelt werden. Und auf der anderen Seite erhalten Patienten in den schwereren Stadien, wo wir eine Therapie mit ICS empfehlen, wiederum nur 30 Prozent der Patienten diese. Wenn man das jetzt etwas plakativ zusammenfasst, dann kann man sagen: Inhalative Kortikosteroide und COPD in Deutschland, das ist ein Desaster.

Ihr Kollege Prof. Vogelmeier sagt, es gäbe eine COPD-Welt vor und nach der FLAME-Studie. Was bedeutet das für die Praxis? Gehen Sie davon aus, dass es schnell ein Umdenken bezüglich des Therapieregimes bei COPD gibt?

Prof. Herth: Die FLAME-Studie hat uns klar gezeigt, dass wir auch in Patientengruppen, von denen wir bislang davon ausgegangen sind, dass die Patienten ein inhalatives Kortikosteroid in der Therapie benötigen, dies nicht wirklich brauchen, weil sie mit einer Kombination aus einem Betamimetikum und Anticholinergikum genauso gut und sogar noch besser behandelt werden können. Wenn man jetzt die Versorgungsrea­lität betrachtet und die Daten, auf die ich eben schon Bezug genommen habe, kam diese Empfehlung zumindest in den frühen Stadien, wo wir schon lange kein inhalatives Kortikosteroid mehr empfehlen, nicht so richtig an. Deshalb habe ich Sorge, dass jetzt die aktuellen Daten noch verzögerter angenommen werden. Die Datenlage ist relativ dicht, dass das ICS wirklich nur in einer ganz kleinen Subgruppe zum Einsatz kommen sollte. Dennoch erwarte ich kein schnelles Umdenken. Leider.

In der FLAME-Studie wurden Patienten mit Asthma-Diagnose ausgeschlossen. Ein relevanter Anteil der COPD-Patienten weist jedoch eine asthmatische Begleitkomponente auf. Die Zahl wird auf 15–25% geschätzt. Ist dies die Patientengruppe, die weiterhin mit ICS behandelt werden sollte?

Prof. Herth: Sie sprechen das Grundproblem an: Warum wird so viel ICS bei COPD verschrieben? Zunächst einmal ist es der Unsicherheit bei der Diagnosestellung geschuldet. Habe ich vielleicht einen Asthma-Patienten vor mir? Den muss ich mit einem ICS behandeln. Oder habe ich einen Patienten mit COPD vor mir, den sollte ich möglichst nicht mit einem ICS behandeln. Den Asthma-COPD-Overlap gibt es wissenschaftlich nicht – aber in der Versorgungsrealität spielt das eine große Rolle. Wir haben keinen Messwert, kein Raster oder Marker, der uns zu einer klaren Diagnose führt. Man kann natürlich sagen, ich bin mir nicht sicher, dann behandele ich den Patienten mit einer ICS/LABA-Kombination. Aber dann muss ich nach 6 Wochen prüfen, ob er davon irgendeinen Benefit hat. Und wenn er den nicht hat, dann würde ich das ICS auch direkt wieder wegnehmen.

Es gibt in der Praxis aber einen Biomarker …

Prof. Herth: Ja, wir haben einen Blut-Biomarker zur Kortison-Therapie-Steuerung für Patienten mit COPD, das nennen wir Eosinophilie. In der FLAME-Studie wurden Patienten, auch wenn sie eine klassische COPD-Anamnese angegeben haben, aber eine Eosinophilie von über 600 aufwiesen, in der Studie nicht zuge­lassen. Derzeit erhalten wir mehr und mehr Daten, die uns darin bestärken, die Eosinophilenzahl zu nutzen, um zu entscheiden, ob der Patient von ICS profitiert. Wenn ein Patient eine Eosinophilie über 400 µl aufweist und zudem Exazerbationen angibt, ist das der COPD-Patient, der von den inhalativen Kortikosteroiden profitiert - wenn er schon eine Therapie mit ICS hat. Denn Daten der WISDOM-Studie haben gezeigt, dass sich Patienten, die ein ICS in der Therapie und hohe Eosinophilen und > 2 Exazerbationen/Jahr haben, verschlechtern, wenn wir ihnen das ICS aus der Therapie nehmen. Einem therapienaiven Patienten würde ich also heutzutage bei der Diagnosestellung COPD nur noch mit dualer Bronchodilatation (LAMA/LABA) im ersten Schritt behandeln. Wenn ich jetzt einen Patienten habe, bei dem ich der Meinung bin, dass er eine COPD hat, er aber schon länger ein ICS nimmt, sollte die Eosinophilenzahl bestimmt werden. Wenn die unter 400 ist, dann setze ich das ICS direkt ab. Liegt die Anzahl über 400 und gibt der Patient Exazerbationen an, dann würde ich ihm das ICS nicht aus der Therapie nehmen.

