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Sauerstofftherapie (LOT)

Sauerstoff macht mobil! Eine Sauerstofftherapie (LOT) erhöht Belastbarkeit und Lebenserwartung von Lungenpatienten, z.B. bei COPD. Welche Patienten profitieren?

 

Sauerstoff ist die Grundlage allen Lebens. Beim Einatmen gelangt das gasförmige Element über die Blutbahnen in unseren gesamten Organismus, um schließlich von den Muskeln zu Energie verbrannt zu werden.

Viele Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen wie COPD und Lungenemphysem leiden an einer mangelnden Sauerstoffversorgung. Sinkt dabei der Sauerstoffgehalt im Blut unter einen gewissen Wert, kann diesen Patienten eine Sauerstofftherapie helfen, wieder leichter zu atmen.

Was bringt eine Sauerstofftherapie?

Patienten mit einem chronischen Sauerstoffmangel im Blut haben meist eine längere Krankheitsgeschichte hinter sich. Sie verspüren Atemnot oft schon bei geringer körperlicher Belastung (z.B. beim Treppensteigen) und tendieren deshalb dazu, sich möglichst wenig zu bewegen.

Viele dieser Patienten können mit einer Sauerstofftherapie ihre Mobilität und Lebensqualität entscheidend verbessern. Mithilfe des zugeführten Sauerstoffs können sie wieder längere Strecken zurücklegen, an sozialen Aktivitäten teilnehmen und sich weitgehend selbständig versorgen.

Schon in den 80er Jahren haben zahlreiche Studien die positiven Effekte der Langzeit-Sauerstofftherapie (LOT = long-term oxygen therapy) nachgewiesen: Sie wirkt für bestimmte Patienten lebensverlängernd und erhöht ihre Belastbarkeit deutlich.

Für wen kommt eine Sauerstofftherapie in Frage?

Nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie kommen nur Patienten mit einem schweren chronischen Sauerstoffmangel im Blut für eine Sauerstofftherapie in Frage: Dieser liegt vor, wenn der Sauerstoff-Partialdruck (PaO2) im Ruhezustand innerhalb von 4 Wochen mehrfach im kritischen Bereich unter 55 mmHg liegt. Der PaO2-Wert wird mittels einer Blutgasanalyse vom Lungenfacharzt festgestellt.

Erkrankungen, die zu einer solchen Unterversorgung mit Sauerstoff führen können, sind vor allem Lungenerkrankungen wie die COPD, das Lungenemphysem, die Bronchiektasie, Lungenembolien oder die Lungenfibrose. Es gibt aber eine ganze Reihe weiterer möglicher Ursachen, wie die Mukoviszidose, Sklerodermie, ebenso wie Muskel- und Wirbelsäulenerkrankungen, schwere Herzerkrankungen und Tumoren.

Bei Patienten mit zusätzlicher Polyglobulie (Bluteindickung) oder pulmonaler Hypertonie (Lungenhochdruck) ist eine Sauerstofftherapie schon bei einem PaO2-Wert unter 60 mmHg angeraten.

Für Patienten, bei denen der Sauerstoffgehalt nur nachts oder unter Belastung auf niedrige Werte absinkt, ist eine situative Sauerstoffgabe möglich.

Wie funktioniert eine Sauerstofftherapie?

Im Rahmen der Sauerstofftherapie wird den Patienten mit Sauerstoff angereicherte Luft über ein Sauerstoffsystem zugeführt. In die Atemwege gelangt der Sauerstoff über eine Nasenbrille, also einen dünnen Schlauch, der mithilfe eines Nasenstegs in die beiden Nasenlöcher eingeführt wird.

Die Sauerstofftherapie sollte täglich mindestens 16 Stunden, optimalerweise aber rund um die Uhr durchgeführt werden. Gerade während körperlicher Aktivität ist der zusätzliche Sauerstoff wichtig. Hier stehen mobile Sauerstoffsysteme zur Verfügung, die eine durchgehende Versorgung auch unterwegs ermöglichen.

 

Sauerstoffbrillen

Die zusätzliche Zufuhr von Sauerstoff über eine Nasenbrille steigert die körperliche Belastbarkeit der Patienten. Die Wahl der richtigen Sauerstoffbrille ist entscheidend, um Hautreizungen zu vermeiden.

Welche Sauerstoffsysteme gibt es?

Die uns umgebende Luft besteht nur zu 21 % aus Sauerstoff. Diesen Umstand macht sich die Sauerstofftherapie zu Nutze, indem sie den Patienten konzentrierten Sauerstoff mithilfe spezieller Systeme zuführt.