Und wenn in den letzten zwei Jahren keine Exazerbation zu verzeichnen war?

Prof. Herth: Dann würde ich das inhalative Kortikosteroid absetzen.

Es gibt Stimmen, die behaupten, das Pneumonierisiko beim Einsatz von ICS wäre überbewertet …

Prof. Herth: Das Pneumonierisiko kann man nicht leugnen. Man kann natürlich behaupten, dass es vielleicht einen Klasseneffekt gibt, das "ICS A" ein bisschen mehr anrichtet als das "ICS B", auch ob das Risiko zwischen 5 oder 15 % liegt, darüber kann man diskutieren − aber das Pneumonierisiko ist unbestreitbar!

Welchen Stellenwert hat künftig eine Dreierkombination (LAMA/LABA/ICS)?

Prof. Herth: Wir empfehlen in GOLD mit einer LAMA/LABA-Kombination zu beginnen und erst wenn der Patient mehrfach exazerbiert, ein ICS hinzuzufügen. Dann werden die Dreierkombinationen relevant. Wir wissen: Muss der Patient mehr als ein Spray oder Device anwenden, steigt die Fehlerquote bei der Anwendung und die Compliance sinkt. Diese Patienten würde ich also mit einem Triple versorgen.

Sehen Sie in Bezug auf Fehlverordnungen von ICS eines der Versäumnisse auch bei den Allgemeinmedizinern? Zum Teil fordert der Patient zudem die Therapie mit inhalativen Kortikosteroiden ein.

Prof. Herth: Ja, natürlich, Kortison ist ja einst eines der beliebtesten Dopingmitteln gewesen. Das Kortison hat einen euphorisierenden, stimulierenden Effekt. Wir wissen um die systemische Wirkung auch bei den inhalativen Therapien, die Patienten spüren den Effekt und wollen ihn nicht missen. Inhalative Kortikosteroide werden von einer bestimmten Patientenpopulation eingefordert, andere verschrecken Sie bereits, wenn Sie den Begriff Kortikosteroide nur in den Mund nehmen. Zu Ihrer Frage bezüglich der Hausärzte: Wenn Sie als Frau ein Problem mit Ihrer Periode haben, dann würden Sie niemals zu Ihrem Hausarzt gehen, Sie würden direkt den Gynäkologen ansteuern. Und selbst wenn Sie zu Ihrem Hausarzt gehen würden, dann würde der Sie umgehend zum Gynäkologen schicken. Aber bei der Lunge, bei der COPD, hat jeder die "Lizenz zum Töten". Kardiologen etwa würden sofort Einspruch erheben, wenn der Hausarzt bei ihren Patienten ohne Rücksprache therapiert. Da sind die Pneumologen noch zu zurückhaltend, diesbezüglich klare Forderungen zu artikulieren. Eigentlich muss gefordert werden, dass ein Patient mit Asthma oder COPD einmal im Jahr vom Pneumologen gesehen wird. Der muss über die aktuelle Einteilung informiert sein und die Therapieempfehlung abgeben, die der Hausarzt dann gerne umsetzen kann.

Wie sieht es in der Realität mit den Kontrollintervallen aus?

Prof. Herth: Das ist ganz unterschiedlich – manche COPD-Patienten haben noch nie einen Pneumologen gesehen, es gibt Patienten, die werden regelmäßig zum Pneumologen geschickt, und es gibt Patienten, die werden gelegentlich mal zum Pneumologen überwiesen. Deshalb noch einmal die klare Forderung: Der Patient muss einmal im Jahr zum Pneumologen, um die Lungenfunktion überprüfen zu lassen!

Ectoin reduziert chronische Lungenentzündung: Neuer Therapieansatz gegen COPD

Forscher des IUF – Leibniz-Instituts für umweltmedizinische Forschung konnten erstmalig die Wirksamkeit des Naturstoffs Ectoin gegen chronische Lungenentzündung im Rahmen einer Inhalationsstudie mit Probandinnen aus dem Ruhrgebiet nachweisen.

Düsseldorf, 27.10.2016. Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die dritthäufigste Todesursache unserer Zeit. Die Erkrankung wird durch langjähriges Einatmen luftgetragener Schadstoffe wie Zigarettenrauch oder Umweltpartikel (z.B. Feinstaub) ausgelöst. Die von diesen Fremdstoffen ausgelöste chronische Entzündungsreaktion wird für die Entstehung und das Voranschreiten der Erkrankung verantwortlich gemacht. Die erfolgreiche Behandlung der Atemwegsentzündung wird als Schlüssel für die Behandlung von COPD betrachtet. Da die Therapie der Erkrankung immer noch problematisch ist, suchen Wissenschaftler und Ärzte nach neuen Wegen zur Behandlung der Krankheit.

Am IUF – Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung wird die Wirkung von Naturstoffen aus der Gruppe der sogenannten Extremolyte auf Effekte, die Umweltpartikel auf die Atemwege ausüben, seit Jahren untersucht. „In mehreren vorklinischen Untersuchungen konnten wir zeigen, dass diese Stoffe in der Lunge einerseits vorbeugend gegen die von Partikeln ausgelöste Entzündung wirken und andererseits eine bestehende Entzündung rascher zum Abklingen bringen können“, berichtet PD Dr. Klaus Unfried, Leiter der Studien. „Dabei konnten wir wesentliche Erkenntnisse darüber gewinnen, wie inhalierte Partikel in den Atemwegen zur Entstehung von Erkrankungen beitragen.“

Extremolyte sind Naturstoffe, die aus Mikroorganismen (z.B. Bakterien) stammen, die unter extremen Bedingungen, wie Hitze, Kälte, Dürre oder hohen Salzkonzentrationen leben. Durch die Anreicherung von Schutzmolekülen, den Extremolyten, werden die biologischen Strukturen der Mikroorganismen so stabilisiert, dass sie in der Lage sind, mit diesem Umweltstress umzugehen. Die Forschungsarbeiten hatten gezeigt, dass verschiedene Extremolyte auch zelluläre Stressreaktionen, die von Umweltpartikeln in der Lunge ausgelöst werden, deutlich verringern. Das Extremolyt Ectoin, das aus Bakterien gewonnen wird, die unter hohen Salzkonzentrationen leben, hat sich in diesen Untersuchungen als besonders wirksam erwiesen.

In einer neuen Studie des IUF wird nun erstmals der Einsatz von Ectoin als Inhalationslösung beim Menschen beschrieben (Int J Chronic Obstr Pulm Dis 11(1): 2573-2583, 2016. doi: 10.2147/COPD.S115061). In dieser zusammen mit dem Universitätsklinikum Düsseldorf und der bitop AG durchgeführten Studie wurden Probandinnen aus dem Ruhrgebiet, die umweltbedingte, nicht krankhafte, leicht erhöhte Entzündungswerte der Lunge aufwiesen, gebeten, Ectoin regelmäßig zu inhalieren. Die Effekte von Ectoin auf die Atemwege wurden mit der Inhalation von physiologischer Kochsalzlösung verglichen. Die Behandlung mit dem Naturstoff Ectoin führte zu einer deutlichen Reduzierung von Entzündungszellen in den Atemwegen und der Verbesserung typischer Anzeichen einer chronischen Lungenentzündung. Die Inhalation des Naturstoffes wurde von allen Probandinnen sehr gut vertragen. Es konnten keine unerwünschten Nebenwirkungen beobachtet werden.