Die Wahl des richtigen Sauerstoffsystems spielt dabei eine wichtige Rolle, denn jeder Patient muss individuell auf das Gerät eingestellt werden. Bei der Anschaffung eines Geräts spielen Flussrate, Größe, Stromversorgung, Gewicht, Reichweite und Lautstärke des jeweiligen Systems eine Rolle.

Heute gibt es eine große Auswahl an verschiedenen Sauerstoffgeräten. Grundsätzlich unterscheiden kann man zwischen 3 Gerätetypen:

Sauerstoffkonzentratoren

Flüssigsauerstoffsysteme

Gasdruckflaschen

Sprechen Sie auch mit Ihrem Lungenfacharzt über das richtige Sauerstoffsystem. Zudem bieten viele Hersteller und Fachkliniken Patientenschulungen zum Umgang mit den Geräten an, die Sie unbedingt nutzen sollten.

Welche Nebenwirkungen hat die Sauerstofftherapie?

Mögliche Nebenwirkungen einer Sauerstofftherapie spielen sich vor allem im Nasenraum ab. Zum einen besteht die Gefahr, dass die Schleimhäute der Nase austrocknen, besonders bei höheren Flussraten. Zum anderen sind durch Sauerstoffbrillen hervorgerufene Hautreizungen oder allergische Reaktionen am Naseneingang nicht selten.

Diesen möglichen Nebenwirkungen können Sauerstoffpatienten mit einer sorgfältigen Pflege und weiteren Maßnahmen entgegenwirken:

·        Der Sauerstoff kann vor der Zuführung mit Wasser befeuchtet werden, um die Schleimhäute vor dem Austrocknen zu schützen. Geschlossene Sterilwassersysteme, die ein keimfreies Wasser garantieren, eignen sich hier am besten.

·        Pflegende Nasensprays und Salben halten die Nasenschleimhäute zusätzlich feucht und schützen sie vor dem Austrocknen.

·        Die Wahl der richtigen Sauerstoffbrille ist entscheidend, um Hautreizungen zu vermeiden. Hier stehen verschiedene Modelle zur Verfügung, die für jedes Problem eine Lösung anbieten.

Davon abgesehen ist die Sauerstofftherapie frei von Nebenwirkungen, wenn die Patienten die Vorgaben des Arztes befolgen.

Wer übernimmt die Kosten?

Die Kosten für eine Sauerstoff-Langzeittherapie übernehmen grundsätzlich die Krankenkassen, wenn sie von einem Lungenfacharzt verordnet wurde.

Quellen:

Report of the Medical Research Council Working Party: Long−term domiciliary oxygen in chronic cor pulmonale complicating chronic bronchitis and emphysema. Lancet 1981; 1: 681-685.

Leach, Davidson, Chinn (et al.): Portable liquid oxygen and exercise ability in severe respiratory disability. Thorax 1992; 47: 78-789.

 

Magnussen, Goeckenjan, Köhler (et al.): Leitlinien zur Sauerstoff−Langzeit−Therapie.Pneumologie 2001; 55: 454-464.

Sauerstoffbrillen - Die Nasenbrille für Sauerstoffpatienten

Die Akzeptanz der Sauerstofftherapie steht und fällt mit der richtigen Nasenbrille. Die Wahl der Sauerstoffbrille sollte deshalb wohl bedacht sein! Ein Überblick.

Sauerstoffbrillen (auch einfach Nasenbrillen genannt) erfüllen im Rahmen der Sauerstofftherapie eine wichtige Funktion: Sie transportieren konzentrierten Sauerstoff in die Atemwege und lassen Patienten mit einem Sauerstoffmangel im Blut leichter atmen.

Worauf sollten Sie bei der Auswahl einer Nasenbrille achten?

Sauerstoffbrillen sind Verschleißartikel, die mindestens einmal monatlich gewechselt werden sollte. Wie oft man die Brille wechseln sollte hängt auch von der Grunderkrankung und den weiteren Umständen ab. Bei akuten Erkältungen sollte die Nasenbrille zum Beispiel häufiger gewechselt werden.

Vor allem der Tragekomfort von Nasenbrillen spielt eine wichtige Rolle. Denn bei der Langzeit-Sauerstofftherapie (LOT) wird den Patienten mehr oder weniger rund um die Uhr (mind. 16 Stunden am Tag) Sauerstoff aus Behältern über eine Nasenbrille zugeführt.

Für die Betroffenen ist es deshalb wichtig, dass sich die Sauerstoffbrillen (auch nachts) möglichst angenehm tragen lassen und keine Druck- und Reibungsschmerzen oder allergische Reaktionen verursachen.