Ectoin hat bereits viele Anwendungen in Medizinprodukten für Haut, Auge und Nasenschleimhaut. Diese Grenzflächenorgane sind besonders den Einflüssen der Umwelt ausgesetzt. Die aktuelle Studie zeigt, dass eine Inhalationslösung mit dem Naturstoff Ectoin erfolgreich in den Atemwegen angewendet werden und dort Gesundheitsschäden von Umweltpartikeln vermindern und der chronischen Lungenentzündung entgegenwirken kann. „Da diese Art der Entzündung maßgeblich an der Entstehung und Aufrechterhaltung der Krankheit COPD beteiligt ist, sehen wir ein großes Potential für die Prävention und Therapie von Patienten mit dieser Erkrankung“, erklärt Prof. Jean Krutmann, Direktor des IUF.

Quelle
Unfried K, Krämer U, Sydlik U, Autengruber A, Bilstein A, Stolz S, Marini A, Schikowski T, Keymel S, Krutmann J: Reduction of neutrophilic lung inflammation by inhalation of the compatible solute ectoine: a randomized trial with elderly individuals. Int J Chronic Obstr Pulm Dis 11(1): 2573-2583, 2016. doi: 10.2147/COPD.S115061
https://www.dovepress.com/reduction-of-neutrophilic-lung-inflammation-by-inhalation-of-the-compa-peer-reviewed-article-COPD

Über das IUF
Das IUF – Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung untersucht, durch welche molekularen Mechanismen Partikel, Strahlung und ausgewählte Umweltchemikalien die menschliche Gesundheit schädigen. Die vier Hauptarbeitsrichtungen sind umweltinduzierte kardiopulmonale Alterung, Hautalterung, Störungen des Nerven- und Immunsystems. Durch die Entwicklung neuartiger Modellsysteme arbeitet das IUF daran, die Risikoabschätzung zu verbessern und neue Strategien zur Prävention/Therapie umweltinduzierter Gesundheitsschädigungen zu entwickeln.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.iuf-duesseldorf.de.
Das IUF gehört der Leibniz-Gemeinschaft an: www.leibniz-gemeinschaft.de.

Über die bitop AG
Die bitop AG ist ein wachstumsstarkes mittelständisches Unternehmen mit Sitz in Witten (NRW). Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1993 fokussiert es sich auf die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von stofflichen Medizinprodukten sowie von hochwertigen aktiven kosmetischen Inhaltsstoffen. Die technologische Basis des Geschäfts der bitop AG bilden Substanzen aus der Klasse der Extremolyte, insbesondere die Substanz Ectoin®. Extremolyte sind natürliche Schutzstoffe aus Mikroorganismen, die das Unternehmen mittels proprietärer biotechnischer Produktionsprozesse im industriellen Maßstab in eigenen Anlagen am Standort Witten fertigt.

Informationen zur bitop AG finden Sie unter: www.bitop.de.

Pressekontakt
Christiane Klasen
IUF – Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung gGmbH 
Auf’m Hennekamp 50
40225 Düsseldorf
E-Mail: Christiane.Klasen@IUF-Duesseldorf.de
Telefon: 0211 3389 216

Wissenschaftlicher Kontakt
PD Dr. Klaus Unfried
E-Mail: Klaus.Unfried@IUF-Duesseldorf.de
Telefon: 0211 3389 362

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Künstliche Hüfte oder Knie: Wann lohnt sich die OP?

Was Patienten wissen sollten, wenn sie sich für ein künstliches Hüftgelenk oder ein künstliches Kniegelenk entscheiden

von Dr. Achim Schneider, aktualisiert am 04.01.2017
Gelenkersatz: Operationen für den Einbau von Knie- und Hüftprothesen sind häufig

Gelenkersatz: Operationen für den Einbau von Knie- und Hüftprothesen sind häufig

Getty Images/Westend61, W&B/Szczesny

Hobbys, die aufgegeben, sport­liche Aktivitäten, die stark eingeschränkt werden müssen. Selbst kurze Wegstrecken machen zu Fuß Mühe. Jahrelange Knie- oder Hüftbeschwerden beeinträchtigen den Alltag. Wenn die Gelenke auch bei Ruhe schmerzen, verläuft nicht einmal der Schlaf erholsam.

Meist ist fortgeschrittener Gelenkverschleiß (Arthrose) die Ursache für solche Pein. Die schützende Knorpelschicht hat sich dann bereits so weit abgenutzt, dass Knochen auf Knochen reibt. Das tut nicht nur weh, sondern macht den Bewegungsspielraum immer kleiner. Schlimmstenfalls wird das betroffene Gelenk völlig steif.

Arthrose: Oft hilft künstliches Gelenk

Doch so weit muss es nicht kommen. Es besteht die Option, sich künstlichen Ersatz einbauen zu lassen. "Wenn alles gut geht, bringen Prothesen den Patienten schnell wieder mehr Lebensqualität", sagt Professor Heiko Reichel, Leiter der Orthopädischen Uniklinik Ulm und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC). Im besten Fall fühlt sich der Operierte so fit wie früher. Reichel: "Manche spüren nicht einmal, dass sie ein fremdes Gelenk haben."

Durch die zurückgewonnene Mobilität bleiben sogar die Gefäße länger gesund, zeigte eine Studie mit Menschen mit fortgeschrittener Arthrose. Wer sich für ein künstliches Hüft- oder Knie­gelenk entschied, hatte in den darauffolgenden sieben Jahren nur ein halb so großes Risiko für einen Herz- oder Hirninfarkt wie die Mitglieder der nicht-operierten Vergleichsgruppe. Grund: Die Patienten mit Prothese bewegten sich mehr und trainierten so auch ihr Herz-Kreislauf-System. Die Studie wurde im British Medical Journal veröffentlicht.

 

Künstliche Hüft- und Kniegelenke halten nicht ewig

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Vitamin D Gegen Die Chronische Obstruktive Lungenerkrankung (COPD)  https://www.europnews.org/2016-02-19-vit...nkung-copd.html

Posted by  in 19 Februar 2016  

News

23.12.2016

Vor Feinstaubbelastung durch Silvester-Feuerwerk in Acht nehmen

Der Rauch von Silvesterraketen kann die Atemwege reizen und stellt insbesondere für Patienten mit Asthma oder COPD ein Gesundheitsrisiko dar. Die Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) raten Lungenkranken daher, das Einatmen des Feinstaubs zu vermeiden.

Feuerwerke an Silvester sind beliebt. Allerdings kann der dabei entstehende Rauch und Feinstaub für Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen wie Asthma bronchiale oder COPD ein Gesundheitsrisiko darstellen. Darauf machen die Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) aufmerksam. Um mit den Silvesterraketen verschiedene Farbeffekte zu erzielen, werden dem Schwarzpulver unterschiedliche Metallverbindungen zugesetzt - zum Beispiel Blei oder Arsen für die Farbe Blau und Strontiumsalze für die Farbe Rot. „Insofern kann die Luft nach größeren Feuerwerken Feinstaubpartikel mit bis zu dreißig giftigen Metallverbindungen enthalten, die aufgrund ihres geringen Durchmessers von wenigen Mikrometern tief in die Lunge vordringen und dort Entzündungsreaktionen hervorrufen können“, erläutert Dr. Andreas Hellmann, Vorsitzender des BdP und praktizierender Pneumologe in einer Gemeinschaftspraxis für Lungen- und Bronchialheilkunde in Augsburg. „Das stellt für Lungenkranke eine echte Herausforderung mit gesundheitlicher Gefährdung dar - vor allem für COPD-Patienten, die sowieso schon unter Atembeschwerden wie Atemnot, Husten und Auswurf leiden und infolgedessen möglicherweise einen Verschlechterungsschub (sog. Exazerbation) erfahren, wie auch für Asthmatiker, die aufgrund ihrer überempfindlichen Atemwege auf solche Reizstoffe eventuell mit einem bedrohlichen Asthmaanfall reagieren.

“© Lungenärzte im Netz