Sauerstoffbrillen im Überblick

Welche Sauerstoffbrille die Richtige ist, hängt dabei stark vom einzelnen Patienten ab. Als Alternative zu den Standardmodellen, die vor allem im klinischen Bereich zum Einsatz kommen, stehen für Sauerstoffpatienten verschiedene Nasenbrillen mit speziellen Eigenschaften zur Verfügung.

Von verschiedenen Herstellern sind folgende Modelle erhältlich:

Nasenbrille aus Kraton (mit weichem Nasensteg)

Bei Druckstellen und Hautirritationen am Naseneingang bzw. auf der Oberlippe bietet es sich an, ein anderes Material zu testen. Der Nasensteg der RC-Sauerstoffbrille z.B. ist aus Kraton, das sehr weich und gut verträglich ist. Die Nasenbrille beugt damit allergischen Reaktionen und Druckstellen am Naseneingang vor.

Max. Durchflussrate: 6 l/min

 

Oxymizer (für hohen Sauerstoffbedarf)

Für Patienten mit hohem Sauerstoffbedarf und ausgeprägter Belastungsatemnot (z.B. bei Lungenfibrose) ist der Oxymizer geeignet. Diese Nasenbrille speichert Sauerstoff während der Ausatmung in einem Reservoir und gibt ihn beim Einatmen zusätzlich zum eingestellten Flow ab. Dadurch erhöht sich die Konzentration des eingeatmeten Sauerstoffs und der Verbrauch lässt sich bis zu 75 % einsparen.

NIC-Nasenbrille (geräuscharm)

Insbesondere bei hohen Flussraten können Fließgeräusche entstehen, die manche Patienten vor allem nachts als störend empfinden. Für sie ist die NIC-Nasenbrille geeignet. Durch dickere Schläuche dämmt diese Nasenbrille die Geräusche und ermöglicht den Patienten so einen erholsameren Schlaf.

Nasal-Oral-Brille (bei Mundatmung)

Viele Sauerstoffpatienten haben Probleme mit häufigem Nasenbluten, chronischem Schnupfen oder Entzündungen am Naseneingang. Für sie kommt eine Nasal-Oral-Brille (früher Oxynasor) in Frage, die am Naseneingang platziert, aber nicht in die Nase eingeführt wird und daher die Nasenschleimhaut schont. Unabhängig von Mund- oder Nasenatmung wird dabei eine Sauerstoffwolke inhaliert, so dass sich die Nasal-Oral-Brille auch für Patienten eignet, die nachts schnarchen bzw. unbewusst über den Mund und nicht die Nase atmen.

Max. Durchflussrate: 3 l/min

 

Sauerstoffbrille ohne Phthalate

Schon länger wird eine möglicherweise gesundheitsschädliche Wirkung von PVC-Nasenbrillen, die bestimmte Weichmacher enthalten, diskutiert. Diese sogenannten Phthalate machen die Sauerstoffbrillen elastisch und flexibel in der Anwendung, können jedoch an der Entstehung verschiedener Erkrankungen beteiligt sein. Zwar besteht eine Kennzeichnungspflicht für phthalathaltige Nasenbrillen, aber die EU hat kein generelles Verbot von Sauerstoffbrillen mit Phthalaten erlassen.

Seit einigen Jahren sind jedoch auch Nasenbrillen ohne Phthalate erhältlich. Phthalatfreie Nasenbrillen, z.B. aus Silikon, bieten sich auch für Patienten an, die mit Hautproblemen (allergische Reaktionen oder Druckstellen an Wangen und Ohren) auf PVC-Sauerstoffbrillen reagieren.

© http://www.cegla.de/

 

O2-Brille (für Brillenträger)

Für viele Patienten stellt das Tragen einer Nasenbrille in der Öffentlichkeit ein Problem dar, weil sie damit für ihr soziales Umfeld sichtbar krank sind. Mit einer Spezialanfertigung lässt sich dieser Umstand jedoch weitestgehend kaschieren: Die O2-Brille (auch Kickinger-Dirmeier-Brille) versteckt den Sauerstoffschlauch in den Bügeln einer Brille, so dass nach außen nur noch die Nasensonde sichtbar ist. Für nachts ist die O2-Brille jedoch nicht geeignet.

© http://www.optikhorn.de

 

Sauerstoff macht mobil!

Die aufgeführten Modelle an Sauerstoffbrillen bieten den Patienten eine breite Auswahl, so dass für jedes Problem eine Lösung bereit steht. Dabei sollten Sie eines nie vergessen: Wer als Lungenpatient eine Sauerstofftherapie durchführt, tut damit aktiv etwas Gutes für seine Gesundheit. Eine Nasenbrille ist deshalb ein Zeichen für Lebensmut und keineswegs ein Grund zur Scham!